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Neuer Fonds Unternehmerstrategie Europa
Deka setzt auf europäische Familienunternehmen

Das älteste deutsche Familienunternehmen blickt auf eine Geschichte zurück, die bereits 1502 begann. Die Stiftung Familienunternehmen listet in ihrer im Juni vorgestellten Übersicht der 30 ältesten deutschen Familienunternehmen alleine sieben auf, die im 16. Jahrhundert gegründet wurden. Familienunternehmen stehen über alle Branchen und Geschäftsmodelle hinweg für den zeitlosen Erfolg unternehmerischer Tugenden: Ein strategisches, tiefgreifendes Verständnis für die Märkte, das richtige Gespür für Veränderungen zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle, die Geduld und – auch finanzielle – Fähigkeit, solche Veränderungen durchzuziehen, schnelle Handlungsfähigkeit und zugleich Immunität gegen Aktionismus. Die Deka hat jetzt die aus ihrer Sicht 50 attraktivsten Familienunternehmen in ihrem neuen Fonds „UnternehmerStrategie Europa“ zusammengefasst. Der am 28. Februar 2019 aufgelegte Fonds wird von seinem Initiator Philipp Schmiederer gemanagt.

"Geht es der Firma gut, geht es auch der Familie gut“

Insgesamt beobachten Schmiederer und sein Team rund 800 Familienunternehmen in ganz Europa. Voraussetzung, um in dieses Panel aufgenommen zu werden, sind die Notierung an einer Börse und ein nachweisbar starker Einfluss der Familie auf die unternehmerischen Entscheidungen. Dieser Einfluss wird anhand klar definierter Kriterien gemessen: Entweder müssen mindestens 20 Prozent der Stimmrechte im Besitz der Familie sein, oder zehn Prozent der Stimmrechte in Verbindung mit einem Sitz im Vorstand oder Aufsichtsrat. „Dieser Einfluss ist entscheidend“, unterstreicht Schmiederer. „Denn geht es der Firma gut, geht es auch der Familie gut. Auf dieser Verbindung zwischen unternehmerischer Tätigkeit und dem Wohlergehen der Familie beruht das Erfolgsgeheimnis von Familienunternehmen“.

 

Voraussetzung für das Funktionieren dieser Verbindung ist, dass die Familie nach wie vor Zugriff auf das Unternehmenskapital hat. Dieser Aspekt wird nach der Fundamentalanalyse gemeinsam mit weiteren Kriterien überprüft. Dabei geht es dann zum Beispiel auch um die Frage, inwieweit die Familie in das tägliche operative Geschäft eingebunden, ihr Einfluss also real ist. Diese Analyse fließt am Ende in die Entscheidung über die Aufnahme in den Fonds ein. Das aber nur für begrenzte Zeit. Wer es als Unternehmen einmal in den Fonds geschafft hat, kann nach einiger Zeit durch ein anderes Unternehmen ersetzt werden, wenn das Fondsmanagement der Deka den Eindruck gewonnen hat, dass sich Zukunftsaussichten eingetrübt oder andere Parameter nachteilig verändert haben.

 

Diese Einschätzung trifft das Fondsmanagement jedoch nicht auf der Grundlage kurzfristiger Performance-Kennzahlen. Eine solcher Ansatz würde der Philosophie des Fonds auch komplett widersprechen, bemisst er doch unternehmerischen Erfolg bewusst nicht anhand von Quartalszahlen. Die angelegten Kriterien sind grundsätzlicher gehalten. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Bilanz. In dem Fonds sind überwiegend Unternehmen mit niedrigem Verschuldungsgrad enthalten. Ideal ist die Fähigkeit, Investitionen aus dem Cash Flow finanzieren zu können. Ebenfalls positiv in die Waagschale fällt eine hohe personelle Kontinuität im Management. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Manager aus der Familie handeln, das Kriterium gilt genauso für familienexterne Führungskräfte. Entscheidend ist eine geringe Fluktuation. Eine dritte wichtige Voraussetzung besteht in der Marktpositionierung: Ganz im Sinne der einst von dem Unternehmensberater Hermann Simon geprägten Definition von „Hidden Champions“ fokussieren sich die von der Deka im „UnternehmerStrategie Europa“ berücksichtigten Familienunternehmen auf eine klar definierte Marktnische und nehmen in diesem Markt eine Spitzenposition ein, und zwar weltweit. Denn in dem Fonds sind vor allem international beziehungsweise global operierende Unternehmen vertreten. Und je robuster das Geschäftsmodell durch hohe Eintrittshürden für Mitbewerber ist, umso positiver fällt die Zukunftsprognose aus. Solche Eintrittshürden können zum Beispiel in langfristigen, exklusiven Lieferverträgen mit Großabnehmern bestehen.

„Ideal ist die Fähigkeit, Investitionen aus dem Cash Flow finanzieren zu können. Ebenfalls positiv in die Waagschale fällt eine hohe personelle Kontinuität im Management.“

Philipp Schmiederer

Initiator und Fondsmanager des Unternehmer Strategie Europa

Kombination aus Kennzahlen und persönlichem Austausch

„Allerdings gibt es kein Patentrezept, diese Kriterien lassen sich nicht einfach wie eine Schablone auf jedes Unternehmen anlegen“, unterstreicht Fondsmanager Schmiederer. Gemeinsam mit seinem Kollegen Henrik Lier verbringt er den größten Teil seiner Arbeitszeit damit, sich intensiv in persönlichen Besprechungen mit den verantwortlichen Unternehmerpersönlichkeiten auszutauschen. Auf diese Weise ist es möglich, aus erster Hand eine valide Einschätzung treffen zu können, inwieweit die Unternehmen gut aufgestellt sind und in den „UnternehmerStrategie Europa“ hineingehören. Mehrmals pro Jahr trifft sich das Fondsmanagement mit dem Topmanagement der wichtigsten Familienunternehmen, um die aktuelle Situation zu besprechen, sich über die Strategie zu informieren und einen Gesamteindruck zu bekommen. Diese engmaschigen, regelmäßigen Austausche spielen eine entscheidende Rolle für die Zusammensetzung des Fonds. Sie bilden die komplementäre Ergänzung zu den Auswahl- und Bewertungskriterien in der Fundamentalanalyse.

 

Als Wertpapierhaus der Sparkassen profitiert die Deka beim Identifizieren und Beobachten geeigneter Unternehmen in Deutschland von dem flächendeckenden Netz der Sparkassen. Dadurch stehen eine im Sinne des Wortes lückenlose Infrastruktur und Marktkenntnis ebenso zur Verfügung wie der Zugang zu vielen inhabergeführten Unternehmen. Auf Europa-Ebene ergeben sich durch die jahrelang aufgebaute Small- und Mid Cap-Expertise der Deka wertvolle Möglichkeiten.

 

Mit dem Fonds überzeugt die Deka auch die Ratingagentur Scope. Sie bewertet den „DekaUnternehmerStrategie Europa“ als Top-Fonds mit B („gut“), (Quelle Scope, Stand 31. Mai 2019 www.scopeanalysis.com).

 

Bitte beachten Sie: Schwächen der Aktienmärkte können trotz internationaler Streuung das Ergebnis des Fonds belasten.

 

Deka-UnternehmerStrategie Europa CF, WKN: A2N6PM, ISIN: LU1876154029, Geschäftsjahresende ist der 31.10.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, September 2019