1. Start
  2. Markt & Impuls
  3. Kompetenz
  4. Eigenhandel - Marktgerechtigkeitsprüfung für Sparkassen

Eigenhandel
Marktgerechtigkeitsprüfung für Sparkassen

Die regulatorisch geforderte Marktgerechtigkeitsprüfung im Eigenhandel ist für die Sparkassen mit beträchtlichem Aufwand verbunden – in technischer, zeitlicher und personeller Hinsicht. Die DekaBank kann hier mit ihrer leistungsfähigen Infrastruktur und dem bewährten Prüfungsprozess für Entlastung sorgen. Nach einer erfolgreich verlaufenen Testphase erhalten die Sparkassen nun die Möglichkeit, die Marktgerechtigkeitsprüfung an die DekaBank zu delegieren und damit ein Mehr an Effizienz und Sicherheit zu erzielen.

Als zentrales Wertpapierhaus der Sparkassen hat die DekaBank das Ziel, die Institute in allen Fragen des Eigenhandels bestmöglich zu unterstützen. Dazu gehört auch das Angebot, die Sparkassen von regulatorisch vorgeschriebenen Aufgaben zu entlasten, die Sicherheitsrisiken bergen und wertvolle Ressourcen binden. In diesem Zusammenhang können die Sparkassen ab diesem Jahr die aufwendige Marktgerechtigkeitsprüfung ihrer gesamten Eigenhandelsgeschäfte an die DekaBank auslagern.

 

Hoher Aufwand und Risiken bei der Marktgerechtigkeitsprüfung

In den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) schreibt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor, dass auf eigene Rechnung getätigte Handelsgeschäfte zu marktgerechten Konditionen abzuschließen sind. Gemäß der MaRisk müssen die Sparkassen eine systematische Kontrolle der Marktgerechtigkeit sicherstellen und dafür geeignete Verfahren und angemessene Ressourcen vorhalten.

In der Praxis erfordert die Marktgerechtigkeitsprüfung eine kostenintensive technische Infrastruktur und hoch qualifiziertes Personal über den Eigenhandel hinaus. Das bedeutet unabhängig von der Handelsintensität eine erhebliche Fixkostenbelastung. Dabei müssen nicht nur Kursinformationssysteme, Bewertungsmodelle und Marktkenntnisse der eingesetzten Mitarbeiter aktuell gehalten werden. Mitunter sind auch schwerwiegende Entscheidungen ad hoc zu treffen, beispielsweise wenn in Phasen verminderter Liquidität bei einzelnen Wertpapieren die tolerierten Kursbandbreiten angepasst werden müssen. Zudem wirft die Komplexität derivativer Instrumente, wie etwa OTC-Swaps, Bewertungsfragen auf, die nur mit besonderer Erfahrung sicher zu beantworten sind. Nicht zu unterschätzen sind schließlich die Anforderungen an die laufende Dokumentation der Marktgerechtigkeitsprüfung und ihrer Ergebnisse. Hierauf wird im Rahmen der externen Prüfung der Prozesse erfahrungsgemäß besonders geachtet.

 

Leistungsfähiger und sicherer Prüfungs­prozess der DekaBank

Einheitliche regulatorische Anforderungen, hoher Aufwand und Risiken sprechen klar für eine zentralisierte und professionelle Lösung bei der Marktgerechtigkeitsprüfung. Die DekaBank verfügt über eine solche Infrastruktur und hat bereits vor geraumer Zeit die Prüfung von Handelsgeschäften verschiedener Institute und Fondsgesellschaften übernommen. Die Grundlage dafür sind fachlich abgesicherte Prüfmethoden und Bewertungsmodelle für alle Handelskategorien und Instrumente.

Die jeweiligen Kursbandbreiten werden anlassbezogen an die Marktbedingungen angepasst. Neben der automatisierten Prüfung von Standardgeschäften erfolgt eine manuelle Einzelprüfung komplexer und risikoreicher Geschäfte. Dabei werden eigens spezialisierte Mitarbeiter mit großer Erfahrung eingesetzt. Ergeben sich bei der Prüfung Auffälligkeiten, greift ein mehrstufiger Eskalationsprozess, der zu einer abschließenden Statusfeststellung führt. Für sämtliche geprüften Transaktionen erstellt die Deka eine umfassende Dokumentation, die die Ergebnisse transparent macht. Hohe Investitionen haben eine weitreichende Automatisierung und Standardisierung des Prozesses ermöglicht. So prüft die DekaBank täglich rund 10.000 Geschäfte im Kundenauftrag auf ihre Marktgerechtigkeit. Gleichzeitig ist es stets gewährleistet, dass alle rechtlichen Vorgaben in puncto Geschwindigkeit, Qualität und Transparenz umfassend erfüllt sind. Selbstverständlich bestehen bei der Prüfung für mehrere Mandanten strikte „Chinese Walls“, um einen unerwünschten Informationsaustausch zu unterbinden.

 

Vorteile für die Sparkassen bei Nutzung der Deka-Infrastruktur

Während einer Pilotphase haben sich ausgewählte Sparkassen bereits von der Leistungsfähigkeit und Qualität des Prüfungsprozesses der DekaBank überzeugt. Da eine Auslagerung der Marktgerechtigkeitsprüfung aufsichtsrechtlich zulässig ist, können sich Sparkassen durch Nutzung der entsprechenden Deka-Infrastruktur vielfältige Vorteile sichern: Sie profitieren von einem professionellen und revisionssicheren Prozess, der ihnen ein Maximum an Effizienz und Transparenz bietet. Sie sparen erhebliche Kosten, da die Notwendigkeit einer eigenen Infrastruktur und laufender Fortbildungen für eingesetzte Mitarbeiter entfällt. Das bisher mit der Marktgerechtigkeitsprüfung betraute Personal können die Sparkassen nun für Ertrag bringende Tätigkeiten einsetzen. Des Weiteren entlastet die Auslagerung die institutsinterne Revision, da der Deka-Prozess durch einen renommierten externen Wirtschaftsprüfer bewertet wird. Dabei obliegen die abschließende Beurteilung auffälliger Geschäfte und die Entscheidung über etwaige Ausnahmen weiterhin der Sparkasse.

Bereits im Sommer dieses Jahres können die ersten Sparkassen auf den Deka-Prozess zur Marktgerechtigkeitsprüfung zugreifen. Die technischen Voraussetzungen für die Anbindung der Sparkassen an die Infrastruktur der DekaBank sind implementiert. Ziel ist es, schrittweise bundesweit allen Sparkassen die Übertragung der Marktgerechtigkeitsprüfung an die Deka zu ermöglichen. 

Fazit

Mit der künftig möglichen Auslagerung der Marktgerechtigkeitsprüfung an die DekaBank bietet sich den Sparkassen die Chance, sich durch ein Höchstmaß an Prozess-, Prüfungssicherheit und Transparenz noch stärker auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren zu können.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, Juli 2014