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Overlay Management
Spielraum für Erträge sichern

Wer auskömmliche Renditen will, kommt im aktuellen Zinsumfeld an Assetklassen mit mehr Ertragschancen, aber auch mehr Risiko nicht vorbei. Umso wichtiger wird deshalb eine ausgewogene Steuerung der Risikobudgets. Ertragssicherung hat dabei Priorität.

Eine integrierte Risikosteuerung bei gleichzeitiger Wahrung der strategischen Ausrichtung auf Gesamtbankebene – so lautet die Zielsetzung für eine ertragsoptimierte Anlage der Eigenbestände bei vielen Sparkassen. Da trifft es sich gut, dass viele Institute über eine hohe Risikotragfähigkeit verfügen und ihre Potenziale bislang noch nicht ausgeschöpft haben. Damit der Weg zu mehr Ertrag aber trotzdem in kalkulierbaren Bahnen verläuft, ist eine dynamische Steuerung der Risikobudgets unverzichtbar. Deshalb nutzen immer mehr Sparkassen das Risiko-Overlay Management.

 

Master-KVG als Basis

Voraussetzung für eine wirkungsvolle Risiko­steuerung auf Gesamtfondsebene ist, dass die Eigenbestände eines Instituts auf der integrierten Plattform einer Master-KVG gemanagt werden. „Wenn wir mit Sparkassen über die Auflegung eines Masterfonds sprechen, werden alle einzubringenden Bestände sehr genau überprüft, die einzelnen Strategien und Segmentmanager in ihrem Risikoverhalten analysiert“, erläutert Matthias Schillai, Leiter Strategieanalyse und Consultants bei der DekaBank.

Dynamische Risikosteuerung

So lassen sich dann die Parameter für ein passgenaues Risiko-Overlay ermitteln – das erforderliche Risikobudget, vereinbarte Wertuntergrenzen, Instrumente zur Risikosteuerung. Auf dieser Basis werden die Risiken nicht mehr für jeden Einzelfonds, sondern zentral für den gesamten Masterfonds gesteuert. Auf zusätzliche Puffer kann beim Overlay Management verzichtet werden. Die per­manente und lückenlose Messung aller Positionen schützt nicht nur vor substanz­­­­gefährdenden Verlusten, sondern erlaubt auch den effizienten Einsatz der knappen Ressource Risikobudget. „So schaffen wir neue Spielräume, um Ertrags­chancen in risikoreicheren Assetklassen stärker zu nutzen, indem beispielsweise die Aktienquote erhöht wird oder zusätzliche Anlagen in den Emerging Markets ins Portfolio auf­genommen werden“, berichtet Schillai aus der Praxis.

 

 

Risiko-Overlay Management eines idealtypischen Gesamtvermögens

* Bei Derivatesteuerung gibt es ein separates Overlay-Segment, im Fall reiner VaR-Steuerung nicht.

 

Höchstmaß an Transparenz

Die konsequente Überwachung wie auch die zukunftsgerichtete Analyse der Risiken auf Gesamt­fondsebene machen eine wirkungsvolle Steuerung möglich. Dass es hierfür einer engen Verzahnung von Systemen für Bestands­führung, Kursversorgung und Risikoanalyse bedarf, steht außer Frage. „Wir schaffen ein Höchst­maß an Transparenz, was nicht nur der Risikovorsorge dient, sondern auch alle Entscheidungen im Anlageprozess deutlich schneller und leichter macht“, so Schillai.

Neben der Hilfestellung in der Risikoüberwachung nutzen daher viele Investoren die Funktion des Overlay Managements beispielsweise auch zum systematischen Wiederaufbau einer Portfoliostruktur nach temporären Kursverlusten, damit vor­handene Risikobudgets schnell wieder wirkungsvoll zum Einsatz kommen.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 3, September 2014