1. Start
  2. Markt & Impuls
  3. Kompetenz
  4. LCR-Steuerung - Mehr Flexibilität durch Leihe aus dem Spezialfonds

LCR-Steuerung
Mehr Flexibilität durch Leihe aus dem Spezialfonds

Unbesicherte Leihegeschäfte aus Spezialfonds – mit diesem neuen Angebot erweitert die Deka ihre LCR-Produktpalette für die Sparkassen.

Die Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio, kurz LCR) hält Sparkassen weiterhin in Atem. Die Deka-Gruppe unterstützt hier schon seit längerem als Steuerungspartner, um die optimale Balance zwischen Liquiditätsanforderung und Ertragsorientierung zu finden. Ein neues Angebot erweitert nun die Flexibilität und birgt die Chance auf Zusatzerträge. „Wir glauben, dass eine Erweiterung des Produktspektrums nötig ist, um die LCR noch flexibler steuern zu können oder alternativ Zusatzerträge für die Sparkassen zu generieren“, sagt Carsten Krapp, Leiter Institutionelle Kunden, Sparkassen Nord / Ost der Deka.


Möglich ist seit diesem Jahr auch eine unbesicherte Leihe aus Spezialfonds. Bislang konnten bei richtlinien­konformen Spezialfonds Wertpapiere nur besichert entliehen werden. Vor dem Hintergrund der Nullzinspolitik der Notenbanken konnte somit kein Zusatzertrag mehr für den Spezialfonds erzielt werden. Liquidität hat seitdem nur noch einen Wert, wenn sie einen zusätzlichen Nutzen erfüllt – wie zum Beispiel die LCR-Erfüllung. „Unseres Wissens nach bietet sonst niemand im Markt die Möglichkeit, LCR-fähige Wertpapiere aus dem Spezialfonds zur aktiven Steuerung zu nutzen“, sagt Krapp.

 

Leihe aus Spezialfonds
Schematischer Ablauf – Zusammenspiel der Geschäftspartner

Quelle: Deka Investment; Stand: März 2017

 

Fondsmanager bleibt handlungsfähig

Somit kann jetzt die LCR-Fähigkeit der Wertpapiere über die Deka in das eigene Depot A übergeleitet werden. Dafür entleiht der Spezialfonds liquide Wertpapiere besonders hoher Qualität (HQLA) an die DekaBank, die wiederum gleichartige Wertpapiere an die Sparkasse weiterverleiht. Durch diese Konstruktion ist die Handlungsfähigkeit des Fondsmanagers jederzeit gegeben und die Sparkasse kann so die LCR aus ihrem eigenen Spezialfonds genau so aussteuern, wie sie es benötigt, und für die nicht benötigten Anteile Zusatzerträge generieren.


Bislang hatten die Sparkassen vor allem zwei Möglichkeiten zur LCR-Erfüllung: zum einen die Verwaltung der HQLA-Wertpapiere im Depot A, zum anderen einen LCR-Spezialfonds. Schon seit längerem bietet die Deka den Sparkassen solche LCR-konforme Spezialfonds, um den Liquiditätsanforderungen zu begegnen. Ein LCR-Fondsinvestment kann im Rahmen der vom Gesetzgeber bestimmten Limitierungen vor allem unter Nutzung von aktivem Management selbst im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine solide Ertragskomponente bieten.

 

Alle Spezialfonds nutzbar

Mit der neuen Konstruktion können nun alle Spezialfonds auch zur LCR-Steuerung genutzt werden. Dabei ist es unerheblich, welche Assetklassen neben den HQLA noch belegt werden. So können HQLA-Papiere stabilisierend auf ein Ertrags­portfolio – zum Beispiel bestehend aus High-Yield- und Emerging-Markets-Papieren – wirken und somit die Vorteile des Spezialfonds voll ausspielen.


Voraussetzung für die Leihe ist, dass die jeweilige Sparkasse die HQLA aus dem Spezialfonds nicht für eigene LCR-Steuerung benötigt. Dann lassen sich durch unbesicherte Leihe Zusatz­erträge erzielen. Im anhaltenden Niedrig­zins­umfeld natürlich eine attraktive Option. „10 bis 15 Basispunkte sind für Wertpapiere guter Qualität durchaus drin. Bei einer Rendite von aktuell 0,10 Prozent für sechsjährige Landes­schatz­anweisungen sprechen wir hier von einer Verdopplung“, erläutert Krapp.


Um das neue Angebot nutzen zu können, müssen einige Voraus­setzungen erfüllt sein. Neben einem schriftlich fixierten Rahmen­vertrag für Wertpapier­darlehen ist es erforderlich, dass die DekaBank die Depotbank des Spezial-AIF ist. Die Satzung muss außerdem die Entleihe von Wertpapieren erlauben.

 

Im Überblick

Leihe auf Termin

 

Wie attraktiv für Sparkassen eine Leihe aus Spezialfonds sein kann, zeigt eine Beispielrechnung der Deka:

Demnach kann bei einer durchschnittlichen HQLA-Quote eines Mischfonds von 25 Prozent, der ein Volumen von 100 Mio. Euro aufweist, ein Zusatzertrag von etwa 37.500 Euro erwirtschaftet werden.


Benötigt die Sparkasse die HQLA zur Erfüllung der LCR im Direktbestand, berechnet die DekaBank eine Handling-Fee von fünf Basispunkten. Für welches der Angebote sich die Sparkasse auch entscheidet, für alle LCR-induzierten Geschäfte ist die DekaBank ein verlässlicher Partner. In den vergangenen Jahren hat sie als Intermediär zwischen Sparkassen und Kapitalmarkt eine LCR-Drehscheibe aufgebaut und steuert die LCR-Versorgung im Sparkassen-Finanzverbund.

 

Voraussetzungen für eine Leihe

 

Einige Bedingungen müssen für die Umsetzung des neuen Angebots erfüllt sein:

  • Keine Anwendung der Restriktionen aus § 200 KAGB1
  • DekaBank ist Depotbank des Spezial-AIF2
  • Sparkasse muss nach HGB bilanzieren
  • In den Anlagebedingungen ist ein konstantes Volumen an HQLA als feste Anlagerestriktion festgelegt
  • Satzung muss Entleihe von Wertpapieren erlauben
  • Unbesicherte Leihe mit 35 Tagen Kündigungsfrist und Substitutionen mit Valuta t+2 muss als Produkt eingeführt sein
  • Abschluss eines Rahmenvertrages über Wertpapierleihegeschäfte zwischen DekaBank und Sparkasse
 
1 Aktuelle Indikation. 2 Schätzung auf Basis aktuell gemeldeter Fondszusammensetzungen.
Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, Mai 2017