Januar 2020

Investmenttrends
Schrecksekunde zu Jahresbeginn

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Schrecksekunde zu Jahresbeginn

Der Jahresstart an den Kapitalmärkten begann mit einem Weckruf in punkto geopolitische Risiken. Der Angriff der USA auf die militärische Führung des Iran war die schärfste Antwort auf die Operationen des Iran in den vergangenen Monaten, die dem US-Präsidenten zur Verfügung stand. Ein militärischer Großkonflikt würde vor allem durch steigende Ölpreise auch die Weltwirtschaft in den Abgrund ziehen. Zwar wäre eine solche Entwicklung von niemandem gewollt, aber Eigendynamiken stellen in solch geopolitischen Krisen immer eine unkontrollierbare Gefahr dar. Glücklicherweise gelang in diesem Fall die Deeskalation rasch und die Rohölpreise beruhigten sich schnell wieder. Aktien- und Anleihemärkte hatten für das Ausmaß an Bedrohung eine bemerkenswerte Robustheit an den Tag gelegt. Für uns ist diese Episode allerdings symbolhaft. So wie in den vergangenen Jahren die geopolitische Lage in der Welt insbesondere durch den Politikschwenk im Weißen Haus unsicherer geworden ist, müssen wir auch künftig mit derartigen regionalen Zuspitzungen und der daraus resultierenden Volatilität rechnen, die dann aber überwiegend begrenzter Natur sein sollte.
 
Die konjunkturellen Schäden dieser weiteren geopolitischen Episode halten sich in Grenzen, dazu war das Geschehen zu kurzlebig. Hier gilt weiterhin die Arbeitshypothese, dass die Weltwirtschaft nach dem industriellen Schwächeanfall im vergangenen Jahr auf dem Wege der Besserung ist. Die Diagnose ist zwar noch nicht eindeutig, aber die Zeichen einer Stabilisierung mehren sich. Die Aktienmärkte haben diese Hoffnungen auf eine wieder dynamischere Entwicklung von Weltwirtschaft und Unternehmensgewinnen bereits seit geraumer Zeit begonnen einzupreisen. Daher ist die Erholung der Kurse aus dem letzten Jahr, die sich nach der Auflösung der akuten Spannungen im Nahen Osten fortsetzt, grundsätzlich begründet. Allerdings werden die Bäume hier nicht in den Himmel wachsen, denn selbst mit der Erholung ist das weltweite Wirtschaftswachstum recht träge unterwegs und die Gewinnprognosen der Unternehmen eher verhalten.
 
Im Rahmen einer neutralen Positionierung, die unserer Meinung nach der aktuellen Gemengelage am besten Rechnung trägt, nutzen wir alle Möglichkeiten, wie eine stärkere Gewichtung zyklischer Aktienregionen – und Segmente, um von dem noch andauernden Schwung zu profitieren. Das auf Jahressicht moderate Kurspotenzial sollte sich angesichts der US-Wahl im Herbst jedoch nicht ohne zwischenzeitlich erhöhte Unsicherheitsphasen mit Kursrückschlägen erschließen. Das Muster des Jahres 2020 könnte dem des abgelaufenen Jahres ähneln, jedoch mit deutlich weniger Renditepotenzial über alle Anlageklassen. Mit der vorsichtigen Positionierung bei Staatsanleihen sowie der Übergewichtung von Schwellenländeranleihen fühlen wir uns weiterhin sehr wohl, da das Renditeniveau in diesem Jahr durchaus auch einmal wieder etwas stärker nach oben driften könnte.

 

 

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