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Anlagekonzepte 2018
„Das Umfeld wird nicht einfacher“

Hohe Aktienkurse, niedrige Zinsen und Regulatorik  auf Investoren warten 2018 viele Heraus­forderungen. Michael Stark-Urzendnik, Leiter Institutionelle Investoren, erläutert mögliche Lösungs­wege.


Markt & Impuls im Gespräch mit
MICHAEL STARK-URZENDNIK, Deka


 

Herr Stark-Urzendnik, auf was müssen sich Investoren im Jahr 2018 einstellen?

MICHAEL STARK-URZENDNIK: Die Heraus­forderungen bleiben die gleichen. Wir haben es weiter mit niedrigen Zinsen zu tun und daran wird sich auch im neuen Jahr nichts ändern. Eine nachhaltige Zinswende sehen wir nicht. Dazu kommen strengere regulatorische Vorschriften wie das ab 1. Januar geltende Invest­ment­steuergesetz, das, da die Besteuerung bestimmter inländischer Erträge künftig auf Fonds­ebene statt­finden wird, alle Investoren betrifft. Und Solvency II, das Versicherer weiter beschäftigen wird. Deren Kern­problem bleibt, dass ihre Rendite­versprechen im Schnitt bei rund drei Prozent liegen, während sie einen solchen Ertrag im anhal­tenden Niedrig­zinsumfeld und bei der Einschränkung durch Solvency II mit traditio­nellen Lösungen kaum erzielen können.

 

Da bleibt nur der Aktienmarkt …

STARK-URZENDNIK: Grundsätz­lich ja. Aber hier haben wir eine Verän­derung im Vergleich zum Vorjahr. Denn die Aktien­märkte sind 2017 sehr gut gelaufen. Zwar sprechen die fehlende Euphorie am Markt, das Aus­blei­ben eines deutlichen Inflations­anstiegs und einer Zins­wende sowie die gut laufende Konjunktur dafür, dass sich die Aktien­märkte auch 2018 gut entwickeln. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass die Wahrschein­lichkeit einer Korrektur zugenommen hat.

Investoren brauchen renditestarke Anlagekonzepte ohne Kapitalbelastung.

Michael Stark-Urzendnik
Leiter Vertrieb Institutionelle Kunden, Client Services

Welche Lösungswege gibt es?

STARK-URZENDNIK: Viele Investoren haben verstanden, dass an Aktien kein Weg vorbeiführt. Aber hier kommt die Kapital­hinter­legung von Aktien­risiken zum Tragen. Eine Kapital­belastung in Höhe von 39 Prozent können oder wollen sich viele nicht leisten. Deshalb arbeiten wir an abgesicherten Aktien­strategien, mit denen sich die maximalen Drawdowns im Fall eines Markt­einbruchs reduzieren lassen. So können Investoren die Kapital­hinterlegung bis auf 16 Prozent drücken und trotzdem am Aktien­markt partizi­pieren.

 

Worin liegt der Nachteil?

STARK-URZENDNIK: Dieser Floor, den die Investoren nach unten haben, bedeutet, dass Anleger einen starken Kurs­anstieg bei Aktien nicht vollständig mitnehmen. Dennoch bieten wir damit die Chance auf aktienähnliche Renditen bei Begrenzung der Risiken. Eine andere Anlage­möglichkeit sind unsere neu aufgelegten VAG-konformen und quantitativen Rentenfonds. Wer im Anleihebereich auskömmliche Renditen möchte, muss global und über das gesamte Bonitäts­spektrum hinweg investieren. Das bieten wir mit diesen Produkten.

Was können Investoren noch tun?

STARK-URZENDNIK: Sie müssen über die traditionellen Anlageklassen Aktien, Anleihen und Cash hinausgehen. Das können sie mit unseren Multi-Asset-Strategien, die einen breiten Ansatz, der alle Anlagekategorien, also auch Rohstoffe und Währungen, sowie den Einsatz alternativer Strategien umfasst, verfolgen. Und Investoren sollten nachhaltige Ansätze berücksichtigen, die – richtig umgesetzt – ohne Renditenachteil weniger volatil sind.

 

Welche Lösungen bietet die Deka hinsichtlich des Investmentsteuergesetzes?

STARK-URZENDNIK: Hier haben wir beispiels­weise für steuer­befreite Investoren wie mildtätige Stiftungen mit speziellen Anteils­klassen eine komfor­table Lösung geschaffen.

Multi Asset
Echte Diversifikation

„Die Funktion als Stabili­sator und sicherer Ertrags­bringer, die Staats­anleihen früher im Port­folio hatten, können sie nicht mehr ausüben“, macht Maximilian Bär, Leiter Portfolio­manage­ment Multi Asset bei der Deka, klar. „Das müssen wir heute durch die Nutzung von mehr Anlage­klassen und -strategien sowie durch aktives Manage­ment ausgleichen.“ Genau das ist die Ziel­richtung der Multi-Asset-Strate­gien der Deka. Grund­sätzlich gibt es drei Strategien, nämlich Kapital­erhalt, also Absolute Return, Kapital­ertrag und Kapital­wachstum.

 

Um mit jeder dieser Strategien die entsprech­enden Ziele zu erreichen, kann das Fonds­manage­ment auf eine Viel­zahl an Anlage­kategorien und alternative Strate­gien zugreifen. Dazu zählen unterschied­liche Anleihe­segmente wie High Yield, Emerging-Market-Bonds oder Loans, Divi­denden­aktien, Rohstoffe oder Währungen. „Zudem können wir Long-short-Strategien einsetzen oder beispiels­weise ein negative Duration aufbauen, so dass wir auch in jedem Markt­umfeld Geld verdienen oder die Schwankungen reduzieren können“, erklärt Bär. Und schließlich können Anleger die drei Strategien kombinieren, um so ein individuell passendes Portfolio zu konstruieren.

 

Weitere Informationen unter:
www.deka-institutionell.de/multi-asset

Quant-Ansätze
Verbessertes Rendite-Risiko-Profil

Einerseits müssen Investoren im Anleihe­bereich höhere Risiken eingehen, um noch ausrei­chende Renditen zu erwirtschaften. Anderer­seits soll die Kapital­seite möglichst wenig belastet werden. Eine Möglich­keit hierzu bietet die neu aufgelegte Reihe der VAG-konformen Deka-MultiFactor Renten­fonds. Sie investieren weltweit in fest und variabel verzinste Anleihen, wobei sie das Bonitäts­spektrum bis zum Rating von B– nutzen können und Währungs­risiken absichern.


„Wichtig ist, dass sich die Produkt­strukturen der einzelnen Fonds nicht überschneiden, so dass Investoren ihr Renten­portfolio so zusammen­zubauen können, dass es zu ihrer individuellen Risiko­tragfähig­keit passt“, erläutert Dr. Michael Wegener, Leiter Quanti­tative Produkte Aktien/Renten. Ferner werden die einzelnen Titel anders als bei Anleihe­indizes nicht nach der Markt­kapitali­sierung, sondern nach Faktoren ausgewählt. „So entsteht ein Risikomix mit geringeren Drawdowns als bei Anlagen in die Benchmark oder in Fonds, die sich nahe an einem Index bewegen, und das kann die Kapital­seite des Investors schonen“, so Wegener.

 

Weitere Informationen unter:
www.deka-institutionell.de/quant-ansaetze

Investmentsteuergesetz
Publikumsfonds für steuer­befreite Anleger

Durch die Einführung eines intranspa­renten Besteuerungs­systems für Publikums-Investment­fonds kommt es zu einer Besteuerung von bestimmten inländischen Erträgen bereits auf Ebene des Fonds. In der Direkt­anlage unterliegen allerdings inlän­dische Divi­denden bei steuer­befreiten Anlegern, wie z.B. mild­tätigen Stiftungen, unter bestimmten Voraus­setzungen keiner Besteuerung. Daher hat der Gesetz­geber zwei Instrumen­tarien geschaffen, den Fonds­anleger mit dem Direkt­anleger gleich­zustellen.

 
Um darauf zu reagieren, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen können solche Anleger einen Erstattungs­antrag stellen, wofür sie allerdings aktiv tätig werden müssen. „Die komfor­tablere Lösung besteht darin, dass die Investition in eigens dafür geschaffene Anteil­klassen, an denen sich nur steuer­befreite Investoren beteiligen dürfen, erfolgt“, so Schober. „Hier muss der Anleger keinen Erstattungs­antrag stellen.“ Solche Anteils­klassen wird es für den Deka-Stiftungen Balance, den Deka-Institutionell Stiftungen, den Deka-Kirchen Balance und den Deka-Kommunal Euroland Balance geben. Wichtig ist ferner, dass die Deka bei Spezial-Investment­fonds dafür Sorge trägt, dass die indirekte Anlage in diese gegen­über der direkten Anlage in den Investment­fonds gleich­gestellt wird.

 

Weitere Informationen unter:
www.deka-institutionell.de/invstg

Nachhaltigkeit
Sicher Werte schaffen

„Im aktuellen Umfeld suchen Investoren nach schwankungs­armen Anlagen, bei denen sie keinen Rendite­nachteil erleiden“, sagt die Deka-Nachhaltig­keits­expertin Marianne Ullrich. „Richtig umgesetzt können das nach­haltige Anlagen leisten.“ Tatsächlich weisen viele Studien (ESG and Financial Performance, Oktober 2015) nach, dass sich ethisch, sozial und ökologisch orientierte Anlagen bei geringeren Risiken lang­fristig besser oder zumindest ebenso gut entwickeln wie traditio­nelle Investments.


Ein Beispiel dafür ist der von Saida Eggerstedt gemanagte Fonds Deka-Nachhaltig­keit Renten. Die Fonds­managerin schließt dafür bestimmte Sektoren aus und investiert auf dieser Basis unabhängig von Börsen­vergleichs­indizes. Der Ansatz wurde mit einem „Scope Invest­ment Awards 2018 ausge­zeichnet. Eggerstedt setzt vorwiegend auf Unter­nehmens­anleihen aus aller Welt, wobei Staats­anleihen beigemischt werden können. Im ersten Schritt schließt sie alle nicht nachhaltig handelnden Unternehmen aus ihrem Universum aus. Aus den verblei­benden Firmen werden anhand von 250 ökolo­gischen, sozialen und Governance-Kriterien die besten in jeder Branche ermittelt. Diese werden dann nach fundamentalen Kriterien beurteilt, woraus ein Portfolio von 300 bis 500 Titeln entsteht. Dies über­zeugte auch die Jury bei den „Scope Investment Awards 2018“, die den Fonds als besten „Renten­fonds Euro“ auszeich­nete.

 

Weitere Informationen unter:
www.deka-institutionell.de/nachhaltigkeit

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2018