Quant bei der Deka

Alpha ohne Emotionen.

Institutionelle Investoren sind auf Kapitalrenditen angewiesen, müssen dabei aber auch immer in Risikokategorien denken. Hier sind quantitative Anlagestrategien ein möglicher Weg, um dies in Einklang zu bringen. Als eine der größten Managerinnen quantitativer Anlagestrategien in Deutschland bietet die Deka heute auf Basis langjähriger Erfahrung verschiedene Lösungen zur Risikooptimierung und zur Ertragsdiversifikation an, mit denen sich auch individuelle Anforderungen umsetzen lassen.


Mai 2022

Die rasch steigenden Inflationsraten bringen neue Herausforderungen für institutionelle Investoren. Zwar wären steigende Zinsen erst einmal nichts Negatives für die traditionell immer noch zinslastigen Aktiva. Doch dürften die Realrenditen angesichts der hohen Inflation weiterhin niedrig bleiben. Hinzu kommt: die Perspektive eines Endes der lockeren Geldpolitik hat zu Verwerfungen an den Aktienmärkten geführt, die von den geopolitischen Entwicklungen des Frühjahrs noch verstärkt werden. Kein leichtes Unterfangen für institutionelle Anlegerinnen und Anleger, die bei der Aktienanlage ohnehin besonderen Auflagen unterworfen sind.

„Institutionelle sitzen bei der Kapitalanlage zwischen den Stühlen: Hier die Notwendigkeit, eine angemessene Rendite zu erzielen, dort die Vorgaben der Regulatorik“, beschreibt Susanne Hellmann, Leiterin Vertrieb Institutionelle Kunden bei der Deka, die Herausforderungen. „Sie müssen von vornherein immer im Hinterkopf haben, wie sich kritische Marktphasen mit Blick auf Stresstests etc. auswirken.“ Die optimale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Risikobudgets spielt damit eine größere Rolle als die reine Renditebetrachtung.

Durch die Notwendigkeit, feste Risikoparameter zu berücksichtigen, rücken quantitativ gemanagte Anlagestrategien unter anderem bei der Aktienanlage in den Fokus des Investoreninteresses. Angesichts einer veränderten Notenbankpolitik und steigender geopolitischer Risiken registriert Susanne Hellmann eine wachsende Nachfrage: „Quantitative Strategien sind in Phasen, in denen man den Märkten nicht traut, die bessere Alternative.“

Dabei spielt auch die interne Sichtweise eine Rolle: „Die Umsetzung einer Anlageidee über eine quantitative Strategie ist gegenüber Gremien oftmals einfacher darzustellen, weil zum Beispiel klar ist, welche Risikoparameter in die Entscheidungen einfließen und mit welchen Faktoren die Rendite erzielt wird“, erklärt Denis Friess, Leiter Institutionelles Fondsmanagement bei der Deka. „Da die Aktienauswahl bei den Modellen auf Basis spezifischer Eigenschaften einer Aktie erfolgt, unterliegen quantitative Strategien keinen emotionalen Einflussfaktoren wie Home Bias oder Overconfidence. So sind die Auswirkungen auf die Risikobudgets leichter nachzuvollziehen. Grundsätzlich lassen sich quantitative Anlagestrategien optimal auf verschiedene Vorgaben anpassen.“

Lösungen für Core-Anlageklassen.

Seit 1998 werden bei der Deka quantitative Anlagestrategien entwickelt, getestet und implementiert. Mit rund 65 Milliarden Euro, die in quantitativ gemanagten Mandaten und Fonds verwaltet werden, zählt die Deka in Deutschland zu den größten Anbietern in diesem Bereich. Im Rahmen ihres quantitativen Fondsmanagements bietet die Deka Lösungen für die Basisanlageklassen Aktien und Renten als Core-Strategien an. Auf der Aktienseite stehen dabei die LowRisk-Ansätze im Vordergrund. Ihr Ziel: durch die Kombination und Gewichtung unterschiedlicher Faktoren ein möglichst schwankungsarmes Portfolio mit maximaler Sharpe-Ratio aufzubauen. Zwar können sich auch die LowRisk-Strategien nicht ganz von der Marktentwicklung abkoppeln, aber sie brauchen in der Regel weniger Performance, um einen Rücksetzer auszugleichen. „LowRisk-Strategien können institutionellen Investoren dabei helfen, eine Positionierung in Aktien vor allem in einem volatilen Umfeld durchzuhalten und so die langfristigen Renditevorteile von Aktien zu nutzen. Es ist eben das größte Problem, wenn ich unter Verlustaspekten aus dem Aktienmarkt aussteige und dann später wieder zurückkomme. In der Regel verpasse ich den größten Teil des Aufschwungs, habe aber den größten Teil des Abschwungs mitgenommen“, unterstreicht Friess.

Auf der Rentenseite zählt die Deka in Deutschland zu den Pionieren und nutzt vor allem faktorbasierte Strategien, die ebenfalls eine optimale Sharpe Ratio erzielen und Drawdowns möglichst reduzieren sollen. Die Bewertung der Bonds erfolgt dabei auf Basis von Risikofaktoren wie „Quality“ sowie von Renditefaktoren wie „Value“ oder „Momentum“. Über die MultiFactor Fixed Income Strategien, welche die Segmente EM- und Global Corporates, High Yield und Government Bonds abdecken, können individuelle Kundenanforderungen erfüllt werden. Dadurch kann die Deka hier auch anlageverordnungskonforme Investmentvehikel anbieten. „Für ein Buy-and-Hold-Portfolio ist die Ausfallsicherheit entscheidend, entsprechend sollte zum Beispiel der Faktor „Quality“ höher gewichtet sein. Geht es eher darum, ein festgelegtes Renditeziel zu erreichen, sind wiederum Faktoren wie „Momentum“ oder „Value“ entscheidender“, erklärt Susanne Hellmann. „Durch diese Flexibilität sind MultiFactor-Strategien eine attraktive Ergänzung zu Direktanlagen, etwa von Pfandbriefen.“

Zusatzrenditen und Diversifikation.

Während die Core-Strategien einen risikooptimierten Zugang zu Kernanlageklassen ermöglichen, lassen sich über Spezialitäten wie die Deka-Vega Plus-Strategie Diversifikationseffekte erzielen und damit das Gesamtportfolio robuster aufstellen. Deka-Vega Plus verfolgt durch die systematische Kombination von Long- und Short-Positionen in Relative-Value-Trades eine Volatilitätsstrategie. Dazu nutzt der Fonds verschiedene Arten von Spreads wie Intermarket- oder Time Spreads. Auf diese Weise lassen sich auch in einem nervösen Marktumfeld (Zusatz-)Renditen für das Gesamtportfolio erzielen.

Neben der Rendite-Risiko-Thematik steht das Thema Nachhaltigkeit bei institutionellen Investoren ganz oben auf der Agenda. Regulatorische Vorgaben und eine entsprechende Erwartungshaltung der eigenen Stakeholder führen dazu, dass entsprechende Kriterien immer stärker Eingang in die Portfolioallokation finden. Die Umsetzung von ESG-Anlagekriterien ist dabei auch mit quantitativen Investmentansätzen problemlos möglich. Zum einen berücksichtigen beispielsweise LowRisk-Strategien durch ihren Qualitätsfokus von sich aus ESG-Aspekte, um Risiken auf Unternehmensebene von vornherein auszuschließen. Daneben gilt: „Wir können bei allen Strategien auf dem Nachhaltigkeitsuniversum der ESG-Spezialisten der Deka aufsetzen“, betont Denis Friess. Auch versuche die Deka, kundenindividuelle Ausschlussvorgaben umzusetzen – wenn es mit Blick auf das gewünschte Ergebnis machbar sei: „Wir prüfen grundsätzlich, welche Auswirkungen sich durch solche Filter mit Blick auf die zu erwartende Performance oder auf mögliche Korrelationen innerhalb der Strategien ergeben.“

Mit Hilfe quantitativer Anlagestrategien können institutionelle Anlegende ihren jeweiligen Herausforderungen begegnen und die Balance zwischen Renditebedarf und Risikoanforderungen halten. Gleichzeitig können mit ihrer Hilfe individuelle Anforderungen, auch unter nachhaltigen Gesichtspunkten, umgesetzt werden. Vor dem Hintergrund eines Marktumfeldes, in dem die Erwirtschaftung stabiler risikooptimierter Renditen tendenziell schwieriger wird, sind sie für institutionelle Investoren damit eine attraktive Alternative. 

Susanne Hellmann, Leiterin Vertrieb Institutionelle Kunden und Denis Friess, Leiter Institutionelles Fondsmanagement, beide Deka

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