1. Start
  2. Markt & Impuls
  3. Kompetenz
  4. Strategisches Ertragsportfolio - Umsetzung im Spezial- oder Masterfonds eröffnet Chancen

Strategisches Ertragsportfolio
Umsetzung im Spezial- oder Masterfonds eröffnet Chancen

Die Rahmenbedingungen für einen Einstieg in die Kapitalmärkte sind komplex. In diesem Umfeld lässt sich in einem Spezial- oder Masterfonds ein strategisches Ertragsportfolio mit planbaren Erträgen umsetzen. Der administrative Aufwand sinkt, und es entsteht Spielraum für eine übergeordnete Risikosteuerung.

Negative Tagesgeldzinsen, aber steigende Aktienmärkte, vielversprechende Hochzinsanleihen- und Schwellenländermärkte – auch im aktuellen Umfeld sind Ertragsmöglichkeiten für die Geldanlage gegeben, die Renditen von über zwei Prozent versprechen. Vor diesem Hintergrund suchen die Experten der DekaBank nach Chancen an den Kapitalmärkten, die sich für Sparkassen nutzbar machen lassen (siehe dazu „Spielraum für neue Assetklassen“, Seite 14).

 

Administrative und regulatorische Vorgaben einfacher erfüllen

Doch die Faktoren, die einen Einstieg in die Märkte verhindern, sind vielfältig. Oftmals stellen allein die Rahmenbedingungen eine große Herausforderung dar, etwa die Bilanzierung und Bewertung verschiedener Anlageklassen, komplexe regulatorische und aufsichtsrechtliche Vorgaben, die vorhandene Systemlandschaft, umfangreiche „Neue-Produkte-Prozesse“ und vieles mehr. Hinzu kommt, dass ein Portfolio mit höher rentierlichen Anlageklassen auch stärkere Wertschwankungen mit sich bringt (siehe Grafik). Die Umsetzung eines solchen Portfolios muss folglich mit Blick auf die Risikotragfähigkeit gut überlegt sein.

Höhere Ertragschancen bedeuten höhere Wertschwankungen

Quelle: DekaBank, Stand: 16.04.2015

Um den Sparkassen dennoch Ertragsmöglichkeiten an den Kapitalmärkten zu eröffnen, wollen die Experten der DekaBank hier Abhilfe schaffen. „Unsere Empfehlung ist, die Einlagen in einen Spezialfonds oder mehrere Spezialfonds in einen Masterfonds zu packen“, sagt Patrick Traughber, Leiter Institutionelle Kunden Sparkassen Mitte bei der DekaBank. Auf diese Weise werden die Rahmenbedingungen weniger komplex, weil eine einzige Bewertungseinheit für alle Anlageinstrumente entsteht.

 

Weitere Vorteile bestehen nach Ansicht des Experten darin, dass schnell neue Produkte aufgenommen und gremienfreundlich umgesetzt werden können. Außerdem bietet der Spezial- oder Masterfonds eine umfassende Durchschau sowie Unterstützung für regulierungs- und aufsichtsrechtskonforme Reportings. „Ein Spezial- oder Masterfonds ist eine einfache und komfortable Administrationshülle, um ein strategisches Ertragsportfolio mit planbaren Erträgen aufzubauen“, fasst Traughber zusammen.

Risikosteuerung „über allem“ in Form eines Overlay Managements bringt zusätzliche Sicherheit im Masterfonds.

Patrick Traughber

Leiter Institutionelle Kunden
Sparkassen Mitte
DekaBank

Abrolleffekte nutzen

Ein strategisches Ertragsportfolio ermöglicht es den Sparkassen, Stärken wie laufende Fälligkeiten gezielt einzusetzen. Über frühzeitige Investitionen sowie die Nutzung stiller Reserven lässt sich ein entsprechender Risikopuffer aufbauen und so die Planbarkeit der ordentlichen Erträge erhöhen (siehe dazu „Spielraum für neue Assetklassen“, Seite 14). Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Abrolleffekt bei Laufzeitenfonds zu. Der entstehende implizite Risikopuffer gegen Kursverluste wird umso größer, je steiler die Zinskurve ist. Je früher im Jahresverlauf man sich für solche Strategien entscheidet, desto größer ist der Effekt.

 

Außerdem können die Sparkassen über Laufzeitenfonds beispielsweise die Stabilität des Portfolios im Zeitablauf erhalten und Opportunitäten an den Kapitalmärkten nutzen: „Strukturierte Produkte im Portfolio dienen dazu, zum Beispiel von hohen Volatilitäten bei Aktienanleihen zu profitieren oder im Fall von Credit-Linked Notes maßgeschneidert und flexibel an den Spreadmärkten zu partizipieren“, erklärt Traughber.

 

Mit aktiven Managementstilen weiter diversifizieren

Die Ertragsmöglichkeiten mit einem strategischen Portfolio verdeutlicht eine Beispielrechnung. Ein Musterportfolio mit einem Volumen von 50 Millionen Euro besteht zu je 20 Prozent aus Bonitätsanleihen auf den iTraxx, Aktienanleihen auf den DAX und Anlagen in die Laufzeitenfonds Deka-RentSpezial CorporateBond 03/2019, Deka-RentSpezial EM 03/2019 sowie Deka-RentSpezial HighYield 06/2020. Die erwartete Rendite liegt bei durchschnittlich zwei Prozent jährlich, der Ertrag bei circa 20.000 Euro pro Woche (siehe Grafik).

Musterportfolio für planbare Erträge

Quelle: DekaBank, Stand: 16.04.2015

Im Spezial- oder Masterfonds lässt sich dieser Ansatz sogar noch weiter verfeinern, indem neben den verschiedenen Segmenten verschiedene aktive Managementstile zum Einsatz kommen (siehe Grafik "Verschiedene aktive Managementstile nutzen"). „Je nach Wunsch werden unterschiedliche Experten­teams für unterschiedliche Anlageziele eingesetzt. Dabei können zum Beispiel fundamentale und quantitative Fonds­management-Ansätze mit Einzel- und Multi-Assetklassen-Ansätze wie benchmark­orientierten oder Total-Return-Strategien kombiniert werden“, führt Traughber weiter aus. Auf diese Weise profitiert das strategische Ertrags­portfolio zusätzlich von den Entwicklungen verschiedener Strategien, und Schwächephasen können mit Gewinnen anderer Anlagekonzepte wieder ausgeglichen werden.

 

Plus an Sicherheit mit Overlay Management

Für das strategische Ertragsportfolio ergeben sich damit stufenweise verschiedene Risikopuffer, etwa über Abrolleffekte bei Laufzeitenfonds, über Barrieren bei Aktienanleihen (siehe dazu „Spielraum für neue Assetklassen“, Seite 14) oder auch durch die Vorgaben zur Risikobegrenzung, die von den Fonds­managern des Spezialfonds oder der Spezialfonds im Masterfonds eingehalten werden müssen. „Wenn jetzt noch ein Overlay Management stattfindet, ist das sogar noch ein zusätzliches Plus an Sicherheit“, sagt Traughber.

 

Verschiedene aktive Managementstile nutzen

Quelle: DekaBank

 

Denn mit dem Overlay Management entstehe eine Risikosteuerung aus der Gesamtperspektive über alle Segmente oder Spezialfonds hinweg, so der Experte weiter. Zwar handele jeder Fonds­manager nach spezifischen Vorgaben, um die für ihn geltenden Anlagerichtlinien und Renditeerwartungen einzuhalten. „Da aber der Overlay Manager die Gesamtsituation im Blick hat, eröffnet sich die Möglichkeit, den einzelnen Segmenten mehr Freiheiten einzuräumen“, erläutert Traughber. Ein Beispiel hierfür sei die Duration: „Solange die Gesamtduration des Masterfonds immer bei der vorgegebenen Anzahl an Jahren liegt, kann der einzelne Fondsmanager von seiner Vorgabe abweichen, um Chancen an den Märkten besser auszunutzen.“

 

Fazit

Auch im aktuellen Kapitalmarktumfeld lassen sich planbare Erträge erzielen. Einen einfachen und komfortablen Rahmen für ein strategisches Ertragsportfolio bietet die Umsetzung in einem Spezial- oder Masterfonds. Zusätzlichen Handlungsspielraum für Anlagechancen bietet ein gezieltes Overlay Management.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, Juli 2015