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Risikomanagement und Reporting
von indirekten Vehikeln

Wenn Immobilien-Dachfonds in verschiedene Strategien investieren, steigt die Komplexität. Die bisherige Datenlage wird dieser Heraus­forderung kaum gerecht. Deka Immobilien forciert mit den wichtigsten Branchen­verbänden neue Lösungen.

Im aktuellen Zins­umfeld ist die Anforderung an die Steuerung von Immobilien­fonds gewachsen. Insbesondere bei der Transparenz von Dachfonds bleiben Immobilien- noch immer hinter Wertpapier­fonds zurück. Um den Vorschriften aus Regulatorik, Risiko­management und aufsichts­rechtlicher Sicht auch in Reportings gerecht werden zu können, ist ein standardisierter Daten­austausch notwendig. Entstanden sind ein gemeinsamer Daten­standard und das bestehende „Property-Return-Modell“.

 

Etablierung eines Datenstandards

Insbesondere zwischen Immobilien-Dachfonds und den jeweiligen Ziel­fonds sollte hinsichtlich der Daten­lage eine Kongruenz herrschen, um Risiko­management und Reporting effizient durchsetzen zu können. Da der Datenaustausch sowohl Fonds- als auch Immobilien­themen betrifft, hat die Deka hier gemeinsam mit dem Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI) und der Gesellschaft für Immobilien­wirtschaft­liche Forschung e. V. (gif ) einen Branchen­standard für Immobilienfonds erarbeitet. Durch die Standardisierung der ermittelten Daten können die Informationen aus einzelnen Fonds auch auf Dachfondsebene automatisch miteinander verglichen und zu einem gemeinsamen Reporting kombiniert werden. Dadurch erhöht sich die Qualität und Analyse­tiefe des Reportings bei gleich­zeitiger Reduktion des Aufwandes auf beiden Seiten.

 

Dieser Daten­standard wird regel­mäßig weiter­entwickelt, um zusätz­lichen oder geänderten Anforderungen gerecht werden zu können. Neben dem Fokus auf die inhaltliche Abstimmung, wird auch die technische Definition des Standards an zukünftigen Anforderungen orientiert. So werden zukünftig nicht mehr einzelne Daten, sondern Schnitt­stellen zum Daten­transfer im Fokus stehen. Zunehmende Standards und Automatisierung erlauben eine optimierte Validierung der Daten, so dass manuelle Arbeit reduziert und die Qualität der Reporting­daten auf Einzel- und Dachfonds­ebene verbessert werden kann.

Durchschau-Reporting für Immobilien-Dachfonds
Modulare Datenstruktur

Quelle: DekaBank; Stand: Februar 2017

Konzeption eines Durchschau-Reportings

Aufbauend auf dem dargestellten standardisierten Austausch von Daten aus Immobilien­fonds, hat die Deka ein erweitertes Durch­schau-Reporting für Dach­fonds entwickelt. Dieses erfasst immobilien­bezogene Daten von externen Zielfonds, stellt ein aggregiertes Reporting auf Dachfonds­ebene zur Verfügung und löst das bisherige Dachfonds­reporting der Deka ab. Dieses Konzept geht deutlich über bisher bestehende Reportings hinaus. Um den verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden, wurde das Durchschau-Reporting als modulares Konzept entwickelt. Den Kern bildet ein so genanntes Grundmodul, das bezüglich des Inhalts und des Datenumfangs so gestaltet ist, dass es die Mindest­anforderungen an ein allgemeines Reporting für Dachfonds abdeckt. Darüber hinaus werden thematisch gegliederte Zusatz­module angeboten, da einzelne Themen beziehungs­weise der erforderliche Detaillierungsgrad nicht für alle Dachfonds identisch sind. So kann beispielsweise ein opportunistisch ausgerichteter Fonds zusätzlich Details zu Projekt­entwicklungen und Transaktionen benötigen, während ein global orientierter Dachfonds die Abhängigkeit von einzelnen Währungen analysieren möchte. Neben der Bedienung der unterschied­lichen Interessen bietet der modulare Aufbau ebenso den Vorteil, dass der Datenumfang auf das notwendige Maß begrenzt werden kann.

 

Konzeption neuer Ansätze der Risikomodellierung

Das von der Deka für die Sparkassen und branchenweit über den BVI etablierte „Property-Return-Modell“ soll die bisherigen Verfahren der Risikomessung in Immobilien­fonds ergänzen und relevante Marktrisiko-Kenn­zahlen eines beliebigen Immobilien­bestands in einem Fonds abbilden. Dabei wird das Immobilien­risiko auf Grundlage von allgemeinen Rendite- Zeitreihen auf Länderund Nutzungs­artebene unter Berück­sichtigung der aktuellen Allokations­gewichtung des Fonds ermittelt. Das Modell stellt abgeleitete Risikokennzahlen für die Zukunft dar. Dazu gehören vor allem die durchschnitt­lichen Wertänderungs- und Total-Return-Renditen sowie die statistischen Größen Erwartungswert oder Standardabweichung. Für spezifische Kunden­anforderungen zur Risikomessung, die über die allgemein bekannten Modelle, hinausgehen steht die Deka zusätzlich mit bereits erprobtem Wissen und Modellen für Beratungen bereit.

 

Einheitliche Lösungen sind die Zukunft

Für ein effizientes und adäquates Steuerungs­wesen und Risiko­management von Dachfonds sind nur anbieter­übergreifende Lösungen zielführend. Mit dem Durchschau-Reporting, dem Property-Return-Modell sowie mit Konzeptionen für deren Erweiterung wird die Deka schon heute höchsten Kunden­anforderungen gerecht und optimiert so Risiko­management und Anforderungen der Regulatorik gleichermaßen. Dies steht unseren Investoren zur Verfügung, auch wenn sie die Fondshülle bei einer anderen Kapital­verwaltungs­gesellschaft administrieren lassen.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 2, Mai 2017