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MaRisk:
Risiken transparent machen

Die Anforderungen an das Risiko-Reporting der Geldinstitute nehmen stetig zu. Dabei wird der Rechtsrahmen für die Risiko­überwachung und -steuerung im Finanzsektor zunehmend auf EU-Ebene festgelegt und weiterentwickelt. Für die deutsche Finanzaufsicht ergeben sich daraus laufende Veränderungen der Vorgaben. Sie erfordern eine stetige Beobachtung und Anpassung durch die Geldinstitute, beinhalten aber auch Gestaltungs­spielräume. Der neue MaRisk-Report für Investmentfonds trägt dem konsequent Rechnung.

Mit den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) setzt die Bundes­anstalt für Finanzdienstleistungs­aufsicht (BaFin) europäische und deutsche Rechtsvorgaben in konkrete Verwaltungsanweisungen um. Das Ziel der Vorgaben ist es, dass die Finanzinstitute durch interne Kontrolle und Steuerung aller wesentlichen Risiken die Risikotragfähigkeit sicherstellen können. Gleichzeitig wird aus­drück­lich Raum für eine instituts­spezifische Umsetzung der Vorgaben gelassen.

Um Sparkassen im Hinblick auf die MaRisk zu unterstützen, hat die DekaBank ein Berichtsformat für Fondsanlagen entwickelt. Es enthält eine breite Auswahl an relevanten Risikokennzahlen. Auf dieser Basis können sich die Institute für die Kennziffern entscheiden, die ihren Verhältnissen am besten gerecht werden. Das darin enthaltene Kennzahlenset wurde zwecks bedarfsgerechter Ausgestaltung des MaRisk-Reports gemeinsam mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband, einigen Regionalverbänden und einzelnen Sparkassen entworfen. Es wird von allen Beteiligten regelmäßig gemeinsam weiterentwickelt.

 

 

Vorteile des MaRisk-Reports

  • Umfangreiche Auswahl an Risikokennzahlen für Spezial- und Publikumsfonds
  • Ausgangspunkt für weiterführende institutsspezifische Risikobetrachtungen
  • Regelmäßige Aktualisierung per Stichtag Monatsultimo (abrufbar drei Arbeitstage nach Stichtag)


Abbildung von Investmentfonds im MaRisk-Report

Der MaRisk-Report wird monatlich aktualisiert und bereitgestellt. Dadurch ist die Transparenz aller wesentlichen Risiken jederzeit gewährleistet. Die Ermittlung der Kennziffern erfolgt auf Einzeltitelebene. Dabei können Deka-Zielfonds durchschaut werden. Im MaRisk-Report werden aggregierte Zahlen auf Portfolioebene ausgewiesen. Detaillierte Angaben für einzelne Titel und Aggregationsstufen können für Spezialfonds im Rahmen des Stress­testberichts bzw. des Value-at-Risk-Reports (VaR-Report) bei Bedarf zusätzlich bezogen werden.

Jedes Institut ist auf Grundlage des MaRisk-Reports in der Lage, die Risiken seines Fondsbestands individuell abzubilden. Dazu kann es die Kennzahlen auswählen, die am besten zu der intern gewählten Methode passen. Dafür stehen zwei Ansätze zur Verfügung: ein Value-at-Risk-basierter Ansatz und einer auf Basis von Stresstests (Sensitivitäten).


Abbildung von Verlustrisiken bei Fondsbeständen

Im Rahmen des MaRisk-Reports werden für Investmentfonds drei verschiedene Kennzahlen zur Abschätzung des maxi­malen Verlustpotenzials der aktuellen Portfolio­bestände bereitgestellt: Dabei handelt es sich um den „VaR auf Basis historischer Simulationen“, den „VaR nach Derivateverordnung“ und die traditionelle Kennzahl „Volatilität basierend auf den Fondspreisreturns“.

 

Die Derivateverordnung lässt der Fondsgesellschaft bei der VaR-Berechnung die Auswahl unter drei Varianten. Sie kann neben tatsächlichen und historischen Wertänderungen auch normalverteilte Risikofaktoren zugrunde legen.

 

Ergänzend wird stets der VaR auf Basis historischer Simulation bereitgestellt. Dabei wird insbesondere ein längerer Zeitraum – zwei Jahre statt ein Jahr – als bei der entsprechenden Variante des VaR nach Derivate­verordnung verwendet. Um das Risikoprofil möglichst transparent zu machen, wird der VaR für unter­schiedliche Wahrscheinlichkeitsniveaus und Halte­dauern angegeben.

 

Für die VaR-Kennzahlen wird außerdem eine Rückwärtsrechnung (Backtest) über ein Jahr zur Verfügung gestellt. Dabei werden die in jüngster Zeit tatsächlich aufgetretenen Wertänderungen grafisch dargestellt, was es ermöglicht, die Aussage­fähig­keit des VaR einzuschätzen.

 

Zusätzlich zu den genannten Value-at-Risk-Kennziffern wird der maximale Verlust auf Grundlage der Volatilität der Fonds­preis­veränderung an den vergangenen 300 Handelstagen ausgewiesen. Damit steht weiterhin die traditionelle BVI-Kennzahl zur Verfügung. Diese Kennzahlen beinhalten Diversifikationseffekte. Anleger, die darauf verzichten wollen, können die Sensitivitäten zur Risiko­modellierung heranziehen.

 

Zinsänderungs- und Spread-Risiken bei Anleiheportfolios

Für Portfolios mit Beständen an verzinslichen Wertpapieren werden im MaRisk-­Report die Risiken ausgewiesen, die sich aus Verschiebungen der Zinskurve oder Änderungen der Zinsaufschläge (Spreads) in den einzelnen Anleihesektoren ergeben können.

Im Hinblick auf das allgemeine Zinsniveau wird die Wertveränderung des Portfolios bei einem Anstieg oder Rückgang der Renditen um 100 Basispunkte gezeigt. Dabei werden zum einen die Verluste bzw. Gewinne auf Gesamtfondsebene deutlich, zum anderen wird der jeweilige Risikobetrag der einzelnen Laufzeitbänder transparent.

Zusätzlich werden Spread-Risiken erkennbar, die sich aus Engagements in speziellen Anleihesektoren ergeben. Hierzu wird analog zum Vorgehen bei allgemeinen Zins­änderungen eine Veränderung der Spreads um 100 Basispunkte angenommen. Daraus lassen sich die Auswirkungen auf Gesamt­fondsebene sowie in den einzelnen Laufzeitbändern und Sektoren ablesen.

Die bereitgestellten Risikozahlen können in der internen Betrachtung auch für abweichende Zins- und Spread-Änderungen angepasst werden. Auf diese Weise können die Sparkassen die Ergebnisse für individuelle Szenarien verwerten. Dazu genügt es im Regelfall, die im MaRisk-Report ausge­wiesenen Zahlen zu skalieren.

Sonstige Risiken von Fondsbeständen

Alle Fondspositionen, mit denen wie bei Aktien, Rohstoffen und Währungen keine Zins- und Spread-Risiken verbunden sind, werden im MaRisk-Report separat ausgewiesen. Als Indikator für Kurs- und Preis­risiken wird der Anteil der jeweiligen Anlage­gattung am Fondsvermögen be­zie­hungs­weise dessen Exposure angegeben. Aktienbestände werden zusätzlich nach Regionen gegliedert offengelegt. Auf dieser Basis können dann individuelle Stresstests erfolgen. Beispielsweise kann simuliert werden, wie sich ein allgemeiner Kursrückgang bei Aktien von 20 Prozent innerhalb der Eurozone auf den gesamten Fondswert auswirkt.

 

Fazit

Der MaRisk-Report verschafft den Sparkassen Transparenz bezüglich aller bei ihren Fondsanlagen relevanten Risikogrößen. Auf dieser Grundlage ist eine individuelle Auswahl und Weiterverarbeitung der­jenigen Kennziffern möglich, die zur Kontrolle und Steuerung des Risikoprofils geeignet sind. Damit ermöglicht der Bericht über die Anforderungen von Gesetzgeber und Aufsicht hinaus eine Berücksichtigung institutsspezifischer Besonderheiten. Er ist somit Ausdruck der Orientierung der DekaBank am Bedarf ihrer Kunden.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2014