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Musiktalente
Auf dem Weg in die Zukunft

Von den Besten ihres Fachs lernen? Für die jungen Musiker des Bundes­jugend­orchesters ist das fast selbst­verständlich. Sie dürfen mit berühmten Dirigenten, Solisten und Musikern arbeiten: Kurt Masur, Kirill Petrenko und Sir Simon Rattle standen bereits am Pult des Ensembles. Die Rockmusiker Sting und Peter Maffay gingen mit den Youngstern auf Tournee. Und Campino, der Sänger der Toten Hosen, heimste 2016 mit Dirigent Alexander Shelley und dem Bundesjugend­orchester den Echo in der Kategorie „Klassik für Kinder“ ein.

Begehrte Plätze

Kein Wunder, dass die Plätze in Deutschlands jüngstem Spitzen­orchestern begehrt sind. Doch wie schafft man den Sprung hinein? Zum Beispiel so wie der 16-jährige Kai Gabel. „Ich habe schon früh in verschiedenen kleinen Orchestern gespielt und Konzert­reisen ins Ausland gemacht. Weil meine Schwester, die Musikerin im Bundes­jugend­orchester ist, immer vom BJO schwärmte, habe ich 2015 am Probespiel teilge­nommen“, erinnert sich der junge Violinist. Seit fast drei Jahren ist er ebenfalls Ensemble­mitglied. Was einfach klingt, ist für die Nachwuchs­musiker im Alter von 14 bis 19 Jahren eine große Heraus­forderung. Denn bevor es auf die großen Bühnen geht, erarbeiten sie während intensiver Phasen anspruchsvolle Kompo­sitionen aus allen Musik­epochen. Das Ein­studieren der Programme, die musikalische Arbeit mit Profis aus den besten Orchestern und Hochschulen Deutschlands sowie die Begegnung mit anderen Talenten ist für die Jugendlichen musikalisch und menschlich ein prägendes Erlebnis. Die Schule darf dabei nicht zu kurz kommen: Die jungen Musiker büffeln auch während der Proben- und Konzert­phasen. Und dann sind da ja noch Familie, Freunde und Hobbys. Kai Gabel beispiels­weise spielt gern Fußball und Tischtennis. Aber im Mittel­punkt steht das Orchester. „Der Klang, den man aus einem Cello oder einem Kontra­bass heraus­holen kann, ist unbeschreiblich. Als ich ins Bundes­jugend­orchester gekommen bin und mit sieben anderen Kontra­bassisten spielen durfte, war das das beste Gefühl, das ich in der Musik bislang erlebt habe“, sagt Kontra­bassist Titus Spangemacher. „Alle teilen eine gemein­same Leiden­schaft: die klassische Musik. Wir musizieren gemeinsam über mehrere Wochen auf hohem Niveau, das schweißt zusammen“, ergänzt Naemi Vösand, die mit vier Jahren zum ersten Mal eine Oper besuchte –„Die Zauber­flöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. „Von da an war ich von klassischer Musik begeistert und wollte Sopranistin werden. Als ich aber wenig später eine Quer­flöte hörte, war es um mich geschehen. „Seit ihrem siebten Lebens­jahr spielt die Kornwestheimerin Querflöte, seit 2015 beim Bundes­jugend­orchester – und das auf der ganzen Welt. Denn die jährlichen Tourneen führen die Nachwuchs­musiker nicht nur durch Deutschland und Europa, sondern auch nach Nord- und  Südamerika, Asien und Afrika. Neben Konzerten in Deutschland und Meran gibt das Bundes­jugend­orchester in diesem Jahr deshalb auch fünf Konzerte in Indien, „worauf wir uns alle unheimlich freuen“,sagt der 19-jährige Felix Hörter, der auf dieser Tournee der Konzert­meister ist und das Orchester gemein­sam mit dem Dirigenten leitet. „Vor allem das Musi­zieren an solchen besonderen Orten sorgt für einen starken Zusammen­halt“,sagt Hörter. Die Nachwuchs­musiker spielen auch gemeinsam mit dortigen Künstlern – Begegnungen, die nach­haltig prägen.

Einmalige Chance

Eine Tournee bedeutet viel Arbeit. Sönke Lentz macht die Reisen, die Visums­anträge und den Transport sperriger Instru­mente wie der Harfen möglich. Er arbeitet seit 2004 als Projekt­leiter beim Bundesjugend­orchester. „Als nationales Jugend­orchester haben wir den Auftrag, die besonders begabten Musikerinnen und Musiker zusammen­zubringen und ihnen hier die einmalige Chance zu geben, in so jungen Jahren bereits mit heraus­ragenden Persönlich­keiten wie Sir Simon Rattle oder Kirill Petrenko zu arbeiten“, so der Projekt­leiter. Dass das Bundes­jugend­orchester Spuren hinter­lässt, zeigen erfolgreiche ehe­malige Orchester­mitglieder. Denn wer im Alter von 19 Jahren das Ensemble verlässt, ist mehr als gerüstet für eine Zukunft als Berufs­musiker. Ein Groß­teil der über 2.500 Ehe­maligen arbeitet als Orchester­musiker, Dozenten oder Profes­soren. Allein bei den Berliner Philhar­monikern spielen 18 ehemalige Mit­glieder. Auch berühmte Solis­tinnen wie die Klari­nettistin Sabine Meyer und die Bratschistin Tabea Zimmermann hat das Bundes­jugend­orchester hervor­gebracht.

Talente fördern

Wegen seiner heraus­ragenden Bedeutung wird das Bundes­jugend­orchester unter anderem vom Bundes­familien­ministerium, von der Deutschen Orchester­vereinigung sowie von vielen privaten Förderern unterstützt. Auch die DekaBank engagiert sich seit 2018 für dieses außer­gewöhn­liche Projekt. „Ich freue mich, dass wir einen Beitrag zur Förderung junger Musik­talente leisten dürfen“, sagt der Vorstands­vorsitzende Michael Rüdiger. Damit setzt die DekaBank als Teil der Spar­kassen-Finanz­gruppe eine lang­jährige Tradition fort. Die Finanz­gruppe unterstützt seit 50 Jahren „Jugend musiziert“, den bedeu­tendsten Nachwuchs­wett­bewerb für klassische Musik in Deutschland. So unter­stützt sie die musika­lischen Bildung und ebnet jungen Musikern den Weg auf die großen Bühnen der Welt. Für diese verlockende Perspek­tive und aus Liebe zur Musik nehmen Kai, Naemi und die anderen Talente vieles auf sich.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 2, Mai 2018