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Strategische Eigengeschäftssteuerung & ALM
Den Kunden als Ganzes im Fokus

Aufgrund des Marktumfelds und der regulatorischen Ver­ände­rungen wird die ganzheitliche Betrachtung des Vermögens institutioneller Kunden immer wichtiger. Als Steuerungspartner der Sparkassen hat die Deka darauf reagiert und dem Bereich Institutionelle Kunden – Sparkassen & Finanzinstitute eine darauf ausgerichtete neue Struktur gegeben.


Die Finanzkrise hat sich auf das Denken und Handeln der Investoren zweifellos ausgewirkt. „Zwar blieben auch die institutionellen Anleger, die nach Risikogesichtspunkten gut diversifiziert waren, nicht unbeschadet, aber es ist schon so, dass sie oft besser durch die Krise gekommen sind“, sagt Christopher Bliemel, Leiter des Bereichs Strategische Eigengeschäftssteuerung & Asset-Liability-Management bei der DekaBank.

 

Durch die stärkere Kunden­zentrik sehen wir uns aus diesen Gründen heraus besser auf­gestellt, um den Sparkassen eine ganzheitliche Beratung ohne Reibungsverluste aus einer Hand zu bieten.

Matthias Kowallik

Institutionelle Kunden,

Leiter Sparkassen & Finanzinstitute, Deka

 

Ganzheitliche Strategieberatung wird immer wichtiger

Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach einer umfassenderen Betrachtung der Risiken und einer Optimierung des Rendite-Risiko-Profils in einem Portfolio von Seiten der professionellen Anleger gestiegen. „Tatsächlich bewegen sich Anleger heute im Spannungsfeld zwischen der strategischen Ausrichtung, der taktischen Ausrichtung und der Risikosteuerung des Portfolios sowie den gestiegenen regulatorischen Anforderungen“, erläutert Bliemel. „Das heißt, um Kunden hinsichtlich des Managements ihres Portfolios umfassend beraten zu können, braucht es heute mehr denn je einen ganzheitlichen Blick.“

Die Bereiche Strategie, Taktik und Regula­torik sowie Ertragsgenerierung müssen in der Beratung der Kunden deshalb noch näher zusammenrücken. Um dieser An­forderung gerecht zu werden, hat die Deka dem Vertriebsbereich Institutionelle Kunden eine neue Struktur gegeben.

Um eine noch bessere Überleitung der Kun­­denanforderungen zu gewährleisten, ist die Gruppe der Strategieanalyse nun näher an den Kapitalmarkt und die Sparkassenbetreuung herangerückt und wird künftig unter dem Namen Strategische Eigengeschäftssteuerung & ALM geführt.

 

Deka richtet Struktur auf neue Anforderungen aus

„Wir sind weiterhin für die strategische Beratung zuständig, erweitern aber den Fokus u.a. um die relevanten Themen der LCR-Optimierung und der Cashflow-Steuerung. Wichtig ist aber, dass wir durch die organisatorische Neuausrichtung näher mit den Abteilungen Sales und Kundenbetreuung zusammenrücken, die für die taktische Steuerung zuständig sind.“ Somit spiegelt sich die Idee einer ganzheitlichen Steuerungsberatung, die sowohl die Regulatorik als auch die Ertragsstabilisierung beinhaltet, in der neuen Kundenausrichtung wider.

 

Christopher Bliemel, CEFA

Leiter Strategische Eigengeschäftssteuerung

& Asset-Liability-Management
DekaBank

 

Die Aufgabe ist es, das Depot A der Sparkassenkunden zu analysieren und die Vermögensstruktur unter gesamtheitlichen Aspekten als Steuerungsberater zu optimieren. Allerdings sind die Herausforderungen dabei in den vergangenen Jahren seit der Finanzkrise nicht gerade geringer geworden.

„Zunächst sind die Sparkassen – wie alle anderen Investoren auch – aufgrund der Niedrigzinspolitik der Notenbanken mit einem extrem renditeschwachen Umfeld konfrontiert“, sagt Bliemel. Es geht also darum, langfristige Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um das Kapital auch in der derzeitigen Marktphase zu erhalten und zu vermehren. „Dabei gilt es, sowohl die Risiken zu berücksichtigen als auch die aktuellen Opportunitäten am Markt zu nutzen“, betont der Experte.

 

Regulatorik als unverzichtbarer Teil der Allokationssteuerung

Zentrale Instrumente für die Strategieberatung werden ausgebaut – zum Beispiel die Gesamtbankstudie als Basis für die mittelfristige strategische Ausrichtung. Oder der Deka Treasury-Kompass, der Informationen über die Depot-A-Struktur der Sparkassen bietet, taktische Steuerungsimpulse liefert und Spielräume für zusätzliche Ertragschancen aufzeigt.

Spannungsfeld institutioneller Geldanlage

Quelle: Deka Investment

 

„Zusätzlich sehen sich unsere Kunden mit der Herausforderung neuer regulatorischer Anforderungen konfrontiert“, sagt Bliemel. Das betrifft insbesondere die Liquidity Coverage Ratio, kurz LCR genannt, die ab dem 1. Oktober dieses Jahres verbindlich gilt. Diese Kennzahl misst den Liquiditätspuffer von Finanzinstituten, um Mittelabflüsse in einem Zeitraum von 30 Tagen zu kompensieren. „Dabei gilt es, darauf zu achten, dass weder eine Untererfüllung der LCR vorliegt noch bei einer deutlichen Übererfüllung Ertragspotenzial vernachlässigt wird. Es kann deshalb zum Beispiel Sinn machen, diese Kennzahl durch eine Reduzierung des Zählers und des Nenners zu optimieren“, erklärt der Leiter der Strategischen Eigengeschäftssteuerung. „Auf diese Weise können Mittel freigesetzt werden, mit denen Sparkassen Zusatzerträge generieren können.“ Gerade im Hinblick auf die Niedrigzinsphase eine in­teressante Alternative.

 

LCR-Steuerungspartner der Sparkassen

„Wir sehen uns als die LCR-Steuerungspartner der Sparkassen und optimieren die LCR auch nach GuV-Gesichtspunkten. Die von uns aufgezeigten Handlungsfelder reichen von der Umschichtung des Direktbestands und der Entleihe von HQLA in Fonds bis hin zur Verbesserung der institutionellen Refinanzierung.“ Die Berücksichtigung der Regulatorik ist deshalb ein wichtiger Bereich, der nicht nur in die stra­tegische und taktische Beratung, sondern auch in die Ertrags- und Risikosteuerung eines Portfolios miteinfließen muss.

„Durch die stärkere Kundenzentrik sehen wir uns aus diesen Gründen heraus besser aufgestellt, um den Sparkassen eine ganzheitliche Beratung ohne Reibungsverluste aus einer Hand zu bieten“.

 

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 3, November 2015