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Märkte im Überblick
Juli 2015

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  4. Markt & Impuls Juli 2015
 

Anleihen / Zins
Zinswende nicht in Sicht

Die Renditen am Eurorentenmarkt liegen auf einem Tiefstand. Zinserhöhungen sind sowohl in der Eurozone als auch in den USA vorerst nicht zu erwarten. Der drohende „Grexit“ belastet die Märkte nur vorübergehend.

Zinsen und Anleihen

Quelle: Deka Investment, Stand: 13.05.2015

Die ungewöhnlich niedrigen – in weiten Teilen negativen – Renditen am Eurorentenmarkt fanden im April ihren Tiefstand. Marktteilnehmer waren zuvor stark long positioniert, die Volatilität war niedrig.


So führte erstes größeres Abgabeinteresse zu massiven Preisrückgängen – und das trotz des laufenden Anleihekaufprogramms (Quantitative Easing, QE) der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Möglichkeit zur Rückführung des QE sehen wir frühestens zum Jahresende gegeben. Von einer abrupten Zinswende ist somit also nicht auszugehen. Perspektivisch lassen sich jedoch gute Gründe dafür finden, welche auf mittelfristig höhere Renditen hindeuten. Dazu gehört insbesondere die in den Inflationserwartungen bereits angedeutete Reflationierung in der Eurozone, welche sich in den nächsten Monaten auch in der tatsächlichen Inflationsentwicklung zeigen dürfte. Zusätzlich ist die Eurozone in diesem Jahr für Überraschungen durch steigende Wachstumsraten gut. Hinzu kommt, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in den USA erste Zinserhöhungen seit geraumer Zeit vor sich herschiebt. Mit ersten Aktionen kann noch in diesem Jahr gerechnet werden. Vor Ende des Sommers wird es nach unserer Erwartung jedoch keine Zinserhöhungen geben.

 

Im Spannungsfeld des Wertpapierkaufprogramms der EZB und der volatilen Rentenmärkte dürfte es ein schwieriges Jahr bleiben. Trotz des Anstiegs befinden sich die Renditen immer noch auf historisch niedrigen Niveaus. Für risikofreie Anlagen gibt es nach wie vor keine Verzinsung, von einer Normalisierung dieser Situation ist zunächst nicht auszugehen.

 

Der konjunkturelle Aufschwung dürfte aber auch durch eine weitere Verschlechterung der Situation Griechenlands nicht besonders stark gestört werden. Obwohl ein Zahlungsausfall sowie politische Umwälzungen dort nicht ausgeschlossen sind – von einem „Grexit“, dem Austritt Griechenlands aus der Eurozone, gehen wir letztendlich nicht aus. Auch bei einem teilweisen Zahlungsausfall würde die EZB im Rahmen des Anleihekaufprogramms einspringen. Die drohende Möglichkeit dieses Szenarios schafft dennoch weiterhin vorübergehende Unsicherheit.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 2, Juli 2015
 

Unternehmensanleihen / Hochzinsmärkte
Für Euro-Anleihen bleibt das Umfeld intakt

Der Anstieg der Renditen für Staatsanleihen hat bei Unternehmens- und High-Yield-Anleihen zunächst keine Richtungsänderung nach sich gezogen. Favoriten bleiben europäische Titel. Der US-Markt weist einige Risiken auf.

Hochzinsanleihen im Vergleich

Quelle: Deka Investment, Stand: 13.05.2015

Trotz des Anleihekaufprogramms der EZB kam es aufgrund des leicht anziehenden Ölpreises sowie steigender Wachstumsraten und der damit einhergehenden höheren Inflationserwartungen in den letzten Wochen zu Korrekturen am Rentenmarkt.

 

Keine Trendwende – so unsere Erwartung. Denn die andauernden Käufe der EZB sollten starke Rendite­anstiege etwas eindämmen. Damit geht auch für Anleihen aus dem Corporate- und High-Yield-Segment kein nennenswertes Risiko aus.

 

Vielmehr profitieren vor allem europäische Unternehmen von den steigenden Wachstumsraten und dem insgesamt freundlichen Konjunkturbild. Perspektivisch kann dies zu niedrigeren Risikoaufschlägen (Spreads) führen, und auch die Ausfallraten dürften auf vergleichsweise niedrigem Niveau bleiben. In diese Prognose passen die Unternehmensberichterstattungen für das erste Quartal 2015, die über­wiegend positiv ausfielen.

 

Die Risikoaufschläge für High-Yield-Anleihen haben sich seit Ende Februar leicht ausgeweitet, waren zuletzt eher stabil. Bislang hat sich die Übergewichtung von EUR-High-Yield-Anleihen ausgezahlt, weshalb wir diese Empfehlung beibehalten. Allerdings kann es im Zuge der Schuldenkrise in Griechenland zu kurzfristigen Belastungen kommen, die das Potenzial für engere Spreads dämpfen.

 

Hartwährungsanleihen in den Schwellenländern profitieren von den verstärkten Investitionen inter­nationaler Anleger in den US-Dollar.

 

Schwieriger wird es am Markt für US-Unternehmensanleihen – zum einen aufgrund der noch für dieses Jahr erwarteten Zinssteigerungen der Fed. Zum anderen dürften die Ausfallraten mittelfristig ansteigen. In diesem Umfeld sind vor allem bonitätsstarke US-Unternehmen für Kursrückgänge anfällig. Die geringen Zinsen vergünstigten die schuldenbasierte Refinanzierung.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 2, Juli 2015
 

Aktien
Europa mit mehr Potenzial

Für Aktieninvestoren rückt Europa in den Fokus. Denn die lang­fristige Outperformance von US- gegenüber europäischen Aktien ist beendet. Wir nutzen den Rücksetzer bei Dividendentiteln zum schrittweisen Ausbau unserer Positionen.

Aktien

Quelle: Deka Investment, Stand: 13.05.2015

Insbesondere die hohen Mittelzuflüsse von US-amerikanischen Investoren sorgen seit Jahresbeginn für Rückenwind am europäischen Aktienmarkt. Wenig neues Überraschungspotenzial ist von dem milliarden­schweren QE-Programm der EZB zu erwarten. An den Märkten ist dieser Effekt längst eingepreist, die Kurs-Gewinn-Verhältnisse haben sich entsprechend ausgeweitet. Zwischenzeitlich gab es gar erste Rücksetzer. So hat der deutsche Aktienmarkt – gemessen am Höchststand – zeitweise neun Prozent verloren. Eine solche Korrektur ist allerdings nach unserer Einschätzung nicht als Anfang einer größeren Gegenbewegung zu werten, sondern eher als eine gesunde Entwicklung. Schließlich war der Markt in den Wochen und Monaten zuvor ohne Unterbrechung gestiegen.

 

Zu den aktuell belastenden Faktoren zählt die weiterhin schwelende Krise in Griechenland. Zudem sind die Aussichten für die konjunkturelle Entwicklung in den USA im Moment etwas ungewiss.

 

Die schwächeren Daten im ersten Quartal sind neben Wetter und Hafenstreiks vor allem darauf zurück­zuführen, dass der US-Konsument unterm Strich den kompletten Stimulus durch gefallene Energiekosten gespart hat. Dieser Anstieg der Sparquote ist im historischen Kontext untypisch. Die Reaktion auf diese Zahlen zeigte aber, wie weit der Konsensus an vielen Stellen schon gesunken ist. Die Enttäuschung hält sich im Rahmen. Belastend wirkt weiterhin der starke US-Dollar, der die Gewinnerwartung der dortigen Firmen deutlich reduziert, während der Gewinntrend europäischer Unternehmen weiter intakt ist. Alles in allem: US-Aktien dürften im globalen Kontext auch im zweiten Halbjahr hinter der Wertentwicklung von europäischen Aktien zurück­bleiben.

 

Übergeordnet bleibt die Attraktivität von Aktien gegenüber niedrigverzinsten Anleihen bestehen. Kurzfristig kann die Aktienmarktvolatilität erhöht bleiben. Neben der Eurozone favorisieren wir Japan – also Regionen mit aktiven Zentralbanken. Japan bietet zudem das stärkste EPS-Momentum. Europäische Dividendentitel bleiben erste Wahl, die USA ist in unseren Portfolios untergewichtet.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 2, Juli 2015
 

Immobilien
Regionale Streuung bietet Chancen

Das freundliche Investmentklima an den Immobilienmärkten hält an. Sehr gute Ertragsperspektiven in Europa, Asien-Pazifik sowie 2015 noch in den USA.

Grundsätzlich sieht es gut aus auf den Immobilienmärkten rund um den Globus. Der Euroraum kommt wirtschaftlich allmählich wieder auf die Beine, Asien bleibt mit deutlichem Abstand die am schnellsten wachsende Region der Erde, und in den USA erweist sich der Beschäftigungsaufbau im konjunkturellen Aufschwung als große Konstante.

 

Niedrige Zinsen – gutes Investitionsklima

Der wirtschaftliche Ausblick für Europa hat sich wesentlich verbessert. Ursachen für den konjunkturellen Auftrieb sind der schwache Euro, die niedrigen Zinsen und die fallenden Energiepreise. Zudem stützen der Außenhandel und der private Konsum das Wachstum. Und auch vom Arbeitsmarkt kommen gute Nachrichten. Die Konjunkturdynamik dürfte sich daher im laufenden Jahr beschleunigen. Das Wert­papier­ankauf­programm der Europäischen Zentralbank hält das allgemeine Zinsniveau weiter nahe der Nulllinie und sorgt damit für ein anhaltend freundliches Investitionsklima auf den Immobilienmärkten. Für die Büromietmärkte in Deutschland ist für 2015/16 noch mit durchschnittlichen Mietsteigerungen von drei Prozent pro Jahr zu rechnen. Danach sollte die Dynamik aufgrund des dann relativ hohen Ausgangs­niveaus sowie voraussichtlich anziehender Fertigstellungszahlen abnehmen. Außerhalb Deutschlands sind die Mietanstiegserwartungen mit 2,5 Prozent im Mittel etwas geringer. Die Standorte London, Madrid, Barcelona, aber auch Lissabon und Amsterdam, wo die konjunkturelle Erholung verstärkt einsetzt, bieten dagegen überdurchschnittliche Wachstumsperspektiven.

 

Abwärtsdruck bei Anfangsrenditen

Die große Nachfrage in den europäischen Büroinvestmentmärkten sorgt weiter für Abwärtsdruck auf die Anfangsrenditen. Diese Situation dürfte sich im Euroraum erst in einem Umfeld steigender Zinsen ändern, womit aus heutiger Sicht frühestens 2019 zu rechnen ist. Als Vorläufer der Entwicklung hin zu steigenden Anfangsrenditen dürften sich aufgrund der erwarteten früheren Leitzinsanhebung in Großbritannien und Schweden die Standorte London und Stockholm erweisen. Die besten Ertragsperspektiven auf Sicht von fünf Jahren bieten die südeuropäischen Standorte und Amsterdam.

 

Die Nachfrage nach Büroflächen in den USA sollte im laufenden Jahr angesichts der insgesamt positiven Konjunkturaussichten und der Beschäftigungsentwicklung weiter anziehen. Das höchste Miet­steigerungs­potenzial dürften Dallas und Miami aufweisen, San Francisco nach dem kräftigen Anstieg im vergangenen Jahr das geringste. Am Investmentmarkt müssen sich Neueinsteiger trotz der erwarteten geldpolitischen Wende wohl noch bis 2016 / 17 gedulden, bevor die Renditen ganz allmählich ansteigen sollten. Die Ertragsperspektiven sind für 2015 noch positiv, ab 2016 sollten die Erträge nach der erwarteten Zinsanhebung geringer ausfallen. Mit positiven Gesamterträgen dürften jedoch Dallas, Chicago, Los Angeles und Houston aufwarten.

 

In Asien blieb die Nachfrage nach Büroflächen auch im Schlussquartal 2014 lebhaft. Beim Mietwachstum wiesen auf Jahressicht Singapur mit 15 Prozent und Tokio mit 10 Prozent die höchsten Steigerungsraten auf. Auch im laufenden Jahr dürften dies die Standorte mit den besten Wachstumsperspektiven bleiben. Ab 2016 sollte Hongkong dazukommen. In Seoul sowie den chinesischen Top-Standorten Peking und Shanghai sind die Wachstumsaussichten deutlich moderater. Zweigeteilt präsentiert sich der Markt in Australien: Sydney und Melbourne sind durch moderates Wachstum geprägt, Brisbane und Perth dürften aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Rohstoffmarkt einen schweren Stand haben und von Mietrückgängen betroffen sein. Betrachtet man den Gesamtertrag, so eröffnen sich in der Region Asien-Pazifik bis 2019 in Sydney, Tokio und Melbourne überdurchschnittliche Wachstumsraten.

 

Fazit

Weltweit gesehen ergeben sich für ein aktives Portfolio-Management unter Ausnutzung der verschiedenen Marktzyklen eine Reihe von Investitionschancen.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 2, Juli 2015