Digitalisierung bei Immobilienfonds

Dank der Digitalisierung: Immobilieninvestments werden grüner und effizienter

Wer denkt bei Bürogebäuden, Hotels, Einkaufszentren oder Logistikimmobilien sofort an Digitalisierung? Dabei ergibt diese Verbindung durchaus einen Sinn. Der digitale Wandel verändert auch die Immobilienbranche und erhöht die Effizienz vieler Abläufe.

Auch in der Immobilienwirtschaft nimmt der digitale Wandel immer mehr Fahrt auf. Die „Global Proptech Study 2018“ von KPMG zeigt: Ein Großteil der Branche stellt sich nicht nur dem digitalen Wandel, sondern treibt ihn aktiv voran. So besitzen mittlerweile 95 Prozent der Immobiliengesellschaften einen Verantwortlichen für die Führung der digitalen Transformation und Innovation. Eine gute Entscheidung, denn digitale Lösungen machen die Verwaltung von Immobilienobjekten kostengünstiger und effizienter. Längst können potenzielle Interessenten Häuser und Wohnungen noch vor dem ersten Spatenstich virtuell begehen, und Vermittlungsplattformen nutzen intelligente Algorithmen, um Interessenten und Anbieter von Immobilien zusammenzubringen. Doch das Anwendungsspektrum digitaler Prozesse und Produkte ist noch weitaus vielfältiger und betrifft nahezu den gesamten Zyklus im Immobilienmanagement.

„Vermietung goes smart“

Das beginnt bereits bei der Vermietung von Gebäuden. Aktuell entwickelt die Deka eine App für ausgewählte Gewerbeimmobilien, mit der potenzielle Mieter Grundrisse und Ausstattungen ihrer künftigen Büroflächen nach eigenen Vorstellungen mitgestalten können: „Vermietung goes smart“. Statt tagelang auf die Layoutplanungen zu warten, können potenzielle Mieter hier in Echtzeit Planungsgrundlagen und Kosten für Investitionen in den Mieterausbau aufrufen. Der Mieter sieht unmittelbar, wie sich diese oder jene Flächenmodifikation auf den Mietpreis auswirkt. Ob Wände verschoben oder Sonderflächen benötigt werden – Kundenwünsche und -anfragen können auf diese Weise schnell und einfach visualisiert und festgelegt werden. „Wir haben uns hier an den Wünschen unserer Kunden orientiert, die somit schneller wissen, was in welchen Gebäuden möglich ist“, so Ulrich Bäcker, Geschäftsführer der Deka Immobilien Investment GmbH. „Durch die digitale Unterstützung erhoffen wir uns schnellere und serviceorientiertere Vermietungsprozesse.“

Das Projekt steht stellvertretend für die treibende Rolle von Deka Immobilien bei der digitalen Transformation der gesamten Branche. Die von ihr entwickelten digitalen Lösungen modernisieren einzelne Abläufe oder ganze Prozesse der Immobilienverwaltung und Bewirtschaftung. Neben Kosteneinsparungen verbessern diese Lösungen vor allem Qualität, Flexibilität und Transparenz des Leistungsangebots – und sie tragen bei entsprechender Ausgestaltung zu mehr Nachhaltigkeit bei.

Wettbewerbsfaktor Energieeffizienz

So wird bei Bürogebäuden Energieeffizienz zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor, hat diese doch nicht unerheblichen Einfluss auf die Nebenkosten. Die Deka setzt darauf, bei Revitalisierungen die Energieeffizienz von Bestandsgebäuden zu erhöhen und durch ein intelligentes Energiemanagement den Verbrauch und damit die Kosten zu senken.

Dafür werden seit 2019 in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen MeteoViva in Gebäuden der Deka Immobilien Lösungen für eine intelligente Gebäudetechnik implementiert. Diese verknüpfen das jeweilige Raumklima mit der Gebäudetechnik. In das Tool MeteoViva Climate fließen dann Informationen zur Thermodynamik eines Gebäudes, seiner Nutzung und der internen Lasten, zur Wirkung von Außentemperatur, Sonne und Wind auf das Innenklima sowie die Wetterprognosen der nächsten drei Tage ein. Aus diesen Informationen ermittelt das Programm die optimalen Steuerdaten für die Gebäudetechnik. „Das Ergebnis sind gleichmäßigere Temperaturverläufe, eine verbesserte Steuerung von Heizung, Lüftung und Kühlung sowie ein reduzierter CO2-Fußabdruck, weil wir weniger Energie verbrauchen“, so Bäcker.

„Mit den bisherigen Ergebnissen sind wir sehr zufrieden. Wir reden von Betriebskosteneinsparungen, die bei großen Gewerbeimmobilien sogar über 100.000 Euro pro Jahr liegen können“, erläutert er. Zugleich profitiert die Umwelt von einem deutlich reduzierten CO2-Ausstoß: Die Emissionen konnten um 20 bis 45 Prozent reduziert werden. In den nächsten drei Jahren plant Deka Immobilien, das Programm auf mindestens 100 Gebäude aus ihrem Portfolio auszuweiten.

Reduzierte Routinetätigkeiten

Beim An- oder Verkauf von Immobilien verschlingt das Dokumentenmanagement viele Ressourcen. Bei Gewerbeimmobilien fallen hier schnell einmal 6.000 bis 8.500 Dokumente an. Seit fast zwei Jahren ist die Deka daher strategischer Partner des Proptechs für Dokumenten-Management Architrave. Architrave entwickelt unter anderem den KI-Roboter Delphi. Mit Hilfe von KI kann Delphi alle für die Immobilienverwaltung relevanten Dokumente klassifizieren, benennen, relevante Daten automatisch extrahieren und diese in beliebige vordefinierte Ablagesysteme einsortieren. Je mehr Dokumente verarbeitet werden, desto besser wird das selbstlernende Programm. Auf diese Weise können sämtliche relevanten Dokumente, Daten, Auswertungen sowie Berichte einfach und effektiv verwaltet werden, und die Daten können unkompliziert mit Partnern und anderen Projektbeteiligten ausgetauscht werden.

Engagement für branchenweiten Datenstandard

Aber nicht nur bei Transaktionen, auch im Bestandsgeschäft – zum Beispiel bei Anpassungen von Mietverträgen – erzeugen regelmäßige Nachträge jedes Mal eine Vielzahl neuer Dokumente. „Wir unterstützen daher auch den kooperativen Ansatz von Architrave, einen branchenweiten Datenstandard bei Dokumenten und Unterlagen von Objekten in der Immobilienwirtschaft zu etablieren“, erläutert Bäcker.

Fazit

In der Immobilienbranche hat der digitale Wandel gerade erst begonnen. Entsprechend groß sind die Chancen, ihn aktiv mitzugestalten und Standards setzen zu können. Deka Immobilien treibt diesen als eine der größten Immobilienfondsgesellschaften zielgerichtet voran. Diese Bemühungen kommen auch der Umwelt zugute. Damit leistet sie zudem einen wichtigen Beitrag, damit die Anlageklasse Immobilien auch in Zukunft für Investoren interessant bleibt.