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Aktuelles zum Coronavirus – Volkswirtschaftliche Hintergrundinformation.

21. April 2021

Fakten zum Coronavirus.

  • Die Anzahl der täglichen Neuinfektionen hat weltweit mit gut 760 Tsd. Personen ein neues Allzeithoch erreicht (vorher Mitte Januar 21: gut 730 Tsd. Personen). Der Anstieg gegenüber dem Vorwochenwert betrug knapp 90 Tsd. Personen und entsprach wiederum dem Anstieg in Indien. Das heißt, ohne Indien wäre die Anzahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche unverändert geblieben. Weitere Länder mit ansteigenden Neuinfektionen: Türkei (gut 6 Tsd. Personen), Kolumbien (knapp 4 Tsd. Personen) und Argentinien (gut 3 Tsd. Personen).
  • Die Anzahl der täglichen Erstimpfungen fällt derzeit. Nach zwischenzeitlichen 10 Mio. Impfungen wurden zuletzt nur noch 8,1 Mio. Personen geimpft. Zumindest teilweise resultiert die Verringerung auch daraus, dass impfstarke Länder wie die USA aufgrund ihres Impferfolgs in ihrer Dynamik nachlassen.
  • Seit einer knappen Woche steigt die Mobilität auf globaler Ebene wieder an. Weiterhin gibt es noch leichte Verzerrungen, die im Zusammenhang mit den Osterfeiertagen stehen. Allerdings deutet sich bereits jetzt an, dass weitere Fortschritte bei der Mobilität in den kommenden Wochen nur gering ausfallen dürften. Während in den 2. Welle-Ländern die Mobilität (bedingt durch den Wegfall der Ostertage) angestiegen ist, nahm sie in den 1. Welle-Ländern gegenüber der Vorwoche ab. Verantwortlich hierfür ist vor allem Indien. Rechnet man Indien heraus, dann wäre auch in diesem Länderset die Mobilität ganz leicht angestiegen.
  • Der 28-Tagevergleich bei den weltweiten Restriktionen wird weiterhin von den Schwergewichten China und Indien bestimmt. In beiden Ländern wurden Anfang April die Restriktionen verschärft. In China kam es wohl bereits zu einer erneuten Lockerung, die sich aber in dem von uns verwendeten Restriktionsindikator noch nicht widergespiegelt hat. In Westeuropa und in den USA nehmen die Restriktionen zurzeit in einem ähnlichen und eher geringen Ausmaß ab. Freilich liegt der Restriktionsindikator für Westeuropa deutlich höher als in den USA.
  • Die europäische Arzneimittelbehörde hat das Vakzin von Johnson & Johnson uneingeschränkt freigegeben. Das Mittel soll in den kommenden Monaten ein wichtiger Faktor der europäischen Impfkampagne sein, hilfreich ist vor allem, dass eine Dosis reicht. Der von den USA verhängte temporäre Impfstopp mit dem Mittel könnte am Freitag aufgehoben werden.
  • Die EU-Kommission hat mit Pfizer und BioNTech die Lieferung von 100 Mio. weiteren Impfstoffdosen vereinbart. Im zweiten Quartal werden von den Unternehmen 250 Mio. Dosen geliefert.
  • Laut einer Studie der Oxford University ist das Risiko von Blutgerinnseln durch Covid-19 zehnmal höher als durch die drei ersten westlichen Corona-Impfstoffe (also Pfizer/ BioNTech, Moderna, AstraZeneca).
  • Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC haben sich erst weniger als 6000 der 84 Mio. vollständig geimpften Amerikaner mit Covid-19 infiziert. Das sind nur 0,007 %. Von den knapp 6000 mussten nur 396 ins Krankenhaus und 74 starben.

Fakten aus den Bereichen Konjunktur, Unternehmen und Politik.

  • Die US-Einzelhandelsumsätze explodierten im März dank der Konsumschecks förmlich. Mit +9,8 % gegenüber dem Vormonat war der Anstieg viel stärker als erwartet (5,3 %). Die US-Industrieproduktion enttäuschte mit einem Anstieg von 1,4 % mom, die Versorger belasteten mit einem Rückgang von 11 %. Die regionalen Einkaufsmanagerindizes wie Philadelphia-Fed-Index und Empire State Manufacturing Index überzeugten erneut. Äußerungen von Fed-Chef Powell, dass zwar die Ausgangslage für einen ersten Zinsschritt nicht vor Ende 2022 gegeben ist, die Fed jedoch deutlich früher mit dem Tapering beginnen wird, haben Erwartungen geschürt, die Fed könne bei der Sitzung am 28. April einen Zeitplan hierfür diskutieren.
  • Die Euroland-Verbraucherpreise legten erwartungsgemäß um 1,3 % zu. Der stärker als erwartete Anstieg der Produzentenpreise belebt die Diskussion über ein EZB-Tapering und belastete vor allem die Aktienmärkte. Das Interesse an der EZB-Sitzung morgen dürfte dadurch gestiegen sein, obwohl die Erwartungen an neue Erkenntnisse gering sind. Spannend werden auch die Einkaufsmanagerindizes am Freitag. Italien reduzierte seine Wachstumsprognose von 6,0 % auf 4,5 %, die Staatsschulden steigen auf 160 % des BIP.
  • Das Bundesverfassungsgericht hat heute einen Eilantrag gegen den EU-Wiederaufbaufonds abgelehnt. Damit ist der Weg für das 750 Mrd. Euro-Paket frei.
  • Die chinesischen BIP-Daten waren mit +18,3 % zwar optisch beeindruckend, lagen aber unter den Prognosen von 18,5 %. Ebenfalls enttäuschend waren die Daten zur Industrieproduktion, hingegen überraschten die Einzelhandelsumsätze positiv.
  • Die US-Banken sorgten für einen erfreulichen Start in die Quartalsberichtssaison und auch außerhalb des Finanzsektors überzeugten die meisten Firmen: UnitedHealth Group, Coca-Cola, Alcoa, IBM, Procter & Gamble sind prominente Beispiele für ein Übertreffen der Gewinn- und Umsatzschätzungen. Bekanntester Verlierer ist bislang Netflix. Das Unternehmen übertraf zwar die Gewinnprognosen, enttäuschte aber beim Wachstum der Benutzer (für Q1 sowie im Ausblick). Die Aktie verlor nachbörslich fast 10 %.
  • In Summe haben erst 9 % des S&P 500 Zahlen vorgelegt, die Hälfte davon sind Finanzunternehmen. Dabei beträgt der Anteil der positiven Überraschungen beeindruckende 87 % / 85 % bezogen auf Gewinne bzw. Umsätze. Die Gewinne legten um 33,5 % zu (blended, also in der Mischung aus gemeldeten Zahlen und Prognosen für noch nicht veröffentlichte Berichte). Vor rund zwei Wochen erwartete der Konsens einen Gewinnanstieg von 26,5 %.
  • In Europa gab es starke Pre-Releases von Daimler, ABB und Zalando und Hello Fresh erhöhte seine Jahresprognose. Die starken Zahlen von Schwergewicht ASML wurden vom Markt heute mit klaren Kursgewinnen belohnt. Mit L'Oréal übertraf ein weiteres Schwergewicht die Umsatzprognosen leicht.
  • Lediglich 6 % des STOXX 600 haben bislang ihre Berichte präsentiert. Das Gewinnwachstum (blended) liegt bei 89 %, vor zwei Wochen waren es nur 62,3 %.
  • Unseren detaillierten Ausblick auf die Berichtssaison finden Sie wie gewohnt in der Publikation „Ergebnismonitor“ unter: https://www.deka.de/globaldownload/de/deka-gruppe/research/newsletter/rententrends/Ergebnismonitor.pdf
  • Der US-Laborausrüster Thermo Fisher plant das Auftragsforschungsunternehmen PPD für rund 17 Mrd. US-Dollar zu übernehmen.
  • Laut Presseberichten wird US-Präsident Biden im Rahmen des Earth Day (22./23. April) deutlich ambitioniertere US-Klimaziele verkünden. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 50 % reduziert werden. Ausführlichere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie in unserer neuen Publikation „Nachhaltigkeits-Trends“ unter: https://www.deka.de/globaldown-load/de/deka-gruppe/research/newsletter/rententrends/Nachhaltigkeits-Trends_04_2021.pdf

Die volkswirtschaftlichen Prognosen zum Thema Coronavirus als Download.

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