1. Start
  2. Markt & Impuls
  3. Recht und Regulatorik
  4. Ergebnisse des Projektmoduls - „Fonds im Risikomanagement“

Ergebnisse des Projektmoduls
„Fonds im Risikomanagement“

Die Beurteilung von Risiken in Fondsanlagen treibt die Aufsichtsbehörden seit Jahren um. Ein Projekt der S-Finanzgruppe arbeitet an Lösungen, die aufsichtsrechtliche Ziele und Praxis miteinander vereinen.

Im Projektmodul „Fonds im Risikomanagement“ erarbeiten Vertreter von Sparkassen, Verbänden und Kapitalverwaltungsgesellschaften seit März gemeinsame Leitlinien für die Beurteilung von Risiken in Fondsanlagen. Erste Ergebnisse konnte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband Ende Juni mit der Bankenaufsicht erörtern – und hat dabei einen Erfolg erzielt: Bundesbank und BaFin zeigen sich gegenüber der Risikoklassendurchschau offen. Diese Praxis wird von der S-Finanzgruppe als praktikable und kurzfristige Lösung favorisiert.

Hintergrund des Projektmoduls ist das seit 2013 bestehende Drängen der Regulatoren, dass Institute im Risikofall für eine größere Transparenz innerhalb von Fonds sorgen sollen. Die Anforderungen reichen von der Einschätzung der periodischen Risikotragfähigkeit von Fonds nach Risikoklassen bis hin zur Ebene der Einzelpositionen. Die Durchschau auf Einzelpositionen kann bei Sparkassen zu einem höheren administrativen Aufwand führen und darüber hinaus die Risikobudgets belasten.

Jens-Peter Kempf

Senior Strategieanalyst
DekaBank

Portfoliorisiko aufsichtsrechtlich nicht mehr akzeptiert

Im Diskurs mit den Aufsichtsbehörden favorisieren die Sparkassen bei der Abbildung von Risiken in Fondsanlagen bei „einfachen“ Konzepten auch künftig die Beurteilung nach Risikoklassen oder setzen zumindest auf Lösungen, welche die Risikobudgets nicht in diesem Maße belasten. Die Einzelpositions­durchschau wird hingegen die vollumfängliche und finale Lösung darstellen. Die Behörden sehen die Risikoklassendurchschau zudem insbesondere bei der Risikoklasse „Adressenrisiko“ langfristig kritisch und bemängeln die fehlende Transparenz. Seit 2013 fordern Bundesbank und BaFin zunehmend, dass Institute im Risikofall der periodischen Risikotragfähigkeit für mehr Transparenz innerhalb von Fonds auf Basis von Risikoklassen oder gar bis hin auf Ebene der Einzelpositionen sorgen müssen. Dieser Forderung wird durch einschlägige – aber dennoch sehr heterogene – Feststellungen innerhalb von Sonder­prüfungen nach § 44 KWG sowie durch entsprechende Verweise im persönlichen Gespräch Ausdruck verliehen. Das Referenzieren auf ein Portfoliorisiko wird aufsichtsrechtlich nicht mehr akzeptiert. Es ist nun Aufgabe des Projektmoduls, für Regulatoren akzeptable und zugleich für Institute praktikable Lösungen zu erarbeiten.

 

 

Durchschau auf Risikoklassen

Quelle: DekaBank

 

Stete Kommunikation mit Aufsicht und Sparkassen

Ein weiteres Ziel des Projektmoduls ist es, Institute mit Unterstützung der KVGs fachlich und technisch auf die kommenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen vorzubereiten. Konkret sollen dank der detaillierten Beschreibung der fachlichen Datenanforderungen und Schnittstellen aufsichtsrechtliche Anforderungen erfüllt und spätere Prüfungsfeststellungen vermieden werden. Um diese Ziele zu erreichen, stellen die KVGs ab Ende 2015 Instituten eine einheitliche Risiko­klassen­durchschau zur Verfügung. Das Risiko­klassen-Universum, das auf Basis eines einfachen Rentenfonds erarbeitet wurde, umfasst dabei 5 Kate­gorien, 28 Subkategorien und 35 Risikoklassen. Dieses Universum können Sparkassen für die weiteren institutsindividuellen Analysen nutzen. Auch weiterhin steht Instituten die „MaRisk-Management Summary“ von Deka Investment zur Verfügung, die wesentliche Risikoklassen inklusive Exposure und standardisierten Risikowerten abbildet.

Im weiteren Projektverlauf rücken auch komplexere Fondskonzepte in den Fokus, die neue Frage­stellungen mit sich bringen werden. Darüber hinaus ist die Integration in die Limitsysteme ebenso Gegenstand der Arbeiten wie das interne Reporting und die geeignete Ausgestaltung der Anlage­richtlinien. Neben der kurzfristig für sämtliche Fondskonzepte, langfristig aber zumindest für einfache Fondskonzepte favorisierten Risikoklassendurchschau wird innerhalb des Projekts weiterhin intensiv an der Einzeltiteldurchschau gearbeitet, welche technisch durch die Weiterentwicklung der Fondsschnittstelle unterstützt werden soll. Sämtliche Fragestellungen wird der DSGV auch weiterhin gemeinsam mit den Re­­gulierungsbehörden erörtern und die Sparkassen über Inhalte und Verlauf dieses Prozesses regelmäßig informieren.

 

Projektziele

  • Unterstützung der Sparkassen zur Vermeidung von Prüfungsfeststellungen und zur Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen
  • Beschreibung der fachlichen Datenanforderungen und Schnittstellen
  • Empfehlungen zur Abbildung von Fonds im Risikomanagement der Sparkassen
Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 3, November 2015