KOMPETENZ

Verwahrentgelte vermeiden mit Euro-Renten Kurzläufern

Euro-Renten-Kurzläufer sind für viele institutionelle Investoren bislang nicht im Fokus gewesen. Zeit, das zu ändern, meint Martin Heger, Senior Portfolio Manager bei der Deka. Denn diese Produkte bieten die große Möglichkeit, Verwahrentgelte zu vermeiden, eventuell sogar mit leicht positiver Rendite. Im Interview stellt Heger die beiden Fonds der Deka vor und erläutert, unter welchen Voraussetzungen diese Produkte für institutionelle Anleger eine interessante Anlageoption sein können.

Mai 2021

Interview mit Martin Heger, Senior Portfolio Manager bei der Deka.


Herr Heger, mit dem Deka-Renten: Euro 1-3 CF und dem Deka Tresor hat die Deka zwei sogenannte Euro-Renten-Kurzläufer im Angebot, die auch für institutionelle Anleger interessant sein können. Worin liegen grundsätzlich für Investoren die Chancen, wenn sie in solche Kurzläufer investieren?

Beide genannten Produkte eröffnen die Chance, auf eine Vielzahl attraktiver Anleihen und damit Renditequellen zu setzen und zugleich das Risiko zu streuen.

Warum ist es gerade im aktuellen Kapitalmarktumfeld für institutionelle Investoren empfehlenswert, sich mit diesen Fonds auseinander zu setzen?

Euro-Kurzläufer sind eine besonders geeignete Alternative zum Vermeiden des Verwahrentgeltes für Zeiträume von zwei bis drei Jahren. Dieser Zeitraum ist entscheidend, denn aufgrund der Volatilität kann es über kürzere Zeiträume auch mal zu Verlusten kommen. Aber auf mittlere Sicht ist die Chance hoch, deutlich besser abzuschneiden, als man dies mit Verwahrentgelten tun würde. Ob dies immer in Form einer positiven Rendite erfolgt, ist gerade im aktuellen Umfeld zwar nicht sicher. Die Chance, als institutioneller Anleger zumindest eine schwarze Null zu erreichen, ist aber sehr groß – ein entscheidender Vorteil.

Eignen sich Euro-Kurzläufer denn für alle institutionellen Anleger gleichermaßen?

Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten. Für institutionelle Investoren können Euro-Kurzläufer häufig ein überschaubar risikobehafteter Cash-Ersatz sein. Insofern kommt es besonders darauf an, welche Cash-Quote ein institutioneller Anleger hat, und welchen Teil davon er gegebenenfalls auch bei Bedarf kurzfristig benötigt. Der Anteil, den man unter Umständen dringend brauchen könnte, sollte nicht in Kurzläufer investiert werden. Von der Idee her sind Kurzläufer also vor allem für diejenigen Anleger interessant, die einen Teil ihrer Cash-Quote mittelfristig – das heißt für rund drei bis vier Jahre – disponieren können. Tatsächlich gehen wir auch für einige Jahre nicht von Zinsanpassungen seitens der EZB aus.

In welche Rentenpapiere investieren der Euro-Renten: Euro 1-3 CF und der Deka Tresor?

Im Schwerpunkt investieren beide Fonds in Anleihen öffentlicher Aussteller, von denen jeder auf seine Weise Chancen bietet. Die Beimischung von Unternehmensanleihen und Pfandbriefen eröffnet weitere Renditechancen im Vergleich zu Staatsanleihen bester Bonität. Beide Produkte bieten also ein breites Portfolio. Daher werden sie bei der Deka auch als Euro Aggregate Kurzläufer Fonds bezeichnet, denn sie aggregieren Chancen und Risiken. Sie weisen zwar ähnlich wie geldmarktnahe Produkte Credit Exposure auf und können zeitweise auch zu 25 oder sogar 50 Prozent in Corporate Bonds investiert sein. Aber sie sind eben immer breit im gesamten Euro-Rentenmarkt investiert. Dieser Umstand trägt wesentlich zur Risikodiversifizierung und Performance bei. Das Verhältnis von Risiko und Return stellt gerade für institutionelle Anleger ein wichtiges Auswahlkriterium dar. Und dieses kann sich durchaus sehen lassen.

Inwiefern?

Ich nenne ein Beispiel: Im aktuellen Ranking der bekannten Ratingagentur Scope Analysis belegen der Deka Tresor und der Deka-Renten: Euro 1-3 CF im Zeitraum für drei Jahre die Spitzenplätze und lassen Produkte namhafter Mitbewerber hinter sich (Quelle: www.scopeexplorer.com, Stand 25. Mai 2021). Einschlägige Auszeichnungen wie beispielsweise der Lipper Fund-Award 2021 für den Deka Tresor (Quelle: www.lipperfundawards.com, Stand März 2021) bestätigen dies.

Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück? Worin liegt das entscheidende Erfolgsgeheimnis für den Deka-Renten: Euro 1-3 CF und den Deka Tresor?

Neben dem bereits angesprochenen breiten Portfolio ist hier vor allem das aktive Management zu nennen. Wir bewirtschaften beide Fonds täglich, beobachten fortlaufend die Märkte und schichten die Anlagen in den Fonds entsprechend den Markteinschätzungen regelmäßig um. Aufgrund der hohen Liquidität eines Großteils der Anlagen können wir hier ausgesprochen flexibel vorgehen.

Aber nicht nur das: Beide Fonds werden in dem Team gemanagt, in dem auch die großen Flagship-Fonds des fundamentalen Rentenfondsmanagements der Deka betreut werden. Dadurch ist ein enger Informations- und Expertise-Austausch sichergestellt. Dies erleichtert unseren dezidierten Fondsmanagement-Ansatz, bei dem wir versuchen, schon im Vorfeld die Themen zu identifizieren, die für das Umfeld unserer Anlagen entscheidend werden – von der Politik über die EZB bis zur Konjunktur. Gerade, weil Euro-Kurzläufer kurz- und mittelfristige Produkte sind, kommt es für das Management besonders darauf an, vorausschauend zu agieren, um Chancen frühzeitig zu erkennen und jederzeit zu nutzen.

Martin Heger

Senior Portfolio Manager, Deka.

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