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Verstärkung für die Deka
„Ein komplexes Marktumfeld erfordert alternative Ansätze“

Seit Anfang Januar komplettieren zwei profilierte Persönlichkeiten die Deka. Stefan Keitel zeichnet verantwortlich für die Geschäftsfelder Asset Management und Kapitalmarkt, Michael Stark-Urzendnik betreut als Leiter das Marktsegment Institutionelle Investoren. Markt & Impuls sprach mit beiden über Pläne, Perspektiven und Potenziale.


Interview mit STEFAN KEITEL und MICHAEL STARK-URZENDNIK


 

Herr Keitel, Herr Stark-Urzendnik, was führt Sie zur Deka?

KEITEL: Ein ausschlaggebender Punkt war der Aufgabenzuschnitt. Ich darf zwei Themenfelder verantworten, die ein großes Gewicht innerhalb der Deka haben: das Wertpapiergeschäft und das Kapitalmarktgeschäft. Das bedeutet für mich ein sehr breites, spannendes Aufgabenspektrum. Zudem habe ich in dieser facettenreichen Rolle noch die Möglichkeit, Dinge strategisch zu gestalten und Potenziale auszuschöpfen, was mir, da ich unternehmerisch geprägt bin, entgegenkommt und wichtig ist. Dazu gilt es trotz aller bereits guten Entwicklungen, noch einige Verbesserungen durchzusetzen, was ein prima Ansporn ist. Und das alles bei einem Finanzinstitut mit einer nachhaltigen Stabilität – das ist heute ja nicht mehr selbstverständlich.

STARK-URZENDNIK: Für mich persönlich war entscheidend, dass die Finanzbranche von ständigen Veränderungen bestimmt ist und somit mein Arbeitsumfeld bei der Deka nicht von Routine geprägt ist. Ich selbst arbeite gern in Strukturen, in denen ich gestalten kann, was angesichts der sich dauernd bewegenden Märkte immer wichtiger wird. Im institutionellen Vertrieb der Deka liegt in dieser Hinsicht viel Potenzial und ich möchte dazu beitragen, dieses weiter zu heben.

Im Wertpapiergeschäft sehe ich große Wachstumspotenziale, das Kapital­marktgeschäft wollen wir veredeln.

Stefan Keitel

Vorsitzender der Geschäftsführung
Deka Investment

Was meinen Sie konkret damit?

STARK-URZENDNIK: Ich bin der Meinung, dass wir in der in meiner Verantwortung liegenden Einheit noch weitere Kundenpotenziale ausschöpfen können. Das gilt zum Beispiel für die privatwirtschaftliche Versicherungsindustrie sowie für Versorgungswerke, Unternehmen und Family Offices. Um das zu erreichen, halte ich die Steigerung der Markenbekanntheit für einen wichtigen Schlüssel zum Erfolg.

 

Wie wollen Sie das umsetzen?

STARK-URZENDNIK: In erster Linie mit einer stringenten Markenstrategie, welche unter anderem die interne wie auch externe Kommunikation beinhaltet. Damit möchten wir gezielt neue Kundengruppen ansprechen und unser Produktuniversum im Markt stärken. Das soll insbesondere durch eine stärkere Visibilität in der Öffentlichkeit und die Deka Institutionell Investment Konferenz im Dezember 2016 erfolgen.

Unser Ziel ist es, uns über
Produktservice- und Performancequalität als Lösungsanbieter weiter im Markt zu etablieren.

Michael Stark-Urzendnik
Leiter Vertrieb Institutionelle Kunden, Client Services

Und wie sind Sie intern ausgerichtet?

STARK-URZENDNIK: Unsere Teams sind nach Kundengruppen aufgestellt. Das ist in der Form sinnvoll, da wir so den sehr speziellen Anforderungen unserer Klientel gerecht werden und ihnen somit individuell passende Lösungen anbieten können. Vor allem unser neu gegründetes Akquisitionsteam
beschäftigt sich mit der Erschließung von verborgenen Kundenpotenzialen. Mit dieser strukturellen Neuerung gewährleisten wir, dass die Betreuung unserer Bestandskunden weiter verbessert wird.

 

Ihr Erfolg basiert aber darauf, dass Sie gute Produkte und Lösungen anbieten können …

KEITEL: In der Tat sind unsere Bereiche sehr eng verzahnt. Und ja, dass wir in den Bereichen Wertpapiere und Kapitalmarkt Ideen und Mehrwert liefern, ist neben der Beratungsqualität eine gewichtige Voraussetzung für den Erfolg beim Kunden. Wir müssen deshalb weiter an der Produktqualität und neuen Ideen für das komplexe Umfeld arbeiten. Ebenso auf den bereits in den letzten Jahren spürbar verbesserten Qualitäten aufbauen und daran anknüpfen. Besonderes Wachstumspotenzial sehe ich im Wertpapierbereich, dem klassischen Asset Management, wo die Geldvermögen stetig steigen und Expertise gerade im aktuellen, sehr schwierigen Zyklus klar gesucht ist. Dort müssen wir neben der Produktqualität vor allem auch die Aufbau- und Ablauforganisation weiter optimieren, um in einem Umfeld, wo man sich Ineffizienzen und Doppelspuren nicht mehr leisten kann, gut aufgestellt zu sein.

 

Was bedeutet das?

KEITEL: Dass wir Kompetenzen bündeln, gerade bei den Themen, die am Markt eine nachhaltige Wichtigkeit haben, wie z. B. die Multi-Asset-Lösungen. Darüber hinaus brauchen wir noch stringentere Investmentprozesse über ein zentrales CIO-Office, um Topdown-Impulse noch zielführender in der Breite umsetzen zu können. So können sich die verantwortlichen Fondsmanager noch besser auf Ihre Stärken und eigentlichen Aufgaben konzentrieren und weitere Mehrwerte generieren, da wir Alpha auch jenseits der Allokationsentscheide brauchen, um nachhaltig erfolgreich sein zu können. Dazu beschäftigt mich auch die Produktstrategie. Wir haben zum Beispiel zu viele kleinteilig Produkte und Fonds, die sich auch betriebswirtschaftlich nicht rechnen. Hier gilt das Motto „Weniger ist mehr“. Wir brauchen ferner mehr Flaggschiff-Produkte, bei denen der Deka-Stempel, also unsere konzeptionelle Denke und unsere Kompetenz, klar zum Ausdruck kommt. Dies lässt sich dann auch für das hochindividuelle institutionelle Geschäft übersetzen und nutzen. Wir müssen auch – neben der Lieferung von hochwertigen Produktkonzepten – noch stärker als Lösungsanbieter auftreten, indem wir aus unserem Produkt- und Strategie-Know-how Gesamtkonzepte stricken. Ein Beispiel hierfür sind flexible Multi-Asset-Lösungen mit einer Beimischung von liquiden alternativen Investments zwecks Risikosteuerung und Ertragsoptimierung. Wir brauchen demnach auch als Vollsortimenter ein fokussiertes Produktangebot mit Schwerpunkt auf unseren Stärken. Dort, wo wir diese Stärken nicht haben, nehmen wir Partner an Bord, um Expertise zu ziehen und Kräfte zu bündeln.

 

Was bewegt die institutionellen Kunden derzeit?

STARK-URZENDNIK: Um ein Beispiel für Kundengruppen anzuführen, haben die klassischen Lebensversicherer hierzulande – anders als ihre Pendants im angelsächsischen Raum – auf der einen Seite einen sehr rigiden rechtlichen Rahmen. Diesergrenzt ihr Risikobudget ein. Auf der anderen Seite haben sie aber laufende Verpflichtungen, die sie erfüllen müssen. Das funktioniert mit klassischen Anleihen im aktuellen Niedrigzinsumfeld nicht mehr. Um diesem Spannungsfeld zu entgehen, liegt der Fokus bei unseren Kunden auf den Themen risikoadjustierter Ertrag, Produktund Asset-Servicing-Lösungen und nachhaltigen Strategien. Hierzu bietet unser Haus kundenbezogene Lösungen an, wie zum Beispiel Aktienmanagement mit Wertversicherungskonzepten, Master-KVG mit interaktivem Reporting und Lösungen für Investments in alternative Anlageformen.

 

KEITEL: Sie müssen dabei auch bedenken, dass das Kapitalmarktumfeld heute ein ganz anderes ist als noch vor 20 Jahren. Es ist komplexer, schneller und volatiler geworden. Deshalb sind flexible Multi-Asset-Konzepte und alternative Investments so wichtig. Und es geht um Themen wie stimmige Ertrags-/Risikoprofile im Niedrigzinsumfeld, Konzepte mit Wertuntergrenze und kalkulierbaren Einnahmeströmen sowie innovativen Produktstrukturen. An der Weiterentwicklung all dieser Dinge arbeiten wir parallel.

Was ist mit dem Kapitalmarktgeschäft?

KEITEL: Ich sehe in dem integrierten Bankmodell der Deka einen großen Diversifikationsvorteil und ein Alleinstellungsmerkmal für unser Haus sowie einen enormen Nutzen für unsere Kunden. Das hat sich im ersten Quartal dieses Jahres gezeigt, als das Wertpapiergeschäft aufgrund der Marktturbulenzen schwierig war. Dies konnte der Bereich Handel & Strukturierung durch eine sehr hohe Kundennachfrage gerade aus den Depot-A-Abteilungen der Sparkassen und von institutionellen mehr als ausgleichen. Im Kapitalmarktgeschäft gilt es gerade im Lichte der immer schärfer werdenden Regulation weiter zu optimieren, um die vielfältigen und komplexen Ansprüche unserer Klientel weiter befriedigen zu können. Daher sprechen wir hier weniger von Wachstum, sondern eher von Veredelung.

 

Wo sehen Sie die Deka in drei bis fünf Jahren?

STARK-URZENDNIK: Unser Ziel ist es, uns über nachhaltige Produkte sowie Service und Performance­qualität als Lösungsanbieter weiterhin zu etablieren. Zudem liegt uns die Ausweitung des Kunden­portfolios am Herzen. So sollen insbesondere im Bereich der kleineren und mittleren institutionellen Investoren zusätzliche Kundenanteile erschlossen werden.

 

KEITEL: Dem kann ich mich nur anschließen. Wir wollen über zufriedene Kunden und einen guten, zeitgemäßen Produktmix Marktanteile gewinnen. Das wäre dann auch die Voraussetzung dafür, dass die Deka künftig eine noch stärkere Rolle im institutionellen Geschäft spielen kann und gegebenenfalls in Zukunft sogar international zu einem ernst zu nehmenden Wettbewerber wird und auch dort zusätzliche Absatzkanäle im institutionellen Geschäft erschließen kann.

STEFAN KEITEL

 

verantwortet die Geschäftsfelder Wertpapiere und Kapitalmarkt seit Januar 2016. Er war zuletzt als Chefanlagestratege der Berenberg Bank sowie über zwölf Jahre in verschiedenen Management­funktionen bei der Credit Suisse tätig, von 2008 bis 2013 als Globaler CIO und Globaler Leiter des Portfolio Managements. Stefan Keitel ist gelernter Bankkaufmann und besitzt einen Hochschulabschluss als Diplom-Kaufmann der Universität Mainz.

 

MICHAEL STARK-URZENDNIK


ist seit Anfang 2016 Leiter Institutionelle Investoren bei der Deka. Der Diplom- und Bankkaufmann und examinierte Wirtschaftsprüfer war zuvor als Geschäftsführer von VersAM Versicherungs-Assetmanagement und als selbstständiger Mitbegründer bei HiBrook financial advisors tätig. Zudem verfügt er über jahrelange Erfahrung im Asset Management der SV SparkassenVersicherung.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 2, August 2016