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Profilierte Verstärkung
Neue Lösungsansätze für ein komplexes Marktumfeld

Mit Stefan Keitel als neuem Generalbevollmächtigten hat die DekaBank seit Anfang dieses Jahres einen anerkannten Profi aus der Finanzbranche an Bord. Er ist für die Geschäftsfelder Wertpapiere und Kapitalmarkt verantwortlich und will in dieser Funktion beide Bereiche gezielt voranbringen.

Stillstand ist Rückschritt, heißt es so schön. In diesem Sinne sind auch etablierte Finanzdienstleister wie die Deka stets bestrebt, sich weiterzuentwickeln, um auf das sich laufend verändernde Marktumfeld adäquat reagieren und den Kunden die dazu passenden Lösungen bieten zu können. Hilfreich können dabei auch frische Ideen von außen sein.

 

Mit Stefan Keitel, der seit Anfang dieses Jahres das Wertpapier- und Kapitalmarktgeschäft verantwortet, zielt die Deka genau darauf ab. Schließlich ist er eine bekannte Größe in der Finanzbranche. Der 47-Jährige war zwölf Jahre lang in verschiedenen Führungspositionen bei der Credit Suisse, unter anderem von 2008 bis 2013 als globaler Chefanlagestratege (CIO) sowie Leiter des weltweiten Portfoliomanagements. Anschließend bis Ende 2015 war er CIO und Leiter der Vermögensverwaltung bei der Berenberg Bank. Entsprechend viel Erfahrung und Expertise bringt Keitel mit.

Für mich ist es wichtig, mit dem Kunden transparent und offen umzugehen. Eine gute Performance in Kombination mit Transparenz und offener Kommunikation ist neben der Beratungsqualität grundlegend für den nachhaltigen Vertrauensaufbau und damit der Schlüssel zum Absatzerfolg.

Stefan Keitel

Vorsitzender der Geschäftsführung
Deka Investment

Dass er in der Finanzdienstleistungsbranche arbeitet und dort mit Herzblut bei der Sache ist, ist kein Zufall. „Ich wurde früh durch meine Eltern geprägt, die beide bei der Sparkasse gearbeitet haben. Von ihnen habe ich auch mein Faible für Zahlen“, erzählt er. Der Weg in die Finanzwelt war damit vorgezeichnet. Nach den vielen Jahren im Management, davon einige mit internationaler Verantwortung, reizt ihn die Welt der Sparkassen-Finanzgruppe ganz besonders: „Mit dem Wertpapier- und dem Kapitalmarktgeschäft verantworte ich zwei gewichtige Bereiche mit einem breiten Aufgabenspektrum.“ Auf den strategischen Gestaltungsspielraum freut sich Keitel: „Ich bin unternehmerisch geprägt und mag langfristig orientierte Weichenstellungen. Auch das Führen von Teams hat mich immer begeistert und mir Freude gemacht, genau wie das Arbeiten mit dem Kunden.“ Aber auch die Kapitalmärkte an sich sind für Keitel ein Faszinosum: „In den vergangenen 20 Jahren ist aber alles viel schneller und komplexer geworden“, sagt er. Und das stehe in einer Wechselwirkung zu den Kapitalmärkten, was dort zu den heftigen Kursausschlägen seit der Jahrtausendwende beigetragen habe. „Schauen Sie sich die Ursache der Finanzkrise an. Da wurden Produkte kreiert und verkauft, die zum Teil nicht einmal von denen verstanden wurden, die sie aufgesetzt haben.“


An dieser Komplexität und an der zunehmenden Unberechenbarkeit der Finanzmärkte hat sich auch seit der Finanzkrise wenig geändert. So sorgen beispielsweise Themen wie die Staatsschuldenkrise im Euroraum, politische Risiken oder geopolitische Spannungen für hohe Kursschwankungen an den Kapitalmärkten – nur die extrem expansive Geldpolitik der Notenbanken hat bislang dafür gesorgt, dass Rückschläge stets nur temporär gewesen sind. Allerdings leben wir nicht zuletzt deshalb in einer Welt von Verzerrungen bis hin zu negativen Zinsen, was wiederum an anderen Stellen zu
massiven Nebenwirkungen führt.


„Die Antwort auf alle diese Herausforderungen geht über die traditionellen Ansätze hinaus“, so Keitel. Das bestätigt auch sein aktueller Blick auf die Märkte. „Nahezu risikolosen Ertrag gibt es in einem Negativ- oder Nullzinsumfeld nicht mehr. Und angesichts der eher überschaubaren Fundamentaldaten werden sich Investoren auch bei Aktien an niedrigere Renditen gewöhnen müssen“, erklärt Keitel. „In diesem Jahr dürfte das Renditepotenzial bei den klassischen Anlageklassen deshalb auch begrenzt sein“, erklärt er. Allerdings gehe für den langfristig orientierten Investor kein Weg an einer soliden Aktienanlage vorbei, weshalb diszipliniertes Sparen und/oder das sukzessive und antizyklische Investieren gerade in Phasen von Rückschlägen weiter erfolgversprechend seien.

 

Offene Worte, die zunächst überraschen. „Für mich ist es wichtig, mit den Beratern und Kunden transparent und offen umzugehen“, sagt Keitel. „Es hilft nichts, wenn wir erzählen, dass hohe Renditen erzielbar sind, am Ende aber wir dieses Versprechen gar nicht halten können.“ Wichtiger sei es für ihn, ausgehend von einer objektiven Einschätzung und einer klaren Analyse, Lösungen zu erarbeiten, um dem jeweiligen Umfeld, egal ob positiv oder negativ, bestmöglich gerecht zu werden.


„Marktgerechte individuelle Lösungen gehen heute über traditionelle Anlageprodukte hinaus. Vielmehr braucht es Investmentkonzepte wie Multi-Asset-Lösungen – je nach Risikopräferenz mit oder ohne Wertuntergrenzen –, bei denen über eine flexible Allokation in jeder Marktphase Mehrwerte generiert werden können“, erklärt der Experte. „Oder liquide alternative Investments die sich als Substitut für den schwankungsarmen und nun leider unattraktiven Anleihepart im Portfolio eignen.“ Entsprechend will er die Produktstrategie seines neuen Arbeitgebers weiter optimieren, Flaggschiffprodukte nach vorn stellen und die Deka noch stärker als Lösungsanbieter positionieren.


Keitel hat es sich zum Ziel gesetzt, im Asset Management über ein zentrales CIO-Office für noch stringentere Investmentprozesse zu sorgen, Stärken zu bündeln, doppelte Arbeitsschritte zu verhindern und so die Effizienz zu verbessern. „Das alles sind Maßnahmen, die darauf abzielen, die Performance und die Qualität unserer Produkte weiter zu steigern“, fasst Keitel zusammen. Dabei sollen auch gezielt die Stärken der verantwortlichen Portfoliomanager weiterentwickelt werden, die durch die Bündelung von Prozessen und Kompetenzen auf Allokationsebene viel mehr Fokus auf die eigentlichen operativen Entscheide legen können. Und schließlich will er auch die bereits sehr gute Position der Deka im Kapitalmarktgeschäft festigen und die dortigen Ansätze veredeln. Ehrgeizige Ziele, die Keitel als nicht unrealistisch ansieht: „Ich bin optimistisch, dass ich diese gemeinsam mit meinen Mitarbeitern über die nächsten zwei bis drei Jahre erreichen kann.“

KURZBIOGRAFIE

Stefan Keitel war zuletzt als Chefanlagestratege der Berenberg Bank sowie über zwölf Jahre in verschiedenen Managementfunktionen bei der Credit Suisse tätig, von 2008 bis 2013 als globaler CIO und globaler Leiter des weltweiten Portfoliomanagements.

 

Er ist gelernter Bankkaufmann und besitzt einen Hochschulabschluss als Diplom-Kaufmann der Universität Mainz.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, August 2016