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Märkte im Überblick
Februar 2019

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Märkte

Märkte im Überblick

 

Asset Allokation
Druck in Richtung einer restriktiveren Geldpolitik nimmt ab

Die Verlangsamung der Konjunkturdynamik dauert an, wobei die Niveaus der Frühindikatoren (PMI) und realen Wachstumsdaten auf eine Fortsetzung des Aufschwungs hindeuten. Die moderate Abschwächung ist Kennzeichen einer spätzyklischen Konjunktur, so dass die großen Volkswirtschaften auch im Börsenjahr 2019 nicht in eine Rezession abgleiten sollten. Aufgrund der hohen Marktschwankungen und steigenden Risikoprämien (insbesondere bei Unternehmensanleihen) nimmt im Risikoszenario jedoch die Wahrscheinlichkeit einer negativen Rückkopplung der Kapitalmärkte auf die Konjunkturentwicklung zu.

EZB und Fed sollten zwar an der Normalisierung der Notenbankpolitik festhalten, jedoch nimmt der Druck hinsichtlich einer restriktiver werdenden Geldpolitik zunächst ab. Im Rahmen der Anlagestrategie erscheint infolge der deutlichen Bewertungskorrektur 2018 eine taktisch moderate Aktienübergewichtung attraktiv. Aus fundamentaler Perspektive dürften sich die Kurschancen verbessert haben. Schwellenmärkte-Aktien bauen zunehmend eine relative Stärke auf, die wir innerhalb der regionalen Allokation bevorzugen. Nach neun Jahren Aktien-Hausse gehen wir in Anbetracht der fundamentalen Rahmenbedingungen für das Gesamtjahr 2019 von einer Konsolidierung aus, jedoch nicht von einem Trendwechsel. In den Anleihesegmenten haben sich die mittel- bis langfristigen Ertragsperspektiven für Unternehmensanleihen aufgrund des Spread-Anstiegs im vergangenen Börsenjahr verbessert.

KGV*-Verlauf des globalen Aktienmarktes
(auf Basis erwarteter 12m-Gewinne)

Quelle: DekaBank; Stand: Dezember 2018

Staatsanleihen der Kernländer können nach dem jüngsten Renditerückgang geringer gewichtet werden. Im Mehrmonatsvergleich gestaltet sich die Perspektive für Schwellenmärkte-Anleihen positiver. Der Verlauf von Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie bleibt volatil und unsere Positionierung unverändert neutral. Die Credit-Untergewichtung hatten wir im Rahmen der Anlagestrategie bereits seit einigen Quartalen empfohlen, so dass die Ausweitung der Risikoprämien unserer Positionierung zugutekam. Innerhalb der Credit- Segmente bleibt es bei einer Präferenz für hochverzinste Euro-Unternehmensanleihen. Bis sich eine ausreichende Stabilisierung der Kursniveaus einstellt, warten wir mit deutlichen Zukäufen ab. Hinsichtlich einer signifikanten Absicherung oder einem Aufbau von Dollar-Beständen liegt momentan keine ausreichende Überzeugung vor. Perspektivisch dürfte der Euro mit Blick auf die Abschwächungstendenzen in den USA sowie den Einpreisungseffekten seitens der Zinsdifferenz (Bund vs. US-Staatsanleihen) besser unterstützt sein. In der Anlageklasse Rohstoffe bietet sich insbesondere eine Goldbeimischung an. Liquidität sollte in einer übergewichteten Position gehalten werden.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Februar 2019
 

Immobilien
Mietwachstum 2019: Spitzenreiter Singapur

Die europäischen Immobilienmärkte profitieren vom anhaltenden konjunkturellen Aufschwung. Die Nachfrage am Büromarkt war 2018 auch im langfristigen Vergleich überdurchschnittlich. Sie trug zusammen mit der in fast allen Märkten geringen Bautätigkeit zum Leerstandsabbau bei. Das Neubauvolumen hat zwar zugenommen, allerdings sind viele Projekte bereits vorvermietet. Beim Mietwachstum lag Berlin an der Spitze, gefolgt von Stockholm, Lyon, Mailand und Barcelona. Berlin und Stockholm dürften auch 2019 zusammen mit Amsterdam und Oslo zu den Spitzenreitern zählen. Das Mietwachstum in Europa wird sich in den kommenden Jahren verlangsamen.

In den USA war die Nachfrage nach Class A-Büroflächen 2018 höher als im Vergleichszeitraum 2017. Die landesweite Leerstandsquote hat sich sowohl in den Innenstädten als auch den peripheren Lagen leicht verringert und deutet auf ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage hin. Das Mietwachstum war insgesamt verhalten, abgesehen von Ausnahmen wie Boston oder San Francisco. Das stabile wirtschaftliche Umfeld sollte die Büromärkte 2019 weiterhin beflügeln. Insgesamt dürfte sich das Mietwachstum in den USA jedoch weiter verlangsamen.

In der Region Asien/Pazifik erreichte die Nachfrage nach Büroflächen 2018 dank der guten konjunkturellen Entwicklung in vielen Ländern ein sehr hohes Niveau. Anbieter von Coworking-Flächen zeigten sich sehr expansiv. Den niedrigsten Leerstand registrierten Tokio und Osaka. Trotz Rückgängen war die Leerstandsquote in Singapur weiterhin deutlich höher. Alle Märkte verzeichneten Mietwachstum. In Australien verlangsamten sich die Mietanstiege in Sydney und Melbourne, in Brisbane und Perth blieben die Werte stabil. In Singapur rechnen wir 2019 mit dem stärksten Mietwachstum, das sich ab 2020 verlangsamen sollte. In Tokio dürfte das Mietwachstum 2019 an Schwung verlieren, in Osaka dagegen weiter überdurchschnittlich bleiben. In Australien sehen wir bei den Spitzenmieten in Sydney und Melbourne nur noch moderate Anstiege.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Februar 2019
 

Renten
Attraktive Hochzinsanleihen

Das Bilanzreduzierungsprogramm in den USA und das Ende des EZB-Anleihekaufprogramms könnten etwas Aufwärtsdruck auf die Renditeniveaus ausüben. Bundesanleihen bieten zwischen den Regionen die geringsten Ertragsperspektiven. Verschiedene Faktoren dürften auf Sicht das Emerging-Markets (EM)-Anleihesegment besser unterstützen. Insbesondere EM-Hartwährungsanleihen bieten Aufholpotential. Risikoprämien von Euro und US Dollar-Unternehmensanleihen haben sich 2018 kontinuierlich ausgeweitet. In den USA sind weitere Renditesteigerungen möglich. Kurzfristig sind weitere Spread-Ausweitungen möglich. In der Eurozone könnte kurzfristig das Auslaufen des EZB-Anleihekaufprogramms belasten. Allerdings hat sich die mittelfristige Perspektive angesichts der erhöhten Renditestände verbessert.

Renditeübersicht 5-Jahres-Anleihen

Quelle: DekaBank; Stand: Dezember 2018
Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Februar 2019
 

Aktien
Konsolidierung

Die Sorge vor einer konjunkturellen Abkühlung belastet weiterhin die Wertentwicklung an den Aktienmärkten. Obwohl die volkswirtschaftlichen Prognosen für 2019 weiterhin von einem globalen Wachstum jenseits der 3 Prozent ausgehen, werden die Verflachung der US-Zinskurve sowie der Anstieg der Risikoprämien von Unternehmensanleihen zunehmend als Warnsignal für eine bevorstehende Rezession diskutiert.

Indexentwicklung S&P über fünf Jahre

Quellen: Bloomberg, DekaBank; Stand: Dezember 2018
Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Februar 2019
 

Katers Welt
Neue Flexibilität in der Geldpolitik

Wie geht es weiter an den Kapitalmärkten? Anders als früher stehen die Notenbanken nicht unter Inflationsdruck, das Niedrigzinsumfeld bleibt grundsätzlich bestehen. Einschätzungen von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka.

 

Die starke Volatilität des Kapitalmarktjahres 2018 ist sicherlich zu einem guten Teil der erratischen Handelspolitik des US-Präsidenten zuzuschreiben, der Intransparenz über Verhandlungsführung und -ziele als Mittel seiner Politik ansieht. Die mageren Anlageergebnisse dieses Jahres haben allerdings noch tiefere Ursachen. Hier ist es insbesondere das Zusammenspiel von Geldpolitik und Konjunktur, welches die Aufwärtsbewegungen an den Aktienmärkten unterbrochen hat. In den USA und in Europa mehren sich die Befürchtungen eines Konjunkturabschwungs. Diese sind auch durch die Geldpolitik hervorgerufen, die zehn Jahre nach der Finanzkrise nach Normalisierung strebt. Diese Kombination von Zinssteigerungserwartungen und nachlassender Konjunktur hat sich auf die Performance aller Risikoanlagen in diesem Jahr negativ ausgewirkt. Dass deutsche Bundesanleihen in diesem Umfeld als einzige der breiten Asset-Klassen einen positiven Gesamtertrag aufwiesen, ist der besonderen Risikolage im Euroraum geschuldet. Querelen im Euroraum, wie jetzt wieder in Italien, lassen viele Anleger den sicheren Hafen der Bundesanleihen anlaufen.

 

Wie geht es weiter? Im Drehbuch der US-Notenbank standen zunächst weitere Zinssteigerungen im gerade begonnenen Jahr. Die Europäische Zentralbank hatte sich angeschlossen mit dem Ende des Anleihekaufprogramms und der Perspektive von Zinserhöhungen in den kommenden zwei Jahren. Das sprach eigentlich dafür, dass die Schwierigkeiten des Jahres 2018 auch die Probleme des Jahres 2019 sind. So finster ist das Bild allerdings auch wieder nicht. Zum einen bleibt es in den kommenden Jahren grundsätzlich bei einem Niedrigzinsumfeld. Nachdem das Jahr 2019 mit den gleichen Themen startet wie das Jahr 2018 geendet hat, fällt es noch schwerer, sich eine Zinswende vorzustellen, die diesen Namen auch verdient hat. Die EZB hat erkannt, dass der Markt hier Führung braucht und eine Diskussion um einen möglichen Pfad von Zinserhöhungen in Gang gebracht. Der mittelfristige Ausblick allerdings Wie geht es weiter an den Kapitalmärkten? Anders als früher stehen die Notenbanken nicht unter Inflationsdruck, das Niedrigzinsumfeld bleibt grundsätzlich bestehen. Einschätzungen von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka. lässt bei andauernden niedrigen Inflationsraten, hoher Verschuldung und anhaltendem Sparüberschuss keine Rückkehr zu alten Niveaus zu. Das wird sich wie in Europa auch in Euroland in einer sehr flachen Zinskurve widerspiegeln. Damit müssen die Märkte vor allem erst einmal das Ende der massiven Anleiheprogramme der Notenbanken verkraften, weniger einen starken Zinsanstieg.

 

Zum anderen ist noch sehr unsicher, ob sich selbst diese moderaten Zinserwartungen überhaupt bewahrheiten werden. Denn die Notenbanken sind gegenwärtig in der einzigartigen Lage, dass sie nicht zu einem Straffungskurs gezwungen sind. In vergangenen Konjunkturaufschwüngen war es stets eine überbordende Inflation, die die Notenbanken vor sich hertrieb. Da dies heute nicht der Fall ist, können die Geldhüter flexibel auf Markt- und Konjunktursignale reagieren. Und genau das ist bereits im Gang: Die Fed hat signalisiert, dass sie weiterhin „datenabhängig“ agiert, also die Entwicklung von Konjunktur und Kapitalmärkten bei ihrer Zinspolitik im Blick hat. Und auch bei der EZB liegt gegenwärtig das Risiko bei einer noch langsameren Straffung als bereits erwartet. Solange die Konjunktur eine gewisse Grunddynamik behält, sind das positive Nachrichten für die Kapitalmärkte.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Februar 2019
 

Kapitalmarkttrend
Lieber traditionell als alternativ

Ein Kapitalmarktbereich, der in diesem Umfeld ein besonders hohes Wachstum verzeichnen konnte, ist der so genannte Leveraged-Loan-Markt. Hierbei handelt es sich in der Regel um qualitativ weniger gute Kreditnehmer, die von den vorteilhaften Kreditkonditionen zwar ausgiebig Gebrauch machten, einen Anstieg der Finanzierungskosten aber am wenigsten gut werden verkraften können. Mit jedem Schritt der Notenbanken erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die in diesem Marktsegment angelegte Sollbruchstelle tatsächlich auch aufbricht. Investitionen in diesen alternativen Anlageformen sollten einer besonders kritischen Überprüfung unterzogen werden, zumal sich auf den derzeitigen Renditeniveaus auch wieder ganz langweilige traditionelle Anleihen als eine adäquate Investitionsalternative anbieten.

Leveraged-Loan-Markt
USA: in Milliarden US-Dollar

Quellen: Bloomberg, DekaBank; Stand: Dezember 2018

Handels­streitig­keiten und sonstige politische Querelen füllen die Schlag­zeilen und ziehen einen Groß­teil der Aufmerk­samkeit auf sich. Umso wichtiger ist es, daran zu erinnern, dass die veränderte Ausrichtung der Geld­politik tektonische Verschiebungen an den Kapital­märkten angestoßen hat. Für die Noten­banken gibt es derzeit keinen Grund, den eingeleiteten Normali­sierungs­prozess abzu­bremsen oder sogar umzukehren.


In den letzten Jahren hat sich das Wirtschaftswachstum in allen Regionen stabilisiert und selbst die über lange Zeit sehr niedrigen Inflations­raten zeigen eine ansteigende Tendenz. In den USA erreichen oder über­treffen die verschiedenen Inflations­maße zum Teil deutlich die Ziele der US-Notenbank. Und durch die US-Steuer­reform sprudeln die Unternehmens­gewinne mit Steigerungs­raten, die für eine so späte Phase im Zyklus äußerst ungewöhnlich sind.

 

Angesichts dieser Tatsachen ist eine restriktiver agierende Geld­politik vollkom­men normal. Dennoch stellt dies eine Richtungs­umkehr im Vergleich zu den letzten Jahren dar. Und im aktuellen Fall ist diese von heraus­ragender Bedeutung, da im Rahmen der unkon­ventionellen Geld­politik eine massive Unterstüt­zung der Kapital­märkte statt­gefunden hat, die mit einer erheblichen Preis­steigerung von Vermögens­werten einherging. Eine Umkehr dieser Bedingungen wird zwar nicht not­wendiger­weise zu einer abrupten Veränderung am Kapital­markt führen. Allerdings wirkt der eingeleitete Prozess ähnlich wie der einer tekto­nischen Platten­verschie­bung: extrem langsam, aber eben doch kontinu­ierlich, und beim Auftreffen auf Wider­stände können Beben ausgelöst werden.


In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, seismo­graphische Schwingungen aufzu­nehmen, und an den Kapital­märkten sind diese nicht mehr zu über­sehen. Ansteigende Zinsen, flacher werdende Zins­kurven, steigende Risiko­aufschläge bei Staats- und Unter­nehmens­anleihen sowie steigende Risiko­prämien in den Schwellen­ländern sind ernst zu nehmende Warn­hinweise, die darauf hin­deuten, dass das Umfeld an den Kapital­märkten tat­sächlich in Bewegung geraten ist. Eine vorsichtige Portfolioausrichtung und eine erhöhte Wachsamkeit sind in der derzeitigen Phase also besonders wichtig. Damit geht allerdings einher, dass die Gesamt­ertrags­erwartungen in allen Anlage­klassen für die kom­menden Jahre deutlich niedriger ausfal­len, als dies in den letzten Jahren der Fall war.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Februar 2019
 

Die Zinsampeln 2019
Geldpolitik an den Kapitalmärkten

Die Geldpolitik wird das Geschehen an den Kapitalmärkten 2019 mindestens genauso prägen, wie sie das im Jahr 2018 getan hat. Die entscheidenden Fragen in der Eurozone lauten: Kommt es zu Zinserhöhungen? Wenn ja, wann? Und fallen sie moderat oder deutlich aus? Die Beantwortung dieser Fragen hängt eng mit verschiedenen globalen Faktoren zusammen. Einige davon sind grundsätzlicher Art, andere eher Momentaufnahmen. In unserer Infografik zeigt eine Zinsampel für jeden Faktor seinen voraussichtlichen Einfluss auf die künftige Zinspolitik der EZB.

Weitere Informationen finden Sie im folgenden PDF-Dokument:

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Februar 2019