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  2. Fragebogen zu Wertsicherungskonzepten 2019

Wertsicherungskonzepte der Deka
Ein Interview mit Dr. Ulrich Neugebauer, Leiter Quantitatives Asset Management und ETF

Wertsicherungskonzept der Deka

 

Unsere Wertsicherungskonzepte setzen eine dynamische Asset Allokation um, die sich zu jedem Zeitpunkt an den gemessenen Marktrisiken in Relation zum vorhandenen Risikobudget (Puffer) orientiert. Ist das Risiko (Value-at-Risk) im Verhältnis zum Puffer zu hoch, so dass die Einhaltung der Wertuntergrenze gefährdet ist, so wird das eingegangene Marktrisiko zeitnah reduziert. Anders als das ebenfalls dynamische CPPI-Modell arbeitet unser Konzept allerdings wie oben skizziert mit einem zeitvariablen, schnell auf die aktuellen Marktverhältnisse reagierenden Value-at-Risk. In einem Masterfonds, der sich aus einer Vielzahl von Marktrisiken zusammensetzt, werden die Risiken regelmäßig analysiert, um zu erkennen, aus welchen Quellen die Risiken kommen (Risikoattribution). Wird eine Risikoreduktion nötig, so werden zunächst die Risiken abgebaut, die in der Risikoattribution dominieren. Auch das unterscheidet unser Konzept von einem CPPI-Ansatz, in dem alle Risiken proportional reduziert werden, auch wenn bestimmte Assets (meist Renten) die Diversifikation innerhalb des Gesamtfonds verbessern.

Wertsicherung, festes oder individuelles Niveau?

 

Da wir uns als Lösungsanbieter verstehen, zielen wir in jedem Einzelfall darauf ab, die für den Kunden am besten geeignete Lösung zu finden. Ein für jeden Kunden und jede Asset Allokation geeignetes Wertsicherungsniveau gibt es nicht. Interessiert sich ein Kunde für ein Wertsicherungskonzept oder eine Risikosteuerung gemäß Vola Cap Strategie, machen wir ihm die Auswirkungen in Bezug auf die Risiko-Rendite Eigenschaften transparent. Hierzu führen wir historische Rückrechnungen und stochastische Simulationen durch. Dadurch wird sichtbar, wie sich beispielsweise eine Erhöhung der Wertuntergrenze (also ein geringeres Risikobudget) auf die dynamische Asset Allokation und die langfristig zu erwartenden Rendite auswirken kann. Dies ist besonders wichtig, denn ohne Kenntnis dieses Zusammenhangs würde gegebenenfalls das Risikobudget zu gering angesetzt werden. In der Folge würden erhöhte Wertsicherungskosten langfristig zu einer Rendite führen, die deutlich unter den Erwartungen liegen kann. Der Anleger kann dann seine Renditeziele nicht mehr erreichen, was wir mit einer entsprechenden Beratung verhindern möchten. Letztlich muss immer der Kunde die Entscheidung über das Risikobudget treffen, das er uns zur Verfügung stellt. Unsere Analysen unterstützen den Kunden bei dieser wichtigen Entscheidung.

Vorteile unseres Wertsicherungskonzeptes

Sparsamer Umgang mit dem Risikobudget (geringstmögliche Sicherungskosten)

Der effiziente Umgang mit dem Risikobudget wird dadurch ermöglicht, dass sich der Value-at-Risk dynamisch an die jeweiligen Marktverhältnisse anpasst. Die Allokation ist dadurch immer auf die jeweilige Marktsituation abgestimmt – anders als beispielsweise das CPPI-Konzept, das ein immer konstantes Marktrisiko unterstellt. Der effiziente Einsatz des Risikobudgets hängt stark davon ab, inwieweit das verwendete Risikomodell die tatsächlichen Marktrisiken realistisch messen kann. Unsere Risikosysteme ermöglichen eine Risikomessung unter Berücksichtigung von nichtnormalverteilten Renditen (Fat-Tails), nichtlinearen Zusammenhängen zwischen Assets, Zusammenbrüchen von Diversifikationseffekten und Volatilitätsclustern. Das Risikobudget wird dadurch auf effiziente Weise genutzt.

Hohe Kundenindividualisierung (Risikobudget, Fondsspezifika, Derivateeinsatz)

Unsere Wertsicherungskonzepte werden jeweils auf die genauen Fondsspezifika (z.B. Strategische Asset Allokation, illiquide Assets, Verfügbarkeit von Derivaten) sowie die individuellen Kundenpräferenzen abgestimmt, u.a. im Hinblick auf das Risikobudget, die enthaltenen Anlageklassen und die Verwendung von Derivaten. Der Kunde entscheidet letztlich über das Risikobudget und die Verwendung von Derivaten, nachdem wir ihm die einzelnen Möglichkeiten und die Folgen bei unterschiedlichen Marktentwicklungen transparent gemacht und diskutiert haben.

Hohe Zuverlässigkeit (prognosefreie Risikomessung nach neuestem wissenschaftlichen Stand)

Unsere Wertsicherungsansätze wurden seit 1994 ständig weiterentwickelt und zeichnen sich durch eine hohe Zuverlässigkeit aus. Zum einen wird auf Marktprognosen gänzlich verzichtet, so dass die Wertuntergrenze nicht von der Güte solcher Marktprognosen abhängt. Zum anderen ermöglicht die Verwendung fortschrittlicher Risikosysteme eine Risikoschätzung, die an die jeweiligen Marktverhältnisse angepasst ist. Risiken werden dadurch weder unterschätzt, was zu einer Unterschreitung der Wertuntergrenze führen kann, noch überschätzt, was langfristig zu einer Minderrendite durch eine zu konservative Allokation führen würde.

Hohe Transparenz (Rückrechnungen, Simulationen, Stresstests)

Unsere Kunden sollen vom tatsächlichen Verlauf ihres individuellen Wertsicherungsansatzes nicht negativ überrascht werden, sondern bereits vor der Implementierung der Wertsicherung wissen, was sie erwarten kann. Hierzu werden mögliche Verläufe und Entwicklungen des Konzeptes auf der Basis von historischen Rückrechnungen, stochastischen Simulationen und Stresstests aufgezeigt. Dem Kunden hilft dies in zweifacher Hinsicht: erstens beim Treffen von Entscheidungen, zum Beispiel über die Höhe des Risikobudgets oder die Änderung der Allokation; zweitens bei der Einordnung des späteren Verlaufs des Sicherungskonzepts. Die Einordnung der jeweiligen Risikosituation sowie durchzuführender Sicherungsmaßnahmen wird durch Anlageausschuss-Sitzungen, situationsabhängige Ad-hoc-Kundengespräche und ein individuelles Reporting unterstützt.

Nachteile

Hohe Pfadabhängigkeit

Die Pfadabhängigkeit unseres Wertsicherungsansatzes kommt durch den dynamischen Allokationsmechanismus zustande. Sie lässt sich beispielsweise durch die Aufteilung des Risikobudgets oder die Kombination mit einer Vola-Cap-Strategie verringern, gänzlich vermeiden lässt sie sich aber nicht. Im Vergleich zu Alternativen wie einer optionsbasierten Strategie überwiegen bei unserem dynamischen Ansatz jedoch die Vorteile. So fallen beispielsweise bei positivem Marktverlauf keinerlei Sicherungskosten an, da keine Optionsprämie vorab zu entrichten ist. Zudem ermöglicht unser Ansatz eine hohe Flexibilität: Der Kunde kann beispielswiese jederzeit die Asset Allokation oder das Risikobudget verändern. Bei einem optionsbasierten Ansatz wäre dies nicht ohne weiteres möglich.

Sicherungskosten

Sicherungskosten fallen bei jedem Wertsicherungsansatz langfristig an, da über einen längeren Zeitraum eine Risikoverringerung mit einer Minderrendite einhergeht (Kapitalmarkttheorie). Unser Ansatz ermöglicht es, diese Sicherungskosten durch fortschrittliche Risikosysteme gering zu halten. Vorab-Analysen helfen dem Kunden dabei, den Rendite/Risiko-Trade-off so transparent zu machen, dass er ein geeignetes Risikobudget mit möglichst geringen zu erwartenden Sicherungskosten festlegen kann.

Illiquide Anlageklassen

Illiquide Assetklassen, wie beispielsweise Immobilien oder Private Equity, sind nicht kurzfristig veräußerbar und aufgrund des Fehlens passender Derivate innerhalb eines Wertsicherungsansatzes nicht zu managen. Solche Anlageklassen können weiter bestehen bleiben, werden aber aus dem Wertsicherungskonzept selbst ausgeschlossen.

Verfügbarkeit von Derivaten

Die Verfügbarkeiten von Derivaten ist nicht für alle Assetklassen und Assets gegeben, was für unseren Ansatz allerdings kein Ausschlusskriterium ist. Wichtig ist in diesem Fall, dass die nicht mit Derivaten sicherbaren Assets notfalls physisch verkauft werden können, was allerdings in der Regel mit höheren Transaktionskosten verbunden ist.

Dialog mit unseren institutionellen Kunden

Für Wertsicherungskonzepte ist immer das Verständnis des Kunden, insbesondere für den Trade-off zwischen Risikobudget und langfristig zu erwartenden Sicherungskosten, wichtig. Teilweise neigen Kunden dazu, ein für die gegebene Asset Allokation eher geringes Risikobudget zu vergeben. Dies wäre dann mit einer langfristigen Minderrendite verbunden, die trotz kurzfristig höherer Sicherheit nicht im Interesse der meisten Anleger liegen dürfte. Insofern halten wir unsere individuelle Beratung für besonders wichtig, um solche Zusammenhänge immer wieder transparent zu machen und auch die Langfristperspektive im Blick zu behalten.

Unsere Überzeugung

Wir sind der festen Überzeugung, dass eine kundenindividuelle Beratung wichtig ist, um einen für die Kundenbedürfnisse am besten passenden Ansatz mit entsprechender Parametrisierung zu verwenden. Wichtig für ein langfristig erfolgreiches Konzept sind unseres Erachtens eine hohe Transparenz für unsere Kunden, eine hohe Zuverlässigkeit sowie eine fortschrittliche und realistische Risikomessung, um die Sicherungskosten langfristig möglichst gering zu halten. Gerade in der heutigen Zeit, in der zur Generierung von Renditen erhöhte Risiken eingegangen werden müssen, kommt einer effizienten Risikosteuerung eine erhöhte Bedeutung zu.

Kontakt

Deka Institutionell – Vertriebsservice

Telefon: (0 69) 71 47 - 11 17

deka-institutionell@deka.de