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Sparkasse Hameln-Weserbergland setzt auf Immobilien-Masterfonds

Erst kürz­lich überführte die fusio­nierte Sparkasse ihre Immobilien­beteiligungen mit Hilfe der Deka in eine Master­fonds­hülle. Ein Gespräch über Heraus­forderungen und neue Möglichkeiten.


Markt & Impuls im Gespräch mit (v. l. n. r) MICHAEL HAHNE, Vertrieb Institutionelle Kunden und Sparkassen, Deka, KLAUS F. TOBISCH, Vorstand, JOACHIM STORCH, Bereichsleiter Treasury, NILS BÖKER, Bereichs­leiter Unter­nehmens­steuerung, ANDRÉ WÖMPENER, Leiter Handel, alle Sparkasse Hameln Weserbergland

Erst 2016 haben Sie die Stadt­sparkasse Hameln und die Sparkasse Weser­bergland fusioniert. Welche Heraus­forderungen ergaben sich durch das „fusionierte Depot A“?

KLAUS F. TOBISCH Bei beiden Häusern nahm das Depot A einen großen Struktur­anteil ein. Die Heraus­forderung bestand darin, beide Depots so zusammen­zuführen, dass die jeweiligen Bestand­teile auch zur künftigen Strategie des fusio­nierten Hauses passen. Um das Zins­änderungs­risiko für die Sparkasse zu senken, haben wir uns dazu entschieden, dass Immo­bilien­invest­ments auch weiterhin eine bedeutende Rolle für die Sparkasse Hameln-Weserbergland einnehmen sollen. Anschließend standen wir vor der Frage, wie wir unsere Immobilien­strategie künftig umsetzen. Wir haben zunächst alle Optionen disku­tiert, uns aber schnell dafür entschieden, keine Direkt­investments in Immobilien zu wählen, sondern mit Immobilien­fonds für eine stärkere Diversi­fizierung zu sorgen.

„Es kommt entscheidend darauf an, Ziele recht­zeitig zu definieren. Es ist nicht damit getan, eine Fonds­hülle einfach nur zu füllen.“

 

KLAUS F. TOBISCH,
Vorstand Sparkasse Hameln-Weserbergland

Welche Beweggründe gab es dafür?

TOBISCH In erster Linie wollten wir Objekte nicht selbst verwalten. Hinzu kam die fehlende Expertise in einigen attraktiven Lagen wie München, Hamburg oder Berlin. Da lag es nahe, auf unserer Seite Ressourcen zu sparen und diese Aufgaben erfahrenen Fonds­managern zu über­lassen.

 

JOACHIM STORCH Obwohl Immobilien zu unseren Kernaufgaben zählen und wir in der Region für viele Kunden ein starker Partner bei der Immobilien­finanzierung sind, sprach vieles für die Fonds­lösung. Im globalen Kontext betrachtet fallen die Vorteile von Immo­bilien­fonds schnell auf, wie zum Beispiel Risiko­diversifikation, Standort­diversi­fikation und sektorale Diversi­fikation.

Wie kann die Deka in diesen Bereichen helfen?

MICHAEL HAHNE Wir sehen es als unsere Aufgabe, Sparkassen mit unserer Expertise zu unter­stützen und sie bei Alloka­tions- und Umsetzungs­entschei­dungen zu begleiten. Bereits mit den Rechts­vorgängern der Sparkasse Hameln-Weserbergland haben wir sehr erfolgreich zusammen­gearbeitet. Da lag es nahe, den Prozess auch nach der Fusion zu begleiten.


STORCH Für uns ist es ein großer Vorteil, dass beide Häuser bereits Immo­bilien­fonds im Bestand hatten und dabei auch mit der Deka erfolgreich zusammen­gearbeitet haben. Bis auf eine Ausnahme waren alles verschiedene Fonds, was die Zusam­men­legung der Porte­feuilles ein Stück weit erleichtert hat.

„Wichtige Daten, die wir uns bisher müh­sam zusammen­stellen mussten, immer aktuell und jeder­zeit abrufbar zu haben, das ist einer der größten Vorteile unseres Immo­bilien- Master­fonds.“

 

JOACHIM STORCH, Bereichsleiter Treasury
Sparkasse Hameln-Weserbergland

Welche Rolle spielt der Deka Immobilien-Kompass dabei?

ANDRÉ WÖMPENER Den Deka Immo­bilien-Kompass haben wir erst einge­setzt, nachdem die Fusion abge­schlossen war. Im Nach­hinein fiel uns auf, dass wir bestimmte Ele­mente des Gesamt­pakets bereits kannten und damit bislang gute Erfahrungen gemacht hatten. Die Möglich­keit, unsere Investitions­entscheidungen durch einen Dritten über­prüfen zu lassen und bestätigt zu bekommen, empfanden wir als einen besonderen Nutzen des Deka Immo­bilien-Kompasses.


HAHNE Unser Dienstleistungsangebot Deka Immo­bilien-Kompass ist modular aufgebaut. Mit der Sparkasse Hameln-Weserbergland haben wir Schritt für Schritt weitere Module umgesetzt. Ich denke, der wichtigste Punkt für Spar­kassen ist hierbei die externe Draufsicht auf ein bestehendes Portfolio. Wie ist es aufgestellt und konzipiert? Welche Meinung hat eine dritte Partei zur Portfolio­konstruktion? Diese Antworten stoßen bei unseren Partnern weitere Prozesse an und helfen, eine bestehende Strategie anzu­passen oder zu festigen. Diese Schritte begleiten wir.


TOBISCH Die Einschätzungen der Deka zu unserem bestehenden Immo­bilien­port­folio haben uns sehr geholfen und uns zu einer weiteren Über­legung geführt, nämlich unsere verschiedenen Immo­bilien­fonds in einem Immo­bilien-Master­fonds zu bündeln. Nach einem sehr intensiven Due-Diligence-Prozess haben wir uns dann dafür ent­schieden, diesen Master­fonds bei der Deka Invest­ment GmbH aufzulegen. Dies geschah vor allem im Hin­blick auf die weiteren Maß­nahmen in Richtung Risiko­streuungund Durch­schaumethode.

Womit wir bei den beiden wichtigen Themen Reporting und Regulatorik wären …

NILS BÖKER Gerade hier bietet uns der Master­fonds große Vorteile. Die Deka bereitet alle für uns wichtigen Daten sämt­licher Immo­bilien­fonds auf und ermög­licht uns eine sehr detail­lierte Draufsicht. Die Möglich­keit, sämt­liche Bestand­teile der Fonds auf einen Blick analy­sieren zu können, bestand bisher in dieser komfor­tablen Form nicht. Auch schlagen Kurs­schwankungen einzel­ner Immo­bilien­fonds nicht mehr direkt auf die Gewinn und-Verlust-Rech­nung durch. Da wir inzwischen in 19 Fonds investiert sind, schätzen wir die Aufwands­reduktion, die mit der Master­fondshülle verbunden ist, sehr.

 

TOBISCH Abseits der aufsichts­rechtlichen Vorgaben bieten uns detaillierte Daten zuunseren Immobilienfonds den großen Vorteil, dass sie die Art, wie wir Investments im Portfo[-[lio­kontext sehen, verändern. Auf diese Weise entstehen Lerneffekte, die sich auch auf unser sonstiges Investitions­verhalten auswirken.

 

WÖMPENER Genau diese Vorteile sehe ich auch! Die gesetzlichen Anforderungen erfüllen alle Fonds­anbieter. Aber dass die Daten, die wir uns sonst mühsam zusammen­suchen müssten, sinnvoll aufbe­reitet und immer aktuell in einem Report bereit­gehalten werden, ist für uns ein entscheidender Effekt. Darüber hinaus bietet uns der Master­fonds die Möglich­keit, stille Reser­ven aufzubauen.

„Der wichtigste Punkt für Sparkassen ist die externe Draufsicht auf ein bestehendes Port­folio. Diese liefert Antworten und hilft dabei, den Blick für die jeweilige Anlage­strategie zu schärfen.“


MICHAEL HAHNE,
Vertrieb Institutionelle Kunden und Sparkassen bei der Deka

Welche Rolle spielen diese stillen Reserven für Sie?

BÖKER Dies ist eine strategische Entscheidung, um auch in schwächeren Zeiten ggf. stabile Erträge zu vereinnahmen. Der Immo­bilien-Master­fonds gibt uns recht­lich die Möglich­keit, stille Reserven aufzu­bauen. Hinzu kommen zahlreiche Verein­fachungen in steuer- und handels­recht­licher Hin­sicht sowie ein höherer Grad an Trans­parenz. Es ist das Gesamt­paket, das uns überzeugt hat.

Wie muss man sich den Auflegungs­prozess eines Immo­bilien-Masterfonds gemeinsam mit der Deka vorstellen? Orien­tieren Sie sich an einem klaren Fahr­plan oder muss man auf Heraus­forderungen reagieren?

STORCH Beides. Wir hatten eine klare Vorstellung davon, wie der Prozess ablaufen muss. Dann kamen aber immer wieder neue Fragen auf, beispielsweise steuer­licher Natur. Diese dringlichen Fragen konnten wir immer mit der Deka erörtern. Der Draht nach Frankfurt war kurz. Für den Erfolg des Projekts ist das entscheidend.


TOBISCH Gut, dass wir einen solchen Fahr­plan gemeinsam mit der Deka abge­stimmt hatten. Dies hat uns auch intern geholfen, die wichtigen Ziele im Fokus zu behalten und den Prozess – trotz einiger im Prozess entstan­dener neuer Frage­stellungen – im zeitlichen Rahmen erfolg­reich bewältigen zu können. Das kann ich auch nur allen Spar­kassen raten, die noch vor einem ähnlichen Prozess stehen. Es kommt entschei­dend darauf an, Ziele und Abfolgen recht­zeitig zu definieren. Es ist nicht damit getan, eine Fonds­hülle einfach nur zu füllen.

„Der Spezialfonds bietet uns neben der Möglichkeit des Aufbaus stiller Reserven auch zahl­reiche Verein­fachungen in steuer- und handels­rechtlicher Hinsicht sowie einen höheren Grad an Trans­parenz.“


NILS BÖKER,
Bereichsleiter Unternehmenssteuerung Sparkasse Hameln-Weserbergland

Was rät die Deka anderen Sparkassen?

HAHNE Ein gewisser zeitlicher Vorlauf ist sehr wichtig. Auch hilft ein Projekt­plan natür­lich dabei, Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Es bedarf aber auch Erfahrung und Flexi­bilität, um auf Heraus­forderungen reagieren zu können. Manchmal muss man einen Schritt zurück­gehen, um danach freie Bahn zu haben. Da es darum geht, indivi­duelle Frage­stel­lungen zu klären, kann ein Fahr­plan nur die Richtung vorgeben.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 3, Oktober 2018