INTERESSANTE BEIMISCHUNG FÜR INSTITUTIONELLE PORTFOLIEN

Bei Alternative Credit greift alles ineinander

Alternative Credit-Transaktionen eignen sich gerade in Niedrigzinszeiten als lukrative Beimischung für Portfolien institutioneller Anleger. Auswahl und Implementierung müssen allerdings äußerst professionell erfolgen. Denn die Produkte sind ausgesprochen vielschichtig. Dafür winken attraktive Komplexitäts- und Illiquiditätsprämien.

Juli 2021

Die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten hält für institutionelle Anleger eine ganze Reihe von Herausforderungen bereit. Trotz der zuletzt wieder ansteigenden Zinsen muss dennoch weltweit und insbesondere in der Eurozone von einem strukturellen Niedrigzinsumfeld gesprochen werden. Zugleich nehmen die regulatorischen Anforderungen beständig zu, wie die Novellierung des europäischen Aufsichtsregimes Solvency II für die Versicherungsbranche zeigt.

Eine lukrative Nische.

Das überwiegend aus Anleihen bestehende klassische Anlageuniversum bietet kaum Auswege aus dem aktuellen Niedrigzinsdilemma. Es gibt aber Lösungen, die ermöglichen, das Portfolio zu diversifizieren, robuster zu gestalten und alternative Ertragsquellen zu erschließen: Alternative Credit-Produkte. Ihr Aufstieg hängt eng mit der stärkeren Regulierung der traditionellen Kreditgeber, der Banken, nach der Finanzkrise zusammen. Die Möglichkeit für Institute, Kredite zu vergeben, ist insbesondere aufgrund der strengeren Eigenkapitalvorschriften eingeschränkt. Zugleich besteht nachfrageseitig weiterhin ein großer Kapitalbedarf: Aufgrund dieser Konstellation „Verknapptes Angebot bei gleichbleibender Nachfrage“ hat sich in der vergangenen Dekade eine lukrative Nische für bankfremde Kreditgeber gebildet. Diese Nische können institutionelle Investoren besetzen. Für Alternative Credit gibt es keine allgemeingültige Definition. Es werden diverse Assetklassen unter diesem Begriff subsumiert. Entsprechend groß und heterogen ist das Anlageuniversum. Keine Transaktion ist wie die andere, sondern jeweils höchst individuell. Es geht immer um Kapitalvergabe im weniger transparenten illiquiden Private Market.

Das Prinzip ist einleuchtend und smart, die Umsetzung stellt sich jedoch als ausgesprochen komplex dar. Dies zeigt das Beispiel einer großvolumigen Transaktion der Deka im Jahr 2020: Ein Zusammenschluss von diversen Family Offices wollte die laufenden Einnahmen (Erbbauzinsen) aus Grundstücken mit rund 9.000 Wohneinheiten in über 60 Städten aus zwölf Bundesländern komplett monetarisieren und dafür die Erbbauzins-Ansprüche verkaufen. Im Gegenzug sollten die Investoren für die nächsten 50 Jahre den Zugriff auf die laufenden Erbbauzinsen bekommen und somit gezielt Komplexitäts- und Illiquiditätsprämien vereinnahmen.

Intelligente Lösung über den kundenspezifischen Deka-Spezialfonds.

Um das Investment etwa Versicherungen und anderen institutionellen Anlegern zu ermöglichen, transformierte die Deka dieses Underlying in ein Anleiheformat. Zu diesem Zweck wurde im Rahmen der Strukturierung eine Zweckgesellschaft gegründet. Diese Zweckgesellschaft hält die Erbbaurechts-Grundstücke und begibt eine inflationsindexierte An leihe. Die Kunden erwerben diese Anleihe über ihren Spezialfonds bei der Deka. Die Erbbauzins-Zahlungen des Underlyings werden wiederum für die Zins- und Tilgungszahlungen der Anleihe verwendet.

In ein derartig komplexes Projekt ist eine Vielzahl von Beteiligten involviert. „Diese Transaktionen erfordern einen unglaublich hohen Aufwand, nicht nur im Hinblick auf die Due Diligence, sondern auch in Bezug auf infrastrukturelle Aspekte. Es ist aufwändig, diese Investments für Kunden erwerbbar zu machen. Mit klassischen Unternehmens- und Staatsanleihen sind solche Alternative Credit-Transaktionen nicht ansatzweise vergleichbar“, erläutert Dr. Ulrich Neugebauer, Leiter Quantitatives Asset Management, ETF & Institutionelle und Sprecher der Geschäftsführung der Deka Investment.

Entsprechend attraktiv sind die Illiquiditäts- und Komplexitätsprämien, die von den Investoren vereinnahmt werden können. So beträgt bei der hier gewählten Konstruktion die durchschnittliche jährliche Rendite der Anleihe rund drei Prozent bei einer unterstellten Inflationsrate von 1,3 Prozent. Die hohe Werthaltigkeit des Underlyings unterstreicht die relative Vorteilhaftigkeit der Anlageklasse im Marktkontext.

Attraktive Zinsprämien, große Laufzeitenvielfalt, starke Besicherung.

Solche Investments sind schwer zu finden. Dafür bedarf es kreativer Lösungen jenseits der traditionellen Pfade. „Mit Alternative Credit sind wir in der Lage, für institutionelle Investoren Renditequellen abseits des Mainstreams zu erschließen und so zu strukturieren und anzubieten, dass sie den spezifischen Bedürfnissen und Erfordernissen institutioneller Investorengruppen entsprechen“, unterstreicht Dr. Neugebauer. Dabei wird der Fokus sukzessive von Deutschland ins europäische Ausland erweitert, zum Beispiel nach Frankreich oder auch Österreich. Die Art der Transaktionen variiert: Neben Erbbaurechts-Transaktionen geht es beispielsweise auch noch um die Kapitalvergabe an soziale Wohnungsbaugesellschaften in Frankreich und den Kauf von Hypothekenkrediten in den Niederlanden. Die Bandbreite ist groß. Die Transaktionen der Deka kombinieren ein attraktives Risiko-Rendite-Profil auch in den von vielen institutionellen Kunden stark nachgefragten langen Laufzeiten. „Alternative Credit-Assets diversifizieren das Portfolio und verringern die Abhängigkeit von traditionellen Anlageklassen. Zugleich bieten sie die Möglichkeit, konjunkturunabhängige Anlagen mit kalkulierbaren Cashflows und Besicherung beizumischen“, stellt Dr. Neugebauer heraus. Insbesondere Versicherungen, Versorgungswerke und Pensionskassen können profitieren (vergleiche dazu die Seiten 8/9).

Exklusiver Deka-Zugang zu Top-Transaktionen.

Damit die Rechnung aufgeht, sollte sich ein institutioneller Anleger ohne engmaschige professionelle Unterstützung und Guidance nicht auf dieses Terrain wagen. Nur wenige Anbieter verfügen wie die Deka über die Expertise und die Erfahrung, um geeignete und tragfähige Transaktionen zu identifizieren, zu strukturieren und zu platzieren. Das fundierte Know-how ermöglicht dem Deka-Spezialisten-Team, die inhaltliche Ausrichtung der Transaktionen an die Marktentwicklungen anzupassen. „Innerhalb des Anlage-Universums konzentrieren wir uns auf besicherte Transaktionen mit werthaltigen Sicherheiten, welche unseren Kunden die gewünschten Komplexitäts- und Illiquiditätsprämien offerieren“, erläutert Dr. Neugebauer.

Wachsendes Potenzial gegenüber liquiden Anlageformen.

Die Deka strukturiert die Transaktionen dabei grundsätzlich so, dass der Anleger am Ende eine Inhaber-Schuldverschreibung erwirbt. Damit besteht ein großer Spielraum für Alternative Credit als Beimischung im Portfolio und als Teil der Risikomischung langfristig orientierter Investoren. Vor dem Hintergrund des strukturellen Niedrigzinsumfeldes sieht Dr. Neugebauer somit „wachsendes Potenzial gerade für institutionelle Anleger auf der Suche nach Anlagen mit Wertschöpfung in Form einer Prämie gegenüber liquiden Anlageformen.“ Er resümiert: „Als Deka sind wir in der Lage, mit Alternative Credit institutionellen Investoren auch in einem ausgesprochen herausfordernden Kapitalmarktumfeld individuelle Lösungen für ihre spezifischen Bedarfe anzubieten.“

"Als Deka sind wir in der Lage, mit Alternative Credit institutionellen Investoren auch in einem ausgesprochenen herausfordernden Kapitalmarktumfeld individuelle Lösungen für ihre spezifischen Bedarfe anzubieten."

Dr. Ulrich Neugebauer

Leiter Quantitatives Asset Management, ETF & Institutionelle.

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