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Asset Servicing
Risikomanagement der neuen Generation

Der Kapitalmarkt fordert Investoren zunehmend heraus. Auf der Suche nach Erträgen kommt es immer mehr darauf an, neue Wege zu gehen. Oftmals entscheiden sich Anleger für Anlageklassen, die höhere Risiken bergen. Dem Risikomanagement fällt daher heute eine bedeutsame Rolle zu. Die Deka unterstützt Sparkassen im Rahmen ihrer neuen Services rund um die Master-KVG auch in diesem Bereich.

 

Im Rahmen ihres jährlichen Produktworkshops sucht die Deka den Kontakt zu Sparkassen und deren Kapitalanlageexperten. Die Veranstaltungsreihe bietet Sparkassen die Möglichkeit, untereinander Erfahrungen und Best-Practice-Vorgehen auszutauschen. Im Gegenzug lernen die Produktspezialisten der DekaBank aus erster Hand die Bedürfnisse der Sparkassen kennen und lassen diese Informationen in neue Entwicklungen einfließen.

Dr. Ivica Duš

Portfoliomanager quantitative Asset Allocation
Deka Investment GmbH

Asset-Allocation-Umfrage mit 85 Sparkassen

Während des vergangenen Produktworkshops beteiligten sich 85 Teilnehmer an einer Umfrage, bei der eine Asset Allocation für Sparkassen inklusive zugehörigen Risikobudgets im Niedrigzinsumfeld abgefragt wurde. Zur Auswahl standen die Anlageklassen Europäische Staatsanleihen, Covered Bonds, Europäische Aktien, Unternehmensanleihen Investment Grade, Unternehmensanleihen High Yield, Emerging-Markets-Staatsanleihen, Alternative Investments sowie Immobilien. Die Ergebnisse zeigen, wie vielfältig die Anforderungen der Sparkassen heute sind. Zwar waren sich 83 von 85 Teilnehmern einig, dass an europäischen Staatsanleihen heute kein Weg vorbeiführt, doch unterschied sich die jeweilige Gewichtung dieser Anlageklasse: Zwischen 5 und 60 Prozent räumten die befragten Spezialisten europäischen Staatsanleihen im Rahmen ihrer Asset Allocation ein. Der Mittelwert lag bei 22 Prozent. Auch bei anderen Anlageklassen wie Covered Bonds, Aktien oder Immobilien sind die Spannweiten der angegebenen Quoten mitunter sehr groß.

Dr. Ulrich Neugebauer

Leiter Quantitatives Fondsmanagement & ETF,
Geschäftsführer
Deka Investment GmbH

Allokationsunterschiede zum Treasury-Kompass

Vergleicht man die im Rahmen der Umfrage zum Niedrigzinsumfeld ermittelten Asset Allocations mit den tatsächlichen Portfolios der Sparkassen, die am Treasury-Kompass 2015 teilgenommen haben, so zeigen sich einige Unterschiede. Insbesondere Unternehmensanleihen sind tatsächlich deutlich höher gewichtet, als die befragten Produktspezialisten diese vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfeldes allokieren würden. Dagegen fallen die Ist-Quoten von Schwellenland- Anleihen, Aktien, Immobilien und alternativen Investments geringer aus, als dies das derzeitige Marktumfeld aus Sicht der befragten Experten recht­fertigen würde. Es ist daher anzunehmen, dass sich eine Allokation mit speziellem Augenmerk auf das Niedrigzinsumfeld auf Kosten von Unternehmensanleihen und Geldmarkt in Richtung EM-Bonds, Aktien, Immobilien und Alternative Investments verschieben wird. Doch gerade diese Anlageklassen zeichnen sich traditionell durch höhere Risiken aus. Eine Antwort auf dieses Dilemma gibt die Deka im Rahmen ihrer Master-KVG-Dienstleistung.

Matthias Schillai

Leiter Asset Servicing
Kundenbetreuung & Produktlösungen
Deka Investment GmbH

Dynamische Risikosteuerung

Der Risiko-Overlay-Ansatz basiert auf einer dynamischen Steuerung des Risikos des Masterfonds. Hierdurch wird sichergestellt, dass ein vorab festgelegtes Risikobudget (maximaler Verlust bis zu einem zuvor fixierten Zeitpunkt) geschützt wird, indem das Gesamtrisiko des Masterfonds zu jedem Zeitpunkt an das verfügbare Risikobudget angepasst wird. Die dynamische Risikosteuerung beruht im Kern auf zwei zunächst voneinander unabhängigen Prozessen. Dies sind zum einen der Prozess zur offiziellen Fonds­preis­bestimmung und die darauf aufbauende untertägige Neartime-Fondspreis­fortschreibung. Zum anderen ist dies der Prozess der zeitnahen Messung und Analyse von Risiken.

 

Risiko-Overlay im Masterfonds

Die Bestimmung und Fortschreibung des Fondspreises erfolgt automatisiert durch eine enge technische und organisatorische Verzahnung von Bestandsführungs-, Portfoliomanagement- und Informations­versorgungs­systemen. System- und prozessbedingt ist eine Voraussetzung für unseren Risiko-Overlay-Prozess, dass der Masterfonds bei der Deka Investment administriert wird.

Umfrage Produktworkshop „Allokation im Niedrigzinsumfeld“

Zusätzliche Kennzahlen ermöglichen Risikodiversifizierung und -absicherung

Auch im zweiten Teilprozess, der zeitnahen Messung und Analyse der Risiken, berücksichtigt das Deka Risiko-Overlay neben den Branchen-Standards Value-at-Risk und Normalverteilung weiterentwickelte Kennzahlen und Methoden. Dies sind zum einen der Conditional-Value-at-Risk als Risikokennzahl und eine sogenannte Fat-Tail-Verteilung. Durch die untertägige Near-time-Fondspreisfortschreibung und den fortschrittlichen Risikoanalyseprozess operiert das Deka Overlay auf Basis der verbuchten Bestände und nicht – wie sonst marktüblich – auf Basis von Benchmarks. Dies hat den Vorteil, dass in einem gewissen Rahmen, dem technisch bedingte Grenzen gesetzt sind, neben Beta- auch Alpharisiken risikodiversi­fi­zierend berücksichtigt und teilweise abgesichert werden können.

 

Risikosteuerung durch Derivate oder Vorgaben für Segmentmanager

Im Idealfall werden für die Risikosteuerung Derivate in einem eigenen Overlaysegment verwendet, wodurch die ursprünglichen Aufträge der Segmentmanager nicht gestört werden. Alternativ, beispielsweise für den Fall, dass Derivate für die Steuerung des Portfoliorisikos nicht ausreichend oder nicht verfügbar sind, kann die Risikosteuerung auch durch Risikovorgaben an die Segmentmanager erfolgen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass die Leistung des Segmentmanagers nach einem Eingriff nicht mehr eindeutig messbar ist. Das konkrete Risikosteuerungsverfahren ist durch den Anleger frei wählbar, auch eine Kombination beider Verfahren ist möglich. So finden Sparkassen im Zuge des Deka Risikomanagements individuelle Lösungen und können den Herausforderungen der Niedrigzinsphase aktiv begegnen.

 

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, August 2016