MAKRO RESEARCH

Deka Immobilien Monitor - Büromärkte weltweit.

Juni 2021

Pandemie belastet Märkte auch im laufenden Jahr.

Die Auswirkungen der Pandemie haben die Büromärkte auch im ersten Quartal 2021 belastet. Der Nachfragerückgang infolge der Gesundheitskrise führte auf Jahressicht zu einem deutlichen Anstieg beim globalen Leerstand. Die Spannbreite der regionalen Quoten reicht allerdings von rund 8% in Europa bis zu 16% in den USA. Die Ausweitung der Incentives führte insbesondere in den USA zu einem kräftigen Rückgang der Nettoeffektivmieten. Die nominalen Spitzenmieten erwiesen sich insgesamt als relativ robust. 2021 wird ein neuer Rekord bei den weltweiten Fertigstellungen erwartet. Nach moderaten Vorjahresniveaus ergibt sich vor allem in Europa ein starker Anstieg. Ein Grund hierfür sind verzögerte Fertigstellungen von Projekten aufgrund von Lockdown-Maßnahmen. Der um Abrisse, Umwidmungen und Sanierungen bereinigte bestandswirksame Nettozugang dürfte jedoch nur etwa halb so hoch ausfallen wie die Fertigstellungen. Aufgrund der Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Existenz und dem künftigen Stellenwert von Büroraum bzw. dessen Ausgestaltung hielten sich die Unternehmen mit Voranmietungen zurück, rund die Hälfte der Ende 2020 in Bau befindlichen Flächen war noch verfügbar. Der Leerstand wird zwar weiter steigen. Dank der robusten Ausgangslage dürfte im Gros der europäischen Märkte jedoch wenig Grund zur Sorge bestehen. In extrem engen Topmärkten wie z.B. Berlin führt die Pandemie eher zu einer Entlastung und beugt einer Überhitzung vor.

Die Nachfrage an den globalen Büro-Investmentmärkten verzeichnete 2020 mit 292 Mrd. USD (RCA) einen Rückgang gegenüber dem Rekordumsatz vom Vorjahr um 28%. Die asiatisch-pazifische Region verbuchte den geringsten Rückgang (-13%), der amerikanische Raum den stärksten (-39%). Im laufenden Jahr bis einschließlich Mai wurden weltweit 85 Mrd. USD investiert, auch hier beträgt der Rückgang im Vorjahresvergleich 28%. Die Spitzenrenditen hielten sich in der Krise weitgehend stabil und gaben z.T. weiter leicht nach, in den USA ergaben sich Anstiege. Vor dem Hintergrund des durch die Krise verfestigten Niedrigzinsumfeldes und fehlender Anlagealternativen rechnen wir mit anhaltend niedrigen Renditen und weiterem Abwärtsdruck. Die Büromärkte in Europa dürften ab 2022 wieder steigende Mieten verzeichnen, in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum ist im weiteren Jahresverlauf mit Zuwächsen zu rechnen. Das Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre ist auch mit Blick auf die Erschwinglichkeit der Mieten in der Post-Corona-Zeit begrenzt. Auf längere Sicht ist von einer strukturell rückläufigen Nachfrage nach Büroraum auszugehen. Gründe hierfür sind zum einen die Digitalisierung und ein damit einhergehend dauerhaft höherer Anteil hybrider Arbeitsmodelle aber auch eine geringere Beschäftigungsdynamik vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Die qualitativen Anforderungen an Bürogebäude nehmen zu mit Blick auf die Themen Flexibilität und Nachhaltigkeit.

Der Makro Research/Deka Immobilien Monitor als Download.

Weitere Artikel