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Maßarbeit statt Konfektion
Passgenaues Portfoliomanagement

Die zunehmende Regulierung und die anhaltende Niedrigzinsphase verstärken den Trend zu maßgeschneiderten Lösungen im Portfoliomanagement. Dabei können institutionelle Anleger bei der Deka vom fundamentalen und quantitativen Fondsmanagement profitieren.

Ein guter Anzug muss richtig sitzen. Im besten Fall ist er sogar auf den Leib geschneidert und hat die perfekte Passform. Jacke und Hose von der Stange können auch passen, aber manchmal muss es eben Maßarbeit statt Konfektion sein. Das gilt auch für die Investmentlösungen, die Kunden von der Deka erwarten: Die zunehmende Regulierung und das andauernde Niedrigzinsumfeld verstärken den Trend zu individuali­s­ierten Konzepten und maßgeschneiderten Lösungen.

Der Trend zu den Spezialfonds wird sich weiter verstärken.

 

Dr. Volker Marnet-Islinger

Leiter Rentenmanagement,
Institutionell, Deka Investment

Investmentstile: fundamental und quantitativ

Im Fondsmanagement lautet das Ziel, ein stetiges Alpha zu erwirtschaften – mit aktiver Auswahl aussichtsreicher Märkte, Sektoren und Einzelwerte. Dabei muss flexibel und schnell auf ein verändertes Marktumfeld und neue Trends reagiert werden. Schließlich gilt es, Potenziale aktiv zu erschließen, Performancequellen zu nutzen und so Erträge für die Anleger zu generieren. Wichtig hierbei ist auch das integrierte Risikomanagement, das alle Stufen des Investmentprozesses überwacht und die gesamten Risikostrukturen eines Portfolios immer im Blick hat. Um Investmententscheidungen auf einer soliden Grundlage treffen zu können, nimmt die Deka umfangreiche Analysen vor. Dabei lassen sich im Fondsmanagement grundsätzlich zwei Investmentstile unterscheiden: fundamental und quantitativ. Während in der Fundamentalanalyse der direkte Kontakt mit den Verantwortlichen in den Unternehmen im Vordergrund steht, basiert die quantitative Analyse auf der systematischen Auswertung großer Datenmengen. Dank ihrer jahrzehntelangen Erfahrung verfügt die Deka über ein breit gefächertes Angebot an fundamentalen und quantitativen Konzepten – u. a. für Aktien-, Renten- und Multi-Asset-Fonds. In Maßarbeit kreiert die Deka so für institutionelle Anleger die jeweils optimale Lösung.

 

Fundamentale Anlagekonzepte

„Die Erkenntnisse aus unseren Analysen spielen für das Fondsmanagement eine tragende Rolle“, sagt Dr. Volker Marnet-Islinger. In der Abteilung fundamentales Rentenfondsmanagement arbeiten 31 Mitarbeiter; dabei kümmert sich knapp die Hälfte um die Analysen. Das Anlageuniversum ist grundsätzlich weltweit ausgelegt. „Wir haben aber einen starken Euro-Fokus“, betont Marnet-Islinger. Dabei geht es nicht nur um europäische Unternehmen, sondern auch um außereuropäische Gesellschaften, die ihre Anleihen in Euro begeben, wie z. B. amerikanische Technologiekonzerne. Gerade dieses Segment wächst im Moment spürbar. „Wir merken deutlich, dass das Euro-Segment derzeit von amerikanischen Gesellschaften zur eigenen Refinanzierung genutzt wird“, sagt ­Marnet-Islinger. Entscheidend sei dabei die Währungskomponente – so zahlen solche Unternehmen derzeit in Europa geringere Zinsen als in den USA.

 

Permanent im Beobachtungsmodus

Bei der Analyse, ob ein Unternehmen den Weg in das Portfolio findet, ist nicht nur der Ist-Zustand entscheidend, sondern auch das, was zukünftig von dem Unternehmen erwartet wird. Da spielen auch sogenannte Event-Risiken eine Rolle, wenn z. B. eine Übernahme anstehen kann. Darum ist das Portfoliomanage­ment samt Analyse permanent im Beobachtungsmodus. Nur so kann auch innerhalb kurzer Zeit entschieden werden, ob ein Unter­nehmen in ein Portfolio aufgenommen wird oder nicht. Oder ob ein Unternehmen auch wieder herausgenommen wird. In der Regel werden zwei bis drei Veränderungen in der Woche vorgenommen. Als Folge des aktuellen Marktumfelds hat die Arbeit im Portfoliomanagement an Fahrt aufgenommen. „Krisen wie in Griechenland haben einen viel stärkeren Einfluss. Die Investoren reagieren schneller“, sagt Marnet-Islinger. Man versuche also immer schon einen Schritt weiterzudenken. „Wenn beispielsweise das Länderrating von Brasilien heruntergestuft wird, stellt sich gleich die Frage, was denn mit einem Land wie Mexiko passiert.“ Auch das ferne China sei von Bedeutung. „Nicht weil chinesische Unternehmen Euro-Anleihen begeben, sondern weil viele Unternehmen ihre Wachstumschancen vor allem in Fernost sehen“, so der Leiter des Institutionellen Rentenmanagements.

MASSARBEIT BEVORZUGT

Angesichts niedriger Zinsen und aufsichtsrechtlicher Bestimmungen präferieren immer mehr Anleger passgenaue Lösungen.

Individualisierte Lösungen

Insgesamt stellt auch er fest, dass Fonds mehr und mehr individualisiert nachgefragt werden: „Dabei haben Anleger sehr konkrete Vorstellungen über die Eigenschaften, die ein solcher Fonds aufweisen muss bzw. nicht haben darf.“ Spezialfonds sind das Vehikel der Wahl für individualisierte Fonds. ­
Dr. Marnet-Islinger meint: „Der Trend zu den Spezialfonds wird sich weiter verstärken.“


In den vergangenen sechs Jahren hat sich die Zahl der Spezialfonds verdoppelt. Gründe dafür liegen in der Tatsache, dass sich mehr Investoren dazu entschlossen haben, in Unter­nehmensanleihen zu investieren. In früheren Jahren waren viele Investoren überwiegend in Staatsanleihen- und Pfandbriefe investiert. Das ist heute nicht mehr so sehr der Fall, auch weil Investoren auf der Suche nach anderen Renditemöglich­keiten sind. So ist das Segment High Yield gewachsen; aber der Begriff High Yield hat sich verändert: Waren das vor einigen Jahren tatsächlich noch „Junk-Bonds“ mit einem vergleichsweise hohen Ausfallrisiko, so sind es heute Unternehmen, die zwar gerade eine schwierigere Phase durchschreiten, aber fundamental absolut gesund sind.

 

Quantitatives Investieren

Die Deka Investment hat darüber hinaus einen rein quantitativen Investmentprozess etabliert, der die Informationsflut an den Märkten systematisch erfasst und analysiert. So werden Anlageentscheidungen getroffen, die transparent und nachvollziehbar sind und zugleich risikokontrolliert erfolgen. Umfassende und gründliche Analysen helfen dabei, die Ertragsentwicklung der Investitionen im Voraus realistisch einzuschätzen und unangenehme Überraschungen zu vermeiden. In der Asset Allocation werden systematische Investmentstrategien für unterschiedliche Risiko-/Renditeprofile erarbeitet. Der seit Jahren erfolgreich eingesetzte Sigma Plus-Ansatz ist beispielsweise modular aufgebaut und kann so auf die jeweiligen Bedürfnisse eines institutionellen Anlegers exakt zugeschnitten werden.

 

 

FUNDAMENTALES RENTENFONDSMANAGEMENT

Teams und Assets

Stand: 30.06.2015 | AuM = Assets under Management

 

 

 

FUNDAMENTALES AKTIENFONDSMANAGEMENT

Teams und Assets

Stand: 30.06.2015 | AuM = Assets under Management

 

 

 

QUANTITATIVES FONDSMANAGEMENT & ETF

Teams und Assets

Stand: 30.06.2015 | AuM = Assets under Management | *Volumen inkl. Mischmandate


Gezielt Risiken eingehen

Ein wichtiger Baustein des quantitativen Investmentstils ist das eingebettete Risikomanagement. Das betont auch Dr. Heiko Opfer, Leiter Quantitative Asset Allocation und Wertsicherung bei Deka Investment. „Eine gezielte Risikosteuerung und die Abstimmung des Risikos auf den vorhandenen Risikopuffer sind wesentlich für den Anlageerfolg.“ Gerade VAG-Kunden haben laut dem Quant-Experten in Sachen Regulierung und Risiko besondere Vorgaben. In der praktischen Umsetzung ist dafür ein disziplinierter Ansatz erforderlich. Nur so lassen sich in einem zunehmend komplexen und dynamischen Marktumfeld attraktive Ertragschancen herausfiltern und in Anlagestrategien umsetzen. Aktive Investmententscheidungen in Kombination mit einer professionellen Risikosteuerung sind dabei unverzichtbar. Auch im quantitativen Fondsmanagement geht der Trend eindeutig zu den Spezialfonds, die direkt für den einzelnen Kunden entworfen werden. Dabei führt der Weg vom Research über die Ideengenerierung und Analyse bis hin zur Produktkonzeption. Im Bereich Quantitatives Fondsmanagement & ETF arbeiten 37 Professionals, die knapp 40 Milliarden verwalten. „Das Anlageuniversum ist weltweit breit gestreut und umfasst die gängigen Anlageklassen“, sagt Dr. Opfer.

Eine gezielte Risikosteuerung und die Abstimmung des Risikos auf den vorhandenen Risikopuffer sind wesentlich für den Anlageerfolg.

 

Dr. Heiko Opfer

Leiter Quantitative Asset Allocation und
Wertsicherung, Deka Investment

Der Gedanke der gezielten Risikosteuerung ist dabei nicht nur auf der Allokationsebene präsent, sondern auch in den quantitativen Aktien- und Rententeams verankert. So fokussiert der Deka LowRisk Equity-Ansatz auf eine Reduktion absoluter Aktienmarktrisiken sowie auf das Abmildern extremer Kurseinbrüche durch eine Investition in niedrigvolatile Titel. Dabei strebt dieser quantitative Deka LowRisk Equity-Ansatz eine optimale Kombination verschiedener Aktienmarktfaktoren an, um so an den damit verbundenen Prämien teilzuhaben. Die Historie hat gezeigt, dass auf diesem Weg das mit dem Aktieninvestment verbundene Risiko i. d. R. auf etwa 70 Prozent des klassischen Aktienmarktrisikos reduziert werden kann, während die Renditeerwartung unverändert ist. Werden also Teile der Aktienseite nach einem LowRisk-Ansatz gesteuert, bedeutet dies implizit eine Schonung des Risikobudgets.

SORGFALT IN ALLEN PHASEN

Ob in Analyse, Portfoliokonstruktion oder Asset Allocation – Individualität macht den Unterschied.

 

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Darüber hinaus kann durch den Einsatz eines Overlay Managements dem Spannungsfeld zwischen notwendiger strategischer Ausrichtung und kurzfristiger Risikovermeidung begegnet werden. Dazu bietet die Deka ihren Kunden Overlay Management auf der Ebene von Masterfonds an. Diese Konstruktion zielt darauf ab, mögliche Verluste durch aktive Risikosteuerung zu begrenzen und das knappe Risikobudget bestmöglich am Kapitalmarkt einzusetzen.

 

Mit einer quantitativen Lösung ist man immer einen Schritt voraus.

 

Volker Pätzold

Bereichsleiter Asset Management,
VGH Versicherungen

Immer einen Schritt voraus

Einer der Kunden der Deka im Segment des quantitativen Fondsmanagements sind die VGH Versicherungen in Hannover. „Wir sind schon seit Ende der 1990er Jahre als Kunde im quantitativen Fondsmanagement unterwegs“, sagt Volker Pätzold, Bereichsleiter Asset Management bei der VGH. Weil das derzeitige Zinsumfeld für einen VAG-Kunden wie die VGH herausfordernd sei, sei es wichtig, die richtige Risikoadjustierung vorzunehmen. Auch dabei sei der quantitative Ansatz im Fondsmanagement hilfreich. „Mit einer quantitativen Lösung ist man immer einen Schritt voraus“, so sein Urteil.

 

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2015