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Strategie 2015
Hat die Regulatorik das Potenzial zur neuen Assetklasse?

Die Aussichten auf das Anlagejahr 2015 versprechen wenig Änderung. Es bleibt bei niedrigen Zinsen, viel Regulierung, immer mehr Ertragsdruck. Dass auch in einem solchen eher untypischen Umfeld viel möglich ist, haben wir in diesem Jahr gezeigt. Und es gibt weitere Opportunitäten, die Sparkassen nutzen können. Beispielsweise wenn man das Thema Regulatorik als neue Assetklasse versteht

Matthias Kowallik

Institutionelle Kunden,

Leiter Sparkassen & Finanzinstitute, Deka

Bei der Vorständekonferenz im letzten Jahr galt das Motto: Wie können Sparkassen mehr rausholen aus etablierten Assetklassen wie Unternehmensanleihen, Emerging Markets oder risikooptimierten Aktienanlagen? Laufzeitfonds waren ein wichtiges Thema, und die dafür kreierten Produkte haben den Nerv vieler Entscheider getroffen. Ob Deka-RentSpezial HighYield oder Deka-RentSpezial High Income – die Nachfrage war groß, weil insbesondere der Vorteil aus Abroll­effekten eine hohe Attraktivität gerade im ersten Anlagejahr verspricht. Und weil der insgesamt höhere und zudem planbare Ertrag auch auf längere Sicht zu attraktiven Zusatzrenditen führen kann. Mehr als eine Milliarde Euro wurden neu investiert. Wer dabei ist, kann mit Blick auf das erste Jahr sicher sagen: Richtig entschieden – es hat sich gelohnt.

Laufzeitfonds überzeugen

Geholfen hat, dass sich die Fonds tatsächlich so entwickeln, wie es die theoretischen Modellrechnungen erwarten ließen. Keine negativen Überraschungen also. Zudem konnten relativ hohe Puffer geschaffen werden, die auch perspektivisch vor Zinsänderungen schützen. Dass in diesen Assetklassen eine breite Diversifikation und eine fundierte Titelselektion entscheidend sind, liegt auf der Hand. Da ist aber noch ein weiterer Vorteil, den Sparkassen gerne für sich nutzen: Es gibt für jeden Fonds und jeden Tag einen Kurs. Das macht es einfach, bei stärkeren Spread-Bewegungen zu kaufen, zu verkaufen und wieder zu kaufen. Denn die Transaktion ist gut steuerbar, ein Portfolio muss nicht auf Einzeltitelbasis quotal auf- und wieder abgebaut werden. Die Praxis zeigt, dass dieser Vorteil tatsächlich genutzt wird. Auch das ist ein Grund, warum diese Konzepte so großen Anklang finden.

Das Thema Aktien ist für viele Sparkassen dagegen nach wie vor kein leichtes. Zwar hat sich in vielen Gesprächen gezeigt, dass das Argument der hohen Dividendenrendite überzeugt. Und auch die speziell auf die Bedürfnisse institutioneller Investoren ausgerichteten Fonds – der Deka-DividendenStrategie mit seiner risikokontrollierten Anlagestrategie und den hohen zweimal jährlich ausgeschütteten Erträgen – werden grundsätzlich als guter Baustein für die Anlagestrategie gesehen. Trotzdem wird das knappe Risikokapital heute oft noch anders eingesetzt. Es mag auch daran liegen, dass viele Häuser für erneute Aktienengagements erst wieder die internen Voraussetzungen schaffen müssen. So ein New-Product-Process ist mit Aufwand verbunden. Fakt ist aber, dass sich dieser Prozess lohnt, vor allem vor dem Hintergrund des weiter anhaltenden Ertragsdrucks und der Notwendigkeit, die anstehenden Fälligkeiten langfristig sinnvoll zu investieren. Dabei bieten sich unterschiedliche Investitionsstrategien an. Beispielsweise können stille Reserven aus High-Yield-Fonds oder anderen Wertpapieren als Sacheinlagen in Spezialfonds transferiert werden. Das schafft zusätzlichen Risikopuffer für ein Aktienengagement.

Kundenzufriedenheit gestiegen

Dass direkte Investitionen in vergleichsweise sicheren Rentenpapieren nach wie vor eine dominante Rolle in der Eigenanlage spielen, steht außer Frage. Dafür wird die Handelsplattform der Deka immer stärker genutzt. Das ist ein Vorteil für die Sparkassen, weil wir sehr genau wissen, welche Emissionen in welcher Ausgestaltung den Anlagebedürfnissen entsprechen, und wir so eine gut funktionierende Schnittstelle zwischen Emittent und Investor sein können. Aus Vergleichen sehen wir, dass wir den Sparkassen heute schon sehr gute Preise bieten können. Und je mehr über Deka gehandelt wird, umso besser werden die „Großhandelspreise“.

Die Leistung stimmt hier also. Das sehen auch Sparkassen so, wie die Ergebnisse der jüngsten Kunden­befragung zeigen. Vor allem das Kapitalmarktgeschäft und der Handel schneiden sehr gut ab. 95 Prozent der Sparkassen bewerten die Leistungen als gut, sehr gut oder ausgezeichnet. Auch insgesamt ist die Zufriedenheit wieder deutlich gestiegen. 90 Prozent zufriedene Kunden, 40 Prozent sogar sehr zufrieden, 83 Prozent wollen die Deka weiterempfehlen. Für diese positive Resonanz sagen wir von Herzen Danke. Für uns ist das Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen und die Vorteile einer Deka als Wertpapierhaus der Sparkassen kontinuierlich zu stärken.

Bilanzexposure optimieren

Ideen dafür gibt es viele. Einige davon werden wir bei der nächsten Vorständekonferenz vorstellen: zum Beispiel das Thema Regulierung und die Frage, wie Sparkassen dies als Ressource nutzen können. An Praxisbeispielen lässt sich aufzeigen, wie sich das Bilanzexposure optimieren lässt und so neue Potenziale geschaffen werden, um mehr Risikokapital ertragswirksam einzusetzen. Mit Blick auf die aktuelle Aufstellung vieler Sparkassen wird deutlich, dass es hier noch viele Spielräume zu nutzen gibt. Aus dieser Perspektive betrachtet wird das Thema Regulierung tatsächlich zu einer Art neue Assetklasse.

Viele Entwicklungen aus dem Jahr 2014 werden auch Auswirkungen auf 2015 haben. Darüber wollen wir bei der Vorständekonferenz berichten und Ihnen einen umfassenden Überblick über den aktuellen Status an den Märkten, in der Regulierung und Impulse für die Steuerung geben.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2015