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Investorengespräch
Erfahrung macht den Unterschied

Institutionelle Investoren befinden sich im Spannungsfeld zwischen niedrigen Zinsen und hoher Regulierungsdichte. Im Gespräch mit Stefan Hachmeister, Leiter Institutionelle Kunden bei der Deka, schildern Vertreter verschiedener Investorengruppen ihre Bedürfnisse im aktuellen Umfeldund benennen, welche Dienstleistungen rund um das Asset Management ihnen dabei besonders wichtig sind.


DekaBank Podiumsdiskussion mit ARENDT GRUBEN, VOLKER PÄTZOLD, HELMUT KONIR UND STEFAN HACHMEISTER


 

„Das, was wir alle einmal gelernt haben, ist Geschichte und wird auch so schnell nicht wiederkommen“, sagt Arendt Gruben, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar, mit Blick auf die aktuelle Situationan den Kapitalmärkten. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld ist dabei nur eines von zwei dominierenden Themenfeldern, die professionelle Anleger auch 2016 beschäftigen werden. Hinzu kommt für die meisten die Notwendigkeit, sich intensiv mit der Regulatorik auseinanderzusetzen. Das ergibt ein Podiumsgespräch, das Vertreter dreier Kundengruppen mit Stefan Hachmeister, Leiter institutionelle Kunden bei der Deka, geführt haben. „Ertragslose Risiken will niemand an Bord haben“, resümiert Hachmeister und trifft damit die aktuelle Stimmungslage.

 

„Man kann nicht mehr auf den Autopiloten stellen, sondern das Echolot muss eingestellt werden“, so Hachmeister angesichts einer kaum noch wahrnehmbaren Rendite für Qualitätsanleihen über große Teile des Laufzeitenspektrums und zwischenzeitlich drohende Liquiditätsengpässe. Klar ist für ihn daher: „Buy and Hold wird nicht mehr funktionieren.“ Dabei gilt unter allen anwesenden Experten als ausgemacht, dass sich an diesem schwierigen, maßgeblich von der Europäischen Zentralbank beeinflussten Kapital­markt­umfeld in Europa auf absehbare Zeit nichts ändern wird.

 

Zusammen mit erfahrenen Partnern wie der Deka lassen sich aber auch heute noch risikokontrollierte Erträge erwirtschaften, so die Einschätzung der Gesprächsteilnehmer. Volker Pätzold, Bereichsleiter Asset Management der Hannoveraner VGH Versicherungen, siehttrotz der strikten regulatorischen Vor gaben, denen sein Bereich unterworfen ist, noch lohnende Risikoprämien auch bei klassischen Anleihen. Die findet der Versicherungsmann vornehmlich im sehr langfristigen Bereich. Mit der Hinzunahme von Strukturen seien hier weiterhin Renditen von bis zu zwei Prozent erzielbar, ist erüberzeugt. Ein wichtiger Faktor, um dieses Ziel zu erreichen, ist für Pätzold die Kapitalmarktexpertise der Deka, die regelmäßig sehr konsequent auf veränderte Marktbedingungen reagiert und Strukturen auch maßgeschneidert bereitstellen kann.

„Buy and Hold wird nicht mehr funktionieren.“

Stefan Hachmeister

Leiter Kapitalmarktgeschäft Deka

Etwas zurückhaltender ist Helmut Konir. Der Geschäftsführer der Pecuniam Investment Advisory GmbH rechnet mit einem ertraglosen Jahr 2016 im klassischen Fixed-Income-Universum. Daher will er das Lebenszyklusmodell des von Pecuniam beratenen Pensionsfondslieber früher als später an die neuen Marktbedingungen anpassen. Bislang wird die Aktienquote abdem 40. Lebensjahr des Beschäftigten innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren auf null reduziert. „Die Aktienquote erhöhen? Alternative Investments höhergewichten? Wir wissen es noch nicht“, so Konir. Bei der Entscheidungsfindung sei jedenfalls neben seinem Kunden auch ein erfahrener Partner gefragt, der in diesen Segmenten weitreichende Unterstützung und sinnvolle Lösungen anbieten könne.

Markus Gürne

Leiter ARD-Börsenredaktion und Moderator

Auch die VGH Versicherungen kommen freilich nicht ohne weitere Ertragsquellen aus. Dafür schwimmt Investmentchef Pätzold gern gegen den Strom und findet damit bei Deka Institutionell regelmäßig Gehör: „Gerade wenn wir Produktanforderungen für etwas stellen, was aktuell keiner haben will, bietet uns die Deka regelmäßigsehr gute Lösungen.“ Als Beispiel nennt der Asset-Management-Leiter der VGH ein Schwellenländerrenten-Portfolio mit Investment-Grade-Rating. Als Beimischung unter den Risikoanlagen verspricht es immerhin nochrund vier Prozent Rendite. Hier zeigt sich, dass neben der Kapitalmarkt­expertise, die institutionelle Investoren gerade im aktuellen Umfeld in besonderem Maß einfordern, auch Produktkompetenz und Umsetzungserfahrung immer weiter an Bedeutung gewinnen.

 

 


Auf dem Weg zur Zielrendite suchen Investoren nach einem Partner, der Regulatorik, praktische Umsetzungserfahrung und individuellen Zuschnittverbinden kann.


 

Großen Bedarf melden Kunden auch imgesamten Bereich Asset Servicing an. „Wenn wir unser Anlageuniversum aufgrund des Marktumfelds erweitern, brauchen wir zunächst eine saubere Infrastruktur“, sagt Sparkassen-Vorstand Gruben. „Dazu gehören ein sauberes Risikomessverfahren, saubere Systeme, eine saubere Plattform, ein sauberes Reporting.“ Dabei komme es entscheidend darauf an, dass der Servicepartner sein Angebot auf die konkreten Bedürfnisse, Anforderungen und regulatorischen Vorgabenseiner Sparkasse abstimme.

 

Von regulatorischen Vorgaben nur gering betroffen sieht sich Pecuniam-Geschäftsführer Konir. Gleich­wohl formuliert er nicht zuletzt wegen der hauseigenen strikten Governance ähnliche Anforderungen und stellt fest: „Ein Global Custodian ist eben keine Depotbank in unserem Sinn.“ Für die Services, die er nachfragt – Master-KVG, Depotbank und Einzelkontenverwaltung – sind ihm Kapitalkraft, Sicherheit und einauf die Bedürfnisse seines Unternehmens passgenau zugeschnittenes Angebot, wie die Deka es liefert, besonders wichtig.

 

Ob stark oder ausnahmsweise weniger stark von der Regulatorik betroffen: Die Deka bietet unter­schiedlichen Investorengruppen die nötige kundenspezifische Expertise und auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Asset Managements.

 

VIER POSITIONEN: BLICKWINKEL INSTITUTIONELLER ANLAGEEXPERTEN

 

Für das Gros der Kundengruppen gilt dabei indes wie auch für die DekaBank selbst, dass der Regulierer entscheidenden und vielfach weiter wachsenden Einfluss auf die Prozesse nimmt. Hachmeister: „Ich verbringe etwa 70 Prozent meiner Zeit damit, diese regulatorischen Anforderungen umzusetzen. Als systemrelevante Bank müssen wir eine Menge Regeln über LCR, NSFR, Leverage Ratio sund dergleichen unter einen Hut bringen,die Basel III vorsieht.“ Hinzu kämen die EMIR-Umsetzung, die auch viele Kunden direkt betreffe, sowie weiter wachsende Anforderungen an das Reporting.

 

Vor diesem Hintergrund aus steigenden regulatorischen Vorgaben und gleichzeitig sinkenden Erträgen aus risikoarmen Anlagenist wenig überraschend, dass insbesondere Investments und Serviceleistungen im Bereich alternativer Anlagen gefragt sind (vergleiche auch Markt & Impuls 3/2015). Hier eröffnet die Regulierung institutionellen Investoren und ihren Dienstleistern gleichermaßen neue Chancen. Und mit rund 1±Milliarde Euro an bereits gezeichnetem Kapital und etwa 3 Milliarden Euro Volumen noch zu prüfender Assets zeigt dieDeka auch in diesem vergleichsweise neuen Geschäftsfeld die Präsenz und Expertise, die Kunden von ihr erwarten dürfen.

Arendt Gruben

 

ist seit 12 Jahren Vorstand der Sparkasse Schwarzwald-Baar, seit 9 Jahren Vorstandsvorsitzender. Er verantwortet die Bereiche Handel und Vertrieb.

Volker Pätzold

 

ist Bereichsleiter Asset Managementder VGH Versicherungen. Der studierteBetriebswirt war zuvor Prüfungsleiterbei KPMG.

Helmut Konir

 

ist Geschäftsführer und Eigentümer der Pecuniam Investment Advisory GmbH, eines outgesourcten CIO Office. Zusätzlich ist er Advisor des Board of Trustees des BCG Trust e. V.

Stefan Hachmeister

 

ist Leiter Institutionelle Kunden und Kapitalmarktgeschäft, DekaBank.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2016