Deka-InvestmentBrief

1A Jahresstart.

Januar 2023

Nach den vielen Enttäuschungen des letzten Jahres endlich mal gute Nachrichten: Mit einem Anstieg von fast zehn Prozent in den ersten drei Handelswochen war es der beste Jahresstart in der Geschichte des DAX. Woran lag´s? Hierzulande liegt natürlich der Fokus auf der Energieversorgung. Die milde Witterung und die hohen Erdgaspreise führen zu deutlichen Einsparungen und das Gespenst des Energiemangels im Winter ist zumindest vorerst vertrieben. Aber auch aus dem Rest der Welt kamen bessere Konjunkturnachrichten als befürchtet. In den USA ist die Wirtschaft zwar schwach, aber eine tiefe Rezession wird es nicht geben. China hat mit dem plötzlichen Schwenk in der Corona-Politik zwar der Bevölkerung und dem Gesundheitssystem enorme Belastungen auferlegt, aber für die Weltkonjunktur kommt damit ein stützender Faktor hinzu. Und es gibt ein weiteres Argument für die bessere Stimmung an den Aktienmärkten. Die Inflationsraten fallen, und die Lohndynamik erscheint weniger beängstigend als noch im letzten Jahr befürchtet. Das alles weckt Hoffnungen auf baldige geldpolitische Lockerungen.

Ob die Aktienmärkte nun wieder in der besten aller Welten leben, darf bezweifelt werden. Die Unternehmen müssen mit vielen Herausforderungen fertig werden und mit der Europäischen Zentralbank hat eine wichtige Notenbank klargestellt, dass sie an den geplanten Zinserhöhungen festhalten wird. Trotzdem sind es gute Nachrichten für die Finanzmärkte zu Beginn des Jahres 2023. Die finstersten Krisenverläufe sind unwahrscheinlich geworden, und die Finanzwelt hat sich bereits im vergangenen Jahr ein gutes Stück normalisiert. Dies sieht man insbesondere daran, dass mit den Anleihen eine wichtige Anlageklasse wieder attraktiv geworden ist. Für die privaten Anleger hat sich wieder einmal gezeigt, dass stetiges Investieren die richtige Strategie ist – auch und gerade in „krisengeschüttelten“ Zeiten.

Jörg Boysen

Chefanlagestratege Deka Investment.

Asset Allokation.

Die Kapitalmärkte haben seit den Herbstmonaten – mit einer kurzen Unterbrechung zum Jahresende – einen ausgesprochen freundlichen Verlauf gezeigt. Die Bewertungen bei Aktien haben sich stabilisiert und in vielen Fällen erholt. Gleichermaßen sind die Risikoprämien an den Credit-Märkten gefallen. Vor allem Europa konnte von der Kurserholung profitieren. Glücklicherweise fiel der Winter bisher vergleichsweise mild aus, sodass die im letzten Jahr noch befürchtete Gasrationierung nicht eintrat. Für die kommenden Monate stehen Investoren vor der Frage, ob man den gestiegenen Preisen „trauen“ kann und kaufen bzw. nachkaufen sollte, oder ob die Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf für mehr taktische Zurückhaltung spricht.

Wir denken, dass 2023 ein besseres Kapitalmarktjahr als 2022 wird und das trotz Rezessionsprognose unseres Makro-Research. Im Ergebnis unserer Diskussion stehen positive Ertragsaussichten sowohl für Aktien als auch Anleihen. Dies bedeutet zwar nicht, dass die Kurse nun durchgängig ausschließlich ansteigen werden. Jedoch sehen wir die in vielen Fällen günstigeren Bewertungsniveaus als fundamentale Unterstützung für noch kommende ökonomische Schwächephasen. Denn gerade der heftige Gegenwind durch die Inflation lässt im neuen Börsenjahr nach, welches den Druck von den Notenbanken nehmen wird, die Zinsen unentwegt anzuheben. Da die fallende Inflation aber gleichermaßen eine Belastung bei der Preissetzungsmacht vieler Unternehmen sein wird, sollte gerade bei den Firmengewinnen noch eine spürbare Erwartungskorrektur stattfinden. Der Kursverlauf an den Risikomärkten wird also volatil bleiben und für zeitweise ausgeprägte Kursrückgänge sorgen. Gerade nach dem jüngsten Kursschub möchten wir daher nicht den Kursen hinterherspringen und bleiben bei einer taktisch neutralen Ausrichtung. Kurskorrekturen bieten allerdings im Vergleich zum letzten Jahr eher Kaufgelegenheiten – eben aufgrund der besseren Unterstützung auf der Bewertungsseite. Mit dem noch zurückhaltenden Blick auf den Konjunkturpfad sind es dann doch die Income-Segmente, bei denen wir unseren konstruktiven Blick beibehalten. Fern der Risikoprämien halten wir angesichts der gestiegenen Renditeniveaus an unseren im letzten Jahr erhöhten Zinspositionen (Duration) im Multi-Asset-Kontext weiter fest. Gold wird aufgrund der unverändert hohen Gefahrenlage auf geopolitischer Ebene als auch den vielen Unwägbarkeiten beim Verlauf der künftigen Notenbankpolitik unverändert als attraktiver Baustein zur Diversifikation angesehen.

Der ausführliche Deka-InvestmentBrief als Download.

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