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LCR-Leistungen im Überblick
Chancen nutzen im Rahmen regulatorischer Bedingungen

Die Deka-Gruppe unterstützt die Sparkassen als Steuerungspartner bei der optimalen Balance zwischen Liquiditätsanforderung und Ertragsorientierung. Aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas hat sich über die Zeit ein breites Leistungsangebot rund um die LCR entwickelt.

 

Die Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio) beschäftigt als eine der zentralen Komponenten der Basel-III-Reformen die Sparkassen bereits seit einigen Jahren. Mit ihr wird das kurzfristige Liquiditätsrisiko von Kreditinstituten gemessen. Seit 2015 werden die vorgegebenen LCR-Quoten schrittweise jährlich erhöht, von 2015 mit 60 Prozent über die 2016 geltende LCR-Mindestquote von 70 Prozent auf 80 Prozent in 2017 und 100 Prozent ab 2018.

 

Unterschiedliche Erfüllungsgrade

Die Sparkassen lassen sich hinsichtlich ihrer Strategie zur LCR-Erfüllung in drei Kategorien einteilen: Minimal-, Antizipations- und Übererfüller. Während bei Minimal-Erfüllung lediglich die für das aktuelle Jahr geforderte LCR-Mindestquote erfüllt wird, orientiert sich der Antizipations-Erfüller bereits an der ab 2018 gültigen LCR-Mindestquote von 100 Prozent. Im Gegensatz dazu orientiert sich die Übererfüllungs-Fraktion an LCR-Zielwerten oberhalb von 200 Prozent. Vertreter aller drei Strategien konnten in den Daten des Deka Treasury-Kompasses 2015 identifiziert werden. Ein überraschend hoher Anteil der am Treasury-Kompass teilnehmenden Sparkassen, nämlich 33 Prozent, verfolgen einen Übererfüllungsansatz. Die durchschnittliche LCR betrug im Juni 2015 262 Prozent.

LCR-Verteilung

Quelle: DekaBank
1 Zum Vergleich Deka Treasury-Kompass 2014: Im Durchschnitt lag die LCR zum 30.06.2014 bei über 400%.
2 Anzahl: 63 Sparkassen. 3 Anzahl: 118 Sparkassen. 4 Anzahl unter 70%: 41 Sparkassen; darunter 30 Sparkassen
(16%), die auch die Mindestquote von 60% ab 01.10.2015 verfehlen.

Übererfüllung bedeutet Kosten

Um die Wahrscheinlichkeit des Unterschreitens des LCR-Mindestwertes zu minimieren, sollte eine möglichst hohe LCR gewählt werden. Andererseits bedeutet das Investment in erstklassige, hochliquide Aktiva (HQLA), welche die LCR erhöhen, gleichzeitig einen Verzicht auf Ertrag. Der Spread der Renditen dieser unterschiedlichen Investmentmöglichkeiten kann als Kosten der LCR-Erfüllung interpretiert werden. Eine hohe LCR ist deshalb in der Praxis oft Schwerpunkt: Produkte für Sparkassen LCR-Verteilung gleichbedeutend mit einer Erhöhung der Opportunitätskosten.

 

Die richtige Balance finden

Um eine optimale Balance zwischen den konkurrierenden Zielen zu erreichen, hat die Deka einen ganzheitlichen LCR-Steuerungs-Ansatz entwickelt und das gesamte Umfeld der LCR-Steuerung in die Analyse einbezogen. Im Ergebnis wird die LCR wie ein Produkt behandelt, zu dessen Erstellung eine ganze Wertschöpfungskette gehört. Das Leistungsangebot der Deka im Bereich LCR umfasst vier zentrale Kernelemente: Fonds, Infrastruktur, Direktgeschäft und Kundeneinlagen.

 

 

LCR-Leistungsangebot für Sparkassen

 

Ertragssteigerung durch Fonds

Im Bereich „Fonds“ stehen das Managen von LCR-Spezialfonds-Mandaten und zusätzliche Erträge im Mittelpunkt. Bei den LCR-Spezialfonds werden die Ertragspotenziale durch aktives Management und eine laufende Optimierung gehoben. Dabei ist es auch möglich, die Fonds in ein LCR-fähiges und ein nicht LCR-fähiges Mandat zu separieren. Bei diesen handelt es sich um juristisch eigenständige Mandate.


Bei der LCR-Leihe tritt die DekaBank als Entleiher und Verleiher auf. Sparkassen können bei Leihen auf Termin und automatischen Prolongationen höhere Erträge erzielen, doch dank der Leihe 35 bleibt die Flexibilität erhalten. Attraktiv ist auch die Bilanzneutralität dieser Maßnahme.

 

Infrastruktur liefert aktuelle LCR-Kennziffern

Der Bereich „Infrastruktur“ fokussiert sich auf die Sammlung, Auswertung und Weiterleitung LCR-relevanter Informationen, wie zum Beispiel LCR-Reporting oder LCR-Liquiditäts-Check. So wird beim LCR-Reporting für Spezialfonds zum Beispiel die LCR-Fähigkeit der einzelnen Assets mit Hilfe definierter Kriterien beurteilt und eine Liste LCR-fähiger Bestandspositionen erstellt.

 

 

LCR-Strategie im Depot A

Im Kernelement „Direktbestand“ werden die Dienstleistungen gebündelt, die Sparkassen bei der Ertragsoptimierung ihrer Depot A-Strategie unter LCR-Gesichtspunkten unterstützen. Dazu zählen auch die LCR-Musterportfolios, die im Direktgeschäft erworben werden können, aber auch die sogenannte LCR-Optimierung. LCR-Musterportfolios können mit verschiedenen Ausrichtungen gewählt werden: offensiv, ausgewogen, defensiv. Je nach gewähltem Modell können unterschiedliche Mehrerträge gegenüber dem Ursprungsportfolio erzielt werden.

 

 

Kundeneinlagen

Der Bereich „Kundeneinlagen“ betrachtet den Nenner der LCR, der mögliche Mittelabflüsse auf der Passivseite der Bilanz abbildet. Dabei sind die Höhe der Kundeneinlagen sowie ihre Kündigungsfristen wesentlich.

 

Generell ist eine LCR-Beratung einfacher, wenn die Sparkasse am Treasury-Kompass teilnimmt. In diesem Fall ist eine Bestandsaufnahme der liquiden Mittel bereits vorhanden und es können passende Peergroups gebildet werden. Die Datenerhebung zum aktuellen Treasury-Kompass endete am 30. Juni 2016. Etwa drei Monate später werden mit Spannung die Ergebnisse der Analyse erwartet.


Mit ihrem LCR-Dienstleistungsangebot bietet die DekaBank den Sparkassen die Möglichkeit, die regulatorische Last der LCR-Erfüllung in eine aktive LCR-Steuerung zu verwandeln und damit Ertragspotenziale zu heben.

 

 

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, August 2016