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Institutionelle ETFs der Deka
Highly Liquid statt "Smart" Beta

Die im September gestarteten institutionellen ETFs der Deka setzen auf hochliquide Underlyings und optimale Handelbarkeit im veränderten regulatorischen Umfeld.

Exchange Traded Funds (ETFs) sind für institutionelle Investoren zu einem unverzichtbaren Baustein ihrer Asset Allocation geworden. Schätzungen zufolge liegen rund 80 Prozent der ETFs in Europa bei Privatbanken, Vermögensverwaltern, Hedgefonds, Pensionsfonds oder Versicherungen. ETFs werden als „Buy-and-hold“- Lösungen für Kernmärkte ebenso genutzt wie zur taktischen Allokation. Nach Untersuchungen von Morningstar dominieren klassische, nach Marktkapitalisierung gewichtete „Plain-Vanilla“-Strategien den Markt in Europa. Der Anteil alternativ gewichteter, sogenannter „Smart“-Beta ETFs, die sich auf einzelne Faktoren wie Minimum-Varianz, Momentum oder auf Strategien wie Long-Short konzentrieren, stagnierte per Ende 2018 bei rund 7,5 Prozent. Ali Masarwah, Chefredakteur bei Morningstar, sieht einen Grund für die Zahlen vor allem im hohen Nachholbedarf institutioneller Anleger nach einfachen und klaren Lösungen: „Die Mittelzuflüsse bei Smart-Beta-ETFs sind da. Aber bei Plain-Vanilla ETFs sind sie einfach deutlich stärker. Viele institutionelle Investoren schichten ihre Bestände jetzt sukzessive in passive Investments um und suchen dabei zunächst einfache und klare Lösungen.“ Seit dem Inkrafttreten der MiFID II-Direktive im Januar 2018 herrscht zudem deutlich mehr Kostentransparenz. Dies erlaubt einen Kostenvergleich auch mit aktiv gemanagten Fonds. Hier können ETFs punkten.

MiFID II verändert ETF-Handel

Überhaupt hat die Einführung von MiFID II für Bewegung im ETF-Markt gesorgt. Durch die verpflichtende Pre- und Post-Trade-Dokumentation stehen Marktteilnehmern jetzt Daten zu den insgesamt gehandelten Volumina, und damit zur Größe und Tiefe des Marktes, zur Verfügung. Das dürfte bei vielen institutionellen Investoren Bedenken hinsichtlich der notwendigen Marktliquidität beseitigt haben. Gleichzeitig führen die von MiFID II geforderten Dokumentationen sowie die Verpflichtung zur „Best-Execution“ dazu, dass ein wachsender Teil des institutionellen ETF-Handels zunehmend über sogenannte RFQ-Plattformen (RFQ=Request for Quote) abgewickelt wird. Auf diesen elektronischen Marktplätzen stellen Investoren Preisanfragen zeitgleich bei einer Vielzahl von Liquiditätsanbietern. Die RFQ-Plattformen verfügen über die notwendige IT-Infrastruktur, um die entsprechende Dokumentation, auch über Sekundenbruchteile einer Transaktion, sicherzustellen.

„Je höher die Liquidität, desto höher ist der Wettbewerb zwischen den Liquiditätsprovidern auf den RFQ-Plattformen und desto besser der für den Anleger erzielte Preis.“

Georg Kayser

Leiter ETF Institutionell

Liquide Underlyings bieten Kostenvorteile

Vor diesem Hintergrund der regulatorischen Veränderungen und der daraus resultierenden Änderungen im ETF-Handel legt die Deka im September 2019 drei neue ETFs auf. Sie sind auf die optimale Umsetzung der Bedürfnisse institutioneller Investoren im veränderten regulatorischen Umfeld ausgerichtet und bieten eine kostengünstige und hochliquide Anlagealternative im sich weiter verschärfenden Niedrigzinsumfeld.

 

Der Deka Euro Corporates 0-3 Liquid UCITS ETF investiert in qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen mit begrenzter Restlaufzeit und entsprechend reduzierter Ausfallwahrscheinlichkeit. Mit dem Deka US Treasuries 7-10 UCITS ETF partizipieren Investoren an den höheren Renditen von US-Staatsanleihen. Der Deka Germany 30 UCITS ETF bietet ein kosteneffizientes Marktbeta zu den 30 größten deutschen Unternehmen.

 

Der Fokus der neuen Deka ETFs liegt auf hochliquiden Underlyings. „Es gibt in der Branche eine Tendenz dazu, auch kleinere Sektoren und Modethemen im Mantel eines ETF umzusetzen. Im Backtest mögen diese alternativen Indexkonzepte vielleicht recht beeindruckende Ergebnisse liefern, im Live-Betrieb geht jedes Abweichen vom klassischen Marktbeta aber zwangsläufig immer zu Lasten der Liquidität“, erläutert Georg Kayser, bei Deka Institutionell zuständig für den ETF-Vertrieb. „Gerade im aktuellen Marktumfeld liegt der originäre Mehrwert eines ETFs in der kosteneffizienten Handelbarkeit. Deshalb setzen wir mit unseren drei neuen ETFs nicht auf Modethemen, sondern auf skalierbares Highly Liquid Beta.“ Auf den RFQ-Plattformen für den institutionellen ETF-Handel spielt die Liquidität der Underlyings bei der Preisbildung eine zentrale Rolle. Je höher die Liquidität, desto höher ist der Wettbewerb zwischen den Liquiditätsprovidern auf den RFQ-Plattformen – und desto besser der für den Anleger erzielte Preis. Die Deka setzt bei ihren ETFs auf eine offene Handelsarchitektur und arbeitet aktuell mit 17 Liquiditätsprovidern, den sogenannten „Authorized Participants“ (APs), zusammen. Der Wettbewerb unter den APs drückt die Handelskosten – zum Vorteil des Investors.

 

Die drei neuen ETFs der Deka sind zu 100 Prozent physisch vollreplizierend. Bei dieser Konstruktion werden ausschließlich die Werte des abgebildeten Index eins zu eins in den ETF gekauft, Derivate kommen nicht zum Einsatz. Damit weiß der Anleger, welche Werte er mit welcher Gewichtung in seinem ETF hält. „Mit der Fokussierung auf eine transparente und nachvollziehbare Produktgestaltung entsprechen wir den aktuellen Anforderungen der deutschen institutionellen Investoren“, erläutert Kayser.

 

Name WKN ISIN Ertragsverwendung TER p.a. (erwartet)
Deka Germany 30
UCITS ETF
ETFL51 DE000ETFL516 ausschüttend 0,09%
Deka US Treasury
7-10 UCITS ETF
ETFL52 DE000ETFL524 ausschüttend 0,07%
Deka Euro Corporates
0-3 Liquid UCITS ETF
ETFL53 DE000ETFL532 ausschüttend 0,15%

Corporate Governance auch in ETFs umsetzen

Die zunehmende Marktmacht passiver Investmentlösungen wirft verstärkt auch die Frage auf, inwieweit dabei Investorenrechte und Aspekte des Shareholder Value von den Asset Managern wahrgenommen werden. Häufig sehen die eigenen Anlagerichtlinien einer Pensionskasse oder Stiftung die Berücksichtigung und Durchsetzung von ESG-Kriterien vor. Morningstar konstatiert bei Investoren wachsende Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von Indexmanagern auf die Unternehmensführung. Sie wollen zunehmend wissen, wie Indexmanager sicherstellen, dass die von ihnen gehaltenen Unternehmen im besten Interesse der Anleger handeln. Die Deka nimmt als Treuhänder der ihr anvertrauten Anlegergelder auch die Stimmrechte ihrer ETF-Anlagen gemäß ihren „Grundsätzen der Abstimmungspolitik“ wahr. Dabei hat sie ihren Fokus bereits seit einiger Zeit auf Themen der Corporate Governance ausgerichtet (siehe Markt & Impuls 2/2019). So setzt sich die Deka auch bei ihren passiven Anlagen zum Beispiel für die Berücksichtigung von ESG-Kriterien als Leistungsparameter bei der Managementvergütung und eine entsprechende Incentivierung ein.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, September 2019