Trends und Innovation

Die Kraft der Digitalen Kette.

Die Blockchain-Technologie verhalf den digitalen Zahlungsmitteln zum Durchbruch. Aktuell durchlaufen Kryptowährungen eine Schwächephase. Den digitalen Fortschritt im Wertpapiergeschäft wird das nicht aufhalten. Kundinnen und Kunden der Deka können schon heute davon profitieren.

August 2022

An den Finanzmärkten macht das Schlagwort vom Kryptowinter die Runde. Die bekannten Digitalwährungen wie Bitcoin und Ether mussten derbe Rückschläge verkraften, Terra erlebte indes einen totalen Zusammenbruch. Knapp 69.000 US-Dollar war ein Bitcoin im vergangenen November wert, aktuell ist es nur noch ein Drittel davon. Ukrainekrieg, Rezessionsängste und steigende Zinsen haben den Wert der bekanntesten Kryptowährung ebenso wie die Kurse von Anleihen und Aktien auf Talfahrt geschickt.

„Kryptowährungen sind häufig eine Absicherung gegenüber Inflation zugeschrieben worden, weil beispielsweise beim Bitcoin nur eine begrenzte Anzahl an Stücken schürfbar ist“, sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka. Eine reale Entwertung so wie bei Papiergeld sollte damit nahezu ausgeschlossen sein. „Diese Hoffnungen haben sich durch die jüngsten Kursrückgänge zerschlagen“, so Kater. „Vielmehr sehen wir uns in unserer skeptischen Haltung gegenüber Kryptowährungen bestätigt. Deren Kurse halten wir für vielfach überhöht.“ Für die mittel- und langfristig orientierte, gut strukturierte Geldanlage sieht er daher weiterhin Bitcoin & Co. nicht geeignet. „Noch sind Kryptowährungen als Anlageklasse zu jung und zu wenig etabliert, als dass sie mit einschätzbarem Rendite-Risiko-Verhalten einen vernünftigen Beitrag im Anlageportfolio bilden könnten“, begründet er seine Einschätzung. „Grundsätzlich sehen wir die zugrundeliegende Blockchain-Technologie jedoch als eine technische Innovation an, die durchaus Chancen bieten kann – etwa in einer Vereinfachung des digitalen Zahlungsverkehrs über das Internet und der Automatisierung von Prozessen bei der Übertragung von Wertpapieren, die bislang vielfach sehr komplex sind.“

Mit dem Bitcoin im Alltag bezahlen – das ist in Deutschland immer noch sehr umständlich und unter dem Strich auch oft mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden. Doch in der Finanzwelt etablieren sich Blockchain-Technologien immer mehr. „Über den Einsatz von Token lassen sich zum Beispiel die Eigentumsrechte an Vermögenswerten viel einfacher als über klassische Verbriefungen aufspalten und in kleinen Einheiten an den Markt bringen“, sagt Marion Spielmann, Chief Operating Officer (COO) Bankgeschäftsfelder und Verwahrstelle bei der Deka. „Durch die Tokenisierung, also durch die Schaffung digitalisierter Anteilsrechte, kann die Fungibilität von Ansprüchen wie Immobilien oder Aktien erhöht werden.“

Keine Urkunde in Papierform nötig.

Für die Kryptoexpertin tut sich dabei ein großes Feld von Möglichkeiten auf – beispielsweise können seit diesem Jahr neben Wertpapieren auch die Anteile von Fonds über die Blockchain begeben und übertragen werden. Die Deka hat Ende vergangenen Jahres als erste deutsche Bank eine Inhaberschuldverschreibung als Kryptowertpapier über die hauseigene Blockchain-basierte Wertpapierplattform aufgelegt, die gemeinsam mit der Tochtergesellschaft SWIAT entwickelt wurde. Ein Kryptowertpapier ist eine rein elektronische Variante zum Beispiel einer Anleihe oder eines Fondsanteils. Anders als bei der klassischen Version wird für die Ausgabe keine Urkunde in Papierform benötigt. Es reicht der Eintrag in ein zentrales Blockchain-Wertpapierregister, in dem nicht nur das Wertpapier, sondern auch die Investoren registriert werden. „Blockchain reduziert die Komplexität im Wertpapierprozess. Nicht nur, dass Prozesse einen deutlich höheren Automatisationsgrad haben, es entfallen auch einige Prozessschritte“, erläutert Andreas Sack, Projektmanager Digital Assets bei der Deka. „Käufer und Verkäufer können das Wertpapier direkt auf der Blockchain miteinander austauschen. Die Zeit der physischen Urkunden und der klassischen Lieferprozesse über Wertpapiersammelbanken ist damit vorüber.“

Alle Daten werden unmittelbar in der Blockchain protokolliert und gespeichert. Dort sind sie für sämtliche Parteien einsehbar. „Durch die Digitalisierung wird die Emission eines Wertpapiers, aber auch der gesamte Verwahrprozess deutlich schneller und effizienter möglich als bisher. Dadurch generieren wir Effizienzen und Vorteile, von denen unsere Kundinnen und Kunden profitieren werden“, ist Deka-Mann Sack überzeugt. „Ein weiterer Vorteil ist, dass jede Transaktion auf der Blockchain in Echtzeit erfolgt. Wenn in Zukunft jegliche Art von Wertpapier über die Blockchain verfügbar gemacht wird, hat der Anleger das Wertpapier auch taggleich in seinem Bestand. Ziel der Deka ist, mit den eigenen Angeboten die gesamte digitale Wertschöpfungskette abzudecken. „Dazu gehört etwa die Möglichkeit, dass unsere Kundinnen und Kunden ihre Kryptowerte bei uns sicher verwahren lassen können“, sagt Spielmann. „Gerade in der noch jungen Kryptowelt ist es wichtig, einen vertrauensvollen und kapitalstarken Partner mit entsprechendem Know-how an der Seite zu haben.“

Plattformen haben Reißleine gezogen.

Dass es sinnvoll ist, bei der Wahl einer Kryptoverwahrstelle genau hinzuschauen, zeigen die vergangenen Wochen. Nach den starken Kurseinbrüchen bei Bitcoin und Ether findet immer weniger Handel statt. In den USA haben daher erste Kryptoplattformen die Reißleine gezogen und Kundengelder eingefroren. Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entlassen worden. Mit Celsius musste sogar die erste Plattform Insolvenz anmelden.

Für Andreas Albrecht, Leiter der Open Digital Factory, dem Innovationslabor der Deka, wird das den Fortschritt durch digitale Technologien im Wertpapiergeschäft nicht aufhalten. „Die Blockchain wird für die Finanzindustrie das sein, was der Elektromotor heute schon für die Automobilbranche ist“, prognostiziert er. „Heute haben wir noch ganz wenige elektronische Wertpapiere. Aber in absehbarer Zeit wird alles digital sein. Dafür sind wir gewappnet, denn an der dafür notwendigen Infrastruktur und den Standards arbeiten wir bereits. Wir werden unser digitales Angebot weiter ausbauen. Die ersten Schritte sind getan, aber es ist auch noch viel weiteres Potenzial vorhanden.“

Quelle: fondsmagazin
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