Märkte

Märkte im Überblick
Januar 2018

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  4. Markt & Impuls Januar 2018
 

Asset Allokation
Ausblick

Das vergangene Börsen­jahr stand unter der Prämisse einer deutlich verbesserten Wachstums­dynamik ohne Anzeichen von Inflations­druck. Das so genannte Goldilock-Umfeld führte zu sehr guten Wert­entwicklungen an den Aktien- und Renten­märkten. Auch für die nächsten Quartale fallen die makro­ökonomischen Perspektiven vergleichs­weise gut aus. Sowohl in den USA als auch in der Euro­zone dürfte laut Deka-Prognosen das Wirtschafts­wachstum über Potenzial liegen. Zwar sind moderat höhere Preis­niveaus wahrscheinlich, jedoch sollte diese Entwicklung keinen Anlass zur Sorge bieten. Der Konjunktur­zyklus wird reifer – ein Ende ist jedoch noch lange nicht in Sicht. Dank der insgesamt günstigen Finanzierungs­bedingungen ist ebenfalls mit einer Fort­setzung der freundlichen Gewinn­trends bei Unter­nehmen zu rechnen (siehe Chart 1). Die fundamentalen Rahmen­bedingungen bleiben positiv.

Die Notenbanken sind im nächsten Jahr der größte Unsicherheitsfaktor.

Stefan Keitel

Vorsitzender der Geschäftsführung
Deka Investment

Gewinnentwicklung Europa/USA
Jährlich ab 2011

Quelle: Deka, Stand: Dezember 2017

Dem robusten Konjunktur­umfeld zum Anlass haben die großen Zentral­banken eine Neu­orientierung und damit verbundene Normal­isierung der extrem lockeren Geld­politik eingeleitet. „Die Noten­banken sind im nächsten Jahr der größte Unsicher­heits­faktor“, sagt Stefan Keitel, der bei der Deka das Asset Management Wert­papiere leitet sowie Vorsitzender der Geschäfts­führung der Deka Investment GmbH ist. Entscheidend wird die Geschwindig­keit der not­wendigen An­passungen bei den noch konser­vativen Markt­erwartungen sein. Besonders auffällig erscheint aktuell das nur hälftige Ein­preisen der durch die Fed in Aussicht gestellten Zins­schritte für das Jahr 2018. Die Neu­orientierung der Geld­politik dürfte zumindest zwischen­zeitlich mit einem Anstieg der Verunsicherung einher­gehen. Für die ersten Monate des neuen Jahres sind in diesem Szenario vermehrt Kurs­rückgänge möglich. Eine eher neutrale und zurück­haltende Aus­richtung im Rahmen der taktischen Portfolio­ausrichtung bietet sich an. „Es wird etwas holpriger an den Märkten“, resümiert Stefan Keitel. Das kurzfristig begrenzte Kurs­potenzial sollte dennoch nicht über die mittel- bis langfristig unverändert guten Ertrags­potenziale der Asset­klasse hinweg­täuschen. Laut Keitel bleibt die Aktie „als tragende Säule im langfristigen Vermögens­aufbau unverzichtbar“.

Renditen Rentenmärkte im Überblick
Entwicklung im Zeitraum 01.01.2017 bis 31.07.2017

Quelle: Deka; Stand: Dezember 2017

Trotz einer kurzfristig vorsichtigeren Risiko­sicht gewichten wir Staats­anleihen der Industrie­länder im Rahmen der Anlage­strategie unter. Die Normalisierung der Noten­bank­politik sollte zu langsam ansteigenden Rendite­niveaus führen und damit maßgeblich zu einer nur geringen Ertrags­perspektive für diese Anlage­klasse beitragen (siehe Chart 2). Attraktiver sind Schwellen­länder­anleihen, was vor allem auf EM-Hartwährungs­anleihen zutrifft. Unternehmens­anleihen gewichten wir neutral. Noch wirkt insbesondere die EZB-Politik strukturell unterstützend. Die bereits sehr niedrigen Spread-Niveaus sprechen jedoch für ein nur geringes Wertent­wicklungs­potenzial. Auf der Währungs­seite sollte die Konsolidierung im Währungs­paar Euro/USDollar noch etwas andauern. Im späteren Jahres­verlauf rechnen wir aufgrund des attraktiven Zins­differentials zwischen US-Staats­anleihen und Bundes­anleihen mit einer Dollar­aufwertung.

Wertentwicklung MSCI Europe und MSCI USA
Entwicklung im Zeitraum 01.01.2011 bis 31.12.2016 in USD

Zeitraum Indexwert
01.08.2012 – 31.07.2013 +22,5%
01.08.2013 – 31.07.2014 +11,8%
01.08.2014 – 31.07.2015 +22,8%
01.08.2015 – 31.07.2016 -8,6%
01.08.2016 – 31.07.2017 +17,7%

Quelle: Deka; Stand: Dezember 2017

 

Bitte beachten Sie: Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2018
 

Aktien
Märkte bleiben fundamental gut unterstützt

Der seit 2009 andauernde Aktien­markt­aufschwung ist einer der längsten im historischen Kontext. Einen wesent­lichen positiven Faktor stellen die expansiven Maß­nahmen der großen Noten­banken dar. Über die kommenden Quartale wird der expansive Impuls langsam abnehmen. Viele Aktien­indizes handeln bei niedrigen Volatilitäts­niveaus auf mehr­jährigen Hochs oder sogar Allzeit­höchst­ständen. Mit Blick auf die voraus­liegenden Börsen­monate wird die Antwort auf die Frage nach einem möglichen Ende des inflations­freien Wachstums eine wesentliche Rolle spielen. Vieles spricht dafür, dass sich der aus globaler Sicht synchron verlaufende Wirtschafts­aufschwung fortsetzt.

USA: Aktienmarktentwicklung und Volatilität
Rekordniveau mit geringer Volatilität

Quelle: Deka; Stand: Dezember 2017

Die zuletzt stark positive Dynamik sollte sich jedoch etwas ab­schwächen. Die Inflations­raten sollten hin­gegen etwas an­ziehen, wenn auch kein Preis­druck zu erwarten ist. Nimmt man dies als makro­ökonomisches Ausgangs­szenario, so halten wir im kommenden Jahr ein Gewinn­wachstum von etwa neun Prozent in Europa und zwölf Prozent in den USA durchaus für realistisch. Aktien bleiben daher mittel­fristig fundamental gut unterstützt. Auf kurze Sicht würden durch eine Ab­schwächung des Goldilock- Umfelds Kurs­rück­setzer wahr­scheinlicher werden. Auch ist seitens der Noten­banken nicht mit neuen expansiven und damit unter­stützen­den Maß­nahmen zu rechnen. Ganz im Gegenteil – hier liegt der größte Unsicher­heits­faktor. Entscheidend wird die Geschwindig­keit der notwendigen An­passungen bei den noch konser­vativen Markt­erwartungen sein. Inner­halb der Regionen halten wir eine breite Auf­stellung ohne eine deutliche aktive Positionierung für ratsam.

Wertentwicklung S&P 500 und VIX Index
Entwicklung im Zeitraum 01.01.11 bis 31.12.16 in USD

Zeitraum Indexwert
01.08.2012 – 31.07.2013 +22,5%
01.08.2013 – 31.07.2014 +11,8%
01.08.2014 – 31.07.2015 +22,8%
01.08.2015 – 31.07.2016 -8,6%
01.08.2016 – 31.07.2017 +17,7%

Quelle: Deka; Stand: Dezember 2017

 

Bitte beachten Sie: Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2018
 

Renten
Kurze Duration halten

Seit gut einem Jahr befinden sich die Renditen von Staats­anleihen in einem relativ engen Seitwärts­trend. Weder die Beschleu­nigung im globalen Wirtschafts­wachstum noch die leicht restriktivere Aus­richtung der Zentral­banken konnten für nachhaltig höhere Rendite­niveaus sorgen. Ausschlag­gebend scheint im Wesentlichen der fehlende inflationäre Druck in der Real­wirtschaft zu sein. Trotz spürbarer konjunktureller Erholung und eines Rückgangs in der Arbeits­losigkeit in Richtung „Vollbeschäftigung“ bleibt das Lohn­wachstum deutlich hinter den Erwartungen zurück. Gerade dieser historische Zusammen­hang könnte sich jedoch mit Zeitverzug im kommenden USA: Aktien­marktent­wicklung und Volatilität Rekord­niveau mit geringer Volatilität Jahr einstellen und zu moderat steigenden Renditen führen. Wir halten daher an unserer vorsichtigen Durations-Einschätzung fest und erachten Staats­anleihen aus Industrie­ländern als wenig attraktiv.

Renditeentwicklung EM-Hartwährungsanleihen
Rendite in %

Quelle: Deka; Stand: Dezember 2017

Von einem weitest­gehend stabilen Zins­umfeld profitieren können hingegen Peripherie­anleihen der Euro­zone. Trotz einiger politischer Frage­zeichen, wie die im Frühjahr 2018 anstehenden Neu­wahlen in Italien, hat sich der Trend zur Spread-Einengung zuletzt fortgesetzt. Innerhalb des Staats­anleihe­segments präferieren wir Emerging-Markets-Anleihen. Die konjunkturelle Erholung verfestigt sich zunehmend auch in den Schwellen­ländern, wobei Inflations­raten weitest­gehend stabil bleiben. Der sehr zögerliche Aus­stieg der Zentral­banken aus der expansiven Geld­politik sowie ein im relativen Vergleich noch immer attraktives Rendite­niveau sprechen für ein Engagement in der Anlage­klasse. Bei Unternehmens­anleihen haben wir in den vergangenen Monaten unsere lange bestehenden Über­gewichte abgebaut. Die niedrigen Spread-Niveaus versprechen im Umfeld einer spät­zyklischen Konjunktur­phase nur noch geringes Ertrags­potenzial. Erstmals seit mehreren Quartalen weiteten sich die Risiko­aufschläge für Euro-Hochzins­anleihen spürbar aus. Einen nach­haltigen Spread Anstieg würden wir als klares Warn­signal für mittel­fristig schwächere Trends auch in anderen Risiko­anlageklassen ansehen.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2018
 

Immobilien
Als Anlage im Niedrigzinsumfeld sehr gefragt

Die Flächen­nachfrage an den europäischen Büro­märkten war mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs 2017 im lang­fristigen Vergleich über­durchschnittlich. Die europaweite Leerstands­quote ist unter die Marke von 8 % gesunken und hat somit das Vorkrisenniveau erreicht. Nach einem vergleichs­weise kräftigen Miet­anstieg in 2017 dürfte sich das Miet­wachstum 2018 und den Folge­jahren verlangsamen. Die höchsten Miet­anstiege auf Sicht von fünf Jahren erwarten wir für die deutschen Hoch­burgen Berlin, Frankfurt und München sowie für Amsterdam, Oslo und Paris. Durch die hohen Neubau­volumina in der Londoner City dürfte sich der Leer­stand in der britischen Haupt­stadt erhöhen und die Mieten temporär belasten. Mit Ausnahme von UK erwarten wir bei den Anfangs­renditen noch leichte Renditerückgänge, so dass die Immobilien­preise weiter steigen dürften. 2018/19 sollte sich eine Boden­bildung bei den historisch niedrigen Renditen abzeichnen.

Prognose Mietwachstum Büro
2018 – 2022 in % p.a.

Quelle: PMA, Prognose DekaBank; Stand: Dezember 2017

Die Nachfrage nach Class A-Flächen in den USA zog nach einem schwachen ersten Halb­jahr im dritten Quartal 2017 merklich an. Als Mieter am aktivsten waren Technologie-Unternehmen und Finanz­dienst­leister. Über alle Standorte dürfte der Mietanstieg 2017 bei durchschnittlich gut 2 % gelegen haben. Das stärkste Miet­wachstum auf Sicht der nächsten vier Jahre prognostizieren wir für Seattle, Downtown Manhattan und Chicago. Die schwächste Entwicklung sehen wir in San Francisco. Infolge der behutsamen Leit­zins­erhöhungen erwarten wir ab 2018 moderate Anstiege der Cap Rates.

 

In Asien erhöhte sich die Flächen­nachfrage 2017. Dabei spielten vor allem größere Vermietungen in den chinesischen und indischen Metropolen eine wichtige Rolle. Singapur dürfte als besonders zyklischer Markt nach der Miet­korrektur­phase das stärkste Wachstums­potenzial ab 2019 aufweisen. Dem­gegenüber sollte sich das Miet­wachstum in Tokio nach mehreren Jahren mit über­durchschnittlichen Zuwächsen abschwächen. In Australien verzeichneten die Büro­märkte in Sydney, Melbourne und Brisbane eine robuste Nachfrage, in Perth hat der Markt die Trendwende geschafft. Wir erwarten für Sydney und Melbourne auch 2018 weiteres Miet­wachstum sowie leichte Anstiege in Brisbane und Perth. Die Renditen dürften noch leicht sinken.

Unsere ausführlichen Markteinschätzungen finden Sie auf
www.deka-institutionell.de

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2018

Katers Welt
2018: ein europäisches Jahr der Erneuerung


VON DR. ULRICH KATER, Chefvolkswirt der DekaBank

                                                    

 

Der Aufschwung hat auch inner­halb der Europäischen Währungs­union an Breite gewonnen. Neben den vorteil­haften monetären Bedingungen haben die Staaten gleichzeitig den Pfad der Konsolidierung verlassen. Schluss­endlich hat sich eine Aufwärts­spirale in Gang gesetzt. Los­getreten von der wirtschaftlichen Erholung ist die Arbeits­losigkeit europa­weit auf dem Rückzug, und ihr Abbau verstärkt ihrer­seits nun den wirtschaftlichen Auf­schwung. Der Aufhol­prozess in Richtung normaler Verhältnisse hat im laufenden Jahr enorme Fort­schritte gemacht. Bei der Arbeits­losigkeit haben neun der EU-19-Länder ihre lang­jährigen Durchschnitts­werte wieder unter­schritten. Hier sollte sich der positive Trend fortsetzen: Vor dem Hinter­grund von Arbeits­markt­reformen in einer Reihe von Euro-Ländern besteht gute Aussicht darauf, dass sogar die strukturelle Arbeits­losigkeit vielerorts zurückgeht.

 

Zwar sind die Krisen­zeiten im Währungs­raum auf absehbare Zeit vorbei, aber mittel­fristig sind solche Ent­wicklungen immer wieder möglich. Vor diesem Hinter­grund sowie in der klaren Erkenntnis der neuen gesell­schaftlichen und geo­politischen Heraus­forderungen Europas wird im Jahr 2018 ein Erneuerungs­prozess der Europäischen Union wie auch der Währungs­union beginnen. Verschiedene Stellen, von der Europäischen Kommission über einzelne europäische Amts­träger bis hin zum französischen Präsidenten, haben hierzu Gedanken und Vor­schläge geäußert. Insgesamt ist das eine positive Entwicklung. Die politische Zusammen­arbeit in Europa hat sich in den letzten Jahr­zehnten immer weiter intensiviert, und das Ergebnis dient dem ökonomischen Wohl und der politischen Stabilität in Europa. Die Bevölkerungen der Mitglieds­länder sehen das im Großen und Ganzen ebenfalls so. Trotzdem stellt sich die Frage, wo es weiter hingeht.

Die politische Zusammenarbeit in Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter intensiviert, und das Ergebnis dient dem ökonomischen Wohl und der politischen Stabilität in Europa.

Dr. Ulrich Kater

Wir haben immer noch sehr unter­schiedliche Vorstellungen in den unter­schiedlichen Mit­glieds­ländern über die Aufgaben und Funktions­weise von Wirtschaft und Gesellschaft und damit auch über den künftigen Aufbau und die Zuständigkeiten der Europäischen Union. Dies ist etwa an den zahl­reichen zentralistischen Elementen der französischen Vorstellungen (zentrales Budget, europäischer Finanz­minister) zu erkennen. Diesen stehen etwa die deutschen Grund­über­legungen von Markt­mechanismen und Anreiz­setzung entgegen. Diese alten Gegen­sätze sind unserer Meinung nach jedoch keine unüber­brückbaren Differenzen.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2018
 

Kolumne „Kapitalmarkt-Trends“
Sichere Finanzanlagen bleiben knapp


Kolumne von JOACHIM SCHALLMAYER, Leiter Kapitalmärkte und Strategie im Makro, Research der DekaBank


Knappe Güter zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine sehr niedrige Preis­elastizität aufweisen. Das bedeutet, dass steigende Preise zu keinem oder allenfalls einem sehr geringen Nach­frage­rückgang führen. Dies ist beispiels­weise bei lebens­notwendigen Gütern wie Grund­nahrungs­mitteln der Fall.

 

Doch auch Staats­anleihen von als sicher ein­gestuften Emittenten besitzen diese Eigen­schaft eines knappen Gutes und deren Knapp­heits­grad hat sich seit der Finanz­krise im Jahr 2008 grund­legend verschärft. Denn mit dem Ausfall selbst der top­gerateten Tranchen verbriefter Immobilien­kredite und anderer strukturierter Finanz­produkte ist das Angebot von Anleihen im besten Rating­segment alleine in den USA um mehr als 10.000 Milliarden US-Dollar ein­gebrochen. Und auch in Europa hat sich im Nachgang der Eurokrise die Zahl der Staaten mit einem makellosen Kredit-Rating deutlich reduziert.

 

Diesem deutlich zusammen­geschrumpften Angebot an sicheren Anlage­formen steht eine wachsende Nach­frage gegenüber. Die Spar­über­schüsse in den Schwellen­ländern werden zwar nicht mehr die Niveaus von vor der Krise erreichen, sie steigen aber wieder an. Demo­grafische Ent­wicklungen und auch eine zunehmende Einkommens­ungleichheit verzögern zudem den Prozess des Entsparens und halten so die Nach­frage nach sicheren Anlage­formen hoch. Hinzu kommt, dass eine zunehmende Monopolisierung in Teil­bereichen der Wirtschaft bei einzelnen Unternehmen zu einem starken Anstieg von Liquiditäts­positionen und ent­sprechen­dem Anlage­bedarf führt. Und schließlich haben auch noch die erhöhten regulatorischen Anforderungen im Nach­gang der Finanz­markt­krise die Nachfrage nach sicheren Anlage­klassen erhöht.

Angebot an Safe Assets in den USA vor und nach der Krise
USA (in Billionen US-Dollar)

Quelle: DekaBank, Stand: 30.09.2017

Eine detaillierte Analyse der Thematik finden Sie in unserer zuletzt veröffent­lichten Publikation „Kapital­markt­trends“ mit dem Titel „Sichere Finanz­anlagen bleiben knapp“. Die Implikationen, die sich aus unserer Analyse für den Anleger ergeben, sind viel­schichtig, teilweise kontra­intuitiv und gerade in einem Umfeld einer veränderten geld­politischen Aus­richtung von hoher Relevanz.

 

Bislang geht die Mehrheit der Markt­teilnehmer davon aus, dass der Versuch der Normal­isierung einen Anstieg der Renditen nach sich ziehen wird. Dieser allgemein erwartete Zins­anstieg wird unserer Analyse zufolge allerdings in einzelnen Anleihe­segmenten sehr unter­schiedlich ausfallen. Denn das Anlage­segment der sichere Anleihen dürfte auch in Zukunft die Eigen­schaften knapper Güter auf­weisen und somit entgegen den weit verbreiteten Erwartungen einen nur sehr geringen Zins­anstieg erfahren. Dem­gegenüber dürften Anleihen, die derzeit aufgrund der Noten­bank­nachfrage künstlich zu einer Art der „sicheren Anlage“ gemacht wurden, diesen Status sukzessive verlieren. Anleger, die sich bislang in diesem vermeintlich sicheren Hafen auf­gehalten haben, könnten sich gezwungen sehen, Positionen abzubauen und Bestände zu verkaufen. Spread-Ausweitungen dürften sich dabei nicht vermeiden lassen. Die große Frage aber ist, wohin die dann frei werdenden Investitions­volumen abfließen. Denn eines ist klar, in den sicheren Anlage­klassen ist kein Platz dafür – es sei denn, wir verabschieden uns auf Dauer von der Vorstellung, dass es in dieser Anlage­klasse überhaupt zu nach­haltig ansteigenden Renditen kommen kann. Ein Szenario, dem durchaus Beachtung geschenkt werden sollte.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2018