Impuls

Zinsniveau schafft wieder mehr Luft für Anleihe-Renditen.

Steigende Kupons und positive Renditen bieten wieder interessante Investitionsmöglichkeiten. Wo diese liegen und was institutionelle Investoren mit Blick auf ihre Verpflichtungen beachten sollten, erläutern die Deka-Experten Jörg Bungeroth und Dr. Alexander Zanker.

August 2022

Die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken führte bei vielen institutionellen Anlegern im Rentenbereich zu einem Anlagenotstand, da Neuanlagen nicht mehr die notwendigen Renditen versprachen. Unter dem Druck gestiegener Inflation vollziehen die Zentralbanken aktuell eine Kehrtwende und erhöhen die Leitzinsen. Am 21. Juli hat die EZB eine Anhebung der Leitzinsen um 50 Basispunkte bekannt gegeben und eine Erhöhung um 50 Punkte im September sowie vier weitere Zinsschritte à 25 Basispunkten angekündigt. Die US-amerikanische Fed hatte bereits im Juni die Leitzinsen so stark angehoben wie seit 28 Jahren nicht mehr. Am 27. Juli setzte sie erwartungsgemäß den nächsten Zinsschritt um weitere 75 Basispunkte, auf eine Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Zudem wurden weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt, um die Inflation auf die Zielmarke von zwei Prozent zurückzubringen. Das Makro-Research der DekaBank prognostiziert für Ende 2022 ein Leitzinsintervall von 3,25 bis 3,50 Prozent, also im Rahmen des von Fed-Präsident Jerome Powell angekündigten Korridors einer potenziellen Zinsentwicklung.

„Damit finden institutionelle Investoren bei Anleihen wieder interessante Investmentopportunitäten“, so Jörg Bungeroth, Produktspezialist für Anleihen bei der Deka: „In den vergangenen Jahren führte die Niedrigzinspolitik dazu, dass mit Rentenpapieren kaum noch auskömmliche Renditen erzielt werden konnten. Entsprechend waren viele Anlegende gezwungen, in risikoreichere oder illiquide Anlageklassen sowie in längere Laufzeiten zu wechseln“ Insbesondere die Allokation in Staatsanleihen und Corporate Bonds (mit hoher Bonität) hat stark nachgelassen, da mit ihnen die nötigen Renditeziele nicht mehr erreicht werden konnten.

Anleihen mit attraktivem Renditeniveau.

„Viele institutionelle Anleger diskutieren aktuell mit uns, wie sie sich strategisch mit ihrer Kapitalallokation aufstellen sollen“, kommentiert Dr. Alexander Zanker, Leiter Institutional Consulting Solutions der Deka, das aktuelle Marktumfeld. Der Markt hat einen Großteil der erwarteten Zinsänderungen bereits eingepreist – entsprechend mussten Anleihen in den vergangenen Monaten sehr hohe Kursabschläge hinnehmen. Die Renditen hingegen haben deutlich zugelegt: So sind beispielsweise die Renditen 10-jähriger deutscher Staatsanleihen aus einem negativen Bereich auf in der Spitze bis zu 1,75 Prozent gestiegen. Und italienische Staatsanleihen standen Mitte Juni bei über vier Prozent. Ähnlich stellt sich die Situation auf Seiten der Unternehmensanleihen dar; hier ist neben der Zinserhöhung außerdem eine Ausweitung der Risikoprämien zu beobachten. Notierten Unternehmensanleihen im August 2021 noch mit einer Rendite von deutlich unter einem Prozent, lag sie per Ende Juni 2022 für Investmentgrade-Papiere bei 3,2 Prozent. Im High-Yield-Bereich stieg sie gar auf knapp 7,5 Prozent. Damit bieten Anleihen für die strategische Portfolioallokation institutioneller Anleger wieder ein sehr interessantes Investitionsniveau. „Wir sehen, dass in der strategischen Portfolioallokation das Interesse und die Nachfrage der institutionellen Investoren nach liquiden Assets wie Staats- und Unternehmensanleihen wieder anzieht“, erläutert Dr. Zanker. Typischerweise bewegen sich die Renditeziele institutioneller Kundinnen und Kunden im Bereich von zwei bis drei Prozent. In der Niedrigzinsphase mussten Anleiheanlagen in illiquide Assets umgeschichtet werden, um Renditeziele erreichen zu können. „Dieser Trend ist mittlerweile gebrochen, da die relative Attraktivität illiquider Anlageklassen durch die Zins- und Renditeanstiege zurückgegangen ist. Renditen von zwei bis drei Prozent lassen sich jetzt beispielsweise wieder mit europäischen Anleihen und einer geringen Aktienbeimischung erreichen, weshalb viele Kunden sehr bewusst das höhere Renditepotenzial für eine Risikoreduzierung nutzen. Allerdings sind die gewählten Lösungsansätze abhängig vom Kundentyp unterschiedlich.“

Anleihe-Allokation auf Verpflichtungen abstimmen.

Für diese unterschiedlichen Herangehensweisen gibt es konkrete Gründe: Institutionelle Investoren wie beispielsweise Stiftungen können aufgrund des höheren Renditeniveaus von Staats- und Unternehmensanleihen ihr Portfolio unter Rendite- und Risikoaspekten optimieren. Eine Zielrendite von zwei bis drei Prozent ist bereits mit deutlich höheren Anleiheallokationen erreichbar, weshalb die erwartete Volatilität und das Verlustrisiko des Portfolios durch eine Umallokation gesenkt werden kann. Aufgrund der bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten bauen diese Anlegenden in der aktuellen Phase oftmals noch eher strategische Anlagen im Segment kurzer und mittlerer Duration auf, um die Zinssensitivität der Kapitalanlage nicht zu erhöhen. „Institutionelle Investoren mit Zahlungsverpflichtungen wie beispielsweise Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge hingegen müssen neben der Aktivseite mit den Assets immer auch die Passivseite ihrer Bilanz im Blick behalten“, erklärt Dr. Zanker. „Sie haben zumeist sehr lange Durationen über 15 bis 20 Jahre auf der Verpflichtungsseite – wodurch sie hier einem hohen Zinsrisiko ausgesetzt sind. Diese Anlegenden nutzen das höhere Zinsniveau bereits verstärkt, um Risiken im ALM-Kontext abzusichern.“ Entsprechend der längeren Duration ihrer Verpflichtungen bauen sie kongruente Anleihenportfolios auf, um durch einen sogenannten Durations-Match zwischen Aktiv- und Passivseite ihre Abhängigkeit von bilanziellen Schwankungen zu reduzieren. Laufen Verpflichtungen und Asset stärker im Gleichklang, führt dies zu weniger volatilen Ausfinanzierungsgraden und die Bilanz wird bei künftigen Zinsveränderungen weniger belastet.

„In Anbetracht der aktuellen Zinssituation und der gestiegenen Renditen bietet sich für institutionelle Anleger die Möglichkeit, ihre Asset Allocation anzupassen und durch Investments in Rentenpapiere ein gezieltes De-Risking vorzunehmen. Hier können wir Kunden mit unserem Deka Strategy Navigator unterstützen, indem wir ihren Bedarf transparent analysieren sowie eine passgenaue Strategie für den individuellen Kunden entwickeln“, so Dr. Zanker.

Signifikantes Alpha durch aktiven Ansatz.

Bei einem Ausbau der Anleihepositionen ist vor allem die Implementierung eminent wichtig. „Im aktuellen Marktumfeld bietet sich ein aktives Management an, da sich Einflussfaktoren auf der makroökonomischen Ebene sowie fundamentale Aspekte sehr dynamisch ändern. In einem solchen Umfeld können aktive Ansätze Alpha-Quellen besser nutzen“, erläutert Bungeroth. Durch eine Fokussierung auf bonitätsstarke Anleihen lassen sich Abwertungen vermeiden und die sehr weiten Spreads in der Peripherie der Europäischen Union im Rahmen einer taktischen Allokation nutzen. Nicht zuletzt können attraktive Crossover-Emittenten identifiziert werden. Dies sind Unternehmen, die von ihren Bonitätseinstufungen her am unteren Rand von Investment Grade und am oberen Rand von High Yield liegen. Oftmals werden auch Emittenten mit robusten Geschäftsmodellen aufgrund phasenweise rückläufiger Unternehmensergebnisse in ihrem Rating heruntergestuft, womit sie aus Investment-Grade-Indizes herausfallen und von vielen Anlegenden verkauft werden müssen. „Hier bieten sich attraktive Opportunitäten – die jedoch einen aktiven Ansatz mit Risiko-Management und umfangreicher ‚Bottom up‘-Analyse voraussetzen“, wie Deka-Experte Bungeroth weiter ausführt.

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