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Märkte im Überblick
Januar 2016

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Märkte

Märkte im Überblick

 

Anleihen / Zins
Seitwärtstendenz auf niedrigem Zinsniveau

Die EZB führt ihren expansiven Kurs fort, die Fed wird wohl die Zinswende beginnen und kann damit erneut zur Ursache für Schwankungen werden. Politische Impulse werden auch im kommenden Jahr die Rentenmärkte dominieren.

 

10-jährige Bundrendite und Ölpreis

Quelle: Deka Investment, Stand: 10.12.2015

Die Europäische Zentralbank EZB hat den Einlagenzinssatz für Banken in ihrer letzten Sitzung am

3. Dezember 2015 noch weiter in den negativen Bereich verschoben: Er liegt nun bei einem Tiefstand von -0,3 Prozent. Die expansive Geldpolitik wird bis mindestens zum März 2017 fortgeführt.

 

Monatlich bis zu 60 Milliarden Euro will die EZB weiterhin in die Märkte pumpen. Schuldverschreibungen der Bundesländer – die sogenannten Regionalanleihen – wurden dem Anleihepool hinzugefügt, aus dem die EZB im Rahmen ihrer expansiven Maßnahmen kauft. Die Papiere bilden zwar nur einen kleinen Teil des Lockerungsvolumens, dürften aber Engpässe beim Ankauf deutscher Anleihen durch Bundesbank und EZB verhindern. Das Ziel, den Euro abzuschwächen, verfehlen die Maßnahmen nach unserer Auffassung jedoch.


Die aktuell hohe Volatilität spiegelt sich auch in den Renditen wider. Auf den Euro-Rentenmarkt wirken die Anleihekäufe der EZB unterstützend. Das weitere bestimmende Markt-Event ist die bevorstehende Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed, die zu einer Ursache für weitere Marktschwankungen werden kann.

 

Dennoch zeichnen sich erneute disinflationären Tendenzen ab, was auch an dem gesunkenen Ölpreis liegt.


Für 2016 gehen wir davon aus, dass auch weiterhin politische Themen die Marktvolatilität erhöhen können, so zum Beispiel die erwartete Abstimmung über den EU-Austritt Großbritanniens.

 

Vor dem Hintergrund der skizzierten Entwicklungen erwarten wir einen Seitwärtstrend auf niedrigem Zinsniveau, wobei wir die längeren Laufzeiten weniger gut verankert sehen, falls die Inflation steigt.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2016
 

Unternehmensanleihen / Hochzinsmärkte
Attraktive Aussichten

Trotz uneinheitlicher Mittelzuflüsse zeigt sich eine Stabilisierung im Credits-Segment. Die Spreadausweitung bietet attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Auch im High-Yield-Bereich sind die Renditeaussichten weiterhin gut.

Hochzinsanleihen im Vergleich

Quelle: Deka Investment, Stand: 30.11.2015

Die Risikoaufschläge für Anleihen aus den Segmenten High-Yield und Investment-Grade zeigten sich zu Beginn des Jahres durch die Geldpolitik der EZB auf niedrigen Niveaus. Im Zuge der Griechenland-Krise, schwacher Aktienmärkte sowie der zunehmenden Sorge um das chinesische Wachstum weiteten sich die Credit Spreads in der Folge deutlich aus. Die Ausfallraten der europäischen Unternehmen blieben jedoch – auch vor dem Hintergrund der expansiven EZB-Politik – auf niedrigem Niveau.


Zuletzt rückten vermehrt idiosynkratische Risiken als Belastungen für das Risikosentiment in den Fokus der Anleger, etwa im Investment-Grade- oder High-Yield-Bereich (zum Beispiel Glencore oder VW).


Gerade im High-Yield-Segment nehmen idiosynkratische Risiken mit entsprechenden Auswirkungen auf die Anleihepreise einzelner Unternehmen oder Sektoren zu und färben auf den Gesamtmarkt ab. Insbesondere das Verfehlen von Markterwartungen in den Quartalsergebnissen beziehungsweise misslungene Unternehmenskommunikation können zu Vertrauensverlusten und infolgedessen auch zu deutlichen Kursabschlägen im High-Yield-Segment führen.


Die momentanen Spreadlevels kompensieren die aktuellen Ausfallraten. Die Mittelflüsse in das Segment Credits sind uneinheitlich, zeigen jedoch eine Stabilisierung. Die relative Attraktivität der Spreads von Credits im Fixed-Income-Bereich und von High-Yielderscheint interessant.


Die Renditeaussichten für Anleihen aus dem High-Yield-Segment sind weiterhin gut, wir bleiben daher für diese Papiere auch mittelfristig positiv.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2016
 

Aktien
Europäische Dividendenwerte bevorzugt

Deutlich erholte Aktienmärkte bieten aktuell keine Anzeichen für schnelle Anstiege oder den nächsten Crash. Die künftige Entwicklungsrichtung wird nicht zuletzt von den Unternehmensgewinnen und den Rohstoffpreisen beeinflusst werden.

Wertentwicklung Aktienmärkte

Quelle: Deka Investment, Stand: 09.12.2015

Die Haupttreiber der Aktienmarkt-Hausse der letzten Jahre sind alle noch da. Die westlichen Volks­wirtschaften expandieren und gesunden langsam von den großen Krisen. Weiterhin schneiden die Aktienmärkte recht gut ab, wenn man sie mit vielen anderen Anlageformen vergleicht. Hier reicht der Vergleich von Dividendenrendite und Anleihenverzinsung.


Kurzfristig haben wir wenig Enthusiasmus für schnelle Anstiege, aber auch keine starken Argumente dafür, dass der nächste Crash vor der Tür steht. Seit den Verwerfungen im August und September haben sich die Märkte deutlich erholt. Hilfreich waren die starken Konjunkturdaten aus Europa sowie die Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi, aufgrund der schwachen Inflationsdynamik die lockere Geldpolitik weiter auszuweiten. Der gewohnte saisonale Rückenwind hat ebenfalls geholfen.


All dies hat aber dazu geführt, dass die kurzfristigen Bewertungsmaßstäbe wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis knapp unter den Hochpunkten der letzten Jahre notieren. Somit müssen von nun an steigende Unternehmensgewinne die Führung übernehmen. Dazu sind sie grundsätzlich in der Lage, doch könnten die Erwartungen ein wenig zu hoch sein. Insbesondere die abnehmende Dynamik in den Schwellen­ländern stellt eine Belastung dar. Noch gewichtiger sind die niedrigen Rohstoffpreise, die zwar mittelfristig der Gesamtwirtschaft helfen, auf dem Aktienmarkt aber zu kurzfristigem Gegenwind für die Gewinne der Rohstoffunternehmen führen.


In dieser Gemengelage reduzieren wir unser Aktienübergewicht leicht und bevorzugen weiterhin strukturell europäische Dividendenwerte.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2016
 

Immobilien
Weltweite Chancen nutzen

An den internationalen Immobilienmärkten sorgen die zögerliche Haltung der Fed sowie die anhaltende Geldschwemme der EZB für ein weiterhin positives Klima. Wir haben die interessantesten Aussichten im kommenden Jahr für Sie zusammengefasst.

Der Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik gestaltet sich vor dem fragilen gesamtwirtschaftlichen Umfeld äußerst schwierig. Infolgedessen werden uns die niedrigen Zinsen noch länger erhalten bleiben. Die Zentralbanken sorgen weiterhin für gute Stimmung an den Immobilien-Investmentmärkten. Während an den USTopmärkten die Tiefststände bei den Anfangsrenditen wohl erreicht sind, bleibt in Europa die Renditekompression als Antriebsmotor für die Kapitalwertentwicklung auch im Jahr 2016 erhalten.


Das Mietwachstum in Europa nimmt langsam an Breite zu. Die stärksten Anstiege realisierten 2015 die beiden spanischen Standorte Madrid und Barcelona sowie Lissabon und Amsterdam. Mit etwas Abstand folgten die beiden Londoner Teilmärkte City und West End. In Deutschland verzeichnete Berlin das stärkste Mietwachstum. Für die genannten Standorte erwarten wir auch auf Sicht von fünf Jahren die besten Ertragsperspektiven. Der Leerstandsabbausollte sich 2016 weiter fortsetzen, von der Angebots­seite entsteht durch das moderate Neubauvolumen kein Druck.

 

 

Globale Investments in gewerbliche Immobilien

Quelle: JLL, DekaBank; Stand: Oktober 2015

In den USA standen der New Yorker Teilmarkt Manhattan sowie San Francisco 2015 an der Spitze beim Mietwachstum. Doch auch in Boston und Chicago ergaben sich nennenswerte Anstiege. Aufgrund des weit vorangeschrittenen Zyklus dürfte sich das Mietwachstum 2016 in den meisten Märkten verlang­samen. Die Zeiten der starken Renditekompression dürften weitgehend vorbei sein, ein rascher Renditeanstieg ist jedoch vorerst nicht zu erwarten. Auf Fünfjahressicht bieten Dallas, Chicago und Manhattan Downtown die besten Ertragsperspektiven.


In Asien war das Mietwachstum 2015 in Hongkong und Tokio am höchsten, während in Singapur aufgrund der steigenden Fertigstellung neuer Büroflächen eine Abschwächung einsetzte. Das verlangsamte chinesische Wirtschaftswachstum sollte in der Performance der Büromärkte im asiatischen Raum kaum Niederschlag finden. Tokio bietet im Prognosezeitraum bis 2020 im asiatisch-pazifischen Raum die besten Ertragsperspektiven, gefolgt von den australischen Metropolen Sydney und Melbourne.


Weltweit ergeben sich somit weiterhin für das aktive Management von Immobilienportfolios eine Reihe von Chancen, um von den unterschiedlichen weltweiten Investmentzyklen zu profitieren.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2016