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Multitranchen-Schuldscheindarlehen
Stärkung der Zinsbuchstrategie

Die Sparkassen stehen vor der gleichen Herausforderung wie viele andere Anleger auch: Ihre Eigenanlagen werden wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase immer geringer verzinst. Um dies zu kompensieren, müssen sie zunehmend in höher rentierliche Anlagen investieren. Als eine Lösung bieten sich – abhängig vom individuellen Risikoprofil einer Sparkasse – Multitranchen-Schuld­scheindarlehen (SSD) der DekaBank als Investitions­möglichkeit mit attraktiver Verzinsung an. Diese Wertpapiere garantieren beispiels­weise für zehn Jahre eine Kuponzahlung von jährlich 4,30 Prozent.

Zinssätze in dieser Höhe liegen für viele Kapitalanlagen inzwischen außerhalb der Reichweite. Mit einer zehnjährigen Investition im Zinsbereich (Strategie „Gleitend 10 Jahre“) wurde das Niveau von 4,30 Prozent zuletzt Ende des Jahres 2008 erreicht. Zugleich zeigt sich, dass das Ertragspotenzial aus dem über 20 Jahre währenden Zinssenkungszyklus für Investoren ausgeschöpft ist. Während sie in den 1990er-Jahren mit Zinsanlagen noch eine jährliche Per­formance von durchschnittlich 8,8 Prozent erzielten, waren es im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends im Schnitt nur noch 6,6 Prozent pro Jahr. Seit 2010 liegt der Wert zwar noch bei 6,5 Prozent, der Trend zeigt aber weiter nach unten.

 

Sinkende Zinsen auf Eigenanlagen

Folglich stehen die Sparkassen bei ihren langlaufenden Eigenanlagen unter steigendem Ertragsdruck, den sie kompensieren müssen. Dabei kommen sie nicht umhin, stärker als bislang in höherverzinsliche Wertpapiere zu investieren. Mit solch einem Vorgehen sind allerdings auch höhere Risiken verbunden, welche die Sparkassen am Markt eingehen müssen. Daher gilt es, in diejenigen höher ver­zins­ten Anlagen zu investieren, die zur individuellen Risikostrategie einer Spar­kasse passen.

 

Multitranchen-SSD sind individuell ausgestaltbar

Ist eine Sparkasse bereit, ein etwas höheres Risiko als in der Vergangenheit einzugehen, so bietet sich zur Stärkung der Zinsbuchstrategie ein Multitranchen-­Schuldscheindarlehen (Multitranchen-SSD) der DekaBank an. Hierbei gewährt eine Sparkasse der DekaBank ein als Schuldschein ausgestaltetes Darlehen mit einer Laufzeit von beispielsweise zehn Jahren. Zugleich erhält die DekaBank das Recht, den Sparkassen jährlich weitere Tranchen in Form neuer, nicht aufstockbarer SSD in einer vorher festgelegten Höhe anzudienen. Die Sparkasse, die das Schuldschein­darlehen gezeichnet hat, ist vertraglich verpflichtet, diese Tranchen abzunehmen. Aus dieser Abnahmeverpflichtung resultiert der höhere Kupon, weil die Sparkasse ein höheres Risiko in Gestalt des Zinsänderungsrisikos eingeht.

Grundsätzlich gilt, dass die Multitranchen-SSD der DekaBank auf den individuellen Bedarf jeder einzelnen Sparkasse und auf deren Risikostruktur hin ausgerichtet werden kann. Es sind unterschiedliche Laufzeiten und damit unterschiedliche Kupons möglich. Auch die Höhe der ersten und der dann folgenden Tranchen kann von Institut zu Institut variiert werden. Die Wahl der Andienungszeitpunkte, das heißt der Ausübungsrechte von Seiten der DekaBank, weitere SSD zu liefern, kann individuell auf die Fälligkeitenstruktur im Depot A einer Sparkasse angepasst werden.

Ein Multitranchen-SSD könnte folgendermaßen ausgestaltet sein: Die Sparkasse investiert in ein SSD der DekaBank zehn Millionen Euro mit zehn Jahren Laufzeit und einem festen Kupon von 4,30 Prozent per annum. Gleichzeitig erhält die DekaBank das Recht, der Sparkasse in den kommenden zehn Jahren jeweils jährlich weitere Tranchen in Form von neuen, nicht aufstockbaren SSD über erneut zehn Millionen Euro und mit zehn Jahren Laufzeit zu einem Kupon von 4,30 Prozent anzudienen. Von diesem Beispiel ausgehend sind zahlreiche Variationen möglich, die sich selbstverständlich auf die Höhe des gezahlten Kupons auswirken. Alternative Ausgestaltungsmöglichkeiten bieten sich bei der Zahl der Andienungszeitpunkte wie auch der Höhe weiterer Tranchen an.

Ob es zur Andienung weiterer Tranchen durch die DekaBank kommt, hängt von der weiteren Zinsentwicklung an den Märkten ab. Bei stark steigenden Zinsen – ausgehend vom aktuell niedrigen Niveau – wird es für die DekaBank zunehmend attraktiv, einer investierten Sparkasse weitere Tranchen anzudienen. Die DekaBank wird dann von ihrem Andienungsrecht Gebrauch machen, wenn wie im Beispiel die Emission von DekaBank-SSD in der Zukunft mit einem Kupon von über 4,30 Prozent ausgestattet werden müssen.

Das Multitranchen-SSD bietet sich für Sparkassen insbesondere zur Anlage eines Teils ihrer Sicht- und Spareinlagen an. Von deren prognostizierten Entwicklungen lässt sich die angemessene Höhe der Investition in das Multitranchen-SSD ableiten: Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kunden-Passiva meist sehr träge auf Veränderungen der Zinsen reagieren. Die Erwartung für das Auslaufen von Passiva (Ablauffiktionen) mit variabler Zins- und Kapitalbindung, wie zum Beispiel Sicht- und Spareinlagen, liegen zum Teil deutlich höher, als es die Ausgestaltung des Produktes etwa mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten unterstellt. Laut des aktuellen Deka Treasury-Kompass stehen – gemäß Ablauffiktion – Sichteinlagen im Durchschnitt circa zehn Jahre und Spareinlagen circa 8,5 Jahre der Sparkasse zur Investition auf der Aktivseite zur Verfügung.

Der Teil der Kundenpassiva, der jedes Jahr – gemäß Ablauffiktion – fällig wird, kann (so gedanklich) in das Multitranchen-SSD investiert werden.

Fazit

Bei einer Investition von Eigenanlagen in ein Multitranchen-SSD kann sich eine Sparkasse einen Kupon von beispielsweise 4,30 Prozent für zehn Jahre sichern und geht damit eine Abnahmeverpflichtung für weitere Tranchen ein. Bei solchen künftigen Lieferungen investiert die Sparkasse gemäß der Zinsbuchstrategie „Gleitend 10 Jahre“ zu einem maximalen Durchschnittszinssatz von 4,30 Prozent.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, Juli 2014