Makro Research

Deka Immobilienresearch Spezial: Metropolen: Urbanisierung.

29. Januar 2021

Management Summary

■ Die Pandemie und die Verbreitung des Home Office, und damit die Möglichkeit lange Arbeitswege zu vermeiden, haben das Stadtleben auf den Prüfstand gestellt

■ Größe und Wirtschaftskraft einer Stadt bleiben wichtig, reichen aber allein als Argumente nicht aus. Die Stadt der Zukunft muss auch qualitativ viel zu bieten haben: Die Qualität von Jobs, Infrastruktur und Verwaltung sind entscheidende Faktoren für den Erfolg einer Stadt.

■ Pandemiesorgen, die Städten einen schlechten Ruf einbrachten, haben sich im Laufe der Krise relativiert

■ Metropolen bündeln Nachfrage und Angebot von Dienstleistungen und Arbeit und fördern als Ort des Zusammentreffens Produktivität und Innovation. Damit werden sie auch in Zukunft wichtige Zentren der Wirtschaftsaktivität bleiben

Metropolen auf dem Prüfstand.

Der Ruf von Städten hat in der Pandemie gelitten. So viele Möglichkeiten sich anzustecken, wenig Platz in engen Stadtwohnungen, in die man wochenlang verbannt wurde, wer einen Balkon hat, durfte sich glücklich schätzen. Zudem hat der Quantensprung im mobilen Arbeiten, den viele Länder während der Krise vollzogen haben, zusammen mit der Gewöhnung den Shoppingtrip in die virtuelle Welt zu verlegen, die Stadt ja eigentlich überflüssig gemacht, oder?

Es gibt sicherlich Gründe und vor allem mehr Möglichkeiten seinen Wohn- und Arbeitssitz aus der City aufs Land zu verlagern. Vor allem für Menschen, die unfreiwillig in der Stadt gelandet sind, bietet sich hier eine Chance. Aber längst nicht alle sind unfreiwillig in der Stadt. Vor allem hat die Stadt nach wie vor eine Funktion. Sie bündelt Nachfrage und Angebot an einem Ort. Ob Restaurants, Kinos, Theater, Museen, Bars - sie alle brauchen Nachfrage, vorausgesetzt, dass Corona diese Branchen nicht endgültig in die Vergangenheit verbannt. Und je größer und differenzierter das Angebot sein soll, desto mehr Nachfrage wird benötigt. Das ist selbst in einer mittelgroßen Stadt nur schwer zu erreichen. Auch fördert das enge Zusammenleben mit vielen unterschiedlichen Menschen Kreativität und Innovation, ein Vorteil, den auch Arbeitgeber für sich nutzen, womit viele auch in Zukunft weiterhin Wert auf zumindest gelegentliche physische Präsenz vor Ort legen dürften. Wichtig ist allerdings, dass eine Stadt gut mit ihren Herausforderungen umgehen kann. Denn nur dann kann sie nachhaltig Einwohner an sich binden und neue anziehen. Wie Abb.1 zeigt ist den Projektionen der UN nach gerade in Europa und Nordamerika in der Urbanisierungsrate nicht mehr viel Luft nach oben.

Was macht also eine Stadt wirklich zur Weltstadt, in der man leben möchte und der man als Investor auch guten Gewissens sein Geld anvertraut? Größe ist sicherlich hilfreich, aber wie fast immer im Leben zählt nicht nur Quantität, sondern auch Qualität. Denn eine große Metropole, die durch Armut und andere Missstände geprägt ist, verspricht kein hohes Investitionspotenzial. Freizeitangebot, Infrastruktur und Governance sind wichtige Faktoren, die den Lebenswert einer Stadt beeinflussen. Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie treten Gesundheitskonzepte einer Stadt verstärkt in den Vordergrund. In New York ist deutlich geworden, wie schlecht vorbereitet die Stadt auf diese Ausnahmesituation war. Auch zeigen Umfragen immer wieder, dass insbesondere für jüngere Menschen Größe allein nicht der entscheidende Faktor in der Wohnortwahl ist. Es fallen andere Kriterien wie Klimafreundlichkeit und Digitalisierung zunehmend stärker ins Gewicht. All diese Faktoren sind in unserem Metropolenresearch reflektiert, in dem unterschiedlichste Faktoren aus den Bereichen Ökologie, Urbanisierung, New Work und Globalisierung mittels eines Scoringmodells bewertet werden (Für eine Einführung in das Thema siehe auch Metropolen-Spezial). In diesem Spezial sollen nun zunächst Faktoren aufgegriffen werden, die in den Bereich Urbanisierung fallen.

Der Immobilienresearch Spezial als Download.

Weitere News