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Deka Alternative Investments
DALI: Die Deka-Lösung für alternative Fondsanlagen

Alternative Investments geraten angesichts des Niedrigzinsumfeldes und geänderter Regulatorik immer stärker ins Blickfeld institutioneller Investoren. Mit der Plattform Deka Alternative Investments hat die Deka eine Lösung entwickelt, mit der sich übergreifend die allgemeinen rechtlichen Anforderungen und zugleich die für den jeweiligen institutionellen Investor spezifischen Vorgaben maßgeschneidert strukturieren lassen.


DekaBank Round-Table-Gespräch mit Marco Simonis, Marcus Hermsen und Jörg Winner.


 

Alternative Investments sind in aller Munde. Was macht AIs speziell für institutionelle Investoren interessant?

HERMSEN Anleger suchen im Niedrigzinsumfeld nach renditestärkeren Assets, um ihre Anlageziele zu erreichen. Alternative Investments sind zwar nichts, worauf sich die Asset Allocation im Wesentlichen stützen sollte. Sie sind illiquide und haben lange Laufzeiten. Aber als Beimischung, zur Diversifikation und als Renditebringer können sie interessant sein. Vorausgesetzt, Anleger kennen sich mit dem Chance-Risiko-Profil umfassend aus und haben Partner, die ihnen für die besonderen Herausforderungen der Assetklasse entsprechend zur Seite stehen. Denn klar ist: Viele Alternative Investments weisen ein interessantes Alpha auf, dafür sind der Aufwand und die Downside aber auch nicht vergleichbar mit klassischen Investitionsstrategien.

Was unterscheidet Alternative ­Investments von der „normalen“ ­Anlage in klassische Wertpapiere?

HERMSEN Es gibt verschiedene Aspekte der Eingrenzung. Wirtschaftlich gesehen haben wir auf der einen Seite das liquide Wertpapiergeschäft, hoch standardisiert, und die Produkte sind täglich handelbar. Auf der anderen Seite sehen wir Alternative Investments als hoch illiquide Strukturen, nicht standardisiert, mit umfassenden Vertragswerken und diversen rechtlichen Nuancen und vertraglichen Verpflichtungen.

SIMONIS Auf der rechtlichen Seite haben wir die Unterscheidung zwischen den UCITS-konformen Anlagen, insbesondere Wertpapieren und bestimmten Derivaten, die auch in Spezialfonds abgebildet werden können, und auf der anderen Seite seit 2013 erstmals einheitlich europäisch reguliert die Alternative Investments, die jetzt nach der AIFM-Richtlinie einer Aufsicht unterliegen.

Das Zusammenspiel der rechtlichen Anforderungen ergibt eine ­komplexe ­Ausgangslage: Investmentsteuerrecht, das unter der AIFM-Richtlinie ­harmonisierte ­Investmentrecht und das ­investorenspezifische Aufsichtsrecht.

 

Marco Simonis

Clifford Chance, Frankfurt

 

SIMONIS Auf der rechtlichen Seite haben wir die Unterscheidung zwischen den UCITS-konformen Anlagen, insbesondere Wertpapieren und bestimmten Derivaten, die auch in Spezialfonds abgebildet werden können, und auf der anderen Seite seit 2013 erstmals einheitlich europäisch reguliert die Alternative Investments, die jetzt nach der AIFM-Richtlinie einer Aufsicht unterliegen.

Man hat den Eindruck, dass hierzulande Alternative Investments bislang nur wenig in den Portfolios vertreten sind. Woran liegt das?

WINNER Das hängt auch stark mit der Investorenregulierung zusammen. Bei einem Family Office beispielsweise, das wesentlich weniger reguliert wird, ist die Bereitschaft, sich in Alternative Investments zu engagieren, sicher größer als etwa bei Banken oder Sparkassen.

HERMSEN Wir sehen durchaus Investoren, die schon seit Jahren in dieser Assetklasse investiert sind. Die Komplexität und die Risiken dieser Assetklasse sind jedoch nicht zu unterschätzen. Alternative Investments müssen in die Gesamt­strategie des Investors passen und vice versa sind die Besonderheiten der Alternative Investments in der strategischen Asset Allocation ausreichend zu berücksichtigen.

SIMONIS Auf der regulatorischen Seite hat sich aber einiges getan. Stichwort AIFM-Richtlinie oder die Anlageverordnung, die erst im März reformiert worden ist. Das Ziel der neuen Anlageverordnung war es u. a., die Anlage in Alternative Investments, speziell in Infrastruktur, zu erleichtern. Das gilt auch für solche Strukturen, bei denen über einen deutschen Spezialfonds in Alternative Investments investiert wird.

 

Viele Alternative Investments weisen ein
interessantes Alpha auf, dafür sind der Aufwand und die Downside aber auch nicht vergleichbar mit klassischen Investitionsstrategien.

Marcus Hermsen

Senior Experte Alternative Investments

Deka Investment


Was genau verbirgt sich hinter DALI?

HERMSEN DALI steht für Deka Alternative Investments. Unter diesem Label subsumieren wir die verschiedenen Fondslösungen unserer Luxemburger Plattform für Alternative Investments. Unser Ankerprodukt ist als Luxemburger FCP in Form eines Umbrellafonds mit separaten Teilfonds strukturiert. Ein Anleger beteiligt sich jeweils über einen offenen deutschen oder Luxemburger Spezialfonds an einem ausschließlich für ihn aufgelegten Teilfonds. Dieser Teilfonds investiert seinerseits in Alternative Investments.

Warum hat Deka Investment die Plattform DALI entwickelt?

WINNER Es ging uns in erster Linie darum, eine Plattform zu finden, in die unsere Kunden aus regulatorischer Sicht vernünftig und belastbar investieren können. Das Ziel war die Investierbarkeit der einzelnen Erscheinungsformen alternativer Investments. Rein regulatorisch ist unwesentlich, ob Private Equity, Mezzanine, Infrastruktur oder ein Hedgefonds dahintersteckt. Wenngleich sich das Chance-Risiko-Profil natürlich differenzierter zeigt.

HERMSEN Ursprünglich haben wir das DALI-Konzept entwickelt, um die Umsetzung der AIFM-Richtlinie hinsichtlich Beteiligungsfonds sicherzustellen. Doch dann kam schrittweise mehr. Wir haben erkannt, da steckt viel mehr dahinter. Mittlerweile gehen wir bei Alternative Investments nur noch über unsere DALI-Plattform.

Welche Aspekte sind bei einer alternativen Investmentplattform zu berücksichtigen?

SIMONIS Aus dem Zusammenspiel der unterschiedlichen rechtlichen Anforderungen ergibt sich eine komplexe Ausgangssituation: Investmentsteuerrecht, das Investmentrecht, das unter der AIFM-Richtlinie in Europa harmonisiert wurde, und dann das investorenspezifische Aufsichtsrecht. Alle diese Regularien greifen auf die eine oder andere Weise ineinander und sind entsprechend zu berücksichtigen. Dabei sind auch die schon geplanten rechtlichen und steuerlichen Änderungen zu berücksichtigen, da institutionellen Investoren eine möglichst langfristige Planbarkeit wichtig ist.

 

Es ging uns in erster Linie darum, eine ­Plattform zu finden, in die unsere Kunden aus regulatorischer Sicht vernünftig und belastbar investieren können.

 

Jörg Winner

Senior Experte Deka-Plattform DALI

DekaBank


Gibt es bereits ähnliche Plattformlösungen oder haben Sie mit dem DALI-Konzept Pionierarbeit geleistet?

HERMSEN Wir haben insofern Pionierarbeit geleistet, da das DALI-Konzept speziell auf die Deka-Welt zugeschnitten ist. Die konkrete Plattformlösung ist so nicht auf andere Häuser übertragbar. Die Idee selbst, dass man mit Blick auf unser Ankerprodukt geschlossene Fonds als Wertpapier strukturieren kann, ist jedoch nicht neu.

Welche Besonderheiten ergeben sich bei ­deutschen institutionellen Investoren?

SIMONIS Ein Blick auf die unterschiedlichen Investorentypen in Deutschland, ob es nun Sparkassen sind,
Versicherungsunternehmen, Stiftungen, Family Offices, Pensionskassen oder Versorgungswerke, zeigt, dass viele Besonderheiten zu berücksichtigen sind


Was unterscheidet die Deka-Lösung von anderen?

WINNER Wir betreuen bei der Deka die unterschiedlichsten Kundengruppen. Und gerade für diese unterschied­lichen Investorengruppen gibt es unterschiedliche Herausforderungen, so dass wir nicht die eine bis ins letzte Detail fixierte Standardlösung anbieten können. Sondern wir können genau schauen, was zu dem jeweiligen Investor als spezielle Lösung am besten passt. Wir können die Strategie somit adressatengerecht anbieten.

Wie genau sieht das aus?

HERMSEN Das DALI-Setup kann für jeden Kunden individuell angepasst werden. Wir haben natürlich Standards, ein umfassendes, viele hundert Seiten starkes Vertragswerk. Und dann kommen für den Anleger individuell noch einmal konkrete Regelungen hinzu, welche sich aber häufig auf wenige Seiten beschränken lassen. Manchmal ist vom Standard abzuweichen, manchmal sind Modifikationen notwendig. Und das Charmante ist, dass wir in der Lage sind, die individuellen Vereinbarungen anzupassen, wenn sich im Nachgang für den Anleger relevante Regularien ändern.

Welche Vorteile bietet DALI noch?

WINNER Über die Plattform können Investoren in verschiedenste Alternative Investments investieren. Private Equity, Mezzanine, Hedgefonds, Real Estate, Infrastruktur, erneuerbare Energien und auch Private Debt setzen wir derzeit um. Durch diese Vielfalt können Investoren ihre Portfolios strategisch erweiten und weiter diversifizieren. Darüber hinaus sind wir – wie im gesamten Asset Servicing – in der Lage, bewährte Player im Markt beispielsweise als Investmentberater für einzelne Segmente anzubinden und so Expertise in verschiedenster Form auf einer Plattform zu bündeln.

Stichwort Spezialfonds – was macht diese Struktur aus?

SIMONIS Die Anlage über deutsche Spezialfonds ist aus regulatorischer und steuerlicher Sicht anerkannt und grundsätzlich für die unterschiedlichen Anlegergruppen, sowohl für die steuerbefreiten als auch für die steuerpflichtigen Anleger, erwerbbar. Die Struktur unterliegt dem Investmentsteuergesetz und ist als passive Vermögensanlage grundsätzlich auch für steuerbefreite Anleger ohne Verlust ihres Steuerstatus zugänglich.

DALI existiert ja bereits und hat den Praxistest bestanden. Wie ist die Resonanz der Kunden?

WINNER Sehr gut. Wir standen vor der Herausforderung, wegen regulatorischer Änderungen unseren Kunden neue Lösungen zu präsentieren. Die Kunden haben gesehen: Da ist jemand, der sich um meine Assets wirklich kümmert und der sie gut verwaltet. Und sie haben gemerkt: Die Deka hat eine sinnvolle und durchdachte Lösung für die vielschichtigen Herausforderungen gefunden, also kann ich auch mehr mit der Deka machen. Diesen positiven Zu-spruch merken wir schon sehr stark. Und die Kunden kommen jetzt auf Empfehlung anderer Kunden, und das ist für uns eine schöne Bestätigung.

 

Marco Simonis


ist Partner bei Clifford Chance, Frankfurt, und berät Mandanten bei investmentrechtlichen und steuerrechtlichen Fragestellungen.

Marcus Hermsen


ist Senior Experte Alternative Investments bei Deka Investment.

Jörg Winner

 

ist Senior Experte für Institutionelle Kunden bei der DekaBank.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2015