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Ertragreich investieren
„Dividenden sind die neuen Zinsen“

Über niedrige Zinsen klagen oder ertragreichere Alternativen suchen – eine andere Wahl haben Investoren derzeit nicht. Denn das Warten auf bessere Zeiten am Anleihemarkt wird nach unserer Einschätzung noch lange dauern. Umso besser, dass es auch andere Wege zu mehr Ertrag gibt: dividendenstarke Aktien.

Investoren haben sich längst mit dem schleichenden Abschmelzen ihres Realvermögens arrangiert. Denn mit niedrigen Kupons für Bundesanleihen und viele Unternehmensbonds lässt sich die Inflation nicht mehr ausgleichen. Dabei bieten genau jene Unternehmen, deren Anleihen in der Gunst der Investoren weit oben stehen, echte Alternativen. Sie zahlen oft seit vielen Jahren stabile und hohe Dividenden, die deutlich über den derzeitigen Anleihezinsen liegen. „Dividenden sind die neuen Zinsen“, sagt deshalb auch Jörg Boysen, Leiter Portfoliomanagement Aktien bei Deka Investment.

 

Verlässliche Zahler

Deutsche Schwergewichte wie Allianz, BASF oder Siemens gehören zu den verlässlichen Zahlern, haben zusammen im vergangenen Jahr zehn Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet. Insgesamt war mit deutschen Standardwerten eine Dividendenrendite von 3,4 Prozent zu erzielen. Auch wer global investiert, kann sich langfristig an der Drei-Prozent-Marke orientieren. „Die sogenannten Dividendenaristokraten wie Coca-Cola, Procter & Gamble, McDonald’s oder Novartis haben in den letzten zehn Jahren regelmäßig Dividenden über 3 Prozent ausgeschüttet“, so Boysen. Und das nicht, um ihre Anleger bei Laune zu halten, sondern weil sie mit ihren soliden Geschäftsmodellen auch bei wirtschaftlichen Schwankungen noch ausreichend Gewinne erwirtschaften konnten.

Investoren kaufen Aktien meist mit langfristiger Perspektive. Sie wollen den Ertrag aus der Dividende und ihr Kapital erhalten.

Jörg Boysen

Head of Equities
Deka Investment

Stabile Gewinne und auch sonst sehr solide Unternehmenskennzahlen sind für Boysen das zentrale Auswahlkriterium für Dividendentitel: „Wer nur auf die Dividendenrendite schaut, kann schnell auch mal daneben liegen. Manche Unternehmen schütten viel aus und zehren damit an ihrer Substanz.“ Man müsse sich deshalb mit jedem einzelnen Titel sehr intensiv beschäftigen, bevor man investiert. Bilanzstärke der Unternehmen, strukturelle Profitabilität, Wachstumspotenzial und auch Marktstärke zählen zu den relevanten Kenngrößen, sagt Boysen. „Nur wenn dieses Fundament stimmt, wird der Dividendenvorteil zum schlagenden Argument.“

 

Dividende bringt empirischen Vorteil

Dieser Vorteil lässt sich auch langfristig empirisch belegen. Eine Untersuchung für europäische Aktien zeigt, dass in den zurück­liegenden 40 Jahren etwa 80 Prozent der Wertsteigerung aus Dividenden resultieren – gemessen am MSCI Europe Total Return. In den USA liegt der Wert bei etwa 70 Prozent. Noch aussagekräftiger ist eine Studie von AllianceBernstein (siehe Grafik). Hier wurde untersucht, was aus einem einmaligen Investment von 100 US-Dollar in zehn Jahren wird – und zwar in rollierenden Zehn-Jahres-Perioden seit 1977. Das Ergebnis: Wer in den S&P 500 investiert hat, erzielt im Durchschnitt einen Rückzahlungswert von 267 US-Dollar. In allen untersuchten Zeiträumen gab es nur fünf Fälle, in denen der Einstandskurs nach zehn Jahren nicht er­­reicht war. Wenn sich Investoren in dieser Untersuchung nicht für den breiten Markt, sondern für die dividendenstarken Titel entschieden haben, dann lag ihr durchschnittlicher Rückzahlungswert deutlich höher: bei 330 US-Dollar ohne Reinvestition der Dividende. Es gab nur einen einzigen Zeitraum mit einem leicht negativen Ergebnis. Das war im Jahr 2008; in diesen Zeitraum fallen die Tech-Blase und die Finanzkrise.

Viele Investoren nutzen den Fonds aufgrund der Dividendenausschüttungen als Aktienbaustein für ihren Eigenbestand.

Dr. Ilga Haubelt

Fondsmanagerin Deka-Dividenden Strategie
Deka Investment

Höhere Ertragschancen bei einem gleichzeitig geringeren Risiko für das eingesetzte Kapital sprechen also klar für eine Anlagestrategie in Dividendenaktien. „Für Investoren ist nach meiner Erfahrung vor allem das reduzierte Risiko wichtig. Denn sie kaufen Aktien meist mit langfristiger Perspektive, wollen regelmäßig den Ertrag aus der Dividende erzielen und ihr Kapital erhalten“, so Boysen. Kursgewinne seien nicht das primäre Anlageziel.

 

Solidität und Langfristigkeit sind entscheidend

Diesem Grundprinzip folgend hat die DekaBank im August 2010 einen Dividendenstrategie-Fonds aufgelegt. Dieser hat zwar die üblichen Risiken eines Aktieninvestments, schwankt aber weniger als der Gesamtmarkt, schüttet zweimal jährlich die erwirtschafteten Erträge aus und schafft seit Auflegung eine Ausschüttungsquote von mehr als 3 Prozent im Schnitt. Dr. Ilga Haubelt, Managerin des Deka-DividendenStrategie, zeigt in der Praxis, dass all die empirischen Phänomene rund um die Dividende tatsächlich stimmen. „Ob Unilever, Nestlé, VW oder Toyota – der Dividendenfonds investiert überwiegend in genau die Unternehmen, deren Produkte jeder täglich nutzt und deren Geschäftsmodelle über viele Jahre erprobt sind“, sagt Dr. Haubelt. Neben den etablierten Klassikern hat sie jene Werte im Blick, die von den meisten Analysten wenig beachtet werden, deren Kennzahlen aber vielversprechend sind und auf eine überdurchschnittliche Wertentwicklung hindeuten.

 

Deka-DividendenStrategie: Dividendentitel mit attraktiver Rendite 10-Jahres-Return aus einem 100-USD-Investment

Quelle: AllianceBernstein; Stand: September 2014 1 Das Portfolio besteht aus dem oberen Drittel der Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen des S&P 500. Die Aktien sind gleich gewichtet und das Portfolio wird monatlich angepasst.

 

Weil Vorgaben zu Regionen- oder Sektorgewichtungen zu starke Einschränkungen brächten, ist Deka-DividendenStrategie an keine feste Benchmark gebunden. „Etwa 95 Prozent des Fondsvermögens sind direkt in Aktien angelegt, weitere 5 Prozent über Futures, um im Bedarfsfall schnell handeln zu können“, erläutert Dr. Haubelt. Ob die Zusammensetzung des Portfolios zum aktuellen Umfeld passt, wird regelmäßig überprüft. Der strenge Auswahl- und Screeningprozess sowie die konsequent umgesetzte Investmentphilosophie führen im Ergebnis zu einer konstant guten Performance. 67 Prozent hat der Fonds seit Auflegung zugelegt, 17,3 Prozent im Jahr 2014. Hinzu kommt die hohe und regelmäßige Ertragsausschüttung zweimal im Jahr. „Viele Investoren nutzen den Fonds aufgrund dieser Eigenschaften als Aktienbaustein für ihren Eigenbestand“, weiß Dr. Haubelt.

 

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2015