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Rentenfonds Weltzins-INVEST
„Wir werden den Erfolg fortsetzen“

Der Weltzins-INVEST ist einer der erfolg­reichsten Lokal­währungs­fonds der vergangenen Jahre. Im April ging das Manage­ment des Fonds auf die Deka über. Im Interview erläutern Sarah Lütgert, Gruppen­leiterin Renten Global, und Michael Discher-Remmlinger, Fonds­manager des Weltzins-INVEST, warum sie bestens dafür gerüstet sind, den Fonds erfolgreich weiter­zuführen.


Markt & Impuls im Gespräch mit SARAH LÜTGERT und MICHAEL DISCHER-REMMLINGER, beide Deka Investment

Sie managen den Weltzins-INVEST seit April – das war nicht gerade ein idealer Startpunkt, oder?

SARAH LÜTGERT Das ist richtig. Seit Anfang des Jahres sind Anleihen aus den Emerging Markets vor allem aufgrund poli­tischer Unsicher­heiten kräftig unter Druck geraten. Davon konnten wir uns auch nicht voll­ständig abkoppeln.

 

MICHAEL DISCHER-REMMLINGER Wir können nicht garantieren, dass der Fonds auf Sicht von sechs Monaten einen positiven Ertrag liefern wird. Der Weltzins INVEST ist vielmehr darauf ausgerichtet, über Investitions­zeiträume von fünf bis zehn Jahren höhere Renditen zu erzielen. Das heißt, Investoren sollten ihn lang­fristig ihrem Portfolio beimischen.

„Der Weltzins-INVEST bietet hervorragende Diversifikationsmöglichkeiten für die meisten Rentenportfolios.“

Sarah Lütgert

Gruppenleiterin Renten Global

Sie haben den Fonds übernom­men. Was machen Sie anders als Ihr Vorgänger?

DISCHER-REMMLINGER Wir ändern am Konzept des Weltzins-INVEST nichts, sondern führen ihn exakt so fort wie bisher.

Und das bedeutet?

LÜTGERT Der Weltzins-INVEST investiert weltweit in Lokal­währungen, und zwar in Anleihen von Staaten sowie von supra­nationalen und staats­nahen Emit­tenten, wobei sein Schwer­punkt in der Regel bei den Emerging Markets liegt. Zudem ist er auf kurz laufende Anleihen fokussiert und verfolgt eine Buy-and-Hold-Strategie.

 

DISCHER-REMMLINGER Dieser Buy-and-Hold-Ansatz bedeutet auch, dass sich der Fonds anders verhält als andere Lokal­währungs­fonds. Während er in guten Phasen in der Regel kaum eins zu eins mit dem Markt nach oben laufen wird, zeigt sich seine Stärke in schwierigen Zeiten. Er weist eine geringere Schwankungs­breite auf und entwickelt sich in einem turbu­lenten Markt­umfeld stabiler. Das hat sich beispiels­weise im Sommer 2013 sowie im Verlauf dieses Jahres gezeigt, als die Märkte jeweils besonders turbu­lent waren. Dadurch bietet er ein wichtiges diversifizierendes Element.

Gab es keine Probleme bei der Über­nahme beziehungs­weise Umstellung?

LÜTGERT Die Deka hat die Landesbank Berlin Investment (LBBI), die den Weltzins- INVEST bislang managte, ja schon 2014 über­nommen. Deshalb hatten wir eine sehr lange Vorbereitungszeit, in der wir uns intensiv mit dem bisherigen Fonds­management ausge­tauscht haben. Wir kannten nicht nur den Weltzins INVEST, sondern die gesamte Familie der Welt­zinsfonds sehr genau und wussten, was wir über­nehmen. Ferner haben wir unsere Mann­schaft um neue Mit­arbeiter ergänzt, zum Teil auch mit Kollegen aus dem bisherigen LBBI-Team. Kommen wir zum Anlage­universum.

„Der Weltzins-INVEST ist darauf ausge­richtet, langfristig höhere Renditen zu erzielen.“

Michael Discher-Remmlinger

Sachgebietsleiter Renten International,
Fondsmanager des Weltzins-INVEST

Wie beurteilen Sie die aktu­ellen Aussichten für Lokalwährungen aus den Schwellen­ländern?

LÜTGERT Grundsätzlich gehören Schwellen­länder, als diversi­fizierendes Element, in jedes Portfolio – daran ändert auch das aktuell schwierige Umfeld nichts. Doch die langfristigen makro­ökono­mischen Indika­toren sind positiv. Das Wachstum in vielen Volks­wirt­schaften der Emerging Markets hält an, die Inflation bleibt moderat. Dazu kommt eine vergleichs­weise niedrige Staats­verschuldung. Aber das ist nur die Gesamt­sicht. Man muss schon sehr genau hinschauen, denn die Schwellen­länder sind keine homogene Anlageklasse. Da haben Sie beispiels­weise in der Türkei oder in Argentinien sehr wohl ein Inflations­problem. Eine gründliche Analyse ist deshalb das A und O.

Aber stellen nicht die steigenden US-Zinsen ein Risiko dar?

DISCHER-REMMLINGER Mit einer erhöhten Volati­lität müssen Anleger schon rechnen. Zum einen ist die Situation jedoch heute eine andere als 2013 beim Taper Tantrum, als die Märkte von der Ankün­digung einer restrik­tiveren Geld­politik überrascht wurden. Heute sind die Zins­schritte sehr gut kommuniziert. Zum anderen brachen damals die Rohstoff­preise massiv ein, was viele Emerging Markets und ihre Währungen unter Druck setzte. Auch das haben wir aktuell nicht. Allerdings führte die Befürch­tung von Investoren, dass Struktur­probleme einzelner aufstrebender Volks­wirtschaften auch auf andere Schwellen­länder über­greifen könnten, zuletzt zu einer deutlichen Aus­weitung von Risiko­prämien bei Schwellen­länderanleihen.

Mit welcher Rendite können Anleger bei Lokalwährungs­anleihen rechnen?

DISCHER-REMMLINGER Dies ist ein weiteres Argument, warum der Fonds eine interes­sante Ergänzung in einem Renten­portfolio ist. Die laufende Rendite des Fonds liegt bei rund 7,7 Prozent pro Jahr, was im aktuellen Umfeld anhaltend niedriger Zinsen sehr attraktiv ist. Allerdings dürfen Anleger die Risiken nicht vergessen. Unser Port­folio weist zwar eine sehr breite Streuung über rund 70 Währungen und mehr als 320 Emit­tenten auf. Dennoch bein­haltet der Fonds Währungs-, Zins­änderungs- und Kredit­risiken, wenn auch wegen der kurzen Lauf­zeit und hohen Granu­larität deutlich geringere als typische Emerging-Markets-Währungsfonds.

Wie wirkt sich das auf Ihren Auswahl­prozess aus?

DISCHER-REMMLINGER Aktuell kommt der Fonds auf rund 1.200 Einzel­titel. Das ist sehr viel und hat mit den Kapital­flüssen der vergangenen Jahre zu tun. In der Regel werden es eher 500 bis 700 Titel sein. Grund­sätzlich bedeutet es, dass wir täglich Fällig­keiten in dem Fonds haben. In meinen Systemen sehe ich sehr genau, wann welche Anleihe fällig wird, und kann agieren. Erachten wir beispiels­weise eine Währung als zu riskant, dann kaufe ich diese nach dem Auslaufen der Anleihe vorerst nicht nach. Wir gehen erst dann wieder auf das Ziel­gewicht hoch, wenn wir sehen, dass sich die Funda­mental­daten bessern. Oder wir können auf Fällig­keiten schon vorher reagieren. Wenn wir sehen, dass eine Anleihe aus einem wenig liquiden Markt in zwei oder drei Monaten ausläuft, und sich aktuell eine Kauf­gelegen­heit ergibt, dann können wir auch vorüber­gehend über das Ziel­gewicht hinausgehen.

Schwellenländer – eine Welt mit Potenzial
Weltweiter Anteil der Emerging Markets in Prozent

Quellen: IWF, DekaBank; Stand: Juli 2018

Lokalwährungsfonds gibt es viele. Warum sollten Investoren auf die Deka vertrauen?

LÜTGERT Unser Vorteil ist, dass die Analyse der Emerging Markets, und zwar aller Länder, Emit­tenten und Währungen, nichts Neues für uns ist, sondern zu unserem täg­lichen Business gehört. Unser aus zehn Mit­arbeitern bestehen­des globales Renten­team ist nach Ländern aufgeteilt. Das heißt, wir können, unter­stützt durch unsere über 20 Volks­wirte im Haus, für jedes Land, jede Währung und jeden Emit­tenten eine tief greifende Analyse erstellen. Zu diesem Zweck verfügt die Deka über eine exzel­lente Handels­abteilung mit sehr guten Kontak­ten in alle Welt.


DISCHER-REMMLINGER Der Fonds setzt auf kurz laufende Anleihen und hält diese bis zur Fällig­keit. Deshalb ist es entscheidend, dass wir zum Zeitpunkt des Kaufs einer Anleihe sehr gut ein­schätzen können, ob ein Emit­tent in der Lage ist, seine aus­stehenden Schulden zu bedienen oder nicht. Zur Bewertung der Länder nutzen wir unseren bewährten Deka Country Risk Indicator, mit dem wir die kurz- und mittel­fristigen Perspek­tiven einzelner Märkte beurteilen. Er berück­sichtigt eine Vielzahl an Faktoren, darunter Daten zur Zahlungs­bilanz, zur Inflation und zum Wachstum, die Zins­politik oder die politische Stabi­lität und die Wett­bewerbs­fähigkeit eines Landes.

 

LÜTGERT Unser Fonds kann innerhalb einer Asset-Allo­kation ein wichtiger Bau­stein als Bei­mischung sein. Er eignet sich auch gut, weil er gerade in Krisen­zeiten schwankungs­ärmer performt als her­kömmliche Emerging Market-Local-Currency-Fonds.

 

 

Die angegebene Rendite ist kein verlässlicher Indikator für eine künftige Renditeentwicklung.

Sarah Lütgert
Gruppenleiterin Renten Global

Sarah Lütgert ist seit Dezem­ber­2016 bei der Deka Investment. Sie verfügt über mehr als 20 Jahre Berufs­erfahrung. Bevor sie zur Deka kam, war sie Fixed Income Strategist bei der Dresdner Klein­wort Wasser­stein, danach war sie Leiterin des Portfolio­manage­ments bei apo Asset Management. Ferner hat sie unter anderem für Meriten Asset Manage­ment, die West LB und HSBC Trinkaus & Burkhardt gearbeitet. Sie studierte VWL an der Universität Heidelberg und der University of Aberdeen und Mandarin in Heidelberg und Peking.

Michael Discher-Remmlinger
Sachgebietsleiter Renten International, Fondsmanager des Weltzins-INVEST

Michael Discher-Remmlinger kam 2007 zur Deka Investment. Dort managt er zahlreiche Publikums- und Spezial­fonds und verant­wortet seit 2017 den Bereich Renten International/Emerging Markets als Sach­gebiets­leiter. Zuvor arbeitete er bei PIMCO sowie beim DIT und studierte BWL an der Universität Mannheim. Er verfügt über mehr als 26 Jahre Berufs­erfahrung. Für die von ihm gemanagten Fonds erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, Oktober 2018