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Low-Volatility-Strategien
Aktienengagements für jedes Risikoprofil

Aktien gewinnen für viele Investoren angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase am Anleihemarkt wieder verstärkt an Attraktivität. Anleger sehen durchaus das langfristige Renditepotenzial der Dividendentitel. Allerdings scheuen sie gleichzeitig die Volatilität von Aktien, weil sie die Risiken in ihrem Portfolio im Griff behalten müssen. Ein Ausweg aus diesem Dilemma sind die seit mehr als zehn Jahren bei Aktienanlagen bewährten Low-Volatility-Ansätze.

Unsere LowRisk-Strategien sehen zunehmend Zuflüsse aufgrund der Übereinstimmung mit den Rendite-Risiko-Anforderungen unserer Kunden.

Dr. Ulrich Neugebauer

Leiter Quantitatives Fondsmanagement & ETF
Geschäftsführer Deka Investment GmbH

Bei vielen professionellen Anlegern wirkt noch die Erfahrung der massiven Kurseinbrüche nach, die auf das Platzen der IT-Blase und den Ausbruch der Finanzkrise folgten. Folglich hielten sie sich mit Engagements in Aktien zurück. Doch bonitätsstarke Schuldverschreibungen wie Bundesanleihen oder Pfandbriefe liefern längst nicht mehr die Renditen, die institutionelle Investoren zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen benötigen.


Als Alternative bieten sich Aktien an. Low-Volatility-Strategien nutzen das langfristige Renditepotenzial von Aktien und streben zu­gleich an, die Volatilität zu verringern. Neuere Entwicklungen, wie LowRisk-­Strategien, führen diese Idee weiter und betrachten Risiko ganzheitlich. Grundsätzlich bieten diese Strategien außerdem ein deutlich attraktiveres Rendite-Risiko-Profil als klassische Anlagen, die sich an einem Vergleichsindex (Benchmark) orientieren. Das kommt bei Investoren gut an. „In jüngster Zeit verzeichnen unsere LowRisk-Strategien zunehmend Zuflüsse aufgrund ihrer bislang guten Performance und der Übereinstimmung mit den Rendite-­Risiko-Anforderungen unserer Kunden“, berichtet Dr. Ulrich Neugebauer, bei der DekaBank verantwortlich für das Wertpapiermanagement von quantitativen Produkten und alternativen Strategien. Die DekaBank hat das erste auf LowRisk basierende Aktien­portfolio im September 2007 aufgelegt. „Seither haben wir die Strategie erfolgreich in 25 unterschied­lichen Fonds für europäische und globale Aktien umgesetzt. Sie kommen auf ein Volumen von mehr als 2,5 Milliarden Euro“, sagt Neugebauer.

Low-Volatility-Strategien nutzen eine Anomalie der klassischen Kapitalmarkttheorie. Während diese davon ausgeht, dass höhere Risiken im Mittel durch höhere Renditen entlohnt werden, lassen Untersuchungen der Marktentwicklung genau das Gegenteil erkennen. „Über einen Betrachtungszeitraum von 40 Jahren zeigten niedrig volatile Aktien ein deutlich besseres Rendite-Risiko-Profil als höher volatile Titel“, berichtet Neugebauer. „Überdies konnten diese Werte sogar absolut deutlich besser abschneiden.“


Mehr Rendite – weniger Risiko

Quelle: DekaBank; Stand 31.12.2013. Der Referenzfonds ist ein , der seit dem 28.9.2007 nachSpezialfonds dem Ansatz Low Risk gemanagt wird.
Der nach dem LowRisk-Ansatz gemanagte Referenzfonds konnte die paneuropäischen Vergleichsindices (EURO STOXX® 50 / Europe STOXX® 600) in den letzten fünf Jahren (drei Jahren) sowohl unter Performancegesichtspunkten als auch unter Risikoaspekten übertreffen.


Auf solide Unternehmen fokussiert

Low-Volatility-Ansätze folgen einem klaren Prinzip. Sie investieren grundsätzlich in Aktien von Unternehmen, die anhand ihrer bisherigen Entwicklung als wenig krisen- und schwankungsanfällig betrachtet werden. Diese Ansätze nutzen den Vorteil, dass diese auf den ersten Blick langweiliger anmutenden Papiere am Markt nur wenig wahrgenommen werden. Viele Anleger konzentrieren sich eher auf die riskanten Randbereiche des Anlageuniversums. Sie erhoffen sich, auf diesem Weg die Rendite einer Benchmark zu übertreffen, weil – so die Annahme – in den Randbereichen hohe Risiken und Volatilitäten mit vermeintlich hohen Renditeaufschlägen entlohnt werden. Die verstärkte Nachfrage nach diesen Aktien führt jedoch zu sinkenden Erträgen und einer folglich nicht angemessenen Vergütung von Risiken.

Dennoch wird der Benchmark-Ansatz weltweit praktiziert und hat Konsequenzen, die jahrelang unbeachtet blieben. „In steigenden Märkten birgt ein zu hoher Anteil von Aktien mit niedrigen Volatilitäten und damit auch niedrigem Risiko für den Fondsmanager die Gefahr, mit seinem Portfolio die Aufwärtsbewegung nicht vollständig nutzen zu können“, erläutert Neugebauer. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis: Niedrig volatile Aktien müssen, um im Portfolio höher gewichtet zu werden, besonders attraktiv sein. Dies bedeutet, dass derartige Aktien eine zusätzliche Prämie bieten. Hier liegt der Ausgangspunkt von Strategien, die Low-Volatility-­Ansätze bei Aktien verfolgen.

 

Volatilität ist nicht alles

Ein erfolgreiches Portfoliomanagement muss jedoch mehr als die Volatilität beachten. Denn diese ermöglicht keine Aussage über die zu erwartende Kursentwicklung einer Aktie. Dies lässt sich illustrieren mit zwei Aktien: Während eine über einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise ein Jahr, 5 Prozent an Wert gewonnen hat, kann der Kurs des zweiten Papiers in dieser Zeit um 5 Prozent gesunken sein – und beides bei gleicher Volatilität.

Folglich stellt der Deka-LowRisk-Ansatz eine Weiterentwicklung von Strategien dar, die lediglich die Volatilität im Portfolio minimieren. Das Management beobachtet deshalb nicht nur Risikofaktoren, sondern auch andere Faktoren, die das Ertrags-Risiko-­Verhältnis über die Ertragskomponente positiv beeinflussen können. Es geht damit bewusst Risiken ein und investiert auch in Aktien, welche in einem rein auf minimale Volatilität ausgerichteten Portfolio nicht enthalten wären. Zwar ist in diesem Fall die Reduktion der Volatilität möglicherweise geringer, aber die Ertrags­­kompo­nente ist überdurch­schnittlich positiver. Im Ergebnis ermöglichen LowRisk-Portfolios eine höhere Zusatz­rendite als rein volatilitätsminimierende Portfolios oder ein Marktportfolio.

Ganzheitliche LowRisk-Ansätze untersuchen Risiken, deren Eintreten für Anleger besonders schmerzhaft wären. Dazu gehören unter anderem der Maximalverlust und die Risikokonzentration. „Insgesamt betrachten wir damit nicht nur ein Risikomaß isoliert, sondern eine Vielzahl von Risikoeigenschaften simultan“, erläutert Neugebauer. „Gleichzeitig überwachen wir den Markt im Hinblick auf neue, bisher unbekannte zusätzliche Risikoquellen und -faktoren, analysieren diese und beziehen sie in die Betrachtung ebenso mit ein.“ Mittels dieser ganzheitlichen Sicht lassen sich unterschiedliche Anlagestrategien entwickeln. So kann jeder Investor die für ihn passende Lösung für sein individuelles Risikoprofil finden.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 1, Januar 2014