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Zinsbuchsteuerung
Treffsichere Lösungen für die Cashflow-Optimierung

Die Anpassung der Zahlungsströme aus dem Zinsbuch der Sparkassen an die Benchmark-Cashflows gehört zu den zentralen Herausforderungen bei der Zinsbuchsteuerung. Bei der Auswahl geeigneter Instrumente zur Schließung von Investitionslücken steht die Deka den Sparkassen als Steuerungspartner zur Seite.

Lücken bei den zukünftigen Cashflows aus dem Zinsbuch identifizieren und schließen – das gehört zum alltäglichen Geschäft bei der Steuerung des Zinsbuchs. Was dies derzeit besonders anspruchsvoll macht, ist der Rückgang der Marktzinsen auf ein Niveau, das die Erzielung hinreichender Erträge erschwert. „Daher kommt es mehr denn je darauf an, risikoarme Mehrerträge zu erwirtschaften und konsequent Kostenvorteile auszunutzen“, sagt Patrick Traughber, Leiter Institutionelle Kunden Sparkassen Mitte bei der DekaBank. Für viele Sparkassen ist das eine zusätzliche Herausforderung, die nach intelligenten Lösungen verlangt. Die Deka wird ihrer Rolle als Partner der Sparkassen gerecht, indem sie bedarfs­gerechte Konzepte für die Cashflow-Steuerung anbietet. Dabei lassen sich kalkulierter Zusatzertrag und Kosteneffizienz miteinander verknüpfen.

 

Attraktive Zinsniveaus bei Anleihekauf auf Termin

„Sollen Lücken bei den zukünftigen Zahlungsströmen aus dem Zinsbuch geschlossen werden, wird traditionell auf aktuell fällig gewordene Mittel zurück­gegriffen“, erläutert Traughber. „Diese werden dann dem gewünschten Cashflow-Profil entsprechend reinvestiert. Durch die Beschränkung auf die Wieder­anlage aktuell frei werdender Gelder wird aber der Handlungsspielraum unnötig eingeschränkt.“ Denn so verzichte man auf die Möglichkeit, sich unabhängig von der momentanen Mittelverfügbarkeit attraktive Kondi­tionen für die Zukunft zu sichern.

Es kommt mehr denn je darauf an, risikoarme Mehrerträge zu erwirtschaften und konsequent Kostenvorteile auszunutzen.

Patrick Traughber

Leiter Institutionelle Kunden
Sparkassen Mitte
DekaBank

So kann eine Sparkasse beispielsweise bereits heute den Bedarf zur Schließung von Cashflow-Lücken im Laufzeitband von sechs Jahren absehen. In einem Jahr fließen der Sparkasse wieder Mittel zur Neuanlage zu, sie möchte sich aber schon jetzt das für sie attraktive Zinsniveau im 6-Jahres-Bereich sichern. In ihrem Zinsszenario geht sie nämlich davon aus, dass die Renditen in diesem Laufzeitsegment nicht steigen werden und sogar weiter fallen könnten. „Maßstab dabei ist das am Terminmarkt eingepreiste Renditeniveau sechsjähriger Anleihen in einem Jahr“, so Traughber. „Die Sparkasse rechnet also nicht damit, dass sie die Anleihe im kommenden Jahr günstiger erwerben kann und damit eine höhere Rendite erhält, als derzeit am Terminmarkt unterstellt wird.“ Sie geht davon aus, dass der Terminmarkt das künftige Renditeniveau im 6-Jahres-Bereich überschätzt. Daher besteht für sie ein Anreiz, jetzt ein Termingeschäft zum Kauf der Anleihe in einem Jahr abzuschließen und den Erwerb durch die dann frei werdenden Mittel zu finanzieren. Da der Abschluss des Termingeschäfts selbst mit keinen Kosten verbunden ist, kann sie die aktuell verfügbare Liquidität anderweitig einsetzen (siehe Grafik).

Bleibt das Zinsniveau tatsächlich konstant, fällt oder bleibt zumindest hinter den Erwartungen des Terminmarkts zurück, wird die Sparkasse die Anleihe im Zuge des Termingeschäfts in einem Jahr auf einem höheren Renditeniveau – sprich: zu einem günstigeren Kurs – erwerben können, als dies gleichzeitig am Kassamarkt möglich wäre. „Durch die Festschreibung des Renditeniveaus im Rahmen des Termingeschäfts hat sie damit nicht nur Planungssicherheit gewonnen. Sie hat außerdem einen Zusatzgewinn erzielt, der als Renditeaufschlag oder als Kostenvorteil interpretiert werden kann“, lautet das Fazit des Deka-Experten. Demnach ist der Anleihekauf auf Termin nicht nur eine wirkungsvolle Methode zur vorausschauenden Schließung zukünftiger Cashflow-Lücken unter Schonung der aktuellen Liquidität. Er stellt gleichzeitig einen Weg dar, eine vom Markt abweichende, rechnerische Zinsprognose (Terminzinsen) in willkommene Zusatzerträge umzumünzen.

Beispiel Terminwertpapierkauf

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Quelle: Deka Investment; Stand: November 2014

Renditeaufschlag bei Einsatz kündbarer Stufenzinsanleihen

Um zusätzliche Erträge im Zinsbuch zu erzielen, muss man nicht unbedingt höhere Bonitätsrisiken eingehen. So bieten Stufenzinsanleihen mit einem Kündigungsrecht attraktive Renditeprämien gegenüber un­kündbaren Papieren – bei gleicher Kreditqualität. Dies lässt sich im Rahmen der Cashflow-Optimierung im Zinsbuch ausnutzen.

Eine Sparkasse möchte zum Beispiel Cash­flow-Lücken in ihrem Zinsbuch schließen, die auf Sicht von fünf oder zehn Jahren bestehen. Einen nennenswerten Anstieg der Zinsen erwartet sie zumindest auf 5-Jahres-Sicht nicht. Die Sparkasse schließt auch ein dauerhaftes Zinstief über den 10-Jahres-Zeitraum nicht aus, möchte sich hier aber weniger binden. In jedem Fall strebt sie über den 5- oder 10-Jahres-Zeitraum einen Zusatzertrag an, ohne erhöhte Bonitätsrisiken eingehen zu müssen.

Die Lösung: Die Sparkasse erwirbt eine von der Deka emittierte erstklassige Anleihe mit einer maximalen Laufzeit von zehn Jahren. Nach fünf Jahren hat die Deka das Recht, die Anleihe zu kündigen und zu pari zurückzuzahlen. Als Ausgleich für das damit verbundene Wiederanlagerisiko erhält die Spar­kasse eine jährliche Kuponzahlung über den ersten 5-Jahres-Zeitraum von einem Prozent. Das sind rund 36 Basis-
punkte mehr als bei einer fünfjährigen Anleihe der Deka ohne Kündigungsrecht. Macht die Deka keinen Gebrauch von ihrem Kündigungsrecht, läuft die Anleihe weitere fünf Jahre bis zur Endfälligkeit.

In diesem Zeitraum wird ein nochmals höherer Kupon von zwei Prozent p. a. gezahlt. Über den gesamten 10-Jahres-Zeitraum – also ohne Kündigung der Anleihe – belaufen sich die durchschnittlichen Kupon­erträge dann auf 1,482 Prozent p. a. Damit erzielt die Sparkasse einen Zinsvorteil von rund 18,2 Basis­punkten gegenüber einer unkündbaren zehnjährigen Anleihe der Deka.

„Unabhängig von der Ausübung des Kündigungsrechts kann die Sparkasse bei der kündbaren Stufenzinsanleihe mit einem sicheren Zusatzertrag rechnen“, sagt Traughber. „Außerdem kann sie mit potenziellen Cashflows in fünf oder zehn Jahren rechnen.“ Ein weiterer Vorteil liege darin, dass die höheren Kuponerträge einen größeren Puffer im Fall steigender Marktzinsen bieten. Damit falle auch das Abschreibungs­risiko entsprechend geringer aus, erklärt der Deka-Experte.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2015