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Kohleausstieg Deka
Die Zeit für Kohle läuft ab

Fossile Brennstoffe gelten als Haupttreiber des Klimawandels. Seit dem 1. Mai gelten daher für die aktiv gemanagten Fonds der Deka klare Umsatzschwellen für das Engagement in Unternehmen, die in Kohleverstromung oder Kohleförderung tätig sind.

Fossile Brennstoffe wie Kohle gelten als Haupttreiber des Klimawandels. Ihre Förderung und Nutzung birgt deshalb für die beteiligten Unternehmen und ihre Investoren zunehmend ökonomische und Reputationsrisiken. Auch steht eine dauerhafte Fortsetzung der Kohleförderung und -verarbeitung dem Erreichen der Klimaziele von Paris entgegen. Die Deka begleitet daher Unternehmen kritisch, die Kohle verstromen oder fördern und hat am 1. Mai feste Umsatzschwellen für ihr Engagement in solche Unternehmen festgelegt.

 

Die spürbaren Auswirkungen der Erderwärmung haben die globale Klimadebatte im wahrsten Sinne des Wortes befeuert. Als einer der Hauptreiber gelten fossile Brennstoffe und Energieträger wie Erdöl und vor allem Kohle, weil bei ihrer Verbrennung vergleichsweise viel CO2 ausgestoßen wird. Rund 40 Prozent der globalen Energieversorgung basieren heute noch auf der Verbrennung von Stein- oder Braunkohle. Immer mehr Länder setzen mittlerweile aber auf erneuerbare Energien, um die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. Für das Erreichen der Klimaschutzziele des Paris-Abkommens von 2015 hat auch Deutschland 2020 den Ausstieg aus der Verstromung von Kohle bis 2038 beschlossen. Wer sich dennoch weiterhin finanziell in Unternehmen engagiert, die Kohle fördern oder verarbeiten, setzt sich daher Reputationsrisiken aus. Aber nicht nur das: Die ökonomischen Risiken eines solchen Engagements sind mittlerweile erheblich. Denn im Zuge der weltweiten Energiewende wächst die Gefahr, dass die Kohlereserven der Energieunternehmen an Wert verlieren – mit unabsehbaren Folgen für ihre wirtschaftliche Situation.

Globale Energieversorgung
Ca. 40 Prozent der globalen Energieversorgung basieren noch auf der Verbrennung von Stein- oder Braunkohle

Vor diesem Hintergrund ziehen sich immer mehr Banken, Versicherer und Asset Manager aus der Zusammenarbeit mit Kohleunternehmen zurück. 2019 hat sich beispielsweise die Zahl der Versicherer, die sich aus dem Versicherungsschutz für Kohle zurückziehen, nach Angaben der Initiative „Unfriend Coal“ mehr als verdoppelt. 17 der weltgrößten Versicherer haben ihren Ausstieg aus der Kohle angekündigt, darunter Konzerne wie Axa und Swiss Re.

 

Auch die Deka hat seit dem 1. Mai für ihre aktiv gemanagten Fonds das potenzielle Investmentuniversum an Unternehmen mit Bezug zur Kohleförderung und -verarbeitung stark eingeschränkt und entsprechende Investitionen in ihren weiteren aktiv gemanagten Fonds reduziert. Fonds wie die Produkte der Deka-Nachhaltigkeits-Reihe sowie die Deka-Stiftungen Balance und Deka-Kirchen Balance investieren ab diesem Stichtag nur noch in Unternehmen, die bei ihrer Produktion weniger als zehn Prozent Kohle verstromen. In Unternehmen, die Kohleförderung betreiben, investieren die Nachhaltigkeitsfonds gar nicht mehr. Rund 240 Unternehmen sind von diesem Ausschluss betroffen.

10%

Umsatzschwelle

Aktive Deka-Fonds wie die Produkte der Deka-Nachhaltigkeits-Reihe investieren seit 1. Mai nur noch in Unternehmen mit weniger als zehn Prozent Kohleverstromung.

Für alle anderen aktiv gemanagten Fonds und von der Deka emmitierte Zertifikate gilt ein Verbot von Unternehmen, bei denen der Umsatzanteil durch Kohleförderung mehr als 30 Prozent und durch Kohleverstromung über 40 Prozent ausmacht. Die erweiterten Bedingungen gelten auch für Eigeninvestments der Deka im Handels- und Bankenbuch. „Mit den Einschränkungen sowohl bei der Förderung als auch bei der Verstromung von Kohle gestaltet die Deka in Deutschland das Thema Kohleausstieg aktiv mit“, so Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit & Corporate Governance bei der Deka.

„Wir sehen uns als verantwortungsvoller Investor. Deshalb endet unser Engagement nicht bei Kauf- oder Verkaufsentscheidungen. Wir setzen auf einen konstruktiv-kritischen Dialog mit den Unternehmen.“

Ingo Speich

Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance,
Deka Investment

Negative Auswirkungen auf Wertentwicklung und Risikoprofil der Fonds erwartet Speich durch die Umstellungen nicht: „Vor dem Hintergrund der Klimawandeldiskussionen betrachten wir den Sektor schon eine ganze Zeit lang kritisch. Viele Unternehmen haben deshalb in den letzten Jahren unsere Vorauswahl nicht bestanden; entsprechend haben wir in unseren Fonds schon heute keine nennenswerten Positionen in Unternehmen mehr, die in Verbindung mit der Förderung und Nutzung von Kohle stehen.“ Die Unternehmen, die sich nach dem 1. Mai noch in den Portfolios befinden, sollen sobald wie möglich, aber dennoch ohne Druck, verkauft werden. „Es ist niemandem geholfen, wenn wir die Positionen mit großen Kursverlusten liquidieren. Anleihen können wir beispielsweise bis zum Ende der Laufzeit halten.“

 

Bei ihren nachhaltigen Aktivitäten geht es der Deka nicht nur darum, die eigenen Produkte „sauber“ zu halten. Denn um die Klimaziele zu erreichen, sind massive Veränderungen auf Seiten der Energieunternehmen gefragt: „Wir sehen uns als verantwortungsvoller Investor. Deshalb endet unser Engagement nicht bei Kauf- oder Verkaufsentscheidungen“, erläutert Speich. „Wir setzen auf einen konstruktivkritischen Dialog mit den Unternehmen. Das ist unserer Meinung nach der bessere Weg, um bei den Unternehmen etwas zu bewegen und damit tatsächlich eine Verbesserung in Richtung Nachhaltigkeit zu erzielen.“ Als Beispiel nennt Speich die Transformation von RWE. Der Energieversorger wandelt sich gerade, auch mit Begleitung der Deka, vom kohlelastigen Unternehmen mit rund 37 Prozent Strom aus Kohle zu einem modernen Energieversorger und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, Juni 2020