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Abnahme

Research und Märkte

Deka Immobilien Monitor – Überblick 2026.

Ein aktueller Blick auf die weltweiten Immobilienmärkte.

März 2026

Im aktuellen Deka Immobilien Monitor 2026 untersuchen die Deka-Immobilienmarktanalysten Andreas Wellstein und Daniela Fischer die Entwicklung der globalen Immobilienmärkte im Zeichen von Zinsanstiegen, geopolitischen Konflikten und technologischen Umbrüchen. Während sich die Märkte nach der Zinskorrektur der Vorjahre zwar allmählich stabilisieren, sorgen insbesondere der Krieg im Nahen Osten sowie anhaltend hohe Finanzierungskosten derzeit für eine gebremste Dynamik auf den Investmentmärkten. Im Gespräch erläutern die beiden Experten, welche Chancen und Risiken sich für institutionelle Anleger ergeben – und warum trotz aller Unsicherheiten hochwertige Lagen und Nachhaltigkeit weiterhin gefragt bleiben.

Krieg in Nahost bremst Erholung an den Immobilienmärkten.

Die Immobilienmärkte haben sich 2025 weiter konsolidiert. Die Korrektur infolge der starken Zinsanstiege in den Jahren 2022/2023 ist weitgehend abgeschlossen. Allerdings verläuft die Erholung an den Investmentmärkten bislang wenig dynamisch. Gründe hierfür sind vor allem die im Vergleich zur Niedrigzinsphase der Zehnerjahre deutlich höheren Finanzierungskosten, aber auch die nur moderate Konjunkturdynamik. Nun kommt durch die Eskalation in Nahost und auch wegen der steigenden Staatsverschuldung ein weiterer Anstieg der Finanzierungskosten hinzu. „Im Zusammenspiel mit der hohen Unsicherheit bezüglich der Folgen des Krieges könnte die ohnehin zähe Erholung an den Investmentmärkten zumindest temporär gebremst werden“, erläutert Andreas Wellstein, Immobilienmarktanalyst bei der Deka.

Moderate Erholung an Investmentmärkten im abgelaufenen Jahr.

Das globale Investmentvolumen in Gewerbeimmobilien registrierte 2025 ein Plus von 12 Prozent auf 880 Mrd. US-Dollar. Die Assetklasse Büro landete mit einem um 16 Prozent höheren Volumen auf Platz 1, knapp vor Logistikimmobilien. In Europa schafften es Bürogebäude auf Platz 2, hinter dem krisensicheren Segment Wohnen. Die Plateaubildung der Anfangsrenditen im Spitzensegment ist weitgehend abgeschlossen, erste Renditerückgänge werden gemeldet. Deka-Immobilienmarktanalystin Daniela Fischer hebt hervor: „Am Investmentmarkt bleiben hochwertige Kaufgelegenheiten rar, da in diesem Segment nach wie vor kein Verkaufsdruck zu erkennen ist. Dies stützt die weiterhin vergleichsweise hohen Preise im Top-Segment.“

Anhaltendes Mietwachstum an den Büromärkten.

Einer schwächeren Nachfrage an den Mietmärkten in Deutschland und Frankreich aufgrund struktureller und politischer Probleme stand eine boomende Konjunktur insbesondere in Spanien gegenüber. Die Fertigstellungen in Europa sind rückläufig. Die Baustarts befinden sich auf einem 15-Jahres-Tief, sodass auch der Leerstand perspektivisch zurückgehen wird. „Bei der Vermietung zeigt sich, dass der Markt in den richtigen Lagen und Produktklassen funktioniert. Die Nachfrage konzentriert sich auf hochwertige und nachhaltige Flächen in zentralen und gut angebundenen Lagen, einhergehend mit einem weiterhin robusten Mietwachstum“, erläutert Daniela Fischer. „Und in den USA dürfte die positive Entwicklung im Trophy-Segment zunehmend auf andere Bereiche ausstrahlen“, ergänzt Andreas Wellstein. „Im Gegensatz zu Europa, und hier insbesondere auch Deutschland, sind die USA vom Nahostkonflikt viel weniger betroffen. Entlastung kommt in Nordamerika zudem von der Angebotsseite, da die Fertigstellungen – anders als in Europa – bereits 2025 regelrecht eingebrochen sind, was sich günstig auf die Leerstände auswirken sollte. Diese sind allerdings im weltweiten Vergleich weiterhin sehr hoch.“

Künstliche Intelligenz und Büromärkte.

Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Beschäftigungsentwicklung ist von großer Bedeutung vor allem für die Büromärkte. Denn wo weniger Beschäftigte sind, werden auch weniger Büroflächen benötigt. Einer Steigerung der Produktivität aufgrund des Einsatzes von KI und den daraus möglicherweise resultierenden Entlassungen steht grundsätzlich die Schaffung neuer Berufsfelder durch Innovationen gegenüber. Der „Future of Jobs Report“ des World Economic Forums sieht das weltweit höchste Job-Wachstum in den kommenden Jahren bei IT-Berufen, die vom Fortschritt in KI, von Automatisierung und digitaler Infrastruktur profitieren, wie Big Data Specialists oder FinTech Engineers. An den Finanzmärkten wird der bislang sehr optimistische Ausblick für den Softwarebereich allerdings seit einiger Zeit infrage gestellt, weil KI kostengünstig große Teile der Softwareentwicklung übernehmen könnte. Andreas Wellstein betont: „Wegen der hohen Dynamik kann der Einfluss von KI auf den Arbeitsmarkt derzeit noch nicht fundiert und seriös eingeschätzt werden. Umso schwieriger sind Aussagen bezüglich der Auswirkungen auf die Büromärkte. Vereinzelt finden sich zwar pessimistische Analysen. Wir erwarten jedoch keine Massenentlassungen durch Automatisierung.“ Daniela Fischer ergänzt: „Auch zu Beginn der Corona-Pandemie gab es stark divergierende und zum Teil extrem düstere Szenarien, die sich rückblickend nicht bewahrheitet haben. Die durch die Pandemie ausgelöste stärkere Spreizung an den Büromärkten (flight to quality and location) dürfte jedoch weiter verschärft werden.“

Krieg in Nahost: Risikoszenario für Immobilienmärkte.

„Sollten der Krieg im Nahen Osten und die hohen Energiepreise deutlich länger anhalten als derzeit erwartet, wäre auch an den Immobilienmärkten mit stärkeren Auswirkungen zu rechnen. Ein rezessives konjunkturelles Umfeld würde die Nachfrage weiter belasten. Ein dauerhafter Inflationsimpuls, der Bau-, Betriebs- und ggf. auch Finanzierungskosten hochhält, dürfte die Bauaktivität noch weiter dämpfen und u. a. den Konsum belasten“, warnen die Deka-Experten. „Wegen der hohen Energieabhängigkeit sind Europa und Asien grundsätzlich von dem Nahostkonflikt am stärksten betroffen.“ Allerdings weisen die beiden Analysten zugleich darauf hin, dass Märkte mit starken Fundamentaldaten auch in den kommenden Jahren weiter steigende Mieten verzeichnen und einen gewissen Inflationsschutz bieten dürften.

Der Makro Research/Deka Immobilien Monitor als Download.

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