Kompetenz
Pensionseinrichtungen wetterfest machen.
Wenn die Märkte im Schönwettermodus sind, ist die Kapitalanlage verhältnismäßig einfach. Aber an den Kapitalmärkten kann es immer auch Gewitter geben. Wie Pensionseinrichtungen vorsorgen können, war Thema beim Deka Pension Day 2026 in Frankfurt.
Juni 2026
Dr. Alexander Zanker schaut voraus. Auch wenn das Thermometer in diesen Tagen an der 40-Grad-Marke kratzt, beschäftigt sich der Leiter Institutionelles Asset Management Development der Deka intensiv mit der Frage, wie sich Pensionseinrichtungen und ihre Portfolios wetterfest machen lassen. Die Deka hatte zum Pension Day 2026 eingeladen, um Fallbeispiele und innovative Strategien in Altersvorsorge und Kapitalanlage aufzuzeigen. Denn auch wenn sich der Iran-Konflikt und die Unterbrechung der Öl- und Gaslieferungen aus der Region bislang nicht wesentlich in den Wachstumsprognosen niederschlagen haben, ist sich Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka, sicher: „Wir werden uns für die Zukunft auf weitere Schocks wie dieses Jahr einstellen müssen“. Die nächsten zwei bis drei Jahre trage der KI-Investitionszyklus noch und auch dann sei keine schwerwiegende Wirtschaftskrise in Sicht. Aber Kevin Warsh, der neue Präsident der Fed, vertrete die Position, dass es nicht Aufgabe der Notenbanken sei, Schwankungen am Kapitalmarkt zu glätten. Von daher sei mehr Volatilität zu erwarten.
Mit 10.000 Szenarien zur strategischen Asset Allocation.
Um die daraus resultierenden Unsicherheiten besser in der strategischen Asset Allocation (SAA) institutioneller Anleger abbilden zu können, arbeitet die Deka in der Beratung mit sogenannten Superszenarien, die auf den Unsicherheitsfaktoren Wachstum und Inflation basieren. Aus diesen werden dann wiederum jeweils bis zu 10.000 Szenarien für die einzelnen Assetklassen abgeleitet, erläutert Dr. Ulrich Weikhard, Leiter Marktanalysen und Prozesse bei der Deka. Dabei können die Eintrittswahrscheinlichkeiten an die jeweiligen Erwartungen der Investoren angepasst werden: Was passiert mit der Zinsstrukturkurve? Wie entwickeln sich die Spreads? Wie reagieren die Aktienmärkte? Auf Basis dieser Erwartungen ermittelt die Deka dann die jeweils passende Allokation, beschreibt Deka-Kollege Johannes Titze, Leiter Investment Consulting. So können die jeweiligen Szenarien als Basis im Deka Strategy Navigator genutzt werden. Anhand dessen sowie unter Berücksichtigung der individuellen Anlageziele und Anlagegrenzen schlagen die Experten für Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge dann eine geeignete Allokation vor.
Bei der Umsetzung spielen auch passive Strategien als Bausteine zunehmend eine Rolle, da sie kostengünstig und leicht handelbar sind. Allerdings gilt es hier auf der Aktienseite einige Aspekte zu beachten. Denis Friess, Leiter Institutionelle Kunden Asset Management und Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment, betont, dass der MSCI World Index heute vor allem eine US-Wette mit hohem Gewicht auf Tech-Werte ist: „Die Börsengänge von SpaceX, Anthropic und OpenAI verschieben die Gewichtung hier noch weiter. Und auch wenn die hohen Bewertungen Fragen aufwerfen, werden passive Strategien die Aufnahmen in den Index abbilden müssen.“ Alternativen zur Gewichtung nach der Marktkapitalisierung bieten beispielsweise Equal-Weight- oder Enhanced-Strategien, mit einem anderen Sektor- oder Faktormix. „Passive Ansätze bieten unter Kostenaspekten Vorteile, aber Anleger sollten sich immer bewusst machen, in was sie investieren und welche Treiber dann wirken“, fasst Friess zusammen.
Dr. Alexander Zanker, Leiter Inst. AM Development, Deka
Denis Friess, Leiter Institutionelle Kunden Asset Management und Mitglied der Geschäftsführung Deka Investment
Dr. Alexander Zanker, Leiter Inst. AM Development, Deka
(v. l. n. r.)
Pensionskassen unter Handlungsdruck.
Für viele Pensionskassen ist ein mögliches Unwetter an den Kapitalmärkten und dessen Einfluss auf die Erfüllbarkeit rechnungszinsbasierter Renditeerfordernisse nur eine unter vielen Herausforderungen, hebt Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskassen-Service Gesellschaft hervor. Demografische Entwicklungen, neue Vorschriften der Versicherungsaufsicht EIOPA oder die Bewertungen des Immobilienbestandes, den viele Pensionskassen halten: „Vor allem kleineren Kassen wachsen die Anforderungen zunehmend über den Kopf“, konstatiert er. Eine mögliche Lösung sei die Gründung einer Genossenschaft, in der mehrere Kassen ihre Ressourcen beispielsweise im Risikomanagement oder der Finanzmathematik bündeln und so Effizienzpotenziale heben können.
Um die Effizienz zu steigern, bietet die Deka vor allem für kleinere Pensionskassen mit eingeschränkten internen Kapazitäten neben Spezialfondslösungen ein Direktanlagemanagement an. Marvin Simm aus dem Deka-Team Direktanlagemanagement sieht in der Optimierung der Asset Allocation sowie vor allem im professionellen Risikomonitoring zentrale Vorteile: „Wir können über das Direktanlagemanagement eine maßgeschneiderte Steuerung nach den individuellen Rendite-/Risikovorgaben der Kunden anbieten, ein entsprechendes Reporting liefern und eine Einhaltung der Regulatorik sicherstellen. Angesichts der zunehmenden Herausforderungen ist das ein Plus, insbesondere für kleinere Pensionskassen.“
Große Beliebtheit von Kapitalmarktlösungen für die bAV.
Die hohe Relevanz kapitalmarktorientierter Lösungen in der betrieblichen Altersvorsorge macht nicht zuletzt der Blick auf die Anforderungen der potenziell Begünstigten deutlich. Das Beratungsunternehmen Aon hat 2025 die Erwartungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern an die betriebliche Altersvorsorge abgefragt: „Dabei war es 68 Prozent der Befragten wichtig, dass die Chancen des Kapitalmarktes genutzt werden“, betont Angelika Brandl, Head of Retirement Germany bei Aon. Vor allem die jüngeren Altersgruppen (18 bis 24 Jahre) schätzen die durch niedrigere Kosten und attraktive Anlagemöglichkeiten möglichen höheren Renditen.
Damit sind die Anbieter von bAV-Lösungen gefragt, in ihren Angeboten die Möglichkeiten des Kapitalmarktes in der Breite einzusetzen – und dabei immer einen Blick auf die Wetterlage zu haben.
Hinweis:
Diese Unterlage/Inhalte wurden zu Werbezwecken erstellt. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Basisinformationsblätter, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der Deka Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten. Bitte lesen Sie diese, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen. Die enthaltenen Meinungsaussagen geben unsere aktuelle Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung wieder, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann.
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