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Alternative Investments
Komplexe Anlagen in Fonds für institutionelle Anleger

Alternative Investments rücken zunehmend ins Blickfeld institutioneller Investoren. Gefragt sind Fondsstrukturen, die dieses hochkomplexe Anlagesegment nachhaltig zugänglich machen. Dabei spielen auch steuerliche und regulatorische Fragen eine zentrale Rolle.

Von Marcus Hermsen

Institutionelle Investoren stehen seit Jahren vor der strukturellen Herausforderung, trotz niedriger Zinsen und zunehmender Regulierung vielversprechende Kapitalanlagen zu finden. Diese Herausforderung stellt sich umso mehr, als immer mehr Kapital reinvestiert werden muss, eine Rückkehr zum geldpolitischen Normalmodus aber nicht in Sicht ist. Daher suchen viele Anleger nach anderen Anlageformen und blicken häufiger zu den Alternativen Investments.

Die Nachfrage danach wächst zunehmend. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Markt für Anlagen wie Private Equity oder Private Debt nicht dem – zum Teil von Irrationalitäten getriebenen – aktiven Tageshandel folgt. „Alternatives“ sind langfristige Investitionen, die sich nicht auf die Schnelle liquidieren lassen. Im Umkehrschluss heißt das: Investoren, die in dieses Segment einsteigen, müssen ihre Strategie auf Langfristigkeit hin ausrichten. Ein Anlagehorizont von acht Jahren ist regelmäßig die Untergrenze, zwanzig Jahre sind aber keine Seltenheit.

Flankierend sehen wir eine sehr dynamische, sich signifikant verändernde Regulierungslandschaft. Mit Vorgaben wie der Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD) und deren Umsetzung in deutsches Recht durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) wurden durch den Gesetzgeber komplizierte rechtliche Hürden geschaffen, die den Zugang zu diesen ohnehin komplexen Assets nicht erleichtern. Das umfassende Vertragswerk eines jeden Anlagevehikels ist im Detail zu prüfen; die individuelle Rechtsstruktur muss nachvollzogen werden.

Alternative Investments sind immer im Kontext der Gesamtanlagestrategie zu würdigen.

Marcus Hermsen

Senior Experte Alternative Investments
Deka Investment

Steuerliche Prüfungserfordernisse

Neben den neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen sind durch das überarbeitete deutsche Investmentsteuergesetz (InvStG) auch diverse steuerliche Prüfungserfordernisse hinzugekommen. Auch hier haben sich sehr relevante, neue Fragestellungen ergeben. So ist nun immer auch im Blick zu behalten, dass sich deutsche Investmentvermögen als eigenständige Steuersubjekte qualifizieren können – und damit die zahlreichen Vorteile der bekannten Fondsbesteuerung verlieren würden.

Umso notwendiger sind daher sinnvoll konzipierte Plattformen, die als Strukturierungsvehikel dienen. Über solche Plattformen lassen sich übergreifend die allgemeinen rechtlichen Anforderungen und zugleich die für den jeweiligen institutionellen Investor spezifischen Vorgaben maßgeschneidert und dennoch effizient umsetzen.

Dabei sind wir als Kapitalverwaltungsgesellschaft zentraler Akteur sowohl im Rahmen der Aufbauphase als auch im Rahmen der laufenden Betreuung. Neben den übergreifenden Vorgaben analysieren wir immer auch in enger Zusammenarbeit mit dem Investor die individuellen Vorgaben – sei es beispielsweise hinsichtlich der Vorschriften aus der Capital Requirements Directive (CRD) oder hinsichtlich der Vorgaben aus dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), genauer der neuen Anlageverordnung (AnlV).

 

Von entscheidender Bedeutung ist eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten – auch über Landesgrenzen hinweg. Ausgehend von den Kollegen im Front-Office über unsere Investmentrecht- und Steuerrechtexperten bis hin zu den Kollegen in der Geschäftsorganisation, dem Risikocontrolling und der Fondsbuchhaltung kann die Investition in Alternative Investments nur in einem eingespielten Team funktionieren.

Einbindung in Gesamtstrategie

Da Alternative Investments immer im Kontext der Gesamtanlagestrategie zu betrachten sind, ist die stetige Einbindung des institutionellen Anlegers von substanzieller Bedeutung. Deswegen gehört der enge Kontakt zum Investor zu unserem Selbstverständnis: Initial und laufend werden die Zielvehikel gemeinsam analysiert, verschiedenste Fragestellungen gesamthaft erörtert und strategische Ausrichtungen gemeinsam fixiert.

Alternative Investments mögen zwar eine durchaus interessante Anlageform sein, sind aber auch in vielfacher Hinsicht sehr komplex: Es geht dabei nicht nur um Kapitalanlage. Es geht aber auch nicht nur um Regulierung; es geht darum, gemeinsam die individuell passende Struktur zu finden. Durch einen validen und umfangreich geprüften Rahmen ist dieser Weg vielversprechend – und in Zusammenarbeit mit erfahrenen Experten zudem viel einfacher.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, November 2014