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Regeln und Wandel
Eine kurze Geschichte in Bildern

Feste Regeln werden oft als unnötige Einengung der individuellen Freiheit gesehen. Dabei haben Regeln durchaus ihre Berechtigung und können selbst zur Erfolgsgeschichte werden.
Auf den folgenden Seiten illustrieren wir einige Beispiele.

Gurtpflicht: Lebensretter für Millionen

Als in den Industrieländern der 1970er Jahre nach und nach die allgemeine Gurtpflicht eingeführt wurde, stieß sie auf weit verbreiteten Widerstand. Unwillen gegenüber der paternalistischen Bevormundung mischte sich mit der Angst, bei einem Unfall wegen der Fixierung im Auto zu verbrennen oder zu ertrinken. Auch die Sorge um die Auswirkung des Gurttragens auf die Ausformung des weiblichen Busens trieb vor allem die Medien um. Heute zeigen die Statistiken, dass der Gurt Millionen Menschen das Leben gerettet und noch viele mehr vor schweren Verletzungen bewahrt hat.


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Charmante Präsentation der Sicherheitsinnovation bei Volvo

Volvo Car Germany GmbH



DIN-Norm: Erfolg durch Standards

Industrialisierung als Motor des gesamtgesel­lschaft­lichen Wohlstands beruht auf Arbeitsteilung. Dafür müssen einzelne Teile im Produktionsprozess kom­patibel mit der nächsten Verarbeitungsstufe sein.
Erst durch die von Unternehmen im Konsens ent­wick­elten Normen kann sich technisches Wissen rasch verbreiten. Die damit verbundene Standard­isierung zahlt sich aus: Für 2011 bezifferte eine Studie den gesamtwirtschaftlichen Nutzen der Normung für Deutschland auf rund 17 Milliarden Euro.

Quelle: „Der gesamtwirtschaftliche Nutzen der Normung“, S. 20
Hrsg.: DIN Deutsches Institut für Normung e. V.

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Büro-Chaos ade – 1922 wurde die Norm DIN 476 für Papierformate veröffentlicht.


160 Jahre Fußballregeln: Die Regulierung des Kicks

Wenn man daran denkt, wie lange es bis zur Einführung der Torlinientechnologie gedauert hat, scheint Fußball keine besonders wandlungsfreudige Sportart zu sein. Über die Jahrzehnte gesehen, hat sich regeltechnisch aber doch einiges getan und Fußball wurde zu dem Sport gemacht, den wir heute lieben.


1848: Erste schriftliche Regeln in Cambridge, eine Mannschaft hat noch 15 – 20 Spieler
1869: Einführung des Torwarts
1870: Begrenzung der Spielerzahl auf elf
1871: Handspiel nur für den Torwart erlaubt, diese Regelung führt zur endgültigen Trennung vom Rugby
1877: Platzverweis für grobes Foulspiel
1891: Strafstoß nach Foul im Strafraum, Tore erhalten Netze
1904: Hosen müssen nicht mehr über das Knie reichen
1939: Einführung der Rückennummern
1970: System der gelben und roten Karten und Elfmeter nach Verlängerung
1993: Verbot der „Grätsche von hinten“ 2013: Torlinientechnologie erstmals eingesetzt

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Das Runde muss ins Eckige – so viel war immer klar


Schulpflicht: Bildung für alle

Im Mittelalter war Lesen und Schreiben das Vorrecht von weniger Privilegierter. Buchdruck und Reformation haben den Wandel eingeleitet. Schon im 17. Jahrhundert wurde in einigen deutschen Fürsten­tümern die allgemeine Schulpflicht eingeführt. 1919 wurde sie in der Weimarer Reichsverfassung ­verankert. Heute ist es undenkbar, einem heran­wachsenden Kind – ganz gleich aus welcher gesellschaftlichen Schicht – eine grundlegende Schulbildung zu verweigern. Für Flüchtlingskinder jedoch gelten je nach Bundesland noch unterschiedliche Richtlinien – Zeit für eine neue Regelung?

 

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„Ende der Schulstunde“, Ferdinand Georg Waldmüller (1841)

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2015