1. Start
  2. Markt & Impuls
  3. Kompetenz
  4. Liquidity Coverage Ratio - Individuelle Lösungen gefragt

Liquidity Coverage Ratio
Individuelle Lösungen gefragt

Die Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen stellen Sparkassen vor große Herausforderungen. LCR-konforme Spezialfonds von Deka Investment helfen, die Liquidität sicherzustellen.

Die Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio, kurz LCR) stellt eine zentrale Komponente der Basel-III-Reformen dar, die globale Eigenkapitalvorschriften und Liquiditätsanforderungen für Banken um­fassen. Mit dieser Kennziffer müssen Finanz­institute bekanntlich unter gestressten Liquiditätsbedingungen sicherstellen, dass ausreichende erstklassige liquide Mittel vorgehalten werden. Seit dem 1. Oktober 2015 gilt die LCR verbindlich. Sie zeigt den Liquiditätspuffer an, der stressbedingte Mittelabflüsse der Institute während eines Zeitraums von 30 Tagen kompensieren soll. Der Quotient aus dem Bestand der als erst­klassig eingestuften Aktiva und dem gesamten Nettomittelabfluss der kommenden 30 Tage muss nun mindestens 60 Prozent betragen und durch eine stufenweise Erhöhung der Mindestanforderung bis zum Jahr 2018 auf 100 Prozent ansteigen.

 

Strenge Anforderungen

Sparkassen und Banken müssen gemäß der LCR somit jederzeit einen angemessenen Bestand an lastenfreien erstklassigen liquiden Aktiva (High Quality Liquid Assets, HQLA) vorhalten, die an privaten Märkten sofort veräußert werden können, damit sie ihren Liquiditätsbedarf in einem Liquiditäts­stress­szenario von 30 Kalendertagen decken.

Noch vor wenigen Jahren wäre die Erfüllung einer solchen Risikokennziffer wohl relativ einfach umzusetzen gewesen an­gesichts eines Renditeniveaus von deutlich über 2 Prozent bei zehnjährigen Bundesanleihen. Der Erwerb von Staatsanleihen höchster Bonität mit einer Bei­mischung von aus­gewählten Pfandbriefen hätte sowohl die regulatorischen LCR-Anforderungen als auch das mittelfristige Ertragsziel der meisten Sparkassen erfüllt. Doch das aktuelle Niedrigzins­umfeld hat die Bedingungen bekanntlich geändert.

 

Wir wissen, was die Sparkassen für ihre Liquidität benötigen.

Peter Prumbach

Abteilung Multiassetklassenfonds

Deka Investments

Da die Ausgangssituation für jede Sparkasse unterschiedlich ist, sind individuelle Lösungsansätze gefragt. Dabei gilt es, verschiedene Kriterien zu berücksichtigen, etwa die Stabilisierung der Ertragslage, die Sicherung der Refinanzierungsbasis, die Erzielung auskömmlicher Margen im Kundengeschäft sowie die Optimierung der Einlagen im Hinblick auf die Anrechnung bei der LCR.

Klar ist, dass viele Sparkassen aufgrund ihres Geschäftsmodells grundsätzlich eine gute Ausgangsbasis für die LCR haben. Zu dieser komfortablen Ausstattung trägt der hohe Bestand an hochliquiden Aktiva bei, die rund 50 Prozent der Depots A vieler Sparkassen ausmachen. Dabei bilden Anleihen deutscher Bundesländer, Pfandbriefe und europäische Staatsanleihen den Schwerpunkt. „Wir stellen aber fest, dass es innerhalb des Sparkassensektors große Unterschiede gibt, was die LCR-Erfüllung betrifft“, berichtet Johannes Klein, Experte Geld / Devisen & Repo / Leihe bei der DekaBank. Viele der Häuser seien sehr auskömmlich aufgestellt, einige würden die LCR eher knapp erfüllen.

Für die dann erforderlichen LCR-induzierten Geschäfte ist die DekaBank ein verlässlicher Partner. In den vergangenen Jahren hat sie als Intermediär zwischen Sparkassen und Kapitalmarkt eine Liquiditäts­dreh­scheibe aufgebaut und steuert über Repo-Wertpapierleihe- und Geldmarkt­geschäfte die Liquiditäts­versorgung im Sparkassen-Finanzverbund. „Die Sparkassen können sich bei uns Liquidität für ihre Liquiditäts­steuerung entleihen“, sagt Klein. Mit Termingeld35 und Leihe35 bietet die DekaBank an, überschüssige Liquidität anzulegen oder benötigte Li­quidität aufzunehmen.

 

Höhere Erträge möglich

Die Tagesgeldeinlagen oder Terminleihen haben eine vorher festgelegte Kündigungsfrist. Diese liegt bei 35 Tagen und berücksichtigt so die LCR. Durch die bis zur Kündigung konstante Laufzeit können die Sparkassen von höheren Erträgen im Vergleich zu klassischen Tagesgeldeinlagen oder Termingeldern mit gleicher Laufzeit beziehungsweise im Vergleich zur b.a.w.­-Leihe oder Terminleihen mit gleicher Laufzeit profitieren.

Als zentrales Wertpapierhaus der Sparkassen bieten sich der DekaBank durch ihre Größe im Repo- und Leihemarkt Gestaltungsspielräume bei Volumen und Preisgestaltung. Obwohl Termingeld35 und Leihe35 eine längere Kündigungsfrist haben, bleiben die Sparkassen weiterhin flexibel. Entsteht kurzfristig Bedarf an Liquidität, stellt die DekaBank diese über ihre Liquiditätsdrehscheibe zur Verfügung beziehungsweise gibt ein gleichartiges Wertpapier in der Leihe zurück. „Wir sind der logische Ansprechpartner. Die Sparkassen können bei uns ihre präferierte Wertpapieranlageklasse – Staatsanleihe, Förderbank oder Ähnliches – angeben. Welche Papiere sie bekommen, hängt aber davon ab, was wir selbst zur Verfügung haben“, sagt Klein.

Erkenntnisse aus dem Deka Treasury-Kompass 2015

Quelle: Deka Treasury-Kompass 2015; Stichtag: 30.06.2015; Grundgesamtheit 192 Institute
1 Zum Vergleich DTK 2014: Im Durchschnitt lag die LCR zum 30.06.2014 bei über 400%. 2 Anzahl: 63 Sparkassen. 3 Anzahl: 118 Sparkassen.
4 Anzahl unter 70 %: 41 Sparkassen; darunter 30 Sparkassen (16 %), die auch die Mindestquote von 60 % ab 01.10.2015 verfehlen.

Auch LCR-Fonds stellen Liquidität sicher

Eine weitere und relativ neue Möglichkeit, den Liquiditätsanforderungen zu begegnen, sind LCR-konforme Fonds, die Deka Investment seit kurzem anbietet. Rund 15 institutionelle LCR-fähige Spezialfonds sind aktuell im Angebot, die kurzfristige Liquidität sicherstellen und einen attraktiven risikoadjustierten Renditebeitrag generieren sollen.

„Wir legen entweder Spezialfonds auf oder strukturieren bestehende Spezial­fonds so um, dass sie LCR-fähig sind“, er­läutert Peter Prumbach, Abteilung Multiasset­klassenfonds bei Deka Investment. Die Fonds können in der LCR berücksichtigt werden. „Dadurch verbessert sich der Koeffizient“, so Prumbach. Der Vorteil der Fondslösung: Sparkassen können ihre Liquiditätsspitzen mit einer Flexibilität steuern, die bisher nur aus dem klassischen Geldmarkthandel bekannt ist. Im Angebot sind unter anderem geld­markt­nahe Fonds, die eine tagesgleiche Abrechnung und Verbuchung der Transaktionen ermöglichen und damit zur täglichen Disposition geeignet sind.

Soll ein Spezialfonds zu einem auf die LCR anrechenbaren Portfolio werden, ist die wichtigste Determinante der Mindestbetrag, den die Bank aus dem Fonds für die Anrechnung benötigt. Dieser Betrag beeinflusst die Fondsstruktur, da unterschiedliche Wertpapierarten mit verschiedenen Anrechnungs­quoten in der LCR berücksichtigt werden dürfen. In einem nächsten Schritt sind die Assetklassen festzulegen, in die investiert werden darf. Interessanterweise ist das zulässige Anlage­universum größer als von vielen Marktteil­nehmern erwartet. Als Assetklassen stehen Staatsanleihen, gedeckte Anleihen, Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und auch Aktien zur Auswahl. Das eröffnet Möglichkeiten zur Streuung und Optimierung.

Neben der Neuauflage ist auch die Anpassung eines Spezialfonds an die Anforderungen der LCR möglich. Da jedoch dieser Schritt in der Regel auch den Wegfall besonders renditestarker Anlagemöglichkeiten bedeutet, ist das Ertragspotenzial des LCR-konformen Fonds in der Regel geringer als vor der Anpassung. Dennoch bietet die Restrukturierung über die Erweiterung der Anlagebedingungen, die Reoptimierung der Fondsstruktur und die Umverteilung innerhalb der sogenannten LCR-­Assetklassen noch Potenzial für einen attraktiven Spezialfonds.

Die Sparkassen können sich bei uns Liquidität für ihre Liquiditätssteuerung entleihen.

Johannes Klein

Experte Geld/Devisen & Repo/Leihe

DekaBank

Deka-Multi Asset Income für hohen Ertrag

Gleichwohl wird die Erfüllung der LCR insbesondere bei dem aktuellen Zinsumfeld unweigerlich mit Ertragseinbußen verbunden sein. „Die Frage des Managements und der High Quality Liquid Assets richtet sich individuell an die Erfordernisse der jeweiligen Sparkassen“, erläutert Experte Prumbach die Vorgehens­weise. „Wir schauen zusammen mit den Sparkassen, welche Bedürfnisse es hinsichtlich der LCR gibt, und entscheiden dann, ob beispielsweise nur Staatsanleihen zum Einsatz kommen oder ob auch ein Multi-Asset-­Portfolio möglich ist“, sagt Prumbach. Um die Ertragseinbußen aufgrund der Anforderungen der LCR zu kompensieren, bieten sich Investments in Produkte mit hohem Ertrag, den sogenannten Income Produkten, an. Hierzu hat die Deka mit dem MAF Deka-Multi Asset Income ebenfalls die entsprechende Lösung erarbeitet.

Wie auch immer das Ergebnis dann aussieht – mit LCR-konformen Fonds aus dem Hause Deka sind Sparkassen bestens aufgestellt, um den Liquiditätsanforderungen zu begegnen. Ein LCR-Fondsinvestment kann somit im Rahmen der vom Gesetzgeber bestimmten Limitierungen vor allem unter Nutzung von aktivem Management selbst im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine solide Ertragskomponente bieten. „Wir haben als Wertpapierhaus der Sparkassen aufgrund der langjährigen Kundenbeziehungen viele Erfahrungen gesammelt und wissen, was und welche Reportinganforderungen die Sparkassen benötigen“, sagt Prumbach und nennt damit einen wichtigen Unterschied gegenüber anderen Anbietern.

 

Neues Reporting

„Erstmals ab Anfang Oktober und danach turnusmäßig per 20. eines Monats stellen wir unseren Spezialfonds-Anlegern mit einem neuen Berichtswesen zur LCR-Fähigkeit die zur LCR-Anrechnung und -Meldung gemäß EU-DV 2015/61 erforderlichen Informationen zu Verfügung“, sagt Timo Müller, Experte Reportingsysteme bei Deka Investment. Der Bericht zeigt neben der Beurteilung der LCR-Fähigkeit des Spezialfonds die auf Ebene der Liquiditätslevels aggregierten Tageswerte und An­rechnungsbeträge nach Haircut sowie weiterführende Informationen auf Einzeltitelebene zu den im Fonds enthaltenen liquiden Aktiva. „Auf dieser Basis kann für anrechenbare Spezialfonds die Erfassung des Anteils liquider Aktiva in SCD vorgenommen werden“, erläutert Müller. Weitere Detailinformationen, auch zu nicht liquiden Bestandspositionen, können einer zusätzlichen Excel-Version des Berichts entnommen werden.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 3, November 2015