Märkte

Märkte im Überblick
November 2014

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  4. Markt & Impuls November 2014
 

Anleihen / Zins
Zehnjährige Bundrendite mit Allzeittief

Renditen und Spreads in der Eurozone bewegen sich auf historisch niedrigen Niveaus. Für Peripherieanleihen und im Credit-Bereich haben sich die Spreads stark eingeengt.

Anleihen

Quelle: Deka Investment, Stand: September 2014. Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

 

Seit den letzten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni und September hat sich die Niedrigzinssituation verfestigt. Renditen und Spreads in der Eurozone befinden sich auf historisch niedrigen Niveaus, zum Teil haben sie sogar ihre Allzeittiefs erreicht, zum Beispiel die zehnjährige Bundrendite oder italienische Zehnjahresrendite.

Die expansive Notenbankpolitik in der Eurozone stützt weiterhin das Umfeld für Renten und Zinsen. Auch wenn sich bei der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) für 2015 Zinserhöhungen ankündigen, dürfte sich bei der EZB nichts ändern. Ein zusätzliches Wertpapierkaufprogramm (Quantitative Easing) von Staatsanleihen durch die EZB ist möglich, nach den Äußerungen des EZB-Präsidenten Draghi zunehmend wahrscheinlich. Die EZB und die Fed sind mit einem solchen Wertpapierkaufprogramm in diametraler Richtung unterwegs. Der Auslöser für weitere EZB-Maßnahmen ist die Verschlechterung der Inflations­erwartungen auf mittlere bis lange Sicht. Aber auch die laufende Inflationsrate sollte weiter beachtet werden. Diese erreicht in diesem Sommer mit knapp über null Prozent ein neues Tief. Abwei­ch­ungen nach unten könnten erneut eine Deflationsdebatte befeuern.

Renten hatten somit bisher ein sehr gutes Jahr. Schwieriger wird es dagegen für Wertpapiere mit längeren Laufzeiten, da diese nicht so stark durch die Notenbankpolitik verankert sind. Zinserhöhungsdiskussionen für die USA dürften sich auch auf die Euro-Zinskurve auswirken.

Für Peripherieanleihen bleiben die Rahmenbedingungen insgesamt konstruktiv, jedoch ist der Rückgang des Renditeaufschlags von italienischen, spanischen und irischen Staatsanleihen schon sehr weit fortgeschritten. Die Chancen in diesen Märkten sind folglich nicht mehr so groß. Im Jahr 2014 engten sich die Spreads in diesen Bereichen deutlich ein.

Ausblick

Die Sanktionen gegenüber Russland kön­n­ten bei einer weiteren Verschärfung zu weniger guten Wachstumsraten in der Euro-­zone beitragen. Schon aktuell haben einige Länder es schwer, an dem eher langsamen Aufschwung teilzuhaben. Dazu gehören insbesondere Frankreich und Italien.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2014
 

Hochzinsanleihen
Emerging Markets mit Renditeaufschlägen

Das Umfeld für Unternehmensanleihen und Hochzinsmärkte ist vielversprechend. Die globale Konjunktur zeigt sich robust, das Niedrigzinsumfeld hält bis auf Weiteres an.

Hochzinsanleihen im Vergleich

Quelle: Deka Investment, Stand: September 2014. Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.


Die Renditen für Bundesanleihen haben im Sommer neue Tiefstände erreicht. Ausschlaggebend hierfür war neben der Politik der Zentralbank auch die Zunahme geopolitischer Risiken. Dazu gehörten zum Beispiel die Verschärfung der Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegenüber Russland im Rahmen der Entwicklungen in der Ukraine sowie die zunehmende Eskalation im Nahen Osten.

Die Risikomärkte – insbesondere Unternehmensanleihen – haben dagegen relativ besonnen darauf reagiert, da die geopolitischen Konflikte als regional begrenzt betrachtet und keine Abstrahleffekte auf andere Regionen gesehen werden.

Die Unternehmensanleihen wurden zusätzlich von der angelaufenen Quartalsberichterstattung der Unternehmen unterstützt. Mehrheitlich konnten die Unternehmen Gewinne vermelden, die über den Markterwartungen lagen.

Zinsen weiterhin niedrig

Die mittelfristigen Erwartungen für Unternehmensanleihen und für die Hochzinsmärkte sehen ebenfalls weiterhin positiv aus. Die globale Konjunktur befindet sich aktuell auf einem robusten Wachstumspfad. Die Geldpolitik bleibt auch weiterhin sehr unterstützend. Die Federal Reserve hat ihr Kaufprogramm für Anleihen wie angekündigt zurückgefahren. Damit bleibt die Gefahr eines raschen und kräftigen Anstiegs der Kapitalmarktrenditen weiter niedrig.

Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich und Hochzinsanleihen bleiben insbesondere für den mittel- bis langfristig orientierten Investor weiter interessant, da die Ausfallrate bei europä­ischen High-Yield-Unternehmen in den kommenden Monaten weiter nahe null bleiben sollte.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2014
 

Aktien
Positive Trends weiterhin intakt

Die Fundamentaldaten verbessern sich. Die positive Entwicklung an den Aktienmärkten dürfte anhalten, auch wenn sich der Trend verlangsamt. Kursanstiege müssen künftig stärker von Gewinnen ausgehen.

Aktien

Aktien
Quelle: Deka Investment, Stand: September 2014. Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.


Seit Mitte September haben die Aktienmärkte seit längerer Zeit wieder eine klassische Korrektur durchlebt. Die gute Stimmung innerhalb des Marktes ist in kurzer Zeit verflogen. Für den mittel- bis langfristigen Investor ist diese Entwicklung durchaus erfreulich, bietet sie doch eine lange erhoffte Einstiegsgelegenheit, nachdem die Aktienmärkte sehr lange Zeit ohne wirkliche Kurskorrektur von einem Höchststand zum nächsten stiegen.

Durch Multiple Expansion, also die Ausweitung der Bewertungsniveaus am Aktienmarkt, waren die Aktien den Fundamentaldaten während der vergangenen zwei Jahre vorausgelaufen. Seit einigen Quartalen wird jedoch auch die Verbesserung der Fundamentaldaten immer mehr greifbar. Ein Grund hierfür ist, dass sich der Arbeitsmarkt in den USA stark entwickelt hat und die Arbeitslosenquote stärker und schneller gefallen ist als zuvor angenommen. Darüber hinaus ist die Finanzkrise in Europa auf dem Rückzug. Auch hier sind die Zinsaufschläge für die Peripherie deutlich schneller und stärker gefallen, als ursprünglich vorstellbar war. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich nach vielen Quartalen mit enttäuschenden Wachstumszahlen nun selbst in China der Konjunkturzyklus stabilisiert.

Der Aktienmarkt befindet sich aktuell in ei­ner Übergangsphase. Kursanstiege müssen zukünftig stärker von Gewinnen unter­mauert werden. Investoren dürfen sich nicht länger auf steigende Kurs-Gewinn­verhältnisse verlassen, da diese im historischen Vergleich nicht mehr günstig sind.

 

Ausblick

Die unterliegenden positiven Trends sind jedoch intakt, vor allem da der globale Konjunkturzyklus aktuell recht robust erscheint. Am Aktienmarkt müssen sich die Anleger allerdings von zweistelligen Prozent­anstiegen verabschieden und sich an eine langsamere Gangart gewöhnen. Sobald die amerikanische Zentralbank echte Zinserhöhungen in Angriff nimmt, dürfte auch die Volatilität an den Aktienmarkt zurückkehren.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2014
 

Immobilien
Der Einzelhandel bietet Chancen

Deutschland ist der größte Einzelhandelsmarkt Europas und steht bei vielen Unternehmen auf Platz eins der Expansions­liste. Auch für die Niederlande wird ein überdurch­schnittliches Wachstum erwartet.

Einzelhandelsinvestment Europa

Einzelhandelsinvestment Europa
Quellen: CBRE, Deka Investment, Stand: September 2014. Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.


Die europäischen Einzelhandelsmieten in 1A-Lagen verzeichneten 2013 einen durchschnittlichen Anstieg von 2,5 Prozent. Dahinter verbirgt sich eine große Spannbreite. Die deutschen Top-Standorte lagen im Spitzenfeld. Den höchsten Zu­wachs registrierte Berlin. Im ersten Halbjahr 2014 blieben die Spitzenmieten konstant, in München gab es einen erneuten Anstieg um zwei Prozent.

Ein knappes Fünftel der Vermietungen generierten ausländische Einzelhändler in Deutschland. Nach Herkunftsländern dominierten die USA mit rund 140 Vermie­tungen vor Italien, Dänemark und Frankreich. Fast 50 neue Marken hatten ihren Markt­­eintritt in Deutschland. Neben den Innenstädten (28 Prozent) und Shoppingcentern (26 Prozent) standen Stadtteil­lagen (19 Pro­­­zent) im Vordergrund, dabei haben Nahversorgungs- und Fachmarktzentren (zwanzig Prozent) Anteile hinzugewonnen.

Eine Gemeinsamkeit des Einzelhandels in Deutschland und den Niederlanden ist die sehr große Bedeutung der traditionellen Eins-a-Lagen in den Innenstädten, was in den Niederlanden auch für kleinere Pro­vinz­städte gilt. Die hohe Bedeutung des innerstädtischen Einzelhandels in den Niederlanden beruht auf der zurückhaltenden Genehmigungspolitik für peripheren Einzelhandel mit dem Ziel, die Innenstädte lebendig zu halten und eine Zersiedlung des ohnehin schon dicht besiedelten Landes zu verhindern.

In Amsterdam, einem der europäischen Top-Standorte für international agierende Einzelhändler, blieben die Spitzenmieten 2013 und im ersten Halbjahr 2014 stabil, ebenso in Utrecht. In anderen Städten machte sich die Rezession in den Niederlanden durch Mietrückgänge bemerkbar. Dort bietet sich bei der wirtschaftlichen Erholung im laufenden und mehr noch im kommenden Jahr Mietsteigerungspotenzial.

 

Ausblick

Die Experten der DekaBank erwarten bis 2018 an den fünf deutschen Top-Stand­orten ein durchschnitt­liches Mietwachstum zwischen drei und vier Prozent pro Jahr. Das höchste Mietwachstumspotenzial wird Berlin beigemessen. Mit einer prognostizierten Mietsteigerung von 3,8 Prozent pro Jahr spielt Amsterdam in einer ähn­lichen Liga, zu der europaweit auch noch Metropolen wie Kopenhagen, Mailand, Prag oder Wien zählen. Ein höheres Wachstum sollten nur Dublin, Barcelona, London und Paris aufweisen.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2014