Märkte

Märkte im Überblick
November 2015

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  4. Markt & Impuls November 2015
 

Anleihen / Zins
Seitwärtstendenz rückt Peripherie in den Fokus

Niedrige Inflationserwartungen lassen die expansive EZB-Politik weitergehen. Aufkommende Risikoaversion und potenzielle Zinserhöhungen in den USA verunsichern die Märkte.

ZINSEN UND INFLATIONSERWARTUNGEN

Quelle: Deka Investment, Stand: 30.09.2015

Abgesehen vom gestiegenen Risikosentiment blickten die Rentenmärkte zuletzt gebannt auf die US-Notenbank Fed. Die Zinserhöhung blieb im September erneut aus, ist aber für den Dezember nicht auszuschließen. Die Renditen von Bundesanleihen werden durch die globalen Wachstumssorgen und die Spekulation über eine Verlängerung des EZB-Kaufprogramms für Staatsanleihen (PSPP) in einem niedrigen Seitwärtsband gehalten. Die Inflationserwartungen sind pessimistischer geworden – nicht nur aufgrund des niedrigen Ölpreises. Tatsächlich beeinflusst die Wachstumsverlangsamung in China indirekt die Parameter für den hiesigen Rentenmarkt. Dies dürfte dauerhaft zur Inflationsbremse werden und gemeinsam mit der EZB die ­Renditen niedrig halten. Attraktiv ist in ­diesem Umfeld die Peripherie. So hat Spanien zwar im Dezember Wahlen zu überstehen. Doch fundamental betrachtet zeigt sich das Land im europäischen Vergleich von einer sehr soliden Seite.

Angesichts der Konjunkturverlangsamung in Asien und anderswo schneidet die Eurozone im globalen Vergleich noch gut ab. Indikatoren wie Einkaufsmanagerindizes oder das Wirtschaftsvertrauen der EU-Kommission deuten auf solides Wachstum im Jahresverlauf. Der Handel in der Eurozone floriert und der Konsum in den Ländern ist positiv.

In den Schwellenländern zeigte sich die Wichtigkeit einer gezielten Selektion einzelner Länder. Nationen mit hoher Auslandsverschuldung in Hartwährung und Defiziten in Haushalt und Leistungsbilanz wie z. B. Brasilien kommen in der Risiko-aversion gegenüber den Emerging Markets unter die Räder. Ablesen lässt sich dies an Allzeittiefs der Landeswährungen. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung ist zu befürchten. Auch in China sind Abwertungen möglich, was zu weiterer globaler Verunsicherung führen kann.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2015
 

Unternehmensanleihen / Hochzinsmärkte
Spread-Ausweitung und turbulente Ereignisse

Gegenüber den historischen Tiefstständen ist eine Ausweitung der ­Credit Spreads zu beobachten. Ausfallraten werden dank der EZB-Zinspolitik niedrig bleiben. Bei EUR-High-Yield-Anleihen bieten sich attraktive Einstiegsniveaus.

HOCHZINSANLEIHEN IM VERGLEICH

Quelle: Deka Investment, Stand: 30.09.2015. Die vergangene Rendite ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Rendite.

Die unverändert expansive Geldpolitik der EZB hat zu Beginn des Jahres die Risikoaufschläge für Investmentgrade- und High-Yield-Anleihen auf neue mehrjährige Tiefststände gedrückt. Im Zuge der Griechen­land-Krise sowie vor dem Hintergrund fortwährend schwächerer Aktienmärkte ist seit Jahresmitte eine sukzessive Ausweitung der Credit Spreads zu verzeichnen. Ausfallraten europäischer Unternehmen dürften im Zuge der andauernden EZB-Anleihekäufe niedrig bleiben. Idiosynkratische Situationen wie z. B. bei Glencore oder VW sorgen jedoch weiterhin für Schlagzeilen und können das generelle Sentiment belasten.

Gerade im Hochzinsanleihen-Segment zeigten sich in jüngster Zeit gestiegene Ausfall­risiken, die zu entsprechenden Preisbewegungen geführt haben. Bislang gültige Bewertun­gen von Kreditinvestoren für Volkswagen wie z. B. ein niedriges Adressenausfallrisiko, eine globale Aufstellung oder eine exzellente Produktpalette machten Investments in VW-Anleihen in einem zuletzt illiquiden Kreditmarkt zu einem „sicheren Hafen“. Diese Bewertung erscheint aktuell schwer haltbar zu sein und kann gerade in der aktuellen Marktphase zu weiterführenden Verwerfungen führen.

Die Mittelflüsse in die Credit-Märkte sind uneinheitlich und müssten sich stabilisieren, bevor eine nachhaltige Erholung erwartet werden kann. Ein weiterer Ausbau des ­Quantitative-Easing-Programms der EZB könnte den Markt unterstützen. Insgesamt erwarten wir für High-Yield-Anleihen eine Outperformance gegenüber Staats- und Unternehmens­anleihen gleicher Laufzeit.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2015
 

Aktien
Weiterhin positiver Ausblick

Die Entwicklung an den Aktienmärkten stellt eine Übertreibung nach unten dar. Die Fundamentaldaten sind deutlich besser als aktuell eingepreist – in den USA ebenso wie in Europa.

Wertentwicklung Aktienmärkte

Quelle: Deka Investment, Stand: 30.09.2015. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Die US-amerikanischen Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten zeichnen ein solides Bild. In Europa sieht das Gesamtbild noch besser aus, was Indikatoren wie der Einkaufsmanagerindex PMI oder die jüngste IFO-Bewertung belegen. In den Emerging Markets bleibt das Marktsentiment weiterhin extrem negativ; das reicht aber nicht aus, die positive Grundstimmung der westlichen Ökonomien nachhaltig zu beeinträchtigen.

Saisonal gesehen verlassen wir die schwierige Phase mit dem Eintritt in das historisch betrachtet traditionell positive vierte Quartal. Das monetäre Umfeld belastet aktuell die KGVs, besonders störend wirkt sich in diesem Zusammenhang die unklare Kom­munikation der Fed aus. Abverkäufe der Emerging-Markets-Währungen und Spread-­Ausweitungen an den Corporate-Märkten sind Tendenzen, in denen für das Jahresende aber auch Chancen liegen, wenn sich diese Brandherde abkühlen. Auf Bewertungsbasis ist das Europäische QE wieder komplett ausgepreist worden.

Regional bevorzugen wir weiter die Eurozone und Japan. Die Gründe hierfür liegen in der ungebrochenen Aktivität der Zentralbanken sowie den noch nicht so weit fortgeschrittenen Konjunkturzyklen. Besonders die europäischen Unternehmen bieten noch Margenpotenzial. für 2016 bei unserer grundsätzlich positiven Bewertung. Es ist un­sere Überzeugung, dass die aktuelle Wachstumsphase noch nicht am Ende ist. Trotz aller Störfeuer sind die Unternehmens-
gewinne derzeit nicht das Hauptproblem, sondern die KGVs. Eine ganze Reihe von Argumenten spricht jedoch für höhere Bewertungen: Zu nennen sind hier vor allem der Renditeaufschlag (in Form von Dividenden) gegenüber anderen Anlageklassen, die Zuflüsse sowie die nach wie vor sehr lockere Geldpolitik.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2015
 

Immobilien
Ertragschancen weltweit nutzen

Die Immobilienmärkte in Europa und Nordamerika dürften sich in den kommenden Quartalen entkoppeln. Nach kräftigen Mietanstiegen und starken Renditerückgängen stellen sich die Miet- und Investmentmärkte in den USA auf die erwartete Leitzinswende ein.

Globale Immobilien-Uhr

Quelle: PMA, DekaBank, Stand: August 2015

Diese Entwicklung zeichnet sich an den europäischen Märkten nicht ab: Der Rendite­anstieg von Staatsanleihen im zweiten Quartal ändert nichts an den niedrigen Zinsen. Der Boom an den Investmentmärkten dürfte wegen des günstigen Finanzierungsumfeldes anhalten. Die Miet- und Investmentmärkte in Asien zeigen sich trotz wirtschaftlicher Abschwächung in China robust.

Für die europäischen Büromärkte rechnen wir auf Fünfjahressicht mit einem Mietwachstum von 2 Prozent pro Jahr. In Deutschland, wo der Leerstand das niedrigste Niveau seit 2002 erreicht hat, dürften die Mietanstiege bis 2017 höher ausfallen, bevor die Dynamik abflaut. Als Outperformer sehen wir bis 2019 neben Madrid und Barcelona die Londoner City, Lissabon und Amsterdam. Mit einem erwarteten Gesamtertrag von 4,5 Prozent pro Jahr weisen europäische Büroimmobilien bis 2019 sehr gute Perspektiven auf.

In den USA erwarten wir bis Ende 2015 Mietanstiege in San Francisco, Boston, ­Dallas, Manhattan Downtown und ­Chicago. Die höchsten Erträge auf Fünfjahressicht (bis 2019) erwarten wir für Dallas und Chicago. In Asien war das Mietwachstum im ersten Halbjahr 2015 in Tokio und Hongkong am höchsten. Wir erwarten weitere Anstiege. Bis 2019 bietet Tokio die besten Ertragsperspektiven. In Singapur und Hongkong dürften die erwarteten Renditeanstiege die Ertragsaussichten langfristig belasten. Die australischen Märkte profitieren von hohen Anfangsrenditen. In Sydney und Melbourne wirkt sich das erwar­tete Mietwachstum positiv auf die Ertragsrechnung aus, Brisbane und Perth schneiden durch strukturelle Schwächen schlechter ab.

Fazit: Weltweit ergeben sich für das aktive Immobilien-Portfoliomanagement Chancen, von den Investmentzyklen zu profitieren.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2015