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Corporate Governance
Als Treuhänder im Interesse der Fondsanleger unterwegs

Den Investoren eine starke Stimme geben und die Corporate Governance der Unternehmen positiv beeinflussen – das sind wichtige Anliegen der Deka. Jetzt können auch institutionelle Kunden davon profitieren.

Nur wer sich einmischt, kann etwas verändern. Das gilt auch für Aktionäre, wenn es um die Belange der Unternehmen geht, in die sie investiert sind. Weil nachhaltige und verantwortungs­volle Unternehmens­führung immer wichtiger wird, will sich Deka Investment als Treuhänder der Kunden künftig noch stärker als bislang auf Hauptversammlungen einmischen und Kritik üben. „Wir wollen uns in die Gesamt­entwicklung der Corporate Governance einbringen und so die Aktienkultur in Deutschland stärken“, erläutert Michael Schmidt, Geschäftsführer von Deka Investment und Bereichsleiter Asset Servicing & Alternative Investments.


Corporate Governance ist für die Deka als einen der größten Asset Manager Deutschlands ein wichtiges Anliegen. Aus Sicht des Wertpapierhauses der Sparkassen liegt in einer verant­wortungs­vollen Unternehmens­führung der Schlüssel für die nachhaltige Wertsteigerung ihrer Investments. Für die Deka hat deshalb die Vertretung der Interessen und Stimmrechte ihrer Fondsanleger gegenüber den Aktiengesellschaften einen hohen Stellenwert. „Das Stimmrecht ist eines der wertvollsten Rechte des Aktionärs und verpflichtet zu einem verantwortungsvollen Umgang damit“, betont Schmidt, der seit Juli 2016 die Aktivitäten von Deka Investment auf dem Gebiet Nachhaltigkeit und Corporate Governance verantwortet.

„Das Stimmrecht ist eines der wertvollsten Rechte des Aktionärs und verpflichtet zu einem verantwortungsvollen Umgang damit.“

Michael Schmidt

Leiter Asset Servicing & Alternative Investments

Viel mehr als Regeln und Richtlinien einzuhalten

Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet dabei viel mehr als das Einhalten von Regeln und Richtlinien. Sie berücksichtigt langfristige Ziele ökonomischer Art genauso wie die Effekte, die das wirtschaftliche Handeln einer Firma auf Umwelt, Gesellschaft, Geschäftspartner und Mitarbeiter hat. Verantwortliche Unternehmens­führung ist letztlich die Klammer um alle Aspekte, die das Unternehmen betreffen.

Im Team von Michael Schmidt wurde gerade das Abstim mungsverfahren zu den Hauptversammlungen überarbeitet. 2016 haben die Deka-Experten online bei über 220 Aktionärstreffen abgestimmt, bei vier Hauptver­sammlungen waren sie anwesend. „Diese Zahl werden wir erhöhen und außerdem in der Öffentlichkeit präsenter werden. 2017 stehen insgesamt zehn Treffen auf unserer Agenda“, kündigt Schmidt an. Welche das sein werden, steht im Grundsatz auch schon fest. Dabei geht Qualität vor Quantität. „Wir gehen vor allem dorthin, wo umstrittene Themen zur Abstimmung stehen“, sagt Schmidt.

 

Einen Eindruck vom engagierten Auftreten der Deka-Vertreter bekamen 2016 bereits die Besucher der Hauptversammlungen des Autobauers Volkswagen, des Pharmakonzerns Stada sowie des Energie­unternehmens E.ON. Dort übten die Fondsmanager deutliche, aber konstruktive Kritik etwa an dem Vergütungssystem der Vorstände, dem Vorgehen bei der Aufsichtsratswahl sowie an Teilen der aktuellen Unternehmensstrategie.


Das Auftreten auf Hauptversammlungen ist aber nur eine Möglichkeit der Einflussnahme auf die Geschäftspolitik von Unternehmen. „Wir wollen es mit unserem Engagement auf Hauptversammlungen natürlich nicht bewenden lassen“, betont Schmidt. Die Deka-Meinung soll stattdessen auch schon vorher geäußert werden. „Bei allen Anlässen werden wir uns konstruktiv, kritisch und mit einer langfristigen Perspektive für den Unternehmenserfolg einsetzen“, verspricht der Experte. Das bedeutet, dass sich die Fondsmanager und Analysten der Deka zum einen häufiger als bislang schon mit dem Vorstand eines Unternehmens austauschen. Zum anderen sollen Fragen der guten Unternehmensführung sowie aktuelle Themen der Hauptversammlung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden besprochen werden. Solche regel­mäßigen Einzelgespräche mit Vorstand und Aufsichtsrat z. B. von Dax-Konzernen tragen zur Steigerung der Qualität der Corporate Governance bei.

 

Grundsätze wurden überarbeitet

In dem öffentlichen Dokument „Grundsätze der Abstimmungspolitik bei Hauptversammlungen“ (www.deka.de/deka-gruppe/nachhaltigkeit), können Anleger nachlesen, wie die Deka direkt oder über Stimmrechtsvertreter das Aktionärsstimmrecht treuhänderisch für ihre Fondsanleger ausübt. Dieser Katalog ist weiter präzisiert und geschärft worden. Ziel ist es, in enger Abstimmung mit den jeweiligen Fondsmanagern, die sich intensiv mit den einzelnen Unternehmen auseinandersetzen, zu prüfen, welche kritischen Punkte von der Deka bei den Unternehmen adressiert werden sollen. Dazu gehören etwa Unstimmigkeiten über das Vergütungssystem des Vorstands, über die Zusammensetzung des Aufsichts­rates, über Kapitalmaßnahmen oder über die künftige Ausrichtung der Unternehmensstrategie. „Und überall dort, wo auf der Basis dieser Analyse Abweichungen von unseren Grundsätzen festgestellt werden, schauen wir genauer hin und mischen uns ein“, erläutert Schmidt.

 

Dienstleistung für institutionelle Investoren

Nach den positiven Erfahrungen mit der Auflage des Deka-Domus-Deutschland-Fonds und des Fonds Domus-Einzelhandel-Deutschland ist ein zunehmendes Interesse von Investoren an Club Deals spürbar. In dieser Rolle macht sich die Deka-Gruppe somit zur Aufgabe, passende Investoren und Anlageobjekte zusammenzuführen und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten Der neue Ansatz kommt speziell auch den institutionellen Kunden zugute. Denn viele institutionelle Investoren scheuen das aufwändige Abstimmprocedere und lassen daher häufig ihre Stimme verfallen. Die kommende Novelle der europäischen Aktionärsrechte-Richtlinie soll jedoch Treuhänder, wie etwa Pensionskassen oder Stiftungen, stärker in die Pflicht nehmen, ihre Stimmrechte auch tatsächlich auszuüben und darüber zu berichten. „Wir können den Anlegern hierbei helfen und den aufwändigen Abstimmungsprozess für sie übernehmen“, erklärt Schmidt.


Ganz wichtig für ihn ist der Aspekt der Langfristigkeit. Um kurzfristigen Profit, wie ihn sogenannte Aktivisten oft im Sinn haben, geht es nicht. Die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells und die langfristige Wertsteigerung des Investments stehen im Vordergrund.

 

Im Überblick

Wie die Stimmrechte ausgeübt werden

Anhand klar definierter Kriterien übt Deka Investment, direkt oder über Stimmrechtsvertreter, das Aktionärsstimmrecht treuhänderisch für ihre Fondsanleger aus. Grundlage für die Deka-eigene Abstimmungspolitik bilden zum einen die Analyse-Leitlinien für Hauptversammlungen des Bundes­verbands Investment und Asset Management (BVI). Zum anderen wird auf den Deutschen Corporate Governance Kodex, die sogenannte DVFA-„Scorecard“ sowie einschlägige Umwelt- und Sozialstandards zurückgegriffen. Erfolgt die Ausübung über Dritte, wird eine Vollmacht an den Stimmrechtsvertreter unter Vorgabe konkreter Weisungen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten erteilt.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2017